Nicaragua

Nicaragua ist nach Haiti das zweitärmste Land der westlichen Hemisphäre. Die Leute hier hatten es in der Vergangenheit nicht einfach, da immer wieder Bürgerkrieg herrschte oder Revolutionen im Gange waren. Nach ein paar Jahren, in welchen es so aussah, als fände das Land wieder die nötige Stabilität sieht es nun wieder schlechter aus! Es brodelt wieder gewaltig! Mitte 2018 gingen tausende Menschen auf die Strassen, errichteten Barrikaden und demonstrierten gegen den amtierenden Präsidenten Daniel Ortega. Das Militär und die Polizei (unter der Obhut des Präsidenten) ging ziemlich gewalttätig gegen die Demonstranten (die auch nicht alle nur friedlich demonstrierten) vor. Mehr als 500 Leute wurden während dieser Zeit getötet. Da wir Nicaragua auf unserem Weg Richtung Südamerika so oder so durchqueren mussten, verfolgten wir die Situation natürlich gespannt. Im schlimmsten Fall hätten wir das Land in einem Tag durchfahren, zum Glück hat sich die Situation aber wieder beruhigt (auf jedem Fall im Vordergrund). Wir konnten so ein paar wunderbare und erlebnisreiche Tage in Nicaragua verbringen. Natürlich bemerkten wir während dieser Zeit, dass die Situation noch lange nicht wieder normal ist. Wir treffen nur auf wenige Touristen, ein paar Sehenswürdigkeiten sind geschlossen und viele Unterkünfte und Gastronomiebetriebe kommen erst langsam wieder zum laufen. Auch hören wir Geschichten von Familienvätern, welche ins Gefängnis gesteckt wurden weil sie einen Nicaraguaaufkleber (die Landesflagge ist das Zeichen der Bewegung gegen Ortega) auf dem Taxi hatten. Es scheint, so als würde jeder der „öffentlich“ etwas gegen den amtierenden Präsidenten sagt, wir nennen ihn hier einmal einen Diktator (wir hoffen hiermit niemanden anzugreifen, unsere Meinung basiert ganz einfach auf dem gesehenen und gehörten), weggesperrt oder eliminiert wird. Wir hoffen sehr, dass dieses Land baldmöglichst wieder zu Ruhe und Stabilität finden kann, denn viele Bewohner sind vom Tourismus abhängig. Wie ihr den folgenden Zeilen entnehmen könnt, gibt es auch einiges zu sehen!

 

Nachdem der Grenzübergang zwischen Honduras (wir waren übrigens nur ein Tag in Honduras unterwegs, da alle Sehenswürdigkeiten weit entfernt von unserer Route lagen, oder uns nicht wirklich Wert waren zu besuchen) und Nicaragua besser als erwartet über die Bühne ging, legten wir unseren ersten Stopp in der Stadt Leon (Spanisch für Löwe) ein. Leon ist eine verfallene Kolonialstadt im Nordwesten von Nicaragua. Fast die gesamte Kolonialzeit hindurch war Leon die Hauptstadt des Landes und darüber hinaus auch das wichtigste kirchliche Zentrum der Region. Kein Wunder kann man hier viele schöne Kirchen bestaunen. Unser Highlight war ganz klar der Besuch bei der „Catedral de Leon“. Die grösste Kathedrale in Zentralamerika! Für ein paar wenige Pesos darf man hier, über eine schmale Treppe auf das Dach der Kirche steigen. Auf dem weissem Gebäude wird man von der Sonne ziemlich geblendet, trotzdem genossen wir natürlich die Ausblicke über die Stadt und die Vulkane in der Region. Nach einem ganzen Tag, welchen wir in der Stadt verbrachten, hatten wir es aber auch gesehen (verzaubert hat uns dieser Ort nicht gerade) und wir machten uns auf zum nächsten Ziel. 

Der Vulkan Masaya welcher sich in der Nähe von Managua, der Hauptstadt des Landes befindet, ist einer der aktivsten Vulkane in Nicaragua. Weil in Zentralamerika alles ein bisschen einfacher zu und her geht und der Vulkan zudem gut überwacht wird, kann man hier bis zum Kraterrand fahren. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so stehen wir bei Anbruch der Dunkelheit am Eingang des Nationalparks. Nach einem Rundgang durch das spannende Museum fahren wir dann hoch zum Krater parkieren Baluu, schnappen unsere Kameras und laufen die paar wenigen Schritte bis zum Kraterrand. Von hier aus beobachten wir das Lava, welches ein paar hundert Meter unter uns brodelt! Die gesamte Umgebung erscheint in einem orange - rötlichem Farbton, was die Spanier dazu veranlasste zu glauben, dies sei das Tor zur Hölle. Das Kreuz, das ihr auf dem Foto erkennen könnt, stammt übrigens aus dieser Zeit. Mit Hilfe von diesem wollte man sicher gehen, dass der Teufel auch ganz sicher dort unten bleibt. 

Bei der Laguna de Apoyo nisten wir uns danach auf einer herrlichen Hotelanlage ein! Wir dürfen hier mit unserem Büssli campieren und die gesamte Anlage nutzen! Wir spielen Billard und Boccia, nutzen die Kayaks welche uns zur Verfügung stehen und baden im kristallklaren Kratersee. Ein wunderbares Plätzchen Erde :)!

 

Vom Städtchen Granada haben wir schon viel Gutes gehört und gelesen. Wir wurden in keiner Weise enttäuscht! Granada ist einer der ältesten Städte in der neuen Welt und die Spanier wollten hier zeigen, dass sie mehr zu bieten hatten als bizarre Religionen und fortschrittliche Militärtechnik. Was definitiv gelungen ist! Man realisiert dies, wenn man nach einem Stadtspaziergang inklusive Fotokamera in der Hand zurück kommt und mehr als 200 Fotos geschossen hat! Für uns ist Granada wieder eine Kolonialstadt wie wir sie lieben! Zwar kommt sie wohl nicht ganz an unsere bisherige Lieblingsstadt Antigua in Guatemala heran, trotzdem fühlen wir uns hier richtig wohl! Wir steigen auf die Kirchtürme hinauf, bestaunen die Aussichten, spazieren durch die Gassen, geniessen guten Kaffee und gutes Essen, besuchen den Markt und haben einfach eine gute Zeit. Während wir in einem günstigen Hostel übernachten, darf Baluu übrigens bei der Feuerwehr im Hof stehen! Es war schon immer sein Traum neben einem Feuerwehrauto zu schlafen :) !

Granada liegt übrigens am grössten See von Zentralamerika dem „Lago de Nicaragua“. In diesem See, direkt vor der Stadt liegen die „Las Isletas“. Eine Inselgruppe, bestehend aus 365 Inseln! 70 Prozent davon sind bewohnt. Neben den einheimischen Fischerfamilien haben sich hier auch reiche Familien aus Nicaragua und aller Welt niedergelassen. Wir erkunden einen Teil der Inselgruppe auf einer Kayaktour. Unser Guide lebt mit seiner Familie auf einer der Inseln und konnte uns daher sehr viel interessantes über die Flora und Fauna erzählen. Auch wusste er natürlich über die Villen, welche auf manchen Inseln zu sehen sind, Bescheid. Der Ausflug zu den Isletas hat uns super gut gefallen! Wir haben viele wunderschöne Vögel und Affen gesehen und durften auch einen Einblick in das Leben hier gewinnen. Falls du einmal in Granada sein solltest, unbedingt einen Besuch hier einlegen! 

Alles hat ein Ende und so verlassen wir Granada nach ein paar Tagen und fahren weiter südlich. In San Jorge legt nämlich die Fähre zur Isla Ometepe ab, welche wir für ein paar Tage besuchen wollen. Wir lösen unsere Tickets und parkieren Baluu auf der Fähre. Hierbei wird übrigens Millimeterarbeit geleistet. Während ich mit Hilfe des Captains unser Auto auf der kleinen Fähre parkiere, kann Rahel kaum zuschauen. Jeder Zentimeter wird ausgenutzt, dass auch ja möglichst viele Autos und Lastwagen Platz finden. Um das Ladegewicht scheint sich hier niemand wirklich Gedanken zu machen, dass Schiff liegt ziemlich schräg im Wasser aber wir überstehen die etwas mehr als einstündige Überfahrt problemlos. Die achtförmige Vulkaninsel im Lago de Nicaragua gefällt uns dann sehr! Die beiden Vulkane sind von fast überall auf der Insel zu sehen, alles ist herrlich grün und meistens geht ein angenehmer Wind! Unsere erste Nacht verbringen wir bei einer Hotelanlage, die einem Europäer gehört. Wir campieren hier im Garten und dürfen die Infrastruktur nutzen. Die zwei flugunfähigen Papageie, welche hier auf einem Baum leben tun es uns besonders an! Wir sind die einzigen Gäste und können so die Poolanlage und Hängematten für uns allein geniessen. Während den nächsten 3 Tagen fahren wir auf der Insel herum, machen kleinere Wanderungen und besuchen ein Schmetterlingshaus. Einmal mieten wir uns Kayaks und paddeln zur Affeninsel. Schon bald erspähen wir Tiere und sind so richtig begeistert! Zum ersten Mal treffen wir nämlich auf wild lebende Kapuzineraffen. Natürlich wollen wir uns die flauschigen Äffchen aus der Nähe anschauen und paddeln ein wenig näher heran. Wir erschrecken ziemlich, als die Affen dann in unsere Richtung kommen, fauchen und uns ihre spitzigen, langen Zähne ins Gesicht strecken. Wir schauen dem Spektakel nach diesem Erlebnis dann aus grösserer Entfernung zu... 

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El Salvador

El Salvador (Spanisch „der Erlöser“, „der Eretter“)

 

Das Flächenmässig, nur halb so grosse Land wie die Schweiz, hat gerade halb so viele Einwohner wie unsere Heimat. Das kleine Land in Zentralamerika gilt in Europa als gefährlich. Leider hört man auch von hier nur die negativen Schlagzeilen und erinnert sich nur an die gewalttätigen Geschichten. Dabei hat das Land viel zu bieten. Zum Beispiel eine aussergewöhnliche Flora und Fauna. Natürlich gelten auch hier die „üblichen“ Regeln wie zum Beispiel nicht heraus gehen wenn es dunkel ist, Nachts nicht fahren, Wertgegenstände verstauen und nicht zur Schau stellen usw..

 

Wir überquerten die Grenze nach El Salvador bei Valle Nuevo/Las Chinamas, zusammen mit unseren chinesischen Freunden Yuan und Jack.

20 Kilometer nach der Grenze befinden sich die Thermalbäder von Alicante. Die natürlich heissen Quellen erhalten ihre Wärme von den umliegenden Vulkanen.

Für 20US$ hatten wir dort einen sicheren Übernachtungsplatz und durften die verschieden warmen Bäder benutzen.

 

Die nächsten Tage waren in Folge, eines parallel zur Pazifikküste verlaufendem Hurrikan ziemlich regnerisch. Die Hügel rund um die berühmte „Ruta de Flores“ waren in Nebel und Wolken gehüllt und ab und zu ergossen sich starke Regenfälle. Trotzdem gefiel uns die Fahrt entlang der gut erhaltenen Strasse die durch eine wunderschöne Kaffeeregion führt.

 

Unterwegs genossen wir in einem hübschen Restaurant (Cafe Entre Nubes) mit wunderschönem Garten einen guten Kaffee und die Gemeinschaft mit unseren Freunden Jack und Yuan. Exotische Orchideen wachsen hier von der Restaurantdecke herunter und im fantastisch angelegten Garten gedeihen verschiedenste Blumen und Kaffeesträucher!

 


 

 

Im Park Nacional Cerro Verde bestiegen wir den höchsten Vulkan in El Salvador, der knapp 2300m hohe Vulkan Santa Ana. Da wir schon die meisten Höhenmeter mit dem Auto bewältigt hatten, blieben nur noch etwa 500 Höhenmeter Fussweg bis zum Kraterrand. Von diesem aus geniesst man eine schöne Aussicht auf den türkisblauen Kratersee. Bei schönem Wetter hätte man bis zum Pazifik sehen können. Unsere Wandergruppe, bestehend aus ca. 20 jungen Studenten und uns Vieren. Während der gesamten Wanderung wird man hierbei von zwei mit Schlagstöcken und Pistolen bewaffneten Polizisten begleitet - zum Schutz vor Überfällen, aber wohl vor allem auch, um den Touristen ein Gefühl von Sicherheit zu geben! Kaum waren wir wieder zurück auf dem Campingplatz Casa De Cristal, setzte heftiger Regenfall ein. Glücklich und kaum nass setzten wir unseren Weg fort. 

 

I

n der Stadt Santa Ana teilten wir uns, zusammen mit unseren chinesischen Freunden, ein AirBnB, da sich die Campingmöglichkeiten auf eine Tankstelle beschränkten. In dem kleinen, gemütlichen Haus konnten wir die Küche, zwei Badezimmer und das Wifi benutzen. Der redefreudige Besitzer gab uns zudem tonnenweise Empfehlungen für Restaurants. Eine davon nahmen wir uns zu Herzen und genossen ausgesprochen leckere Pupusas! Pupusas sind Mais- oder Reistortillas mit eingebackener Füllung. Diese besteht meistens aus Käse, Bohnen, oder beidem, können aber auch Knoblauch, Pilze, Fleisch und Kräuter enthalten. Dazu wird eingelegtes Gemüse wie Kohl, Karotten u.a. Und Tomatensauce seeviert. Wir schlugen uns die Bäuche voll und bereuten danach keinen Bissen. :) Pupusas sind übrigens offiziell das Nationalgericht von El Salvador. Kein Wunder findet man auch in jeder noch so kleinen Ortschaft ein paar Pupuserias.

 

Die Stadt Santa Ana hat ein paar schöne Bauten und einen grossen Markt. Doch allzu viel gibt es ansonsten nicht zu sehen. 

 


Weiter führte unsere Reise in Richtung Hauptstadt des Landes, San Salvador. 

Baluu machte zwar keine Faxen mehr seit dem Zwischenfall in Guatemala-Stadt, trotzdem waren ein paar dringend anstehende Reparaturen fällig. Auf unserer iOverlander Applikation fanden wir einen vertrauenswürdigen VW Bus Mechaniker. Diesen wollten wir direkt ansteuern. Die lieben Chinesen begleiteten uns seit Guatemala überall hin, nur im Falle dass Baluu plötzlich stehen bleibt. So eskortierten sie uns bis zum Mech. Wir verabschiedeten uns bis auf weiteres von ihnen und erklärten mit unserem sehr kleinen spanisch Wortschatz (im Zusammenhang mit Autoteilen), was wir reparieren oder auswechseln lassen wollten. Armando, der Automech schien unser Anliegen zu verstehen und meinte zu unserer Freude, dass sie alles bis Samstag Mittag erledigen können. Unser Plan war nämlich, am Sonntag Morgen im 200km entfernten La Union zu sein um dort einen Freund aus der Schweiz zu treffen.

Leider wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass wir Jack und Yuan wahrscheinlich nicht mehr sehen werden auf unserer Reise, ansonsten hätten wir uns wohl herzlicher verabschiedet. Ihr Plan ist es, im Februar in der Antarktis zu sein, somit werden sie zügig weiter reisen. 

 

Armando und sein Team machten sich sofort an die Arbeit. Die „Garage“ besteht aus drei Mauern und einem Blechdach, der Boden aus festgestampfter Erde. Sie besitzen einen Wagenheber aber keinen Autolift. Es brauchte viel Muskelkraft bis der Arbeiter (während ich das schreibe stelle ich fest, dass wir ihn gar nie nach seinem Namen fragten!) alle festgesetzten Schrauben gelöst hatte. Armando erlaubte uns während der Zeit wo das Auto repariert wurde, gratis bei ihm zu campen und liess uns sein Badezimmer benutzen. 

Er lebt mit seinen beiden Kindern 12j. und 15j. in einem kleinen Haus, bestehend aus zwei Räumen. Der kleinere davon ist sein Büro, der grössere dient als Schlaf- und Wohnzimmer für alle drei! Die Küche ist überdacht, hat anstelle von Fenster, Gitterstäbe. Fliessend Wasser gibt es nur jeden zweiten Tag, da sie sich den Wasserabschluss mit den Nachbarn teilen. Trotz den scheinbar wenig Habseligkeiten sind sie zufrieden und sehr grosszügig! 3x wurden wir mit einer warmen Mahlzeit versorgt und bekamen frische Früchte aus ihrem Garten! 

 

Am Freitag Abend kam Armando zu uns teilte mit bedauern mit, dass er die Stossdämpfer nicht besorgen konnte. Er habe zwar welche für unseren Bus finden können, aber diese seien erst in ein paar Tagen hier. So beschlossen wir einen Bus nach La Unión zu nehmen, damit wir Dominik trotzdem treffen konnten. 

 

Armando chauffierte uns am Samstag morgen zum Bus Terminal in San Salvador. Die Leute dort waren sehr hilfsbereit und nach nur 3 Minuten sassen wir bereits in einem klimatisierten Reisecar nach La Union! 

Nach einer vier stündigen Fahrt erreichten wir unser Ziel und bezogen ein kleines Zimmer in einem Hostel. Die Besitzerin empfing uns freundlich und offerierte uns Kaffee. 

 

Am Sonntag Morgen spazierten wir voller Freude Richtung Hafen, wo das Schiff „Logos Hope“ geankert hatte. Auf diesem macht unser Freund Dominik einen 2 jährigen Missionseinsatz. Mehr als 400 Personen aus über 60 Nationen segeln von einem Hafen zum anderen und investieren ihre Arbeit und Zeit für hilfsbedürftige Menschen. Ausserdem arbeiten sie eng mit den jeweils lokalen, christlichen Gemeinden zusammen. Auf dem Schiff befindet sich ein grosser Bücherladen, der täglich für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht. 

 

Die Wiedersehensfreude war gross als uns Dömi am Hafen in Empfang nahm. Nach über 8 Monaten besuchten wir wiedermal einen Gottesdienst. Es war ein sehr eindrückliches Erlebnis und tat dem Herzen sehr wohl! 

Wir bekamen eine private Schiffsführung und tranken den ganzen Nachmittag Kaffee und redeten bis lange in den Abend hinein. Da es dunkel war um 21:00 Uhr, nahmen wir ein Taxi zurück zum Hostel. Die Besitzerin war ganz besorgt um uns, da wir den ganzen Tag nicht aufgetaucht waren...

