Grenzübergänge Mittel- und Südamerika

Grenzübergänge in Mittel- und Südamerika laufen ein bisschen anders ab, als wir es uns zum Beispiel aus Europa gewohnt sind. Wir sind heute noch froh, wenn wir vor einem Grenzübergang kurz aufdieWebseite anderer Reisenden vorbeischauen können, damit wir ein wenig wissen, was uns erwartet. Gerne möchten wir auch unsere Erfahrungen weitergeben und beschreiben hier, wie wir dieGranzübergängeerlebt haben und auf was man achten sollte. In Mittel- und Südamerika gilt, das einzige Konstante ist die Veränderung! Wir wollen und können nicht sagen dass diese Abläufe / Preise /usw. in ein paarTagen oder Monaten noch gleich sein werden. Hoffentlich können sie anderen Reisenden aber als Leitfaden und Hilfe dienen! 

Grenzübergang USA - Mexiko (Tecate); 17.07.2018

Von verschiedenen Reisenden haben wir gehört, für die Überquerung der Grenze von der USA nach Mexiko den kleinen Aussenposten in Tecate anzufahren und nicht den riesigen Grenzübergang in Tijuana zu benutzen. Dies haben wir dann auch gemacht und unsere Entscheidung keine Sekunde bereut. Alle Leute die wir am Grenzübergang angetroffen haben waren total freundlich und hilfsbereit und wir kamen mit unserem kleinen spanischem Wortschatz (wir sind gerade am Spanisch lernen), gut durch. Wir können nur empfehlen Tecate anzusteuern und die Grenze hier zu überqueren. Die folgende Beschreibung bezieht sich auf den Grenzübergang in Tecate (wir gehen aber davon aus, dass die Prozedur an anderen Übergängen ähnlich aussieht). 

1. Grenzübergang anfahren (wir waren um ca. 10:00 da) und das erste Gittertor passieren. Vor der Barriere mit Rotlicht anhalten und warten bis es grün wird und die Barriere aufgeht. In unserem Fall ertönte dann ein kurzer „Alarm“ und wir wurden gebeten unseren Bus rechterhand zu parkieren. Die freundliche Grenzbeamtin schaute sich unseren Bus dann kurz an. Wir mussten ein paar Schubladen öffnen und durften dann zwei Minuten später das zweite Gittertor passieren. Willkommen in Mexiko! 

2. Nun muss allerdings noch der Papierkram erledigt werden. Die Grenzbeamten lassen einem auch ohne diesen weiterziehen, hier muss man sich selbst darum bemühen! Wir parkieren unser Auto bei einer Schule in der Nähe (Koordinaten 32.575148, -116.628891) und gehen zu Fuss zum Grenzübergang zurück.

3. Zwischen den beiden Grenzzäunen herrscht für Fussgänger Einbahnverkehr. Heisst von Mexiko aus auf der rechten Seite der Strasse durch das Drehtor gehen, dann über den Fussgänger zum „Oficina de Migracion“. Hier sitzt ein wiederum freundlicher Grenzbeamte (der Freude hat wenn man ein paar Worte Spanisch spricht) dem man die Pässe gibt und dann die Touristenkarte zum ausfüllen bekommt.

4. Touristenkarte ausfüllen. Da diese auf Spanisch und Englisch daher kommt, kein Problem. Name, Vorname, Land, Geburtsdatum, Passnummer, Grund der Reise und eine Adresse in Mexiko (hier reicht die Adresse des ersten Campingplatzes, Hotel, oder was auch immer).

5. Der Grenzbeamte schickt einem dann zum „Banjercito“. Dieser befindet sich gleich neben dem „Oficina de Migracion“, zur Tür hinaus und links um die Ecke zum Schalter. Hier zeigt man seine Touristenkarte und zahlt die Einreisegebühr, ca. 25 USD / pro Person. Mit der Quittung (A4 Papier) zurück zum Migrationsschalter. Hier bekommt man dann den Stempel in den Pass. Die A4 Quittung umbedingt aufbewahren, bis man Mexiko wieder verlässt. Diese muss dann abgeben werden sonst zahlt man die 25 USD erneut als „Ausreisegebühr“. 

6. Nun muss noch unser VW-Bus eingeführt werden. Hierfür geht es zurück zum „Banjercito“. Wir fragen hier nach einer „Importation Temporal“ für unser Wohnmobil (Casa rondate, Caravano). Ein Wohnmobil darf für 10 Jahre nach Mexiko eingeführt werden ohne dass man eine Kaution hinterlegen muss. Ein Auto für ein Jahr, mit einer Kaution von 200 USD die man beim verlassen des Landes zurückbekommt. Da unser VW Bus ein „Grenzfall“ zwischen Auto und Wohnmobil ist müssen wir den Beamten ein wenig überzeugen. Mit Fotos unseres Busses und Kopien der Zolldokumenten vom Verschiffen, wo unser Bus als Motorhome deklariert ist, gehen wir dann aber als Wohnmobil durch.

