Der Norden Chile‘s

Unsere erste Nacht in Chile verbrachten wir mitten in der Wüste, mit wunderbarem Blick auf die Vulkane Licanbur und Cerro Sairecabur. 
Am Morgen genossen wir den Anblick auf eine Herde Lamas, die nicht weit von uns am grasen war. 
Wir machten uns auf den Weg nach San Pedro de Atacama. Das aus Lehmhäusern bestehende Wüstendorf ist Ausgangspunkt von diversen Touristenaktivitäten. Die Preise sind dem entsprechend hoch und es gibt an jeder Ecke unzählige Anbieter, die versuchen ihre Touren zu verkaufen. Wir suchten einen Camping für Van und Zelt, wurden aber nicht fündig. Dafür fanden wir ein Hostel in unserer Preisklasse, wo wir Semafora (den gemieteten VW Bus) sicher abstellen und je ein Zimmer für meine Eltern und uns buchen konnten. 
Wir spazierten am besagten Tag ein wenig im Dorf herum, sahen uns verschiedene kleine Märkte und die aus Lehm und Kaktusholz erbaute Dorfkirche an. Als es Zeit für ein Nachmittagskaffe war und wir auf eines der Restaurants zusteuerten, fing meine Mutter plötzlich an zu winken und meinte „das gibts doch nicht!“. Da sass in dem Cafe ein Bekannter meiner Eltern, mit dem sie 1-2x in der Woche Fitnessstunden besuchen. Zwar wussten beide voneinander, das sie zur gleichen Zeit nach Südamerika in die Ferien gehen, doch mit einem Treffen hat man nicht gerechnet. So waren wir neben dem Kaffee trinken die nächsten 2h mit erzählen und austauschen beschäftigt. 

Aber das ist noch nicht alles! Früher am Tag hatten wir nämlich Kontakt mit Nachbarn meiner Eltern in Obfelden, die auch zur selben Zeit wie wir in der Atacama Wüste waren und verabredeten uns mit ihnen zum Znacht! Wie klein die Welt doch manchmal ist! :)

Wir trafen uns mit Karin und Dani Dubach für den Sonnenuntergang bei einem Aussichtspunkt mit spektakulärem Blick über das „Valle de la Luna“. Es war ein sehr schöner Abend mit grosser Wiedersehensfreude und gutem Essen.
Und da es uns allen so gut gefallen hat, änderten wir unsere Pläne ein wenig um uns am nächsten Tag gerade nochmals zu treffen. :)

Am Morgen fuhren wir los zu den Lagunen Miscanti. Auf dem Weg gab es Abschnitte, wo wir Zeugen der Verwüstungen vom letzten grossen Regenfall wurden, der vor etwa 20 Tagen stattfand. Ganze Strassenteile waren einfach weggeschwemmt...!  Zudem sahen wir am Strassenrand des öfteren grosse Pfützen, wo das Wasser noch nicht hatte absickern können. Und das in der trockensten Wüste der Welt! Das musste wirklich stark geregnet haben...

Bei der Laguna Miscanti gab es ein paar wenige kurze Wanderwege mit Blick auf tiefblaues Wasser und verschneite Vulkane und Berge. Da wir uns auf über 4100 M.Ü.M. befanden, kamen wir auch bei kleineren Anstrengungen ins schnaufen. Einige Anwesende mehr als andere... ;)

Den zweiten Halt an diesem wunderschönen Tag legten wir bei der Laguna Chaxa ein. Diese liegt in einem Salzsee auf lediglich 2300m.ü.M. Mehrere dutzend Flamingos sind dort zuhause und ernähren sich von kleinen Shrimps, die in dem stark salzhaltigen Wasser leben. Am Abend des selben Tages trafen wir dann nochmals das Ehepaar Dubach mit ihren zwei Reisegefährtinnen. Zusammen besuchten wir diesmal ein etwas besseres Restaurant, das lokale Spezialitäten wie Ziegenkäse, Guanaco oder Lachs servierte.