 

Auch den nächsten Tag verbrachten wir mit Dominik. Es war 30C und so verbrachten wir den Nachmittag mit Glace essen und austauschen über die vergangenen eineinhalb Jahre. Am Abend begleiteten wir Dominik zurück zum Schiff. Ihm durften wir übrigens unsere Drohne und auch die von Jack und Yuan mitgeben. Im nächsten Land, welches wir bereisen werden, Nicaragua, sind Drohnen nämlich verboten. Drohnen werden am Zoll beschlagnahmt, oder man muss sie gut verstecken / schmuggeln was wir nicht umbedingt machen wollten. So werden unsere Männerspielzeuge den Seeweg nach Costa Rica nehmen wo die Logos Hope ihren nächsten Anlegeort hat. Dies bedeutet auch, dass wir Dominik in ein paar Wochen nochmals auf der Logos Hope besuchen dürfen. 

 

Mit dem Car ging es am nächsten Tag wieder zurück zu Armando. Er und sein Team haben in der Zwischenzeit gute Arbeit geleistet und neue Stossdämpfer „gebastelt“ :) Unser VW synchro hat nämlich spezielle Teile, welche man hier nicht bekommt. So war man währen unserer Abwesenheit erfinderisch und hat unsere alten, defekten Stossdämpfer aufgeschnitten und neue von einem anderen Autotyp integriert! Mit dem Resultat sind wir mehr als zufrieden! 

An unserem letzten Abend zusammen mit ihm, wollten wir ihn und seine Kinder zum Pupusa essen einladen. Schlussendlich hat er aber uns eingeladen...

Seine Grosszügigkeit und Hilfsbereitschaft beeindruckten uns sehr und wir sind von Herzen dankbar für die Begegnung mit ihm und seinem Team! 

Wir können viel lernen auf unserem Abendteuer... Nach einer Woche verabschiedeten wir uns von ihm uns seinen Arbeitern. Zum Abschluss wurden wir mit tonnenweise Bananen und einigen Kräutern beschenkt. Noch am selben Tag überquerten wir die Grenze nach Honduras. Dieses Land werden wir aber nur durchqueren und dafür mehr Zeit in Nicaragua geniessen.

 

Die Eindrücke von der Arbeit mit der Organisation OM-Ships und die Erfahrungen mit Armando in El Salvador werden uns wohl unser ganzes Leben begleiten und in Erinnerung bleiben!

 

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Guatemala

Guatemala ist mit einer Fläche von knapp 109‘000 km2 fast 2.5 mal so gross wie die Schweiz. Die Mehrheit der 15 Millionen Einwohner lebt im Hochland, in und zwischen den zwei grössten Städten des Landes Guatemala Stadt und Quetzaltenango. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze und hat es daher nicht leicht! Beim bereisen des Landes fällt auf, dass man auf sehr viele wunderschön, farbig und traditionell bekleidete Frauen und Männer trifft! Tatsächlich sind mehr als 40 Prozent der Bevölkerung „indigenas“, der grösste Teil davon Mayas. Auch Landschaftlich hat dieses Land so einiges zu bieten, so findet man im westlichen Hochland zum Beispiel mehr als 30 Vulkane, einige davon sind über 4000 Meter hoch, ein paar sogar aktiv.

 

Wir haben uns sehr darauf gefreut, dieses Land zu besuchen! Vor allem auch weil wir Sandro, der die ersten paar Tage noch mit uns in Guatemala unterwegs war, zeigen wollten, was wir an Zentralamerika so lieben! Das typische zentralamerikanische Flair haben wir in Belize nämlich ein wenig vermisst. Der Grenzübergang von Belize nach Guatemala verlief absolut problemlos. Wen es Wunder nimmt wie so ein Grenzübergang hier in Zentralamerika von statten geht, klickt einfach auf folgenden Link - Grenzübergang Belize / Guatemala -. Die Berichte zu den Grenzübergängen schreiben wir übrigens als Hilfestellung für andere Reisende. Immer wieder nehmen auch wir uns Berichte von anderen Reisenden zur Hilfe und möchten diesen Erfahrungsaustausch gerne weiterführen.

 

Unserenersten Stopp in Guatemala legten wir bei den Ruinen von Tikal ein. Eine der beeindrucktesten Mayaruinen in Zentralamerika. Einige Bauwerke überragen hier sogar die Baumwipfel und sind bis zu 44 Meterhoch. Die gesamte Anlage liegt mitten im Dschungel und es wimmelt hier nur so von Leben! Bei unsererErkundungstour stossen wir unter anderem auf Brüll- und Spinnenaffen, Agutis, Tukane und viele andere bunte Vögel. Schon lange hatten wir uns vorgenommen, hier eine geführte Tour zu besuchen um einwenig mehr über die Kultur der Mayas und ihre Bauwerke zu erfahren. Wir taten dies dann auch, waren aber eher enttäuscht. Mit etwa 20 anderen Touristen durchstreiften wir für 4 Stunden das Gebiet undes stellte sich heraus, dass unser Guide nicht wirklich viel über die Materie wusste oder es einfach nicht wirklich erzählen mochte. Beim Lesen der Informationen in unserem Reiseführer haben wir weitmehr erfahren als auf der 4 stündigen Tour. Die Ruinen haben uns aber trotz allem sehr gut gefallen! Übrigens wurde hier auch ein Teil eines Star Wars Film gedreht! Stolze 7 Sekunden sind die Ruinenin einem der ersten Star Wars Filme zu sehen, was mir (Luki) als Liebhaber dieser Filmreihe natürlich Freude bereitet hat!

Von Tikal aus fuhren wir nach Flores. Das hübsche Städtchen liegt auf einer kleinen Insel im Lago de Peten Itza und hat einen mediterranen Flair. Bunte Häuser, enge Gassen, gepflasterte Strassen und schöne Seepromenaden laden zum flanieren ein. Natürlich liessen wir uns das nicht entgehen und spazierten ein wenig auf der Insel herum, bevor wir in einem Restaurant einkehrten und zusammen mit unseren Chinesischen Freunden Jack und Yuan einen unterhaltsamen Abend genossen! Am darauffolgenden Tag war dann eine lange Strecke fahren angesagt. Von Flores fuhren wir bis nach Coba, 260 Kilometer durch das wunderschöne Hochland von Guatemala! Da die Strassen hier ab und zu tiefe Schlaglöcher aufweisen und auch immer wieder durch kleine Dörfer führen kommt man nicht so schnell vorwärts. Auch überquerten wir immer wieder kleinere und grösser Pässe und waren schlussendlich wohl mit einer Durchscnittsgeschwindigkeit von etwa 45 kmh unterwegs. Dies störte uns aber in keiner Weise! So hatten wir ausreichend Zeit dem bunten Treiben in den Dörfern und am Strassenrand zuzuschauen. Kurz vor dem Eindunkeln erreichten wir dann Coba wo wir uns in einem naja, etwas heruntergekommenen Hostel niederliessen. Für eine Nacht war es aber durchaus in Ordnung und wir schliefen alle gut. 

Das Städtchen Flores

Da die Kaffeefarm, welche wir uns in Coba am darauffolgenden Tag anschauen wollten geschlossen hatte (wir sind ein bisschen ausserhalb der Hauptreisezeit unterwegs), entschieden wir uns weiter zu fahren. Unser neues Ziel war das etwa 250 Kilometer entfernte Antigua. Etwa 30 Kilometer bevor wir dieses erreichten mussten wir die Hauptstadt des Landes, Guatemala City, durchqueren. Eine Stadt in welche man als Tourist nur geht, um die vielen Einkaufsmöglichkeiten zu nutzen, weil man auf dem Weg zum internationalen Flughafen oder wie wir auf der Durchfahrt ist. Hier herrscht nämlich ein riesiges Verkehrschaos! Links und rechts wird man von Motorradrädern überholt, auf denen teilweise eine ganze Kleinfamilie Platz gefunden hat, grosse Lastwagen und Busse sind mit hohem Tempo unterwegs. Apropos Motorräder, hier sieht man diesbezüglich wirklich einiges! Vater, Mutter und zwei Kleinkinder auf einem Gefährt sind für uns mittlerweile schon normal! Wenn die Mutter während der Fahrt dann noch eines der Kinder stillt, müssen auch wir manchmal noch schmunzeln..! Das alles wohlbemerkt ohne Schutzkleidung und Helme. Wir durchqueren also die Stadt, stehen immer wieder im Stau und etwa 2 Kilometer bevor wir das gröbste hinter uns haben passiert es! Baluu fängt mitten auf einer 3- spurigen Strasse an zu stottern und stellt dann einfach so ab. Erneut starten, lässt er sich auch nicht und so springen Sandro und Rahel aus dem Auto und schieben es von der Strasse weg auf den „Pannenstreifen“. Nach ein paar Minuten Wartezeit, probieren wir erneut den Wagen zu starten, was dann auch gelingt und wir setzen unsere Fahrt fort. Ein paar Kilometer weiter setzt das stottern dann wieder ein und wieder stehen wir nach ein paar Sekunden still, nichts geht mehr! Dieses mal probieren Rahel und Sandro so gut wie möglich eine Spur der Strasse zu sperren und wir können etwa 50 Meter den Hang hinunter zu einer Tankstelle rollen wo wir erstmal sicher sind! Wir schauen uns den Motorraum kurz an, können aber keine sichtbaren Mängel feststellen. Wir beraten uns kurz und entscheiden uns dafür, dass Rahel mit Sandro als Bodyguard zur nächsten Mall läuft um dort mit Hilfe von WiFi eine VW Garage zu kontaktieren. Ich passe während dieser Zeit aufs Auto auf! Etwa 20 Minuten später kommen die zwei wieder zurück, können aber keinen Erfolg vermelden, niemand hat das Telefon abgenommen. Da sich Baluu mittlerweile wieder starten lässt und sich auch alles normal anfühlt, entscheiden wir uns weiter zu fahren. Wir haben uns nämlich sehr auf Antigua gefreut und wollten die Stadt umbedingt auch noch Sandro zeigen der uns ein paar Tage später dann verlassen musste. Ein paar Minuten später passiert das gleiche dann nochmals, da es ab dort dann aber nur noch bergab bis nach Antigua ging erreichten wir unser Ziel dann doch noch! Gott sei Dank!

 

Die nächsten Tage verbrachten wir in Antigua! Eine wunderschöne Kolonialstadt im Hochland, umgeben von Vulkanen! Früher war diese noch die Hauptstadt des Landes heute gilt sie als kultureller und kulinarischer Mittelpunkt des Landes! Viele Einheimische und natürlich auch ausländische Touristen finden den Weg hier hin. Nach einer Woche, die wir schlussendlich hier verbrachten wissen wir auch warum die Stadt so beliebt ist. Es gibt hier hunderte Restaurant und Kaffees, welche sich in den Gärten und Innenhöfen der Kolonialbauten befinden. Einen riesigen Markt wo die Leute der umliegenden Dörfer (die meisten davon Mayas) ihre Waren wie Früchte, Gemüse, Kleider und vieles mehr anbieten. Diverse historische Bauten und Kirchen die man besichtigen kann und zu guter letzt liegt die Stadt auch noch so zentral, dass sich hier viele Touranbieter eingenistet haben, bei welchen man Vulkanbesteigungen und vieles mehr buchen kann. Während der ganzen Zeit in Antigua übernachten wir beim Hostal Antigueno, welches ein wenig ausserhalb des Zentrum liegt. Wir dürfen auf dem Parkplatz des Hotels übernachten und die Infrastruktur nutzen. Das alles zu einem guten Preis und sogar das Frühstück ist inklusive. Dank dem freundlichen Besitzer und dem netten Personal fühlen wir uns hier bald pudelwohl und geniessen die Tage in vollen Zügen. Baluu brachten wir übrigens zu einer Autogarage in der Nähe. Da der Motor aber einwandfrei vor sich hin brummelt und keinerlei Probleme auszumachen sind, können die hilfsbereiten Mechaniker aber auch nur Vermutungen zu unseren „Pannen“ aufstellen. Nachdem wir uns ein wenig in Foren und bei unseren Mechanikern in Kanada und der Schweiz schlau gemacht haben, werden wir in den nächsten Tagen ein paar Teile ersetzen,  welche die Ursache für die Probleme gewesen sein könnten.

 

Am letzten Tag, welchen wir mit Sandro zusammen unterwegs waren, beschlossen wir noch den nahe gelegenen Vulkan „Pacaya“ zu besteigen. Auf einer halbtägigen Tour wandern wir in die nähe des Gipfels, des noch aktiven Vulkan. Hier können wir Marshmallows über den heissen Lavasteinen bräteln und dabei zusehen wie Lava und Rauch aus dem Krater strömt! Ein sehr eindrucksvolles Erlebnis! Am darauffolgenden Tag verlässt uns Sandro und fliegt zurück in die Schweiz! Wir hatten eine sehr lustige und gute Zeit zusammen! Danke Sandy für deinen Besuch bei uns! 

Antigua - unser Lieblingsplatz in Guatemala

Die folgenden Tage verbringen wir beim Lago Atitlan. Ein See umgeben von Vulkanen und kleinen Mayadörfern. Hier leben auch viele Einwandere aus Europa und Nordamerika, die sich in diesen Platz verliebt haben. Pierre, ein ausgewanderter Franzose hat in der Näher von San Marcos einen Campingplatz, auf welchem wir es uns für ein paar Tage gemütlich machen. Mit uns mitgereist sind unsere Freunde aus China. Da die Strassen rund um den See herum relativ schlecht sind, ist das beste Verkehrsmittel um zwischen den Dörfern am See hin- und her zu kommen das Boot! Die lassen wir uns natürlich nicht entgehen und wir besuchen ein paar Orte um den See herum. In den Dörfern trifft man auf eine interessante Mischung aus einheimischer indigener Bevölkerung, ansässigen Hippies und Touristen.

 

Nach einem Besuch in Chichicastenango wo jeden Donnerstag und Sonntag einer der grössten Märkte in Zentralamerika stattfindet, kehren wir für zwei Tage nach Antigua zurück. Baluu hat die letzten 400 Kilometer übrigens keine Faxen mehr gemacht (und die Strassen sind um den Lago Atitlan herum steiler als so manche Passstrasse in der Schweiz). Die Tage in Antigua, welche zugleich unsere letzten Tage in Guatemala sein werden, nutzen wir, um ein wenig unsere Route für die nächsten Tage zu planen. Natürlich besuchen wir auch nochmals unser Lieblingsrestaurant „La casa de las mixtas“. Hier bekommt man für 20 Quetzals (umgerechnet 2.50 Franken) ein sehr leckeres Mittagsmenu mit Suppe, Hauptgang, Dessert und einem Fruchtsaft! Was will man mehr!

 

Guatemala hat uns sehr gefallen! Ein Grossteil der einheimischen Frauen läuft hier noch mit der traditionellen, farbigen, bestickten Kleidung herum was uns beiden sehr gefällt! Die Märkte und Fruchtstände am Strassenrand bei welchen man frische Früchte und Gemüse einkaufen kann, haben uns in Belize sehr gefehlt! 17 Tage durften wir durch dieses Land reisen und hätten definitiv noch länger bleiben können! Vor allem die Stadt Antigua und Umgebung hat es uns angetan. Es ist nun aber an der Zeit weiter zu gehen, da es noch viel zu entdecken gibt. Das nächste spannende Land wartet auf uns, El Salvador! 

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Belize

Belize ist mit knapp 23‘000km2 noch kleiner als die Schweiz und zählt etwa 360‘000 Einwohner.

Obwohl das Land so klein ist, stellten wir rasch einige Differenzen zu Mexiko fest. Die Häuser sind teilweise in einem besseren Zustand und es ist kaum noch Abfall im Strassengraben zu sehen. Der grösste Unterschied aber, machten die Menschen. Von sehr hellhäutigen Mennoniten, über etwas dunklere Ureinwohner bis zu dunkelhäutigen, ehemals als Sklaven eingeführte Menschen aus Afrika, trifft man hier alles an!

Kreolisch, Spanisch und hauptsächlich Englisch wird gesprochen, was uns das Kommunizieren wieder einiges erleichterte.

 

Den ersten Tag nach dem Grenzübergang verbrachten wir mit unseren Freunden Yuan und Jack auf einem Camping, direkt am Belize River. Der Besitzer sagte, wir können dort ohne Probleme baden, die Krokodile seien nur klein! Ja, ich habe wohl ziemlich blöde aus der Wäsche geschaut... Tatsächlich rief er uns kurze Zeit später und zeigte uns ein kleines Krokodil! Baden gingen wir also nicht.

 


Am darauffolgenden Tag trennten sich unsere Wege und wir fuhren nach Belize City, der früheren Hauptstadt des Landes. Dort verbrachten wir fast einen halben Tag mit suchen einer sicheren Unterkunft zum Übernachten und einen Platz um unseren VW Bus unter zu bringen für die nächsten vier Tage. Wir planten nämlich einen Inselbesuch zusammen mit Sandro, einem Freund aus der Schweiz, der knapp zwei Wochen zuvor, ziemlich spontan seinen Besuch anmeldete! :) 

 

 

Wir holten ihn dann am nächsten Morgen, dem Mittwoch 19.09.18, um 7:00Uhr beim Busbahnhof ab. Zusammen fuhren wir zurück zum Old Belize Marina, einem Schiffshafen, in dem wir einen preiswerten und sicheren Ort gefunden hatten um Baluu zu parkieren. 

Sandros Willkommensessen bestand aus Haferflocken, Kaffee und Bananenkuchen.  Danach packten wir unsere Sachen und nahmen ein Taxi direkt zum Ferry Terminal. Nach einer 30minütigen Bootsfahrt kamen wir auf der karibischen Insel Caye Caulker an! Ich kam mir vor wie in einem Film oder als ob ich in ein Foto eines Ferienkatalogs geschlüpft wäre. Wären da nicht die Algen gewesen, die dieses Jahr leider eine Plage darstellen. Palmen und farbige Häuschen säumten sich rund um die Insel. Die „Strassen“ sind aus Sand und autofrei. Nur ein paar Golfcarts kamen uns ab und zu entgegen. Unser Hostel lag an der Hauptstrasse und bot gutes Wifi, Kaffe am Morgen, saubere Badezimmer und ein kleines, sauberes Zimmer mit drei grossen Betten! Luki und ich quartierten uns in je einem Bett ein und genossen es so richtig, uns wiedermal richtig strecken zu können! :)

 

Der erste gemeinsame Tag mit Sandro lief bis kurz vor Mitternacht wunderbar ab. Die nächsten 24h verbrachten er und ich (Rahel) regelmässig auf der Toilette... Er bestellte zum Abendessen eine Paella mit Schrimps und Chicken, die wohl nicht gut war. Von dieser probierte ich nur eine Gabel und fühlte mich später hundeelend. Ausgerechnet auf dieser Insel wo wir natürlich keine Medikamente bei uns hatten. Unsere Reiseapotheke liessen wir in Baluu zurück.

Mir ging es nach einem Tag wieder gut, Sandro erkämpfte sich seine Gesundheit 3 Tage lang. 