7. Nun schickt uns der nette Herr zur nahe gelegenen „Farmacia“ um Kopien von unseren Dokumenten zu machen (hierfür geht man zu Fuss wieder aus dem Grenzbereich nach Mexiko hinaus, wir wurden hier nicht kontrolliert sondern nur nett angelächelt). Die „Farmacia“ liegt vom Grenzübergang kommend auf der linken Seite der Strasse nur ein paar Meter die Strasse hinunter. Hier machen wir Kopien von den Unterlagen des Fahrzeugeigentümers: Führerausweis, Fahrzeugausweis, Touristenkarte und Pass (kostet ein paar cents pro Kopie). Danach geht es wieder zurück zum „Banjercito“. Dieser braucht nun ein paar Minuten, gibt alles im Computer ein, leuchtet ein paar Sachen in unseren Unterlagen an und hat noch ein zwei Fragen z.B wo im Fahrzeugausweis die Autonummer steht. Dann noch ein paar Unterschriften und man bekommt die Einfuhrgenehmigung und einen Kleber der gemäss der Beschreibung an der Frontscheibe aufgeklebt werden soll (Nicht vergessen, dies dann auch zu machen wenn man zurück beim Auto ist). 

8. Nun sind wir und auch unser Bus legal in Mexiko unterwegs! Zu guter letzt müssen wir nun noch die weisse Karte, welche wir von der USA aus noch im Pass haben zurück geben, damit die Amerikaner auch wissen, dass wir ihr Land verlassen haben. Wir gehen also zum amerikanischen Zoll. Dieser befindet sich ein wenig östlich. Heisst auf mexikanischer Seite einen Häuserblock Richtung Osten gehen und dann ins US Border Office hinein. Hier erklären wir den Beamten unser Anliegen (dieser wirkt nach all den netten Mexikanern wieder sehr arrogant...). Er ist sehr erstaunt darüber, als wären wir die ersten die das machen (sind wir aber sicherlich nicht), nimmt dann aber die Zettel hinaus, bringt sie ins Büro und lässt uns durch eine Türe wieder zurück nach Mexiko. 

Das ganze tönt für uns Europäer vielleicht ein wenig kompliziert, ist es aber nicht wirklich! Nach knappen 1.5h hatten wir alles erledigt und waren in Mexiko unterwegs! Wir liessen die Grenzregion ein wenig hinter uns und verbrachten die Nacht auf einem gemütlichen Campingplatz in einem Weingut.


Grenzübergang Mexico (Chetumal) - Belize, 17.09.18

Der Grenzübergang von Mexiko nach Belize ging ziemlich rasch und ohne Probleme über die Bühne! Die Leute waren freundlich und vor allem auf der Belize Seite sehr hilfsbereit und kommunikationsfreudig! Anbei der Ablauf zum Grenzprozedere (wir haben den „neuen“ Grenzübergang benutzt, Libramiento ab Chetumal). Wichtig! Nach Belize dürfen keine Früchte, Gemüse, Fleisch, Alkohol und noch ein paar andere Dinge importiert werden! Dies wird je nach dem strickte geprüft! Wir hatten Glück und durften unseren Knoblauch und ein paar Nüsse mit nach Belize nehmen! Wir haben aber auch schon von Reisenden gehört welchen alles weggenommen wurde!

 

1. Von Chetumal kommend, fährt man über die Libramiento direkt auf die mexikanische Seite des Grenzüberganges zu. Als erstes kommt man hier an ein Häuschen in welchem ein Grenzbeamte sitzt. Aussteigen muss man hier nicht. Dem Grenzbeamten übergibt man die Reisepässe und die Quittungen der Gebühren welche man bei der Einreise nach Mexiko beim Banjercito bezahlt hat! Hat man diese Quittungen nicht mehr, wird die Gebühr (ca. 28 USD) erneut verrechnet, was dann „Ausreisegebühr“ genannt wird. Mit den Quittungen vom Banjercito ist die Ausreise aber kostenfrei und man bekommt den Ausreisestempel in den Pass.