Unsere Schnorcheltour, welche wir bereits im Voraus gebucht hatten, konnten wir glücklicherweise um einen Tag verschieben, so dass wir alle gesund auf die Tour gehen konnten! 

Das zweitgrösste Barriereriff liegt vor Belize und eignet sich hervorragend zum Schnorcheln! Mit dem Boot steuerten wir verschiedene Stops an bevor wir ins Wasser springen konnten und sahen unter anderem Sehpferdchen, eine Sehkuh, Pelikane und riesige Fische. 

Dann endlich, ging es ab ins Wasser um die wunderbare und einzigartige Unterwasserwelt zu bestaunen! Ein Wrack, Fische, Korallen, Sehsterne, Rochen und Haifische gehörten zu den Sehenswürdigkeiten. 

Die Sonne versteckte sich an diesem Tag hinter den Wolken und zwei Mal schüttete es wie aus Kübeln. Ein Gewitter zog vorbei und zu unserer Überraschung schickten uns die Tourguides ins Wasser. Wir dachten immer, man sollte Gewässer meiden während Gewitter. Uns war allen ein wenig mulmig zu Mute und wir kamen uns vor wie in einem Actionfilm, nachdem ein Schiff im Sturm mitten im Ozean kenterte... Gott sei Dank war das Gewitter rasch vorüber und unserem Boot geschah auch nichts. Nass waren wir so oder so, da machte uns der Regen nichts aus.

 


Nach 5 Tagen Inselleben ging es zurück aufs Festland. 

Den ersten Stopp legten wir in der Bamboo Sanctuary ein, ein riesiges Naturschutzgebiet für Brüllaffen. Auf einer kurzen aber informativen Tour erfuhren wir einiges über die faszinierenden Tiere. Unser Guide, ein älterer Herr sagte uns schon bei Beginn der Führung, dass es nicht garantiert ist, die Affen zu sehen, je nach dem wo sich sich aufhalten. Aber schon nach ein paar Minuten spazieren im Dschungel sahen wir eine Gruppe! Natürlich sehr zu unserer Freude! :)

Am selben Tag ging es weiter zu einer Lodge, die zum Belize Zoo gehört. Dort übernachten wir. Sandro mietete sich eine schöne Cabana und Luki und ich schliefen wiedermal in Baluu. Am folgenden Tag spazierten wir von der Lodge aus zum Zoo. Es ist einer der schönsten Zoos die ich je besuchte! Anzutreffen sind nur Tiere, die auch in Belize heimisch sind. Und diese wurden nicht gefangen, sondern leben im Zoo weil sie entweder verwaist oder verletzt sind/waren und nun nicht mehr in der Wildnis überleben würden. Ein gutes Projekt, unserer Meinung nach! Folgende Tiere haben wir im Zoo gesehen:  Spinnen- und Brüllaffen, Papageie, Tukane und andere Vögel, Tapire, Jaguare und andere Wildkatzen, Krokodile, Spinnen und Schlangen.

 

Nach dem Zoo besuchten wir eine Bird Rescue Farm in Belmopan, die ebenfalls nur verletzte, verwaiste oder ehemals gefangene Vögel beherbergt und pflegt, die aber nach Möglichkeit wieder in die Freiheit ausgesetzt werden.  Dort übernachteten wir, Sandro schlief diesmal in seinem mitgebrachten Zelt. Jack und Yuan campten ebenfalls hier und wir hatten eine gute Zeit zu fünft.

 

Von Belmopan gings nach San Ignacio. Die Stadt liegt nur etwa 10km von der guatemaltekischen Grenze entfernt.

Dazwischen befindet sich eine Mennonitensiedlung namens Spanish Lookout. Eine Kiestrasse führt zu einem Fluss. Um diesen zu überqueren, fährt man auf eine wackelige Holzfähre, die von Hand betrieben wird! Danach folgen noch etwa 3km Kiestrasse bis zum Anfang der Siedlung. Von da hat man das Gefühl, man sei direkt in den Staaten gelandet. Gut gepflasterte, breite und saubere Strassen, riesige Silos, schöne Häuser mit viel Umschwung und moderne Geschäfte sieht man hier. Die Menschen sind in schönen Kleidern zu sehen: die Männer tragen Hemden und Latzhosen, meistens mit einem Strohhut, 

die Frauen sind in knöchellangen, farbigen Röcken gekleidet und tragen eine Haube auf dem Kopf. Auch die Kinder sind schon so gekleidet. Es war faszinierend und spannend zu sehen, das im selben Land so unterschiedliche Kulturen und Infrastrukturen anzutreffen sind.

Auf der Rückfahrt über den Fluss, durften wir alle drei auch handanlegen und uns auf die andere Seite kurbeln. :)

 

Den Höhlenbesuch zu den Actun Tunichil Muknal Höhlen, kurz ATM, lag eigentlich nicht in unserem Budget, wir wollten aber eine Ausnahme machen für unseren Besuch, Sandro. Schliesslich sollte er ja etwas sehen und erleben in seinen beschränkten Tagen in Zentralamerika. Sandro war so lieb und schenkte uns je den Eintritt zu diesem einzigartigen Erlebnis! An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an unseren Freund!

Die ATM Höhlen liegen mitten im Jungle und sind nur zu Fuss erreichbar. Dafür überquert man vom Parkplatz aus zuerst Mal einen Fluss (schwimmend) und wandert danach ein paar Kilometer durch den Wald. Den selben Fluss passiert man noch zwei weitere Male, das Wasser ist aber nicht mehr so tief. Nass wird man trotzdem, denn die Höhle erreicht man nur durchs Wasser. 

Ein Fluss verläuft durch die Höhle. Teilweise ist das Wasser tief und man muss schwimmen, sich zwischen Felsen durchzwängen oder aber kann durch das Wasser watten. Wir bekamen alle einen Helm mit Stirnlampe und konnten so die schönen Steinformationen sehen! Nach etwa 500m erreichten wir einen Eingang zu einer Höhle, der über der ersten verläuft und trocken liegt. Wir mussten etwa 20Meter klettern und unsere Schuhe ausziehen, um nichts zu beschädigen. Wir werden keine Fotos zeigen können, da absolutes Fotografierverbot besteht. Der Grund ist, weil frühere Besucher schon mehrere Fundstücke, darunter einen Schädel beschädigten, weil ihnen die Kamera darauf gefallen ist oder sie im Fotografier-eifer auf etwas zertraten. 

Die Höhle wurde in der Zeit der Mayas alle 20 Jahre für Rituale und besondere Zeremonien genutzt. Töpfe, Tonscherben und menschliche Überreste zeugen heute noch davon. Die Skelette stammen von Menschenopfern. Drei Babys, vier Kinder und sieben Erwachsene wurden vermutlich dem Regengott Chac geopfert um Regen zu erbeten. Archäologische Funde deuten eine grosse Dürrezeit an, was vermutlich zum plötzlichen verlassen der verschiedenen ehemaligen Städten führte. 

Es war ein sehr spannendes Erlebnis, unser Tourguide wusste viel zu erzählen. Ein belizisches Mittagessen, bestehend aus Reis mit Bohnen, Pouletschenkel, frittierte Bananen, Kartoffel-Ei-Salat und Bananenmuffins war im Preis inklusive und wurde von uns drei hungrigen genüsslich verspiesen. 

 

Unser letzter Ausflug in Belize führte uns zum Green Iguana Conversation Center. Verletzte Iguanas werden hier wieder gesund gepflegt und danach zurück in die Wildnis gelassen. Es gibt verschiedene Arten der Green Iguanas. Die Art die wir sahen, sind keine Fleischfresser und können unbedenklich berührt werden. Sie werden danach nicht zutraulich und werden nach aussetzen in die Natur nicht zurück kehren um gefüttert zu werden. 

Die Iguanas werden geschützt. Nicht mehr so häufig, aber leider immer noch, werden sie gejagt und gegessen. 

 

Die Zeit im Belize hat uns allen gut gefallen, es war sehr abwechslungsreich. Aber deutlich teurer als die angrenzenden Länder Mexiko und Guatemala. Darum waren wir nicht böse, als es weiter ging!

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Adios Mexico

In Merida blieben wir dann noch etwas länger, da es uns mit jedem Tag besser gefiel. Zudem hatten wir gutes Internet beim Hostel, bei welchem wir unseren Baluu parkten und dort campen durften. So konnten wir noch einiges organisieren. Wir- eigentlich ist da Luki gemeint. Denn wenn es ums Planen und erledigen von Papierkram geht wie z.B. Visums, Buchungen oder Versicherungen, dann übernimmt er das. Nicht, dass ich zu faul wäre aber bei ihm klappt dann meistens alles auf Anhieb, wobei es bei mir schön öfter Komplikationen gab. Und da wir uns doppelte Arbeit ersparen wollen, hat sich das eben so ergeben.

So organisierte Lukas die Verschiffung unseres VW Buses Anfang Dezember, von Panama nach Kolumbien - es gibt nämlich keine Verbindungsstrasse zwischen diesen beiden Ländern - und noch einiges mehr.

 

Der erste Stopp nach Merida, war in einem kleinen, unscheinbaren Dorf namens Holcá. Dort besuchten wir die Cenote „Chiuan“.

Auf der Halbinsel Yucatan gibt es über 6000 Cenoten! Eine Cenote ist ein mit Süßwasser gefülltes dolinenartiges Kalksteinloch, das durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden ist. Sie unterscheiden sich in grösse und Form. So sind einige gedeckt, also liegen immer noch in einer Höhle, andere sind halb gedeckt und dann gibt es offen gelegene.

Die „Chiuan“ Cenote liegt unterirdisch. Wir genossen das kalte Wasser in der spärrlich beleuchteten Höhle ganz für uns allein! :)

Weiter östlich befindet sich Chichén Itzá, eines der Weltwunder der neuen Ära! In dieser einstigen Mayastädte befindet sich die berühmte Pyramide „El Castillo“, ein Observatorium und einer der grössten, je entdeckten Ballspielplätze. Die Majastadt, welche über 1500 Hektaren gross war, hatte ihre Blütezeit um das Jahr 750n. Ch. Bis heute wurden nur ein paar wenige Ruinen rekonstruiert. Wie bei vielen Städten dieser Art, werden meistens die grössten und eindrucksvollsten Bauten wiederhergestellt, bei den kleineren Gebäuden macht der Wiederaufbau wohl wenig Sinn, beziehungsweise fehlen wahrscheinlich auch die finanziellen Mittel.

Auch bei diesem Besuch waren wir noch vor der Türöffnung vor Ort und stellten uns als zweites in die Warteschlange für die Tickets. Auf dem Gelände lernten wir ein Schweizer Pärchen kennen, welches für 4 Wochen in Mexico in den Ferien ist. Nach 4h hin und her spazieren durch die Ausgrabungsstädte, machten wir uns auf den Heimweg. Chichén Itzá bietet viel Sehenswertes. Für unseren Geschmack ist es hier aber ein wenig zu touristisch. Beim Erkunden der Anlage läuft man zum Beispiel immer wieder durch regelrechte Verkaufsstrassen wo Verkäufer ihre Souvenirs (die zu einer grossen Mehrheit aus chinesischen Fabriken stammen), an den Mann bringen wollen. Aus unserer Sicht gibt es definitiv Ruinen in Mexiko, die sehenswerter sind als die berühmten Ruinen hier in Chichén Itzá. 

Am Nachmittag besuchten wir eine weitere Cenote die den Namen „Oxman“ (ausgesprochen „Oschman“) trägt. Empfohlen wurde uns diese von unseren chinesischen Freunden, die wir das erste Mal in Palenque getroffen haben. Es ist nämlich nicht ganz einfach, bei der riesigen Auswahl an Cenoten, sich für eine zu entscheiden. Oxman war aber echt schön, nicht zu teuer und nicht zu touristisch.

Während dem plantschen bemerkte Luki plötzlich einen Gegenstand in seiner Badehose: Unsere Autoschlüssel! Gott sei Dank haben wir sie nicht verloren in diesem tiefen Wasserloch...

 

In Valladolid übernachteten wir bei einem Hostel, das Bienen schützt und Honig verkauft. Als wir von diesem erfuhren, waren wir natürlich sofort Feuer und Flamme! (Für die, die es nicht wissen: Wir hatten selber ein Bienenvolk in der Schweiz und wollen wenn wir zurück sind, den Imkerkurs absolvieren und wieder Bienen halten.)Es liegt schön gelegen in einem Wald, nur wenig ausserhalb der Stadt. Diese kann gut zu Fuss erkundet werden.

Wenn man im Hostel übernachtet, ist eine geführte Bienentour inklusive. Am darauffolgenden Tag liessen wir uns von Felipe, unserem Guide, durch den Jungle führen und lernten einiges über die lokalen Bienen. Felipe spricht recht gut Englisch und natürlich Spanisch. So war die Tour dann auf „Spenglisch“. :)

Interessant ist, dass die einheimischen Bienen keinen Stachel besitzen. Ihr Bau befindet sich im Boden oder in einem Holzstrunk, je nach Bienenart. Es gibt mehrere Arten von „Meliponas“ (Bienenart ohne Stachel), die Honig produzieren. Die Bienen sind aber viel kleiner und sehen aus wie Fliegen! Nur an den „Höschen“, den Pollensäckchen an den Beinen, erkennt man dass es Bienen sind. Beim späteren Honigtasting schmeckten wir, wie süss dieser Honig ist! Da die Bienen kleiner sind, produzieren sie auch weniger Honig. Somit ist dieser deutlich teurer! Das Hostel hat aber auch europäische Bienen und erntet diesen Honig. So einen gönnten wir uns dann auch. :)

Wir haben noch nie zuvor etwas über diese Bienenart gehört. Für die LeserInnen die mehr darüber erfahren wollen hier nochmals einen Link von Wikipedia über die Bienen: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Melipona

Cancun, das Hauptferienziel der meisten Touristen, liessen wir aus. Laut Reiseführer, hören/sagen und Google Bilder, befindet sich hier ein Hotel am anderen und die Strassen sind voll von Verkaufsständen und Bars . Also nicht so unser Ding. :) Zudem ist dieses Jahr das karibische Meer, über hunderte Kilometer weit, mit Seegras verschmutzt. Wir machen also einen grossen Bogen um die Stadt und überlassen diese den Pauschaltouristen.

 

So fuhren wir von Valladolid direkt Richtung Tulum, in den für uns letzten Bundesstaat in Mexiko, Quintana Roo. Auf dem Weg legten wir einen Zwischenstopp bei den Ruinen von Coba ein. Die Ausgrabungsstädte wird nicht wegen ihrer Schönheit in unserer Erinnerung bleiben, sondern wegen folgendem Erlebnis:

Die eine restaurierte Pyramide, darf bestiegen werden. Die Treppenstufen sind steil und in unregelmässigen Abständen angelegt. Mein Ziel war es, die Stufen bis nach oben ohne Pause zu meistern. So stiegen wir zusammen mit vielen anderen Besuchern die Pyramide hoch. Gegen Ende musste ich ganz schön schnaufen. Oben angekommen, brauchte ich dann erst einmal eine Pause. Beim wunderschönen Ausblick über den Dschungel, kam ich allmählich wieder zu Luft. Plötzlich sprangen die Menschen links von mir zur Seite und nur knapp 1 Meter von mir entfernt, sah ich sie sofort, die Tarantel!  :O Und schon war meine zurückgewonnene Luft wieder verflogen. Ich mag Spinnen nämlich gar nicht! Den Abstieg der Pyramide bewältigte ich dann mit Beinen wie aus Gummi...

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456 Topes, 3 Strassenblockaden und wunderschöne Ruinen

Die drei Tage in San Cristobal waren schnell vorbei mit spazieren, die Stadt erkunden, Kirchen besichtigen, Märkte besuchen, Wäsche erledigen und dem geniessen des angenehm kühlen Klimas. 


Weiter ging es nordöstlich, Richtung Palenque. Von unserem Reiseapp, iOverlander wussten wir, dass die direkte Strasse von San Cristobal nach Palenque teilweise von Einheimischen gesperrt wird. Darum informierten wir uns bei einer Militärstation zuerst über die Strassenverhältnisse. Uns wurde versichert, dass momentan alles in Ordnung sei und wir ohne Probleme fahren können. Sehr gut, dachten wir denn andererseits hätten wir je nach dem über 360km Umweg fahren müssen.

In einem Reiseblogg von anderen Travelers lesen wir ein paar Wochen zuvor, dass es auf dieser 220km langen Strasse, besonders viele „Topes“, die bekannten Strassenunebenheiten, geben soll. So nahm ich einen Zettel und Stift und beschäftigte mich neben dem bestaunen der Landschaft, mit „meiner Strichliliste“. :)

Die kurvigen Strassen führen durch wunderschöne Berggegenden auf rund 2000 M.ü.M. Auch hier treffen wir auf Ureinwohner, mit ihren schönen Trachten! Die Männer teilweise schwer beladen mit gesammeltem Holz, Frauen mit Ihren Kleinkinder in Tragtücher, weiter Kinder an der Hand. 


Nach knapp 2h fahren, treffen wir plötzlich auf Stau. Schnell merken wir, dass etwas geschehen sein musste und fahren ganz frech an den am Rand geparkten Autos vorbei. Etwa 20 Meter vor der durch Steine gesperrten Strasse fahren auch wir an den Strassenrand und warten.  „Que paso?“, fragen wir und erhalten keine wirklich ausführliche Antwort (=Was ist passiert?). Nach guten 45min tut sich was und wir können fahren- natürlich nicht gratis, schliesslich haben sie die Steine weggeräumt und wir bezahlen 50Pesos. Umgerechnet 2.80Sfr. Wir erhalten ein spanisches Flugblatt mit Informationen über die Demonstrationen.


Mit meiner Strichlisliste bin ich bis dahin bereits bei über 100...!


Eine weitere Strassensperre, diesmal bestehend aus einem Nagelbrett, erwartet uns eine Stunde später. Viele Leute befinden sich links und rechts am Strassenrand mit Schlagstöcken und Macheten. Es lächeln aber alle und reden freundlich mit uns. Auch hier müssen wir 50 Pesos bezahlen und dürfen dann sofort passieren. Auf diesem A4 Papier können wir unter anderem die Wörter „democracia“ und „presidente“ entschlüsseln, was unsere Vermutung über politische Angelegenheiten, bestätigt. 


Gegen 13:30Uhr treffen wir auf die 3. Strassensperre. Hier steht ein Polizeiauto quer über der Strasse und „Polizisten“ mit selbst gedruckten T-shirts und Gummiknüppeln sitzen wichtig tuend darauf herum, auch hier liegen Nagelbretter am Boden (Die „Policia Rural“ ist eine selbsternannte, eigenständige Polizei hier im Hochland Chiapas. Von der richtigen Polizei halten sie hier nicht so viel). Die Jungs sind bestimmt alle zwischen 18 bis max. 25 Jahre alt und fühlen sich hier in der Gruppe so richtig gross!

Wir warten und warten... Nach einer Stunde laufe ich auf sie zu und Frage auch hier was denn los sei. Zuerst werde ich ausgepfiffen und als „reicher Gringo“ beschimpft. Für uns werde es 100 Dollar kosten wenn wir passieren wollen, nicht wie auf einem Kartonstück angeschrieben, 100 Pesos. Ich stelle klar, dass ich nicht aus den Staaten komme und wir keine Dollarwährung in der Schweiz haben. Wie ein umgedrehter Schalter werden sie auf einmal sehr freundlich, machen Komplimente und schwatzen ein wenig...

Die Sperre zu Fuss zu umgehen ist erlaubt, so viel wir mitbekommen haben auch gratis. So sahen wir dutzende Menschen auf der einen Seite aus dem Bus zu steigen um auf der anderen Seite der Sperre wieder ein Bus oder ein Taxi zu nehmen. Natürlich müssen sie alles nochmals bezahlen. Langsam glauben wir, dass die Taxifahrer ebenfalls involviert sind in dieses ganze Theater - eine kleine Mafia eben! 

Mit der Zeit kommen wir ein wenig ins Gespräch mit einem mexikanischen Paar aus Guadalajara, dass 8 Tage Ferien macht. Sie hatten bereits gestern nicht passieren können und nervten sich fürchterlich über die Sperre. Was wir auch verstehen, denn wenn man nur eine begrenzte Zeit für Ferien hat und einen ganzen Tag verliert, ist das schon nicht schön. Der junge Mann spricht etwas englisch und erklärt uns, dass die Einheimischen sich von der Regierung nicht gerecht behandelt fühlen und mehr Rechte wollen. Viele leben in grosser Armut, habe keine bis eine geringe Schulbildung, leiden unter den Importen vom Ausland und unter Rassismus. 

Auf eine gewisse Weise verstehen wir das ja, aber Strassensperren ist bestimmt nicht der Richtige Weg, um diese Ziele zu erreichen! 

Erst nach mehr als vier Stunden warten in der Hitze, konnten wir weiter fahren. Diesmal mussten wir sogar 100pesos bezahlen. Für was sie das Geld denn brauchen werden, fragen wir und erhalten ein schelmisches Grinsen zurück. Ich frage: für Bier?, und erhalte prompt eine Bejahungen darauf! Schade, dass sie das Geld nicht wenigstens für etwas gescheites gebrauchen.


Da es nun schon bald eindunkeln wird, mussten wir uns auch nicht mehr entscheiden ob wir noch bis Palenque fahren werden. Es war zu weit. So machten wir einen Zwischenstopp in Aqua Azul.

Die dortigen Wasserfälle sind sehr schön, umgeben vom Dschungel. Wir liefen am Morgen Flussaufwärts und wissen schnell was andere Reisende gemeint haben mit: „es gibt überall Verkäufer, die dir ihre Ware verkaufen wollen!“. Einen Verkaufsstand nach dem anderen treffen wir auf unserem Spaziergang an.

Da es am Tag zuvor geregnet hatte, war das Wasser nicht ganz so blau wie auf den Werbefotos. :) Trotzdem sah es sehr schön aus auch wenn man den Grund nicht sah. Als es wärmer wurde und wir einheimische Kinder beim Plantschen sahen, verflogen die letzten Zweifel ob wir uns ins Wasser wagen sollteb oder nicht. Es war herrlich kalt! Bald gesellen sich mehr Leute zu uns und ein Bademeister taucht auf. 

Auf dem Weg zurück zu Baluu, gönnen wir uns frisch zubereitete Empanadas (mit Fleisch, Käse oder Gemüse gefüllte Teigtaschen) an einem der Stände. Mmhh! 


Weiter ging es auf der berüchtigten Strasse 199. Wir treffen nochmals auf zwei harmlose Blockaden: gespannte Schnüre durch Frauen und Kinder die uns Nüsse, frittierte Bananen und Obst verkaufen wollen. Einer älteren Frau bezahlten wir 10 Pesos für frittierte Bananen (obwohl wir auch durch gekommen wären ohne etwas zu kaufen) und mit drei kleinen Mädchen machten wir eine Art Tauschgeschäft. Da wir nicht mehr genug Münz hatten und sie uns Orangen verkaufen wollten, tauschten wir eine Orange gegen ein paar frittierte Bananen die sie sofort gierig verschlangen und gaben ihnen das restliche Kleingeld...


Danach kamen wir ohne Zwischenfälle sicher in Palenque an. 

Ich zählte bis zur Stadt 456 Topes. Ein Strich gabs jedesmal wenn wir aufgrund der künstlich erschaffenen Strassenunebenheit abbremsen mussten.


Am nächsten Tag „feiern“ wir unseren 4. Hochzeitstag in Palenque und besuchen die gleichnamigen Maya Ruinen. Um 7:30Uhr spazieren wir los, damit wir als erstes zu den Ruinen können bevor der grosse Besucherandrang kommt. Auf dem kurzen Spaziergang dorthin, sehen wir zum ersten Mal Brüllaffen. Diese haben wir nun schon mehrmals gehört, gesehen aber noch nie. 

Die Pyramiden und Bauten mitten im Dachungel beeindrucken uns einmal mehr! Nach einigen Kilometern Fussmarsch durch das Areal und viiiiiielen Fotos, besuchen wir ein kleines Museum wo über die früheren Bewohner der Städte, Informiert wird. Bis heute sind nach wie vor viele Fragen unbeantwortet.

Am Abend geniessen wir dann noch ein feines Essen im Restaurant auf dem Campingplatz „Maya Bell“.


Am folgenden Tag ist wieder Tanken angesagt. Wir bezahlen umgerechnet 1.15Sfr. pro Liter (dies als kleiner Einschub für die, die es Wunder nimmt. Die Preise variieren in ganz Mexiko kaum). In Mexiko fährt man an die Tankstelle und sagt, wieviel getankt werden soll. Selbständig darf man hier nichts machen. Wie immer sagen wir, „Queremos illenar por favor“ was volltanken bedeutet. Beim losfahren meint Luki, der Mexikaner habe unseren Tank so sehr gefüllt, dass der Benzinanzeiger gar nicht mehr zu sehen ist! Wir fahren weiter, aber schon bald nehmen wir ein stottern unseres Baluus wahr. Als dann kurz darauf eine Zahlstelle kommt, würgt der Motor mitten auf der Strasse ab! Wir können auch nicht mehr starten. Ojee was nun? Mir kam die Befürchtung, dass sie uns falsches Benzin bzw. Diesel getankt haben. Luki jedoch schickt mich hinaus mit der Anweisung, ich solle den Tank aufmachen und Luft reinlassen. Gesagt getan. Ein lautes Gurgeln ertönt und Baluu kommt mühsam wieder zum laufen. Das Problem ist nun diagnostiziert: Zu viel Benzin Benzin im Tank! Also fahren wir bei der nächsten Gelegenheit auf einen Platz, nehmen unseren Benzinkanister vom Dach und stecken einen Schlauch in unseren vollen Tank, sofort löuft etwas Benzin heraus, stoppt dann aber. Luki erklärt mir, dass er nun ansaugen werde. Mir ist nicht wohl dabei aber ich habe auch keine andere Idee. Und natürlich passiert das Unglück und Luki erwischt ein Mund voll Benzin! Ich geriet fast in Panik, hole schnell Wasser damit er sich den Mund spülen kann. Zwischenzeitlich fliesst Literweise Benzin in unser Ersatzkanister. Als dieser fast zur Hälfte gefüllt war, unterbrechen wir das Ganze und setzen unsere Reise fort - mit immer noch fast vollem Tank! 

Luki hat Gott sei Dank kein Schaden davon getragen (ich (Luki) würde sogar sagen eine gratis Intensivzahnreinigung bekommen zu haben und einen Schaden hab ich eh schon, sonst wären wir nicht hier :) ) . Zudem wissen wir nun, dass es auch noch andere, ungefährliche Möglichkeiten gibt...


Weiter nordöstlich auf der „Ruta de los Piratas“, liegt Campeche. Seit 1999 gehört die Stadt zum Weltkulturerbe der UNESCO. Laut unserem Reiseführer gibt es dort nicht viel zu sehen. Die Kolonialstadt bietet jedoch eine schöne Strandpromenade, Palmen gesäumte Strassen, Festungen aus dem 17. Jahrhundert (vielleicht wegen den Piraten!?) und nebst einigen imposanten Kirchen auch schöne, farbige Gassen.   

Wir genossen dort einen guten Kaffe und schlenderten zwischen den Häuser herum, bevor wir uns auf zum nächsten Übernachtungsplatz machen.


Vor dem Tor zu den Ruinen von Edzna übernachten wir, damit wir am nächsten Tag als eine der Ersten auf Besichtigungstour gehen können. Unser Plan ging auf, wir rechneten jedoch nicht mit so vielen Mücken! Trotz Mückenspray, Mückencreme und langen Hosen greifen uns die fiesen Tiere an. Stehenbleiben geht nicht und die grossen Wiesenflächen auf dem Gelände, die noch mit Morgendunst überzogen sind, wirken zusätzlich als Mückenmagnet. So flüchten wir wild um uns schlagend auf die Ruinen wo im laufe der immer wärmer werdenden Sonne, die Plage ein wenig abnimmt. Einheimische kommen auf uns zu und fragen nach Mückenspray den wir in den Hosentaschen herumtragen. Natürlich geben wir gerne, leider hilft dieser nur begrenzt. Schon bald machen wir uns auf den Rückweg zum Auto und wollen nur noch weg von den Mücken...! 


An diesem Tag besuchen wir noch eine weitere Ausgrabungsstädte in Kabah. Was für ein Meisterwerk, dass die Mayas da erschaffen haben! So viele schöne Details an Gebäuden von Blumen über Kreuzchen, Zickzack, Inschriften aber auch etwas komische Figuren. Es ist einerseits wahnsinnig schön anzuschauen, jedoch auch speziell da man weiss, dass diese Fratzen oft ihre Göttzenbilder waren. Okkulte Rituale wurden oft praktiziert, die bis umhin zu Tier- und Menschenopfern reichten.


Nicht Mal 20km von Kabah befindet sich  Uxmal. Diese beiden Orte waren mit einer Pflasterstrasse  miteinander verbunden.

Uxmal war einer der grössten und wichtigsten Städte zu Beginn der ersten Jahrhundert nach Christus. Ihre Blütezeit wird auf das Jahr 700 n.Ch. geschätzt. Die dortigen Pyramiden und Gebäude wurden im Verlaufe verschiedener Herrscher, immer wieder umgebaut und vergrössert. Auch hier konnten viele Details und Verzierungen an den Gebäuden rekonstruiert werden. 

Heute ist ein kleiner Teil des einstmals 10 Quadratkilometer grossen Gebietes für Touristen zugänglich. Viele nicht ausgegrabene Gebäude werden nach wie vor von dichtem Urwald bedeckt. 

Wer sich für einzelne Gebäude von Uxmal interessiert, findet auf folgendem Link unter „Bauformen in Uxmal“ eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Komplexe: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Uxmal 

Auch hier übernachteten wir direkt vor dem Eingang und hatten das Privileg, die Ruinen vor dem grossen Andrang an Touristen zu besichtigen.


Mérida ist eine Grossstadt, eine gute Stunde Nordöstlich von Uxmal. Hier verbrachten wir die vergangenen zwei Nächte im Hinterhof eines Hostels. Zu Fuss erkunden wir die Stadt, welche uns aber nicht so ganz überzeugt. Zwei, drei schön restaurierte Gassen in verschiedenen Pastellfarben und einzelne schöne Gebäude entzücken uns, doch der viele Verkehr, verschmutzte Strassen und die oft heruntergekommenen Gebäude, lassen das Hochgefühl das wir nun von anderen Städten kennen, aus. 

Was wir uns aber auch hier nicht entgehen lassen wollten, war der Markt. Wir lieben die frischen Früchte und Gemüse die es zu kaufen gibt und der Einblick in das bunte Treiben der Einheimischen. Für 90 Pesos (4.80Sfr.) kaufen wir 3 Bund Radieschen, eine yucatetische Riesenavocado, 2 Limetten, eine grosse Zwiebel, 2 Drachenfrüchte, 10 Bananen, 7 Tomaten und einen Bund frischen Koriander ein!! 

Im Hostel lernen wir Oscar kennen, der uns am Abend mit „auf den Tanz“ nimmt. Er ist Mexikaner und versichert uns, dass wir in dieser Stadt keine bedenken haben müssen um die Sicherheit. Denn normalerweise befolgen wir den Rat, nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr auf die Strassen zu gehen.

Viele Gebäude sind beleuchtet, es geht nicht mehr so hektisch zu und her und der Verkehr hat sich deutlich gelegt. Auf dem „Parque de Santiago“ treffen wir dann auf Livemusik und viele ältere (sogar sehr alte) Paare die Tanzen als wären sie erst 20! :) Es war so rührend, sie konnten kaum mehr stehen und laufen aber manche Tanzten, dass man nur schon vom zuschauen ins schwitzen kam, während andere eng umschlungen im Takt mit wippten! Die Zeit verflog rasch und als das letzte Lied gespielt war, ging es keine 5 Minuten und der Platz war leer. Lastwagen fahren heran und beginnen mit aufräumen der Stühle, die jeden Dienstag Abend aufgestellt werden für die Zuschauer und Verschnaufpausen zwischen den Tänzen. Es war ein wunderbarer Abend und einmal mehr fallen wir müde aber von Herzen dankbar ins Bett, über all das Gute und Schöne was wir erleben dürfen!


Auch die kommenden Bloggs werden von den Spuren der Mayas handeln, wir werden Cenoten besuchen und hoffentlich einen weiteren Einblick in die wunderbare Tier- und Pflanzenwelt von Mexiko erhalten.

 


Passstrasse 199 und Agua Azul
An unserem Hochzeitstag besuchten wir die Ausgrabungsstädte von Palenque und sahen Brüllaffen
Kolonialstadt Campeche
Ruinen von Edzna mit viiiielen Mücken
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Von Teotihuacan bis San Cristobal - Ruinen und Schildkröten

Etwa 40 Kilometer nordöstich von Mexiko Stadt befinden sich die Ruinen von Teotihuacan. Im riesigen Ausgrabungsareal steht, unter vielen anderen eindrücklichen Bauwerken, auch die drittgrösste Pyramide der Welt! Dies war natürlich Grund genug für uns, dieser Anlage einen Besuch abzustatten! Wir erreichten die Ortschaft San Martin de las Piramides am Nachmittag und nisteten uns auf einem gemütlichem „Campingplatz (gemähte Wiese mit Bäumen)“einer netten mexikanischen Familie ein. An Orten wie diesem zu Übernachten, mögen wir sehr! So kommt man immer wieder ein wenig in Kontakt mit der lokalen Bevölkerung. Kaum parkiert, durften wir eine für uns neue Frucht, eine Tuna probieren. Schon auf dem Weg hierhin sind uns die grossen Kaktusfelder immer wieder ins Auge gestochen, jetzt wussten wir auch wieso hier so viele Ohrenkaktusse anzutreffen sind. Tunas sind nämlich die Früchte dieser Pflanzen. Sind die Früchte erst einmal vom Kaktus gepflückt, müssen die Stacheln entfernt werden, bevor dann die Schale aufgeschnitten und die Frucht gegessen werden kann. Uns schmeckte es sehr und so kaufte Reitschel der Familie kurzerhand ein paar weitere Früchte ab und backte daraus Muffins, welche sie später dann an die Familienmitglieder verteilte. 
Tuna - Frucht des Ohrenkaktus
Am nächsten Morgen standen wir um 07:00 auf, assen unser Morgenessen und spazierten dann zum nahegelegenen Eingang der Ausgrabungsstätte. Einmal mehr durften wir merken, dass sich früh aufstehen lohnt! Wir waren, abgesehen von einem symaptischem Zeitgenossen aus Japan, mit dem wir ein wenig umherliefen und plauderten, nämlich fast die einzigen Leute auf dem ganzen Areal. So bestiegen wir die Sonnenpyramide ohne in einer mühsamen Schlange anstehen zu müssen. Auf der Spitze bot sich uns eine fantastischer Ausblick über die Anlage! Zudem war der ganze Himmel mit Heissluftballonen übersät, was das ganze fast ein wenig kitschig erscheinen liess! In den nächsten Stunden schauten wir uns die anderen Bauwerke an und merkten wie der Besucherstrom zunahm. Gegen die Mittagszeit, als wir uns Richtung Ausgang aufmachten war die Anlage dann voll mit Besuchern aus aller Welt und wir dachten mit einem Lächeln auf dem Gesicht, an die einsamen Morgenstunden zurück.

 Für die Geschichtinteressierten unserer Leserschaft hier noch ein paar Fakten zu Teotihuacan: Berühmt ist die Anlage vor allem wegen den zwei grossen Pyramiden, der Piramide del Sol (Sonnenpyramide) und der Piramide de la Luna (Mondpyramide). Die Stadt, welche vor hunderten Jahren um die Pyramiden angelegt wurde, war die Hauptstadt des Königreiches welches hier vor der spanischen Invasion blühte. Wirtschaftliche Gründe und Änderungen im sozialen System führten wohl zu einem Kolaps um das 8te Jahrhundert. Jahrhunderte nach dem Kolaps wurde die Städte zu einem Pilgerort der Azteken, die glaubten alle Götter hätten sich hier geopfert um die Sonne zum Beginn der fünften Welt in Bewegung zu setzen. Bis heute sind die Pyramiden eine berühmte Pilgerstätte für New Age Anhänger, die sich jedes Jahr hier treffen. 