 

2. Fahrzeugausfuhr: Gleich nach diesem Häuschen biegt man links ab (über zwei ausgezogene Linien, aber das geht hier in Mexiko in Ordnung) und parkt vor dem Gebäude der Migracion. Hier geht man direkt zum Banjercito  Schalter und sagt, dass man sein TIP gerne abmelden möchte. Unser Van war als Wohnwagen registriert (dürfte 10 Jahre im Land bleiben) und so fragt uns die Dame ob wir unser Auto wirklich ausführen möchten! Wir bestätigen dies und sie begleitet uns zum Auto. Hier werden ein paar Fotos gemacht, die VIN Nummer überprüft und die Etikette von der Windschutzscheibe entfernt. Zurück im Gebäude erhalten wir dann noch die Bestätigung, dass unser Auto abgemeldet ist.

 

3. Adios Mexico, weiter geht es nach Belize! Nach einer 2-minütigen Autofahrt zwischen hohen Betonmauern hindurch erreichen wir die Fumigation! Hier wird das Auto abgespritzt und gegen die Bezahlung von 100 Mexikanischen Pesos (man kann auch in USD oder BD bezahlen) erhält man eine Quittung die man umbedingt mitnehmen muss. Ob das Ganze wirklich etwas nützt sei hier mal in Frage gestellt, machen muss man es aber!

 

4. Immer den Schildern „Belize Immigration“ folgend geht es dann weitere 2 Minuten bis zu den Grenzgebäuden von Belize. Hier werden wir von einem freundlichen Beamten angewiesen zu Parken und ins Gebäude hinein zu gehen. Als erstes füllt man hier eine Einreisekarte aus. Die üblichen Informationen werden hier eingetragen z.B Name, Passnummer, Beruf, gewünschte Aufenthaltsdauer, Grund des Besuches (hier unbedingt Ferien und nicht Transfer angeben, wenn man länger im Land bleiben möchte) und erste Adresse in Belize (hier reicht die Adresse eines Campingplatzes oder Hotel aus). Mit der Karte geht es dann zum Zollbeamten der diese überprüft noch ein paar Fragen stellt und dann den Pass stempelt.

 

5. Ist man mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs geht es mit dem abgestempelten Pass des Fahrzeughalters, dem Fahrzeugausweis sowie der Quittung der Fumigation ins hintere Teil des Gebäudes zum Custom-Schalter. Hier werden uns ein paar Fragen zum Fahrzeug gestellt und der Grenzbeamte macht sich dann noch gemütlich mit uns auf, um sich unser Fahrzeug anzusehen. Ein kurzer Blick ins innere genügt und der Mann ist zufrieden und schlurft an seinen Arbeitsplatz zurück. Wir erhalten dann einen Importzettel welchen wir umbedingt aufbewahren sollen bis wir Belize wieder verlassen! Draussen auf dem Parkplatz bezahlen wir dann noch die Gebühr für die Einfuhr des Fahrzeuges. 300 Mexikanische Pesos (auch hier könnte man wieder mit USD oder BD bezahlen) und bekommen eine Quittung überreicht. Auch diese muss man aufbewahren um bei der Ausreise nicht erneut zahlen zu müssen.

 

6. Wir steigen in unser Auto und fahren bis zur Barriere. Der Grenzbeamte hier  (ein chilliger Typ mit Rastas ;) ) überprüft ob die Pässe abgestempelt und alle Papiere vorhanden sind. Er fragt uns noch, ob wir Früchte, Gemüse, Fleisch, Schusswaffen oder Alkohol dabei haben. Wir erzählen ihm fast die ganze Wahrheit und er lässt uns mit einem Knoblauchzehen und ein paar Nüssen im Gepäck passieren! Willkommen in Belize!

 

7. Zum Schluss müssen wir noch die für Belize obligatorische Haftpflichtversicherung für unser Auto lösen. Gleich nach dem Grenzareal steht ein weisses Haus mit blauer Aufschrift „Insurance“. Hier kann man sich eine Autoversicherung für Belize besorgen. Fahrzeugausweis und Pass des Halters werden benötigt. Für 14 Tage Versicherung bezahlen wir 46 BD. Umbedingt überprüfen ob die Angaben wie VIN Nummer, Autonummer richtig eingetragen wurden. Bei uns haben sich zwei Fehler eigeschlichen, welche der Herr dann aber sofort korrigiert und uns neue Formulare herauslässt. Nach einem kurzen Smalltalk über Sehenswertes in Belize geht es mit den Versicherungsformularen unter dem Arm zurück zum Auto. Willkommen in Belize!!

 

Der gesamte Grenzprozess dauerte etwa 1 Stunde und ist aus unserer Sicht absolut unproblematisch und angenehm!


Belize (Viejo del Carmen)- Guatemala, 28.09.2018


Weniger als eine Stunde benötigten wir für das gesamte Grenzprozedere an dieser Grenze. Wie bis jetzt an jedem Grenzübergang waren die Leute vorwiegend hilfsbereit und freundlich.