Beeindruckt von der grösse der Pyramiden setzten wir unsere Reise dann Richtung Osten fort. Schon am nächsten Tag waren wir wieder beim spazieren zwischen Ruinen anzutreffen. Bei den Ruinen von Tajin verbrachten wir einige Stunden. Diese sind zwar um einiges kleiner als die Pyramiden in Teotihuacan, für unseren Geschmack aber um einiges schöner und detailierter. An allen Ecken sind hier schöne Verzierungen an den Gebäuden angebracht und interessante, in Stein gemeiselte Bilder prägen die Seitenwände der Ballspielplätze. Auch zwei bekannte Gesichter erscheinen plötzlich zwischen den Ruinen, Fredi und Jaqueline haben es auch hier hin geschaft. 
Am Nachmitag besuchen wir dann noch die nahe gelegene Stadt Papantla. Auf dem Platz vor der Kirche sollen hier die berühmten Voladores anzutreffen sein. Wagemutige Männer, die sich angemacht an einem Seil von einer etwa 30 Meter hohen Plattform stürzen und dann 13 Umdrehungen später am Boden ankommen. Ein Weltkulturerbe! Leider verpassen wir gerade eine Vorstellung und werden beim Nachfragen darauf hingewisen, dass in einer Stunde wieder eine Aufführung zu sehen sein. Wir plaudern ein wenig mit Fredi und Jaqueline, welche auch hier sind, statten dem nahe gelegen Markt einen Besuch ab, schauen bei einer Hochzeit in der Kirche zu und warten zwei Stunden später immer noch bis sich etwas tut. Fredi spricht dann die Akrobaten, welche gemütlich unter einem Baum im Schatten liegen an und fragt sie, wann es jetzt losgehe!? Es seien nicht genügend Leute hier, es lohne sich nicht die Aufführung durchzuführen, bekommt er als Antwort. Nach ein paar Minuten Diskussion, zückt Fredi dann eine 500 Pesos Note aus der Hosentasche (25 Franken) und die Akrobaten erheben sich wie von einer Biene gestochen! Wir haben noch nie Mexikaner gesehen, die sich so schnell bewegt haben! Fünf Minuten später ist alles bereit und wir dürfen dem Ritual dann doch noch zusehen! Es macht Spass dem Ganzen zuzusehen und wir dürfen tolle Fotos schiessen, einen faden Beigeschmack hat das ganze Erlebniss für uns aber doch! Schade, dass die Akrobaten hier nicht mit Herzblut zu ihrer Kultur und den Ritualen ihrer Vorfahren am Werk sind, sondern nur aufs Geld aus sind! Weltkulturerbe….für uns nach diesem Erlebniss fraglich! 

Die nächsten Tage verbringen wir auf dem Camping Coco Loco am Golf von Mexiko. Eigentümer hier ist der Schweizer Martin. Ein sehr, fröhlicher, aufgestellter Mensch der viel zu erzählen hat! Zusammen mit den Rupps die einen Tag später als wir auch hier eintreffen, lachen wir viel, tauschen Geschichten aus, und reden über Gott und die Welt. Natürlich dürfen auch gemütliche Stunden in der Hängematte, ein Glas Bier oder eine gute Pizza aus Martins Restaurant nicht fehlen! Es tut gut, nach doch ein paar ereignissvollen Tagen hintereinander wieder ein wenig zu relaxen. Martin ist übrigens leidenschaftlicher Schildkrotenschützer! Schildkröteneier gelten bei vielen Mexikanern als Potenzmittel und wurden in der Vergangenheit deshalb sehr viel illegal verspeisst. Auch heute gibt es auf dem Schwarzmarkt / oder unter dem Tisch noch Schildkröteneier zu kaufen. Die Lage hat sich aber erheblich verbessert und die Tiere werden vermehrt geschützt. Auf zwei nächtlichen Touren sind wir dann mit Martin am Strand unterwegs und dürfen dabei den Riesenschildkröten beim ablegen der Eier in den Sanddünen zuschauen. Ein für uns unvergessliches Erlebniss, diese gigantischen Tiere zu beobachten! 
Die grossen Tiere legen etwa 100-200 Eier in den Sand. Hierzu steigen sie vom Meer in die Sanddünen hinauf und hinterlassen dabei eine Spur wie ein Traktor! Mit den Hinterflossen gräbt das Tier dann ein Loch, welches bis zu einem Meter tief sein kann und legt die Eier darin ab (Martin erzählt uns, dass das Graben mehr als eine Stunde lang dauern kann). Ist das Loch dann wieder fein säuberlich mit Sand zugedeckt kehrt die Schildkröte zum Meer zurück und überlässt die Eier ihrem Schicksal. Schildkrötenschützer markieren dann entweder die Nester und bewachen diese oder graben die Eier aus und brüten sie in einem Brutkasten aus. Plus/minus Fünfzig Tage nach der Eiablage schlüpfen die kleinen Schildkröten aus und gehen ins Meer. Nach rund zwanzig Jahren im offenen Ozean kommen die Schildkräten, wenn alles gut geht, dann wieder an den Strand ihrer Geburt zurück und legen ihrerseits Eier ab! Einfach fantastisch! 
Martin zeigt uns dann auch noch ein kleines Dörfchen in der Umgebung, welches von französischen Auswanderern gegründet wurde. Die französischen Wurzeln sind hier bis heute gut sichtbar! So haben viele Häuser zum Beispiel Dächer mit Biberschwanzziegeln und wir treffen auf den ein oder anderen Dorfbewohner, der französisch spricht oder ein Bild des Eifelturmes in seinem Wohnzimmer hängen hat.

Nach vier Tagen auf dem Camping Coco Loco verabschieden wir uns von Fredi, Jaquelien und Martin und setzen unsere Reise fort. Auf einen Tipp von Martin hin, machen wir einen kurzen Zwischenstopp in einem wunderschönen Dörfchen mit dem Namen Tlacotalpan. Es gefällt uns sehr hier! Häuser in allen möglichen Farmen säumen hier die Strasse und man sieht Säulen so weit das Auge reicht! Auf dem Parkplatz einer Tankstelle verbringen wir hier eine sehr ruhige Nacht und Reitschel verschenkt zum ersten mal Kleider, welche wir von Freunden aus der USA bekommen haben, an die Dorfbewohner. Wie erwartet stossen wir hierbei auf verschiedene Reaktionen! Viele Frauen haben Freude einfach so, gratis Kleider für sich oder ihre Kinder zu bekommen und können es kaum fassen, dass wir die Kleider wirklich gratis abgeben wollen! Es spricht aber auch ein Mann mit Reitschel der die ganze Aktion irgendwie nicht ganz versteht, es wahr wohl der, der am meisten Geld hatte….! Wie Reitschel dann so schön gesagt hat freuen wir uns aber ab den lachenden Gesichtern der Frauen und vergessen die negative Reaktion ganz einfach!

Die nächsten Tage fahren wir relativ viel! Unser nächstes grosses Reiseziel ist die Stadt San Cristobal de las Casas im zentralen Hochland vom Bundesstaat Chiapas. Auf dem Weg dorthin legen wir ein paar kurze Stopps ein. So übernachten wir zum Beispiel bei einem Kinderheim, welches Campingplätze für Reisende wie uns zur Verfügung stellt um einen Austausch zwischen den Kindern und Reisenden zu schaffen. Eine sehr gute Idee wie wir finden! Ganz in der Nähe statten wir Cascada el Aquacero eine Besuch ab. Eine Schlucht mit Wasserfällen die ein wenig an den Film Avatar erinnert, weil alles so grün ist und Lianen von den Bäumen ins Tal hinab hängen. 
Wir durchfahren die Hauptstadt Chiapas, Tuxtla Gutierrez und kaum haben wir diese hinter uns gelassen geht es ins Hochland! Über tausende  Kurven, vorbei an kleinen Bergdörfern gelangen wir immer weiter und höher ins Hochland hinein. Zum ersten mal auf unserer Reise sind wir froh um unsere Benzinkanister auf dem Dach! Durch die vielen Kurven und die Höhe von mehr als 2000 Meter über Meer brauchen wir mehr Benzin als „geplant“! Der Tankzeiger befindet sich tief im roten Bereich und wir nehmen schon ein stottern war als wir an einer sicheren Stelle anhalten und den Tank auffüllen können! Das Hochland in dieser Gegend wir bis heute von Mayas bewohnt und es gefällt uns ausserordentlich gut hier! Immer wieder kommen wir an Maisfeldern vorbei welche an steilen Berghängen angelegt sind, sehen Frauen in ihren schönen traditionellen Kleidern und durchqueren kleine Bergdörfer in welchen die Einheimischen neugierig unser vorbeifahrendes Reisemobil beobachten und freundlich Grüssen! Wir bewundern diese Leute die in solchen einfachen Verhältnissen Leben, Wirtschaften und ihre Kultur pflegen! 

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Wellnesstage in Tolantongo

Wie im letzten Blogeintrag angedeutet, besuchten wir die empfohlene Kirche des Dorfes Atotonilco. 
Das deutsche Paar hatte nicht übertrieben: Es ist wirklich eine sehr prunkvolle, imposante Kirche! Die Wände sind alle mit Bilder von Szenen aus der Bibel bemalt, grosse Kronleuchter hängen von der Decke herab, Verschnörkelungen soweit das Auge reicht und der Boden besteht aus uralten Holzbrettern. Man könnte Stunden auf einer Bank sitzen und alles bewundern und man würde immer wieder Neues entdecken. Leider war der noch schönere Nebengang durch ein Gittertor verschlossen und es war niemand da, der uns hätte öffnen können. Uns wurde nämlich gesagt, dass sich rechtwinklig zum Kirchengang ein noch schöner gestalteter Raum befindet. Trotzdem hat sich der kleine Umweg gelohnt.

Nun ging es weiter nach Tolantongo. Da wir neue Schuhe brauchten für Luki (es war wirklich höchste Zeit, denn seine gebrauchten Schuhe hatten mehr Löcher als ein Emmentaler Käse und der eine Schuh sah aus wie das Maul eines Krokodils), beschlossen wir zu einem Walmart zu fahren. Ich dachte, am besten ist es wenn wir uns von unserem offline GPS navigieren lassen. Was ich nicht realisierte ist, dass wir in eine riesige Grossstadt hinein fuhren! Oh wie wir diesen Verkehr in den Städten nicht mögen...! Nach ein paar Mal verfahren, einem Paar neuer Schuhe und zwei „Kaffees to go“ zum Preis von einem, waren wir nach 1.5h wieder aus der Stadt. 

Gegen Abend erreichten wir die Berge von Tolantongo. Eine enorm steile und kurvenreiche Strasse führt in ein Tal hinunter. Wir bezahlten 300Pesos für die Übernachtung und den Eintritt zu den heissen Quellen. 
Von anderen Reisen wissen wir, dass es sich lohnt, beizeiten die Gewässer aufzusuchen, da es zur Ferienzeit gerne überfüllt ist. 
So spazierten wir gleich am Morgen dem tiefblauen Fluss entlang zum Tunnel und der Höhle. 
Wir waren zwar nicht die ersten, trotzdem war es ein wunderbares Erlebnis die Wasserfälle am Ende des Tals zu bestaunen. In der grossen Höhle stürzt ein Wasserfall mit warmem Wasser von der Decke. Die Höhlenwände bestehen aus Kalkgestein, das Wasser ist zwischen Hüft- und Schulterhoch. Am Ende der Höhle befindet sich ein Seitengang. Es wäre Stockdunkel dort drin, zum Glück gab es einige Angestellte die mit ihren wasserdichten Taschenlampen Licht spendeten. Denn das Spektakel wollen wir nicht missen. Hunderte von Fledermäusen fliegen in diesem Teil der Höhle umher, teilweise nur knapp über dem Wasser! Wenn man so im schulterhohen, warmem Wasser steht und die vielen Tiere beobachtet, ist das schon beeindruckend! 
Ein 40m langer Tunnel liegt etwas oberhalb der Höhle. Hier ist das Wasser einmal Knöcheltief, dann plötzlich Schultertief. Es ist so warm, dass der ganze Tunnel in Dampf eingehüllt ist. Diese Bedingungen nebst der Dunkelheit und den vielen (schreienden) Menschen dort drin, liess mich dann noch bevor wir das Ende erreichten, umkehren...

Am Nachmittag spazierten wir in die entgegen gesetzte Richtung zu den „Pozas termales“. Das sind künstlich angelegte kleine Pools, direkt am Hang. Sie werden von verschiedenen warmen Quellen gespiessen. 
In einem der Pools kamen wir ins Gespräch mit zwei lieben, älteren Mexikanerinnen. Wir unterhielten uns über eine Stunde mit unseren wenig Spanischkenntnissen. Es schien, als ob wir über nur jedes erdenkliche mexikanische Rezept gesprochen haben, jedoch kenne ich bis jetzt keine Details... :)
Den ganzen Nachmittag „soakten“ wir in den Pools. Als wir am frühen Abend nach Hause gingen (zu Baluu), stand einige Meter von unserem Bus ein Auto mit Zürcher Kennzeichen! So lernten wir Fredi und Jaqueline kennen (www.fjrupp.ch). Den ganzen Abend tauschten wir aus und bekamen hilfreiche Tipps für unsere Weiterreise. 
Unsere Routen für die bevorstehenden knapp zwei Wochen sind fast identisch, so werden wir sie noch öfters treffen. :)
Das baden im warmen Wasser war wunderschön und entspannend und so war auch unsere zweite Nacht in diesem Tal.

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von den beiden Schweizern und fuhren in Richtung Mexico Stadt. Diese planen wir aber nicht zu besuchen.

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Guanajuato / San Miguel de Allende

Guanajuato 
Nach den 6 erholsamen Tagen bei Charlie ging es weiter Richtung Nordosten, nach Guanajuato (ausgesprochen Guanachuato). Die kostenlosen Strassen bis zu dieser Ortschaft waren grösstenteils nicht mehr in bestem Zustand. Viele Schlaglöcher und die schon bekannten Topes (Strassenunebenheiten), verlängerten die Fahrzeit um einiges. Trotzdem kamen wir noch vor Einbruch der Dunkelheit bei unserem Ziel an. 
Die farbenfrohe Stadt befindet sich in einer hügeligen Landschaft im Bundesstaat Guanajuato. So fuhren wir teilweise sehr steile, kurvige und enge Strässchen den Hügel hinauf zu unserem Übernachtungsplatz. Dort angekommen war das Gittertor verschlossen, aber nach ein paar Mal rufen öffnete uns ein älterer Mexikaner das Tor. Auf dem Privaten Parkplatz, wo es übrigens auch WCs gab!, genossen wir einen ausgezeichneten Ausblick durch einen wohl schon älteren Torbogen aus Stein, auf wunderschön farbenfrohe Häuser.
Am nächsten Tag spazierten wir den Hügel hinab, durchquerten einen ca. 1km langen, dunklen Tunnel und kamen auf der anderen Seite mitten im Zentrum wieder heraus.
Es gab so viel zu entdecken und wir konnten uns kaum satt sehen, an all den schönen Farben, engen Seitengassen und Kirchen. 
Ein Ausblick über die ganze Stadt genossen wir nach einem guten Kaffee direkt neben dem Tunnelausgang. Das hippe Cafe ist mehr ein Loch im Felsen als ein Lokal, denn nicht mal ein Auto hätte dort drinnen parken können. Ausser vielleicht ein VW Käfer. Diese schönen Autos sieht man hier täglich, sie wurden bis vor einigen Jahren in Mexiko produziert. Klein aber fein, es gilt als bestes Kaffe in ganz Guanajuato. Kein Wunder, eine kleine Kaffeeröstmaschiene ist täglich im Einsatz und so gibt es immer frisch gerösteten Kaffe. Zudem werden wunderbare Gerüche verbreitet! :)
Weiter ging es auf einen Markt. In einer riesigen Halle werden diverse Dinge verkauft, einige die uns ein wenig zum staunen brachte. Von Körben, Früchten, Gemüse, Hundefutter, Kleider, Souvenirs und Essenständen gab es auch Fleisch, von Filtes bis zu Hühnerfüssen und Schweinsköpfe. Hier gibt es weder gekühlte Vitrinen noch „Spuckschütze“. Wir glauben, in der Schweiz müsste ein solcher Markt aus hygienischen Gründen ziemlich bald schliessen. 
Trotzdem genossen wir das bunte Treiben dort und kauften einige Früchte ein.
Da am Nachmittag ein Gewitter aufzog, entschieden wir uns zurück zum Auto zu gehen und dafür am nächsten Tag nochmals in die Stadt zu gehen.

Auch am folgenden Tag gab es einen Kaffe „in der kleinen Höhle“, wir spazierten wieder durch die farbigen Gassen, gönnten uns einen Zmittag nahe dem Markt in einer Imbissbude und setzten uns in einen Park um den Leuten etwas zu zuschauen. 
In einem anderen, hübschen Cafe wollten wir den Tag ausklingen lassen. Auf der Speisekarte sahen wir neben Cafe Americano, Cappuccinos und Espressos auch einen „Cafe de olla“. An dieser Stelle hätten wir Google fragen können was da gemeint ist, doch manchmal ist es doch spannender einfach zu probieren! :) Auf spanisch gaben wir unsere Bestellung auf und erhielten kurze Zeit später zwei wunderbare Gewürzkaffes! Unter anderem wird dieser Kaffe mit Zucker, Zimt und Nelken gebraut. 
Zurück ging es durch den Tunnel, die engen und steilen Strassen hoch und dann warteten wir bis sich die zusammengebrauten Gewitterwolken entleerten. Begleitet wurde das ganze wie auch schon am Tag zuvor von Hundegebell aus der nahe gelgenen Schlucht. Ein weiterer erlebnisreicher Tag ging langsam zu Ende... 
Spätestens nach diesen zwei Tagen verliebten wir uns definitiv in dieses wunderschöne Land! Vielleicht versteht ihr uns, wenn ihr die Fotos seht. 

San Miguel de Allende
Weiter östlich von Guanajuato liegt die kolonialstadt „San Miguel de Allende“.
In unserem Reiseführer steht geschrieben, dass in dieser Stadt viele Nordamerikaner leben und ein beliebtes Touristenziel ist.
Das merkten wir bereits beim hereinfahren in die Stadt. Es war Sonntag, die Strassen voll von Menschen, der Verkehr kam nur stockend voran und es gab ein Souvenirladen am anderen. 
Ein etwas teurer aber sauberer Campingplatz nahe der Altstadt, diente uns als Hauptquartier für zwei Nächte. 
Dort trafen wir ein älteres, deutsches Paar, welches bereits vier Jahre unterwegs ist. Die ersten Reisenden, welche wir seit einem Monat Mexiko angetroffen haben. 
Da sie bald nach Hause fliegen für einige Monate, brachten sie uns Mehl, welches sie nicht allein in ihrem Camper lassen wollten. Und da der Abend noch nicht weit fortgeschritten war, backte ich gleich Aprikosenkuchen und Pizzarolle damit. :) Das Paar freute sich sehr als ich ihnen je ein Stück des Kuchens brachte. 