 

1. Von San Ignacio kommend fahren wir auf die belizische Seite der Grenze zu. Ein Geldwechsler winkt uns zu einem freien Parkplatz (rechte Strassenseite, links ist für Taxis reserviert), zeigt uns wo der Eingang zum Zollgebäude ist und bietet uns natürlich seine Dienste an. Für den gesamten Grenzübergang benötigten wir 80 Belize Dollar und ca. 220 Quetzals. Wir betreten das Grenzgebäude auf der linken Strassenseite.

 

2. Im Gebäude werden wir an den ersten Schalter verwiesen. Hier bezahlen wir die Ausreisegebühr von 40 Belize Dollar pro Person und erhalten dafür eine Quittung. Ein Fenster weiter zeigen wir diese dem Grenzbeamten und erhalten die Ausreisestempel in den Pass. Um unser Fahrzeug aus Belize abzumelden (dieses ist im Pass des Fahrzeughalters eingetragen) werden wir an den „Custom (Zoll)“ verwiesen. Wir gehen durch eine Türe, einen kurzen Gang und nochmals eine Türe und sind dann beim „Custom“. Hier zeigen wir die Importpapiere und den Pass des Fahrzeughalters. Das Fahrzeug wird danach ausgetragen, was auch im Pass vermerkt wird. Wir steigen wieder in unser Auto und fahren zur Barriere. Hier werden die Dokumente nochmals überprüft (inkl. Quittung für die Ausreisegebühr) danach darf man passieren. Goodbye Belize.

 

3. Sobald wir die Barriere durchquert haben winkt uns ein Junge, zeigt und erklärt uns wie es nun weiter geht und „begleitet“ uns während dem ganzen Prozedere. Wir geben ihm am Schluss ein paar Schweizer Schokoladenriegel für seine Hilfe und er strahlt über beide Ohren. Als erstes durchfahren wir mit unserem Bus die Desinfektionsanlage. 39 Quetzals kostet dieses Vergnügen. Das Auto parkieren wir danach und gehen zu Fuss in das offene Gebäude auf der linken Strassenseite hinein.

 

4. Beim Schalter „Entrada“ erhalten wir den Einreisestempel für Guatemala in unseren Pass. Wir müssen hier keine Einreisekarte oder dergleichen ausfüllen sondern werden nur gefragt ob wir nach Tikal oder Flores gehen. Guatemala ist das erste Land der C4 Region. In den vier Ländern Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua dürfen wir nun für 90 Tage unterwegs sein. Wir haben schon von Reisenden gehört, dass es möglich ist länger zu bleiben, heisst die Aufenthaltsdauer zu verlängern. Da dies für uns aber nicht in Frage kommen wird, haben wir uns nicht weiter damit beschäftigt. Der Grenzbeamte stempelt auch gleich die Kopie meines Reisepasses ab, welche wir für die Fahrzeugeinfuhr benötigen.

 

5. Der Schalter für die Fahrzeugeinfuhr „Aduana“ befindet sich gleich nebenan. Man benötigt hier Kopien des Führerausweis, Fahrzeugausweis und des Reisepasses (inkl. Einreisestempel, siehe Punkt 4). Nach einer kurzen Wartezeit bekommt man die Zolldokumente vorgelegt welche man umbedingt kontrollieren sollte (VIN, Nummernschild, usw.). Man unterschreibt diese und erhält eine Rechnung. Mit der Rechnung geht man zum Bankschalter (welcher sich wiederum gleich nebenan befindet und von einem Polizisten mit Schrotflinte bewacht wird) und bezahlt dort den Betrag ein. Bei uns waren dies 160 Quetzals. Mit der Quittung geht man zurück zum Zollschalter und bekommt dort dann eine Vignette welche an der Frontscheibe des Autos angebracht werden soll. Wir steigen in unser Auto und passieren danach die Grenze ohne dass noch jemand einen Blick in unser Auto oder unsere Dokumente werfen will.

 

6. Über eine Brücke geht es hinein nach Guatemala! Am Ende der Brücke steht dann noch ein Häuschen bei welchem ein Brückenzoll von 20 Quetzals von uns eingezogen wird. Wir bekommen sogar eine Quittung. Weder der Lastwagen vor uns (El Salvador Kennzeichen) noch die Fahrzeuge hinter uns wurden hier angehalten. Es scheint sich hier daher mehr um eine Touristenabzocke zu handeln. Da meine Frau aber keine Lust auf Diskussionen hatte, bezahlen wir einfach den kleinen Betrag und sind in Guatemala!