Am darauf folgenden Tag brachten wir unsere Schmutzwäsche in eine lokale „Lavanderia“. Das erste Mal, das wir nicht selber waschen konnten. Hier in Latinamerika gibt man den Sack Schmutzwäsche ab, dieser wird gewogen und dann bezahlt man nach Kilo. Mit wenig Spanisch, Händen und Füssen machten wir eine Zeit ab, wann wir unsere Sachen wieder holen können.
Danach spazierten wir durch die Altstadt, direkt zum Hauptplatz. Eine wunderschöne Kirche befindet sich dort. Zwei Strassen weiter gibt es ein Kaffee, das für seine Churros bekannt ist. Zuvor sahen wir eine sehr lange Warteschlange vor dem Lokal! Das kleine Restaurant muss wirklich sehr beliebt sein, denn als wir hinein wollten war es bereits voll und ein Seil hinderte uns daran, überhaupt eintreten zu können. Nach etwa 10min wurde ein Platz frei und wir wurden eingeladen, einzutreten. Gestärkt durch einen Churro gefüllt mit „Dulce de Leche“ für Luki und einen mit Schokoladefüllung für mich, ging unsere Sightseeing Tour weiter. 
Wir spazierten wir einen Hügel hinauf, wo wir eine schöne Aussicht genossen. Die Häuser der Altstadt sind alle in den gleichen Farbtönen bemalt: gelb, orange und rot. Es sieht sehr schön aus mit grünen Pflanzen die oft neben den Hauseingängen, auf den Balkons oder auf dem Dach stehen. Manchmal ist es auch möglich, ein Blick in den Innenhof der Gebäude zu erhaschen. Meistens sind diese wunderschön begrünt und mit Fähnchen und Wimpeln geschmückt. 
Wir zählten nicht, wie viele „Gotteshäuser“ es in dieser Stadt gibt, aber allein in der Altstadt besuchten wir fünf sehr prunkvolle Kirchen. 
Auf einem Markt deckten wir uns mit frischem Gemüse, Kräutern und Früchten ein, genossen eine „Torta“ (eine Art Sandwich) und kauften in einer nahe gelegenen Tortilleria, frisch zubereitete Tortillas ein. 
Nach einem Parkbesuch, wo wir wieder mit Genuss dem Geschehen ein wenig zugeschaut hatten, ging es zurück zur Wäscherei. Dort bekamen wir unsere Wäsche frisch gewaschen und gefaltet in einem sauberen Plastiksack zurück! Was für ein Service! :) 
Auch an diesem Abend trafen wir zwei Deutsche, welche uns unbedingt empfehlen, Halt in Atotonilco einzulegen um die dortige Kirche zu besuchen. 
So planten wir den nächsten Tag mit einem Stopp im benannten Städtchen bevor es zum nächsten Übernachtungsplatz in der Ortschaft Tolantongo ging.

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Ein wenig Heimat mitten in Mexiko

Charlies Restaurant, Santa Elena
Charlies Restaurant, Santa Elena
In der kleinen und unscheinbaren Ortschaft Santa Elena, etwa 100 Kilometer im Osten der zweitgrössten Stadt Mexikos „Guadalajara“, machen wir für sechs Tage halt. Für Reisende wie uns, gäbe es eigentlich keinen Grund, sich hier für so lange Zeit niederzulassen, wäre da nicht Charlies Restaurant! 

Charlie ein ausgewanderter Schweizer, lebt hier schon 27Jahre. Gepackt vom mittelamerikanischem Lebensstil hat er sich hier, während der letzten Jahre eine wunderschöne Anlage aufgebaut, zu welcher neben Bungalows und Campingmöglichkeiten auch ein Restaurant gehört. 

Am ersten Abend treffen wir leider erst ein, als das Restaurant schon geschlossen hat. Charlie lädt uns aber auf ein Bier ein und wir dürfen ihn, seine Familie und auch seinen besten Freund Urs, der mit seiner Familie hier in den Sommerferien ist, kennenlernen. Am nächsten Morgen erwachen wir mit dem Duft von frischem Brot in der Nase und dürfen einen Blick in Charlies Backstube werfen. Zwei mal in der Woche wird hier frisches Brot für das Restaurant und den Eigengebrauch gebacken und wir bekommen einen Laib zum probieren! Mhmm, mit Abstand das beste Brot welches wir seit langem gekostet haben. Kein Wunder ist nach ein paar Stunden kein Krümmel mehr übrig. Gegen den Abend geniessen wir dann zum ersten (und nicht letzten mal in den nächsten Tagen) ein Menü im Restaurant. Auf der Speisekarten stehen hier: Bratwürste, Hackbraten, Cordon Bleu, Forellen, Spaghetti Bolognese, gefüllte Pouletbrust, Rindsfilet und viele andere Leckereien. Wir schätzen es sehr, wieder einmal ins Restaurant zu sitzen und aus der Heimat bekanntes Essen zu konsumieren. 

Charlie und Urs laden uns ein, am Sonntagmorgen mit ihnen eine kurze Wanderung auf den „Hausberg“ zu machen. Wir sagen hierzu natürlich nicht nein und stehen am Sonntagmorgen um 07:00 bei Charlie in der Küche. Hier trinken wir einen Kaffee, streichen ein paar Sandwiches und ein paar Minuten später sind wir unterwegs. Zuerst spazieren wir durch das noch verschlafene Santa Elena und später einem Weg entlang Richtung Gipfelkreuz des Hausberges. Hier geniessen wir die Aussicht über die Gegend und essen danach bei einem nahe gelegenen, wunderschönem grossen Baum unseren Zwipf. Etwa zwei Stunden später sind wir zurück und verbringen den Rest des Tages mit Faulenzen und gutem Essen. 

Montag und Dienstags ist das Restaurant geschlossen und Zeit für Familie angesagt. Am Morgen begleiten wir Charlie und Urs in die nahe gelegene Stadt, essen Tacos zum Morgenessen und erledigen ein paar Dinge. Dann geht es noch kurz zu einem lokalen Käser der in Frankreich und der Schweiz gelernt hat Käse herzustellen. Hier dürfen wir Käse degustieren und decken uns danach mit Appenzeller, Grüyer (wird hier so geschrieben) und Raclettekäse ein. Kurzerhand werden wir zum Mittagessen bei Charlies Schwiegereltern eingeladen. Für uns eine mexikanische Familie wie aus dem Bilderbuch! Als wir beim Haus der Familie ankommen ist schon ein riesiger Betrieb! Kein Wunder bei einer 19-köpfigen Familie (Grossvater und Grossmutter, 15! eigene Kinder plus 2 Pflegekinder). Enkelkinder rennen umher, die Grossmutter ist am Kochen, der Grossvater begrüsst uns mit einem riesigen Sombrero auf dem Kopf und wir werden von allen sofort herzlich empfangen und fühlen uns mehr als wohl! Es gibt Pozole, eine mexikanische Spezialität, eine Art Eintopf mit Mais, Gemüse und Schweinefleisch. So lecker, dass wir noch eine zweite Portion nehmen, obwohl wir eigentlich genug hatten. Vielen Dank!

Am Dienstagmorgen dürfen wir in der Stadt dann eine Getreidemühle besichtigen. Der Geschäftsführer dieser Mühle ist der Schweizer Valentin. Einen Mann vor dem wir nur den Hut ziehen können! Vor langer Zeit als er gerade nach Mexiko ausgewandert ist, klopfte ein Nachbar bei ihm an der Türe und fragte, ob er eine Arbeiten wolle. Welche Art von Arbeit wurde ihm nicht mitgeteilt, trotzdem willigte Valentin ein und sass ein paar Tage später auf dem Sessel als Geschäftsführers der Mühle! Mit einem noch kleinen spanischem Wortschatz und ohne jegliches Wissen über Mühlen, von wo auch! Mit geschickter Hand, viel Einsatz und Lernfreudigkeit führte er die Mühle in nur wenigen Monaten von den roten Zahlen zurück in den Gewinn bringenden Bereich. Genug Argumente, dass er den Chefsessel auch nach der „Probezeit“ behalten durfte. Heute ist die Mühle Marktführer in der ganzen Region! 
Valentin nahm sich ausführlich Zeit für uns und führte uns durch das gesamte Areal. Jeder Vorgang und jede Maschine erklärte er uns bis ins Detail und wir durften viel lernen! Nie hätten wir gedacht, dass eine Getreidemühle eine solch komplexe Sache ist! So werden zum Beispiel in einem Labor von jeder Arbeitsschicht Mehlproben ausgewertet, Testbrote gebacken und die Qualität von Korn, welches eingekauft werden soll, geprüft. Mit zwei Säcken Vollkornmehl aus der Steinmühle und einem Kilogramm Weizenkeime, die wir als Geschenk mitnehmen durften, verliessen wir die Mühle wieder!  Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Valentin und all die netten Mitarbeiter für diese Führung! 

Am Donnerstag, unserem letzten Tag bei Charlie, luden uns ein paar seiner Servierfräuleins ein, am Abend mit ihnen den Zirkus im Dorf zu besuchen. Wir willigten ein und nach dem erneut hervorragendem Nachtessen im Restaurant (wir wählten beide den Hackbraten zum Abschluss) spazierten wir durch das Dorf zum Fussballplatz, wo der Zirkus aufgebaut wurde. Ein paar Minuten später tauchten die Fräuleins auf und wir betraten das Zirkuszelt. Alles beschreiben zur Zirkusausstattung nützt nichts, am besten schaut ihr euch einfach die Fotos an. :) Nur so viel, der Licht- und Tontechniker auf seinem Gerüst war unserer Ansicht nach schon ein halber Akrobat :), so wacklig und unstabil war das Gebilde! Die Aufführung selbst war dann sehr einfach! So entdeckte man den Ticketverkäufer vom Eingang  ein paar Minuten später als Clown und dann in der nächsten Nummer akrobatisch an einem Seil turnend!  Was der Zirkus aber besitzt, sind Lautsprecher und diese nutzten sie bis an ihre Grenzen...
Obwohl wir nicht viel verstanden, lachten wir viel und hatten einen wunderbaren Abend inklusive Zuckerwatte!

Zum Schluss ein grosses Dankeschön an Charlie und Urs, ihre Familien, Mitarbeiter und Freunde! Wir haben die Zeit bei euch sehr genossen und wer weiss, vielleicht kreuzen sich unsere Wege wieder einmal!

Frisches Brot aus der Backstube
Frisches Brot aus der Backstube
Besichtigung der Getreidemühle
Besichtigung der Getreidemühle
Eine Wissenschaft für sich! Das mahlen von Korn zu Mehl
Eine Wissenschaft für sich! Das mahlen von Korn zu Mehl
Potzole eine mexikanische Spezialität
Potzole eine mexikanische Spezialität
Im Zirkus mit den Fräuleins die und eingeladen haben den Abend mit ihnen zu verbringen
Im Zirkus mit den Fräuleins die und eingeladen haben den Abend mit ihnen zu verbringen
Dorfzirkus in Mexiko! Alles ein bisschen einfacher als in der Heimat, wir lieben es!
Dorfzirkus in Mexiko! Alles ein bisschen einfacher als in der Heimat, wir lieben es!
Manege frei für die Akrobaten
Manege frei für die Akrobaten
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Festland Mexiko

Die Baja California hat uns gut gefallen. Die schönen Strände und das Beobachten von Walhaien an der Sea of Cortez, die unendlichen Kaktuswälder im Herzen der Halbinsel und die nette mexikanische Familie, welche wir kennenlernen durften, waren unsere Highlights hier. Ganz ehrlich, nur um hier ein paar Wochen Sommerferien zu machen, würden wir aber nicht zurück kommen. Wenn es auf der Reiseroute liegt, ist die Baja aber durchaus ein Plätzchen wo man ein paar Tage verbringen kann.

Von La Paz aus wollten wir die Fähre nach Mazatlan nehmen, welches im Staat Sinaloa auf dem Festland Mexikos liegt. Wir fuhren also zum Fährhafen in La Paz. Als erstes passiert man hier eine Polizeikontrolle. Der freundliche Beamte wollte kurz unsere Pässe und die Einfuhrgenehmigung für unser Auto sehen (TIP). Danach öffneten wir ihm noch ein paar Türen damit er kurz ins Innere unseres Buses blicken konnte, was auch schon die ganze Kontrolle war, dann durften wir weiterfahren. Baluu wurde gewogen, fotografiert und ausgemessen (was 168 MXN Pesos kostete, etwa 10 Fr.) und wir erhielten die Quittung um damit unser Ticket für die Fähre zu besorgen. Im Büro der TMZ (Fährgesellschaft) geben wir unser Zettel ab und warten dann im kleinen Büro, zusammen mit etwa 10 mexikanischen Lastwagenfahrern, bis etwas geht. Das Internet funktioniert nicht und so wird geduldig gewartet bis wieder alles funktioniert, die Buchungen gemacht und die Beträge gezahlt werden können. Wir erhalten dann unsere Tickets und dürfen Baluu aufs Boot fahren. Gegen 18:00 sind dann alle Lastwagen und Autos verladen und die Fähre tritt die 16-stündige Überfahrt zum Festland an. 
Wir treffen noch auf zwei Pärchen aus Neuseeland die auch am Reisen sind und verbringen den Abend mit Ihnen. Als wir ins Bett wollen, stellen wir dann fest, dass es viel zu heiss ist um in Baluu zu schlafen und zudem haben die meisten Lastwagen ihre Motoren an um die Kabinen zu kühlen. Wir entschliessen uns also ziemlich schnell ein anderes Schlafplätzchen zu suchen.   Dieses finden wir dann auch auf dem obersten Deck des Schiffes. Hier Übernachten wir unter dem Sternenhimmel, den Fahrtwind des Schiffes in den Haaren, auf einer Art Metallbox. Trotz harter Unterlage schlafen wir erstaunlich gut und als wir am Morgen aufwachen, sind wir nicht mehr weit vom Festland entfernt. Wir geniessen das Morgenessen aus der Schiffsküche (der Küchenchef ist zu allen eher unfreundlich, aber das Essen schmeckt immerhin) und gehen dann wieder aufs Deck. Hier treffen wir auf eine super nette mexikanische Familie mit der wir die nächste Stunde aufs Meer hinaus schauen und unseren Spanischwortschatz verbessern. Neben einem Delfin der uns mit seiner Luftakrobatik verzückt, sehen wir auch noch Fische, Schildkröten und diverse Vögel. In Mazatlan tauschen wir noch unsere Telefonnummern aus und verabschieden uns dann. 

Mit der Fähre von La Paz nach Manzatlan
Wir beschliessen der Hitze ein wenig aus dem Weg zu gehen und verlassen daher die Pazifikküste Richtung Hochland. Bei der „Laguna de Santa Maria del Oro“ im Bundesstaat Nayarit legen wir dann für zwei Tage einen Stopp ein. Auf dem schönen Campingplatz übernachten wir inmitten von Mangobäumen und Kokospalmen. Auf einer etwa zwei stündigen Wanderung umrunden wir die Lagune und sehen dabei hunderte von Schmetterlingen in verschiedensten Farben, Formen und Grössen. Später lesen wir, dass es in Mexiko mehr als 5000 Schmetterlingarten geben soll. In der Lagune lässt sich auch wunderbar baden und Reitschel wird dabei noch von einem Fisch in den Oberschenkel „gebissen“! :) (Anmerkung von Rahel: Er hat mich wirklich gebissen! Oder gezwackt... Ja nennen wir es gezwackt. Es war jedenfalls schmerrzhaft genug damit ich schreiend aus dem Wasser gesprungen bin...)


Einer der vielen Schmetterlinge welche wir um die Lagune beobachten durften
Mangobäume überall!
Am 2. August besuchten wir eine familiäre Tequila Fabrik namens „Tres Mujeres“. Übersetzt heisst das „drei Frauen“. Der Name bezieht sich auf die drei Töchter des Inhabers wie wir später erfahren. Am Eingang kauften wir uns Tickets (auf Spanisch, dank Lukis immer besser werdenden Spanisch-Kenntnissen) für eine Tour und hatten das Glück, dass ein englisch sprechender Führer anwesend war. Dieser war jedoch gerade auf einer anderen Tour und so erkundetet wir das Areal ein wenig auf eigene Faust. Neben einem Restaurant und schönen Gehwegen gibt es auch eine hübsche kleine Kirche die mit Sitzbänken aus Fässern ausgestattet ist. 
Nach etwa 1.5h Wartezeit dürfen wir dann eine sehr informative Führung geniessen bei welcher wir die einzigen zwei Teilnehmer sind! Tequila wird aus blauen Agaven hergestellt, welche hier herum überall auf Feldern angebaut werden. Eine Agave muss mindestens sieben Jahre wachsen bevor sie geerntet wird, damit der Zuckergehalt genügend ist. Nach drei Jahren spriessen neben jeder „Mutterpflanze“ Setzlinge aus dem Boden, welche ausgegraben und auf einem neuen Feld eingesetzt werden. Bekommen die Agaven übrigens eine Blüte, welche in der Mitte der Pflanze, spargelförmig Richtung Himmel wächst, wird diese sofort abgeschnitten. Die Blüte würde der Wurzel der Pflanze (welche für den Tequila gebraucht wird) den Zucker entziehen. Nach sieben Jahren werden die Blätter von der Wurzel (welche die Form einer Ananas hat) abgeschnitten und die Wurzel ausgegraben. Übrigens weder zum aus- und einpflanzen der Setzlinge, noch zum ernten der Wurzeln gibt es Maschinen, Handarbeit ist angesagt! Die Wurzeln werden dann in einem Ofen mit Dampf gekocht und danach wird ihnen durch zerhacken und schreddern der Saft entzogen. Dieser gärt danach für ein paar Tage und wird danach in 3 Stufen destilliert. Das Resultat ist ein weisser Tequila wie wir ihn aus der Schweiz gekannt haben. Wie zum Beispiel auch beim Whiskey kann der Tequila dann aber auch in Eichenfässer abgefüllt werden. Hier bekommt er über die Jahre einen total anderen Geschmack und Farbe, was wir beim Degustieren dann auch herausschmecken durften. Weisser Tequila schmeckt noch sehr nach Agave, Tequila der für mehrere Jahre in Eichenfässern gelagert wurde bekommt eine süssliche Note und ist deutlich dunkler. Die Farbe haben wir gelernt, nimmt der Schnaps vom Holz an. 
Übrigens hat im Tequilakeller dieser Destillerie auch ein berühmter Produzent ein paar Fässer eingelagert. Diese werden hier 5 Jahre in einem separaten Abteil gelagert wo 24h am Tag klassische Musik läuft (wir haben es mit eigenen Augen gesehen und gehört). Dies soll die Wassermoleküle „positiv“ stimmen und so zu besserem Tequila führen. Diese Prozedur wurde schon mit anderen Schnäpsen angewendet, hier ein erstes Mal mit Tequila. Man ist gespannt wie das Resultat am Ende sein wird... Tres Mujeres Tequila ist übrigens ein „Bioprodukt“. Heisst hier wird Wert darauf gelegt, dass keine künstlichen Dünger verwendet (man setzt hier zum Beispiel auf die Blätter der Agaven und Rossmist als Dünger) und dem Tequilasaft keine künstlichen Zucker hinzugefügt werden (ist der Saft bei industriellen Konzernen nicht genug süss, wird mit Zucker nachgeholfen). Wir können diese Gedanken nur unterstützen und verlassen die Fabrik mit einer guten Flasche Tequila unter dem Arm.

Blaue Agaven, Rohmaterial für Mexikos Nationalgetränk, Tequila! 
Agavenwurzeln, etwa 7 kg schwer, erbigt ca. einen Litter weissen Tequila
Die Destillerie 
Natürlich darf auch das Degustieren nicht fehlen! 
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Baja California, Mexico

Wir sind in Mexico!
Nachdem wir unsere erste Nacht auf einem Weingut im Guadalupe Valley verbracht und mehr oder weniger gut geschlafen hatten, startete unser erster ganze Tag in Mexico!

Wir fuhren nach Ensenada, eine grössere Stadt am Pazifik. Unterwegs stellten wir fest, dass die Mexikaner einen sehr ähnlichen Fahrstil wie die Italiener haben... :). Heisst, jeder fährt ein bisschen wie es ihm grade passt aber im grossen und ganzen funktioniert das Chaos dann eben doch. Dort angekommen, parkten wir unser Auto und spazierten der Küstenpromenade entlang zum Stadtzentrum. Vorbei an verschiedenen Restaurants, einem Fischmarkt mit frischen Fischen und einer Strasse mit kleinen Läden und Marktständen. Alles wirkte ziemlich touristisch. Trotzdem gefiel es mir gut, da alles voller Farben war und ein lustiges Gewirr aus Stimmen und mexikanischer Musik die Strassen erfüllte.  
In unserem Reiseführer wird, etwas vom Gewühl entfernt, ein authentisches mexikanisches Restaurant empfohlen. Schon seit Wochen freuten wir uns wahnsinnig auf das mexikanische Essen und so beschlossen wir, dieses aufzusuchen. Mit unserem nach wie vor kleinen spanischen Wortschatz bestellten wir und bekamen auch ungefähr das, was wir uns vorgestellt hatten. Das Essen war gut, haute uns aber nicht aus den Socken. Dafür punktete das Restaurant mit seinen kunterbunten Farben an Wänden, Tischen, Stühlen und den aufgehängten Wimpeln.

Weiter ging es südwärts, entlang der Pazifikküste. Wir passierten karge, steinige und heisse Wüstenlandschaft. Nur was bewässert wird grünt, alles andere ist Staub und Sand. Die Strassen sind ziemlich gut, wieder viel enger als wir es gewohnt sind von Kanada und den USA (also etwa so wie in der Schweiz) und hie und da gibt es ein paar Schlaglöcher. Sobald aber die Hauptstrasse verlassen wird, ist nichts mehr geteert! Auf einen Randstein grossen Absatz folgen steinig-staubige und ausgewaschene Strassen. Zwischendurch fährt man durch kleine Dörflein wo einige Häuser in den buntesten Farben angestrichen sind, andere erscheinen sehr heruntergekommen. Und statt Strassenschilder, welche angeben dass man langsamer fahren muss, gibt es teils riesige unangekündigte Topedos! (Das sind künstliche Strassenunebenheiten). Mann muss also immer sehr wachsam sein und gut auf die Strasse schauen um die Topedos zu sehen. Mit voller Fahrt über eine solche Erhebung in der Strasse zu fahren würde einem Auto erheblichen Schaden zufügen.  
Wilde Hunde oder Kühe laufen am Strassenrand und leider liegt sehr viel Abfall herum. Und was es bis jetzt in jedem noch so kleinen Dorf gab, ist mindestens ein Tacostand. Wenn diese nicht wären, wäre es wohl kein mexikanisches Dorf... :)

Unsere zweite Nacht verbrachten wir auf einem Campingplatz, welcher zum Hotel mit dem Namen „La Cueva del Pirata“ gehört. Es befindet sich direkt an einer Klippe und wir genossen einen wunderschönen Ausblick auf den tief blauen Pazifik.  Hier war sogar Bono, der Leadsänger von der Band U2 einmal zu Besuch, ein Beweisfoto steht an der Bar! :) Für einen kleinen Aufpreis für WC und Dusche, bekamen wir den Schlüssel für Zimmernummer 1, in welchem wir das Bad benutzen konnten.

Den nächsten Tag verbrachten wir mit viel Fahren, es ging ins Landesinnere  weiterhin durch die Wüste und ein paar Mal wünschten wir uns, wir hätten eine Klimaanlage in unserem Baluu. Einen Stopp legten wir in einer felsigen Gegend ein, wo hunderttausende Kaktusse wachsen! Ein kurzer Wanderweg zwischen den faszinierenden Pflanzen führt zu einer kleinen Höhle, wo man Höhlenbemalungen bestaunen kann. Unser Plan war eigentlich, irgendwo inmitten diesem Kaktussmeer zu übernachten. Aufgrund der starken Hitze beschlossen wir dann aber weiter zu fahren. Nach fast 3h Stunden erreichten wir dann die Sea of Cortez (dies ist übrigens das einzige Meer, welches nur einem Land gehört), bei der Ortschaft Baja de Los Angeles. Dort richteten wir uns auf dem Campground „Camp Archelon“ nur etwa 10m vom Meer entfernt, für die Nacht ein. Den nächste Tag verbachten wir mit Kajaken (diese durfte man gratis leihen) und baden im Meer. Dies war übrigens das erste Mal, dass wir im Meer badeten seit wir auf unserer Reise sind! 

Bei Antonio, dem Campingbesitzer, erkundeten wir uns über die Walhaie, welche in dieser Zeit vom Jahr in der Sea of Cortez beobachtet werden können. Da es für uns beide allein ein zu teurer Spass gewesen wäre, organisierte er uns eine Tour mit einer mexikanischen Familie zusammen, welche auch auf dem Campingplatz war.

Und so kam es, das wir unser erstes Highlight in Mexico erlebten! Denn die Familie war supernett, alle konnten gut englisch und waren sehr lustig und grosszügig! Ricardo Senior (Die Familie bestand aus Grosseltern, Eltern, 7jähriger Sohn und dessen 10jährige Cousine) fragte uns ob wir gerne Clams haben und als wir Antworteten, dass wir noch nie Meeresfrüchte gegessen haben, glaubten sie uns dies zuerst nicht. Wir erhielten sofort eine Einladung für das Abendessen. So kam es, dass wir kurzerhand in eine Bucht fuhren und dort auf Muschelsuche gingen. Dies war mega lustig, fast wie Schatzsuchen! In etwa hüfthohem Wasser liefen wir herum und mussten mit unseren Füssen ca. 10cm tief in den Sand nach den Schalentieren suchen. Danach taucht man herunter und holt sie heraus. Alle halfen mit und ziemlich bald hatten wir einen ganzen Kübel voll Muscheln! (Was mich zum einen sehr begeisterte, zum andern auch nervös machte weil ich noch nie Muscheln gegessen habe und bisher eher skeptisch war. Aber wir sind ja offen für neues!)
Mit dem Boot ging es weiter an kleinen Inseln vorbei wo wir Seehunde, Pelikane, Möven, Kormorane und Adler beobachten konnten. Das Highlight der Vogelwelt waren eindeutig die Blaufusstölpel! Wir dachten, die gäbe es nur auf Galapagos. 

Zusammen mit anderen Booten fuhren wir um die Mittagszeit im offenen Wasser herum, auf der Suche nach den berühmten Walhaien. Unser Kapitän erhielt per Funk die Nachricht von der Organisation, dass die Tiere gerade tief tauchen. So machten wir nochmals Halt in einer Bucht und badeten. Plötzlich rief er uns zurück aufs Boot und wir fuhren zu den anderen Booten aufs Meer. Und schon bald sahen wir den grössten Fisch der Meere! Dank unserer Unterwasserkamera konnten wir diesen Moment festhalten. 

Wieder an Land ging es dann gleich ans vorbereiten des Nachtessens. Ich konnte mich bereits mental darauf vorbereiten, dass ich etwas essen werde, was ich bisher bewusst gemieden habe. Auf dass was dann aber kam, war ich nicht vorbereitet. Ricardo nahm einige Muscheln, öffnete sie und gab sie uns zusammen mit etwas frischem Limettensaft zum roh essen! Luki was sehr mutig und ass die erste. Ich veranstaltete eher ein wenig ein Theater, aber „Nein“ sagen kam nicht in Frage (und wäre wohl auch nicht akzeptiert worden). So kam es, dass ich eine noch lebendige Muschel ass, oder wohl eher herunter würgte. Weiter ging es, dass Ricardo an ein Stück frischen Fisch kam, welchen Fischer gerade erst gefangen hatten und in der Nähe am ausnehmen waren. Wieder dachte ich er würde diesen zuerst kochen oder braten. Aber nein, auch diesen gab es wieder roh! (Ich muss anmerken, ich ass auch noch nie Sushi oder sonstigen rohen Fisch). Dieser schmeckte zusammen mit den Saucen aber mega gut! Frischer geht es nicht mehr! :) 

Wir lernten, dass die Muscheln gekocht werden müssen, damit sie sich öffnen. Aber nicht zu lange, sonst werden sie zäh. Dann schält man das Fleisch heraus. Ricardo briet die Muscheln dann in viel Butter, zusammen mit Knoblauch, Zwiebeln und Koriander und servierte uns diese zusammen mit Reis - und nicht vergessen, einer Tortilla! Diese ist man hier in Mexiko wie Brot zu fast jedem Essen. :)
Der Dessert war dann unsere Angelegenheit- wir bereiteten ein Schoggifondue mit unserer letzter Schweizer Toblerone Schokolade und frischen Früchten zu, was bei allen sehr gut ankam, besonders bei den Kinder. 

Bei spannenden Gesprächen, zu denen sich Antonio der Campingbesitzer auch noch dazugesellte durften wir dann mehr über Mexiko erfahren. Vor kurzem wurde ein neuer Präsident gewählt und die Hoffnung ist bei manchen Leuten gross, dass dies zu einer Veränderung in Mexiko führen wird. Der Korruption, welche hier in Mexiko omnipräsent ist, soll ein Ende bereitet werden. Während die älteren Personen am Tisch voller Hoffnung auf diesen Neuanfang waren, gaben sich die jüngeren eher zurückhalten und skeptisch da die Korruption einfach zu tief verwurzelt ist. Wir sind gespannt wie sich das Land entwickeln wird und werden das sicherlich weiterhin mit Interesse verfolgen! Antonio war übrigens schon in Europa und hat dort unter anderem studiert und gelernt Wein zu machen. Er sagte für ihn war das eine Reise in die Zukunft! Er konnte nicht fassen wie bei uns alles geregelt ist und funktioniert. Wir erklärten ihnen dann aber auch, dass auch bei uns in der Schweiz nicht alles perfekt ist. Man merkte dass die Reise nach Europa Antonio geprägt hatte und wie er selbst sagte, durfte er viele Ideen mit nach Hause nehmen. Dies sieht man auch auf seinem Campingplatz. Es gibt hier zum Beispiel Abfalltrennung, Solaranlagen, Meerwassernutzung für WCs, und vieles mehr. Es ist schön junge Leute zu sehen, die ihre Gemeinschaft und ihr Land vorwärts bringen wollen! 

Und schon haben wir unsere ersten Freunde in Mexiko! :) Wir tauschten Adressen und Nummern aus und Ricardo Junior und seine Frau Alina, haben uns herzlich eingeladen, bei ihnen ein, zwei Nächte zu verbringen wenn wir dann auf dem Festland sind. Sie wohnen in Guadalajara, ca. 200Kilometer im Landesinnere von Mexico. 

Unser Weg führte uns weiter südlich. Von der an der Ostküste gelegene Sea of Cortez führt der Highway 1 zurück an den Pazifik und dann wieder an die Ostküste. Wir legten dazwischen einen Stopp in San Ignacio ein. Eine Oase, mitten in der Wüste. Übernachtet haben wir in mitten von hunderten Palmen, direkt an einer Lagune. Es war traumhaft schön, fast wie im Bilderbuch. Aber oft gibt es ja einen Haken wenn alles so perfekt scheint.  In diesem Fall war es ein riesiges Dorffest direkt auf dem Campingplatz. Dies ist ja eigentlich kein Problem, wir genossen die fröhliche Livemusik und sahen den Kindern beim plantschen in der Lagune zu. Die Campingbesitzerin versicherte uns gleich am Anfang, das Fest sei um 21:00 Uhr beendet. Die Familien waren um diese Zeit dann auch weg, geblieben sind dann aber die Leute, die schon ein paar Bierchen zu viel getrunken haben und sich grölend bis in alle Nacht um unser Bus aufhielten. Der Bass der Musik liess teilweise unsere Autoscheiben wackeln und an schlafen war kaum zu denken. Das letzte Mal als ich auf die Uhr schaute, war 01:28Uhr, danach konnten wir irgendwann einschlafen. 
Am nächsten Morgen sah der eigentlich so hübsche Campingplatz aus wie eine Müllhalde. 
Zu Fuss liefen wir 2.5km ins Dorf von San Ignacio wo wir eine schöne, im spanischen Stil erbaute Kirche aus dem 18. Jahrhundert anschauten. 
Zurück beim Campingplatz sahen wir die Besitzerin des Grundstücks, eine ältere Dame, am Abfall zusammen räumen war. Sie war ganz allein! Den Abfall, welcher vorwiegend aus Bierdosen bestand, rund um unser Auto nahmen wir dann für sie zusammen, bevor wir weiter fuhren.

Auf den Strassen in Mexiko trifft man immer wieder auf Militär- oder Polizeikontrollen. Meistens stellen sie uns ein paar Fragen und winken uns dann durch. Einmal durchsuchte ein Beamter unser Auto. Wir wissen, dass man die Kontrollöre immer im Blickfeld haben sollte, damit sie nichts klauen oder aber auch nichts zufügen! Bis jetzt verlief aber alles gut, wir gelangten auch noch nicht in die Hände von korrupten Polizisten.

Die nächsten zwei Nächte an der Sea of Cortez waren nicht gerade angenehm. Es war sooo heiss, wir wussten nicht was wir tun sollten. Im Meer konnten wir uns nicht abkühlen weil es warm war wie eine Badewanne. Eine Klimaanlage im Auto hatten wir auch nicht und der Wind verschwand zusammen mit der untergehenden Sonne. Im Auto war es sehr warm und stickig, und wenn wir nach draussen wollten zum schlafen, kamen Mücken und Fliegen (trotz Insektenspray). Aber es kann ja nicht immer alles perfekt sein, sonst geniesst man das Schöne nicht mehr. 

350km nördlich von La Paz, der Hauptstadt der Baja California (nicht zu verwechseln mit La Paz, der Hauptstadt von Bolivien), befindet sich Loreto. Das  Städtchen hat eine schöne alte Kirche, bunt angestrichene Häuser und wie wir gehört haben, die beste Taco Bude in ganz Baja California. Übrigens wurden wir von Ricardo Junior aufgeklärt, dass Tacos nicht die harten Maischips sind, wie wir sie kennen! Sondern eine Tortilla mit Fleisch oder Fisch und je nach Lokal, den angebotene Beilagen dazu. Ein „Taco con carne assado“  zum Beispiel, ist eine Tortilla mit gegrilltem Fleisch. Wenn man will, bestellt man Beilagen dazu wie Guacamole, Tomaten, oder Salat. Danach faltet man diese in der Mitte und Fertig! Das ist ein richtiger mexikanischer Taco! :) 
Einen genau solchen genossen wir in der besagten Bude. Wow, war das lecker! 
Am selben Tag ging es weiter nach La Paz. Auf einem ruhigen, schönen Campingplatz wo es gutes Internet gibt, verbrachten wir eine sehr angenehm, kühle Nacht. 

Die zwei darauffolgenden Tage fuhren wir noch bis ganz in den Süden der Penisula wo wir im kalten! Pazifik wunderschöne Fische beim Schnorcheln bestaunen konnten. An den Stränden hier befindet sich ein Hotel nach dem anderen, eines pompöser als das andere! Das ist nicht so unser Ding und so verliessen wir den Süden der Baja California bald wieder. 

Nun sind wir wieder auf dem Campingplatz in La Paz und werden morgen die Fähre quer über den Sea of Cortez, nach Mazatlan nehmen. Das mexikanische Festland ruft und wir sind gespannt was uns dort erwartet!

Die ersten Tage
Camp Archelon
Und hier noch RICHTIGE MEXIKANISCHE Tacos
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Von Yellowstone bis Santa Barbara

Nach den ereignisvollen und unvergesslichen Tagen im Yellowstone National Park, brachen wir auf Richtung Westen. Zurück zur Küste mit ein paar kleineren Zwischenstopps war unsere Devise. Das Craters of the Moon National Monument im Bundesstaat Idaho, welcher unter anderem für seine Kartoffeln „Idaho Potatoes“ bekannt ist, lag somit auf unserer Route. Wir nutzten diese Gelegenheit natürlich und verbrachten zwei Nächte im Park. Weil Teile dieser unwirklichen Lavalandschaft, aussehen wie wenn man auf dem Mond wäre, wurde der Park so benannt. Kein Wunder haben hier auch schon Astronauten der Apollomission Trainings absolviert. Wir trainierten auf unsere eigene Art und erkundeten den Park zu Fuss. Mehrere kleinere Wanderungen und vor allem das heruntersteigen in eiskalte und dunkle Lavahöhlen, in denen man ohne Stirnlampe nicht einmal die eigene Hand vor dem Gesicht sah, werden uns sicherlich in Erinnerung bleiben. Übrigens muss für das betreten der Höhlen einen Zettel unterschreiben, mit welchem man bestätigt, die Kleider die man mitbringt noch nie in einer anderen Höhle getragen zu haben. Aus Europa wurde in den letzten Jahren nämlich ein Pilz eingeschleppt, der die Fledermausbestände in einigen Höhlen der USA und Kanada drastisch reduziert hat. Mit den Vorsichtsmassnahmen will man eine weitere Ausbreitung des Pilzes nun möglichst eindämmen. Gemäss dem Gespräch mit einer Rangerin dürfte dies trotz allem aber ein schwieriges Unterfangen sein, da sich die Fledermäuse auch gegenseitig mit der Krankheit anstecken können.

Eigentlich wollten wir Portland in Oregon noch besuchen. Aus mehreren Gründen (grosser Umweg, Finanzen, eine weitere Stadt..., usw.) entschlossen wir uns aber dies nicht mehr zu tun. Wir fuhren also direkt zu unserem nächsten Ziel, dem Crater Lake. Da wir in Idaho neben den guten Kartoffeln auch auf einigermassen guten und günstigen Käse stiessen, deckten wir uns vorher aber noch mit ein paar Käsebarren ein. 🙂

Der Crater Lake ist der tiefste See der USA. Ein wunderschöner, blauer See, welcher in einem Vulkankrater liegt und jeden Sommer tausende von Touristen anzieht. Im Winter ist die Gegend nur beschränkt zugänglich, da extrem viel Schnee liegen kann. Auch als wir dort waren, Ende Juni lag an ein paar Stellen noch Schnee. Wir umrundeten den Krater entlang dem Scenic Drive, steuerten verschiedene Aussichtspunkte an, schossen Fotos und legten natürlich auch ein paar Kilometer in den Wanderschuhen zurück. 

Auf direktem Wegfuhren wir dann zur Pazifikküste, wo wir uns im Norden Kaliforniens nochmals die Redwoods anschauten. Vor ein paar Wochen waren wir ja schon einmal hier, dieses Mal wirkten die Bäume aber noch eindrücklicher auf uns. Es ist einfach unfassbar wie gross und hoch diese Bäume sind und beim Wandern durch diese von Farn und Rhododendron gespickten Wälder, kommt man aus dem Staunen fast nicht mehr heraus. Auf vielen Highlightlisten, unter anderem auch auf unserer, ist diese Gegend nicht aufgelistet, wie wir nun selber feststellen mussten, zu Unrecht.
Zum dritten und wohl letzten mal auf unserer Reise trafen wir in der Nähe der Redwoods wieder auf die Familie von Arx. Die fleissigen Bloggleser erinnern sich sicherlich noch an die ersten Begegnungen beim Monument Valley und im Capitol Reef National Park. An einem schönen Flussufer verbrachten wir einen gemütlichen Abend miteinander und tauschten über das Erlebte der letzten Tage aus. Die „Strasse“ zu diesem Platz am Fluss war übrigens eine ziemliche Buckelpiste. Mit Sämis Hilfe , 4x4 Antrieb ein wenig Mut und viel Geduld und Nerven schafften wir es aber am darauf folgendem Tag wieder auf die Hauptstrasse hinauf und konnten unsere Reise fortsetzen. Die Off-road Piste war eine gute Übung für uns, weil wir nun aus eigener Erfahrung wissen wie weit wir mit Baluu gehen können, oder eben auch nicht! Diese Piste war wohl schon ziemlich nahe beim Maximum.

Entlang dem wunderschönen Highway 101 fuhren wir danach der Küste herunter bis nach San Francisco. Städte mögen wir mittlerweile nicht mehr so sehr, San Francisco - unsere Lieblingsstadt bis jetzt, bildet hier definitiv die Ausnahme. Wir nahmen uns ein wenig Zeit um noch ein paar mehr Ecken dieser Metropole zu erkunden und alt bewährtes nochmals zu geniessen. Weil wir an einem Freitag in der Stadt waren durften wir auch wieder ein hervorragendes Nachtessen beim Foodtruck-Festival einnehmen. 
Erstaunt waren wir vor allem über die leeren Flosse beim Pier 39! Die Seelöwen sind zu dieser Jahreszeit im Süden unterwegs wo sie ihre Jungen auf Sandbänken gebären. Nur ein paar Einzelgänger streckten hie und da die Köpfe aus dem Wasser und wir waren froh darüber, die volle Anzahl der hier lebenden Tiere ein paar Wochen vorher schon gesehen zu haben. Unsere Nächte verbrachten wir übrigens wieder beim Aussichtspunkt auf der Nordseite der Golden Gate Bridge! Hier trafen wir unter anderem auf ein lustiges Pärchen aus Frankreich, welche wir vielleicht in Mexiko nochmals antreffen werden.

Von San Francisco fuhren wir der Küste entlang Richtung Süden weiter. In Monterey fuhren wir den 17-Miles-Drive. Diese Strasse führt entlang einer wunderschönen Küstenregion, welche die reicheren Leute dieser Welt für sich „beanspruchen“. Hier trifft man auf Golfplätze direkt am Meer und Villen wie man sie aus den Bilderbüchern kennt. Lukis Tante, Susi, war vor einigen Jahren selbst hier und genoss die Fahrt dieser Strasse entlang. Weil es ihr so gefallen hat, sponserte sie uns die kostenpflichtige Fahrt sowie ein Essen in einem Restaurant. Wir entschieden uns für einen gutes mexikanisches Lokal, welches unserer Preisklasse weit mehr entspricht als die Restaurants beim 17-Mile-Drive und in welchem es uns auch definitiv wohler ist, ein sehr schmackhaftes und ausgiebiges Nachtessen. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön Susi 🙂! 

Die Tage um den Nationalfeiertag der Amerikaner, dem 4ten Juli verbrachten wir mit Rahel‘s Bruder, Raphael, in Santa Barbara. Raphi war die letzten Wochen in einer Sprachschule in San Diego und reist nun mit Freunden noch ein paar Tage in der USA herum bevor er wieder in die Schweiz zurück kehren wird. Santa Barbara ist eine hübsche, Spanisch angehauchte Stadt direkt an der Pazifikküste. Wir genossen also für ein paar Tage die Sonne, gute Kaffees, schauten uns Spiele der Fussball Weltmeisterschaft an und hatten einfach eine tolle Zeit zusammen. Baluu brachten wir hier übrigens noch zu einer auf VW-Busse spezialisierte Garage, da wir, bevor es auf unserer Reise weiter Richtung Mittelamerika geht, nochmals alles prüfen wollten. Es war ein guter Entscheid, denn die sympathischen und versierten Mechaniker fanden ein paar Dinge die uns zum Verhängnis hätten werden können und reparierten diese sofort. Wir hoffen nun darauf das Baluu gut für unsere weiteren Abenteuer gerüstet ist und wir Mittel- und Südamerika möglichst ohne weitere Fahrzeugprobleme erkunden können! 

Bei uns geht es nun weiter Richtung Los Angeles, danach zum Salvation Mountain und San Diego bevor wir dann vor haben Mitte Juli nach Mexiko einzureisen. Einen letzten Bloggeintrag aus der USA wird es also noch geben! Bis bald!
Crater of the Moon National monument 
Crater Lake National Park 
Zurück an der schönen Küste, Übernachtungsplatz bei einem Leuchtturm 
Redwoods und das Treffen mit der schweizer Familie
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Yellowstone National Park

Tag 1: 11.06.18 (Rahel)

Prolog: Unser Wecker holte uns um 5.30Uhr aus dem Schlaf, um die Tierwelt- und Bergwelt des Grand Teton zu bestaunen. Doch als wir dann aus dem Fenster schauten und die vielen Wolken und die Nebelschwaden sahen, stellten wir den Wecker ab und schliefen weiter... (Wenn ich das so lese bin ich nicht gerade stolz auf diese Leistung). Erst nach 9:00Uhr erwachten wir erneut, bei nur leicht besserem Wetter. Nach unseren Haferflocken mit frischen Früchten, unser tägliches Frühstück, machten wir uns auf für eine stündige Wanderung. Es war immer noch ziemlich frisch und so genossen wir einen heissen Kaffee statt ein Glace nach dieser Wanderung.

Kurz nach dem Mittag verliessen wir den Grand Teton National Park und fuhren in den direkt angrenzenden Yellowstone National Park: Der eigentliche Grund warum wir nochmals so weit in den Norden fuhren. Ein paar Kilometer vor dem Zahlhäuschen, sahen wir einen Autostopper. Hierzu muss ich nochmals ausholen und eine kleine Geschichte erzählen: Als wir zum zweiten Mal in den Grand Canyon fuhren, sahen wir zwei Autostopper mit viel Gepäck, hielten dann aber nicht da wir schon ziemlich müde waren und keine grosse Lust auf Konversationen hatten. Well... jedenfalls eine Hälfte der Truppe, es werden zum Schutz der Beteiligten aber keine Namen genannt. So winkten wir und fuhren weiter. Einen Tag später auf der Wanderung begegneten wir zwei Jungs. Sie fragten uns, ob wir einen Van haben und als wir mit „ja“ antworteten, sagten sie dass wir am Vortag an ihnen vorbei fuhren. Ich hatte ein schampar schlechtes Gewissen und wunderte mich, dass die uns wieder erkannten ohne Baluu! (Wir nehmen nicht jeden Autostopper mit, nur solche, die wie WIRKLICHE Reisende aussehen. Mit Rucksack und so...)

Zurück zu Tag 1. Es fing leicht an zu regnen und der junge Herr sah wie ein „richtiger“ Tramper aus. Darum stoppten wir dieses Mal. Ein junger Franzose, namens Meddy, kam also mit uns in den Park. Zuerst wollten wir ihn beim Visitor center wieder ausladen, irgendwie machte er aber einen hilflosen Eindruck und so boten wir ihm an, mit uns auf den Camping zu kommen wo er somit „gratis“ übernachten konnte. Irgendwie machte er keine anstalten uns zu verlassen und so kam es, dass wir irgendwie alle zusammen beschlossen, dass er die nächsten fünf Tage mit uns den Yellowstone erkundigen wird... :) Warum auch nicht!

Der erst 21jährige kam nach Amerika um Englisch zu lernen, was er mittlerweile recht gut kann. Er hat fast kein Geld und ist reist sehr einfach: Er hat nicht einmal ein Zelt, sondern schläft in einer einfachen Hängematte. Essen gibts bei ihm Brot zum Frühstück, Brot zum Zmittag und Brot zum Znacht... :) Dazwischen ein Apfel und ein paar Chips. Da führen wir im Gegensatz zu ihm ein richtiges Luxusleben. Denn am Abend hat es zum einen unzählige Mücken, zum andern wird es sehr frisch, es waren hier höchstens noch 5ºC. Wir haben dann unser Baluu, wo wir vor beidem mehr oder weniger geschützt sind... Aber wir finden es auch gut, dass es heutzutage noch so junge Leute gibt, die mit wenig auskommen und Abenteuer freudig sind! :)

Tag 2: 12.06.18 (Luki)

Als wir heute Morgen um 06:30 erwachten waren unsere Autoscheiben seit längerer Zeit wieder einmal gefroren. Noch nie haben wir Frost Mitte Juni erlebt aber hier im Yellowstone National Park ist das tatsächlich möglich! Meddy der die Nacht in seiner Hängematte verbracht hatte tat uns schon ein wenig Leid sobald wir dann aber mit Baluu unterwegs waren, bekamen wir alle ziemlich schnell wieder warm. Schon nach ein paar Fahrminuten sahen wir dann Autos am Strassenrand stehen und Leute, welche durch ihre Kameras und Fernrohre starrten. Natürlich gesellten wir uns dazu und konnten unser Glück kaum fassen, da sahen wir doch tatsächlich unseren ersten Bären hier in den USA. Der Grizzly war zwar etwas weit entfernt aber durch die Kamera konnten wir das Tier wunderbar beobachten. Unser heutiges Ziel war das Lammar Valley im Nordwesten des Parks, in welchem man sehr gut Wildlife beobachten kann. Auf unserer Fahrt dorthin durchquerten wir das wunderschöne Hayden Valley und stiessen dort auf diverse Bisonherden. Diese Bisons sind einfach eindrückliche Tiere und auch nach dem gefühlt hundertstem Tier, welches man gesehen hat bekommt man einfach nicht genug. Grosse, muskulöse, wilde und doch ruhige und gemächliche Tiere die man aber auch nicht herausfordern sollte. Es sind hier im Park schon Menschen ums Leben gekommen, weil sie diese Tiere unterschätzt haben. Nachdem wir die Passhöhe des Dunravenpass überquert hatten, fanden wir uns dann plötzlich in einer Autoschlange wieder. Alle Leute stiegen aus den Autos und liefen die Strasse herunter, was Rahel und Meddy dann auch taten, während ich im Auto blieb. Ein paar Minuten später kamen sie zurück und teilten mit, dass ein Schwarzbär am Strassenrand die Ursache für die Aufruhr sei. Langsam rollten wir dann der Strasse entlang weiter bis wir dann zum Ort kamen, wo der Schwarzbär war. Dieser überquerte ein paar Autos vor uns die Strasse, gefolgt von einem kleinen Bärchen :)! Wir konnten es nicht fassen, dass sich gewisse Touristen zu Fuss bis zu 2-3 Meter dem Tier annäherten um ein „gutes“ Foto zu schiessen! Eine Mutterbärin, welche sein Junges beschützen, will ist etwas vom gefährlichsten was man in der Wildnis antreffen kann! Zum Glück war die Bärin ruhig und es passierte nichts. Auf der Böschung auf der sich die kleine Bärenfamilie danach aufhielt, waren sie wieder sicher vor den Touristen! Wir wollen hier keine Moralpredigt halten aber einfach daran erinnern, dass es wilde Tiere sind, welche wir auf Reisen oder auch Zuhause in der Schweiz im Wald oder auf Wiesen antreffen und diese sollten wir mit dem nötigen Respekt behandeln! Nach der Aufregung durften wir dem kleinen Bären und seiner Mutter dann noch ein paar Minuten zuschauen und unter anderem sehen, wie der kleine auf einen Baum kletterte, um dort ein wenig zu Naschen. Ein unglaubliches Erlebnis, das uns für lange in Erinnerung bleiben wird! Wir sahen an diesem Tag neun, ja richtig gehört NEUN Bären ( 2 Grizzly einer davon mit Baby, und 6 Schwarzbären) und können es bis heute nicht fassen! Wir haben von Leuten gehört die schon mehrmals im Yellowstone waren und noch nie einen Bären zu Gesicht bekommen haben! Neben dem Bären beobachten wanderten wir auch viel an diesem Tag. Wir umrundeten den Trout Lake im Lamar Valley, machten die Lost Lake Wanderung bei der Tower Junction, sahen die Tower Falls und die Calcite Springs und absolvierten den Elephant Back Trail zum Feierabend! Zutiefst dankbar für diesen wunderbaren Tag und all die Bären die wir gesehen hatten schliefen wir dann richtig gut und schnell ein! 

Auch wenn die Bären das absolute Highlight des Tages waren, gab es noch einige andere Tiere die wir heute zu Gesicht bekamen: Koyoten, Elks, Murmeli, Pronghorns, Steinböcke (oder etwas in derselben Familie), Ospreys, Gänse und weitere schöne Vögel und verschiedene Eichhörnchen.

Tag 3: 13.06.18 (Rahel)

Auch heute stellten wir einen Wecker, damit wir möglichst viel vom Tag haben. Kurz nach 7:00Uhr verliessen wir den Campingplatz und fuhren wieder im östlichen Teil des Parks zuerst zur fishing Bridge, in der Hoffnung, wieder wilde Tiere beobachten zu können. Tatsächlich sahen wir in einiger Entfernung einige Elks auf einer Wiese am Fluss, die diese Wasserquelle nutzten. 

Danach fuhren wir zu den Mud Volcaons. Dort 

bestaunten wir brodelnde Tümpel, rauchende Quellen und staunten über den aktiven Boden unter uns.

Der Grand Canyon des Yellowstone National Parks war unser nächstes Ziel. Vom Artist Point auf dem South Rim Trail, hat man einen wunderbaren Ausblick auf den beeindruckenden Lower Fall. Von dort aus wanderten wir durch Wälder und Wiesen, vorbei an Seen und sahen einige Bisons. Die im Yellowstone wohnhaften Büffel, sind übrigens die Grössten ihrer Art in ganz Amerika. Sie wurden nie mit anderen Tieren ihrer Familie gekreuzt. 

Am späteren Nachmittag erledigten wir unsere Wäsche, genossen und Glace und machten nochmal einen kleinen Rundgang, den Pelican Creek Nature Trail. Tatsächlich konnten wir auch einen amerikanischen Pelikan bestaunen. 

Auf unserer fahrt zurück auf den Camping, kamen wir in den Genuss von Trompeter Schwans. Auch wenn wir heute keine Bären sahen, war es wieder ein wunderschöner und erlebnisreicher Tag und wir freuen uns bereits sehr auf Morgen, wo wir dann in den Westen des Parks fahren werden.

Tag 4: 14.06.18 (Luki)

Nachdem wir uns, wie jeden Morgen mit Haferflocken und einer Frucht (heute waren das Erdbeeren) gestärkt hatten, machten wir uns auf Richtung Westen. Am heutigen Tag haben wir uns die Region um den Old Faithful angeschaut. Um acht Uhr morgens waren wir beim Visitor Center und erkundeten uns nach den Eruptionszeiten der Geysire. Da die Eruption des Old Faithful Geysire auf 09:00 angesagt wurde, genossen wir einen guten Kaffee und warteten mit vielen anderen Leuten auf den grossen Augenblick. Um 09:10 war es dann soweit und die etwa 20`000 Litter Wasser schossen bis zu 50 Meter in den Himmel! Der Old Faithful ist nicht der aktivste und auch nicht der grösste aller Geysire im Upper Geysire Basin aber er bricht regelmässig ca. alle 90 Minuten (variiert zwischen 50-127 Minuten) aus und ist daher die Attraktion des Yellowstone National Park. Nachdem wir uns dieses Spektakel angeschaut hatten spazierten wir auf Wanderwegen und Holzstegen durch das Upper Geysire Basin und schauten uns die anderen Geysire an. Die meisten dieser Wasserspeier brechen so unregelmässig aus, dass man richtig Glück haben muss um sie zu beobachten. Es gibt aber auch ein paar kleinere Geysire welche regelmässig ausbrechen. Alle 7-10 Minuten erwacht zum Beispiel der Anemone Geysir, was sehr spannend ist da man so eine ganze Eruptionsphase beobachten kann. Das Upper Geysire Basin ist übrigens die grösste Ansammlung von Geysiren weltweit! Ansammlungen wie hier gibt es nur noch in Chile, Russland und in Island. Ein weiteres Highlight in dieser Gegend war für uns der Glory Morning Pool. Dieser mit heissem Wasser gefüllte Pool erstrahlt in allen möglichen Farben :) am besten einfach die Fotos anschauen... beschreiben nützt hier wirklich nicht viel! Mit hunderten anderen Leuten schauten wir uns dann noch ein zweites Mal den Old Faithful Ausbruch an und wir waren froh, dass wir am Morgen beim ersten Mal ein wenig mehr Platz hatten. 


Den Nachmittag verbrachten wir dann damit, uns diverse heisse Quellen, andere Geysire und brodelnde Schlammlöcher anzusehen. Der absolute Höhepunkt des Tages war dann aber der Besuch bei den Prismatic Springs! Der blau, gelb, orange, rot, braune See ist wohl allen schon einmal auf irgend einem Foto oder in einem Film vor die Augen gekommen. Fotos und Videos sind das eine, sieht man diesen Ort aber mit den eigenen Augen kommt man aus dem staunen wirklich fast nicht mehr heraus! Alles ist in einer solchen Perfektion geschaffen und sieht umwerfend aus! Hier trafen wir übrigens zum dritten Mal auf unserer Reise (nach dem Canyonlands NP und vor zwei Tagen hier im Yellowstone) auf Adam und Sarah die in der Schweiz leben und für drei Monate in Nordamerika unterwegs sind! Wir wanderten also ein wenig zusammen und redeten über Gott und die Welt. 


Die heutige Nacht werden wir auf dem Campingplatz in Madison verbringen. Dies ist im Westen des Parks. Morgen wollen wir dann zu den Mammoth Hot Springs im Norden von hier fahren.