Ein kleiner Überblick über das „Valle de la Luna“ bekamen wir ja bereits, als wir uns mit den Nachbarn meiner Eltern für den Sonnenuntergang trafen. Der Besuch im Park selber lohnte sich aber noch viel mehr! Mit dem VW Bus fuhren wir durch eine Landschaft, die aussieht wie auf dem Mond. Salzhaltige Adern in den Felsen täuschten eine Schneeschicht vor. Doch die 30 Grad liessen einen spüren, das die weisse Schicht sicher kein Schnee ist! Die NASA nutzte die sandige und steinige Landschaft sogar einmal, um einen Marsroboter zu testen. Wir machten verschiedene kurze Wanderungen, viele Fotostops und stupsten einander mehrmals an, um sicher zu gehen das wir die Schönheit vor uns wirklich sehen und nicht am träumen sind. 
Wir wussten das die nächste Nacht kalt werden wird. Für den kommenden Tag war ein frühmorgendlicher Besuch bei den Tatio Geysiren geplant. Dafür wollten wir schon so weit wie möglich hinauf in die Berge fahren um am nächsten Tag nur ein kurzen Fahrtweg zu haben. Die restliche Strecke musste nämlich im dunkeln auf einer nicht betonierten Strasse zurück gelegt werden. Wir konnten noch nicht ganz hinauf auf die 4300m fahren um zu übernachten, da sonst einige Mitreisende unter Luftnot gelitten hätten. Dies wollten wir auf keinen Fall! So fanden wir auf dem Weg hinauf ein wunderschönes Plätzchen mitten in der Wüstenlandschaft auf knapp 4000 M.ü.M ! Nicht zu windig für das Zelt, weg vom Strassenlärm und ausser Sichtweite. Am späten Abend, nach einer gemütlichen Jassrunde sahen wir die Milchstrasse und einen wunderschön klaren Sternenhimmel der sich über die verschneiten Bergipfel erhob. 
Als der Wecker uns um 04:45Uhr aus dem Schlaf riss, war es 1 Grad Celsius. In der Ferne hörten wir bereits die ersten Tourbusse den Berg hinauf fahren. Teilweise noch im Pjyama und mit Kappe und Schal eingepackt, bauten wir das Zelt ab und fuhren los. Die Strasse war nicht mehr im besten Zustand und auf einigen Passgaen fürchteten wir, dass durch die Vibration gleiche alle Schrauben des Autos auseinanderfallen würden... Doch Gott sei Dank kamen wir sicher beim Eingang an, kauften unsere Tickets und fuhren um 06:00Uhr fast als erste hinaus zum Geysirfeld. Es war noch dunkel und wir sahen immer noch den schönen Sternenhimmel. In der Morgendämmerung sah man den Rauch der verschiedenen Geysire. Bald schon waren die Parkplätze mit Bussen überfüllt und den Sonnenaufgang genossen wir mit hunderten anderen Touristen. Es war mega kalt aber auch wunderschön! Der Anblick des Dampfes der heissen Quellen der in den Himmel empor stieg, kochend heisses Wasser das in die Luft geschleudert wurde und wie tausend funkelnde Diamanten aussah und die Sonnenstrahlen welche langsam die Kälte vertrieben, werden uns wohl für immer in Erinnerung bleiben!
So schnell wie all die anderen Touristen gekommen waren, so schnell verschwanden sie auch wieder. Gegen 09:00Uhr waren wir fast wieder alleine und genossen einen warmen Kaffee und Porridge in unserem Reisebüsli. Gestärkt nahmen wir dann ein kurzes Bad in den nahe gelgenen heissen Quellen, bevor wir wieder hinunter in die Atacama Wüste fuhren. 

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Der Norden Argentiniens

Nach fast 28h Flug- bzw. Wartezeit kamen wir am 31. Januar in Buenos Aires an. Wir buchten den günstigsten Flug von Kolumbien bis Argentinien und mussten vier Mal umsteigen und dabei jedes Mal  neu aus- und wieder einchecken... so waren wir dann dementsprechend müde und freuten uns auf eine Dusche und ein Bett im Hostel. Der Shuttlebus brachte uns direkt vor unsere Unterkunft. Dort angekommen waren wir etwas stutzig, da im Treppenhaus bis zum zweiten Stock, keine Lampe brannte und wir unsere Taschenlampen benutzen mussten, um den Eingang zu finden. Wir dachten uns nichts dabei. Von einer russischen Volountier wurden wir als erstes informiert, dass sie bereits seit 4 Tagen keinen Strom mehr hatten! Ein ganzes Stadtviertel sei davon betroffen. Wir hatten nun die Wahl, ob wir somit ohne Strom und Wasser gratis im Hostel bleiben oder die Reservierung kostenlos stornieren wollten. Unserem Budget zuliebe wählten wir natürlich die Gratisvariante und fielen sehr müde (wenn auch verschwitzt ohne Dusche) in eines der acht Betten in unserem Schlafsaal. Bis zu diesen zwei Nächten in diesem Hostel hatten wir nie schlechte Erfahrungen in einem Mehrbettzimmer gemacht, aber diesmal nahmen unsere Zimmernachbarn keine Rücksicht auf uns... Nichtsdestotrotz, was will man mehr als eine kostenlose Übernachtung inklusive Frühstück!? Das Geschirr war zwar nicht ganz sauber, da ja kein Wasser zum Spülen vorhanden war, doch Brot und Dulce de Leche gab es! Was will man mehr..! ;)


Am Freitag machten wir uns zu Fuss auf in die Stadt Buenos Aires. Die Steingebäude im Zentrum waren teilweise sehr schön verschnörkelt und wir sahen seit langem wieder einmal acht- bis zehnstöckige Häuser. Alles ist in Grautönen gehalten, nicht mehr so schön farbig wie noch weiter nördlich und durch die Höhe der Gebäude wirkte alles ein wenig beengend. Zudem ist Buenos Aires riesig mit seinen gut 14 Mio. Einwohnern! 

In einem kleinen Laden fanden wir unsere ersten Empanadas (gefüllte Teigtaschen 🥟). Diese waren so gut, dass wir uns vornahmen, vor unserer Abreise im Mai nochmals dort vorbei zu gehen. :)




Am Samstag 02.02.2019 fuhren wir mit einem Taxi zu Gustavo und seiner Familie. Gustavo ist ein Freund von unserem Autovermieter in der Schweiz. Bei ihm steht der VW Bus, den wir die kommenden drei Monate mieten werden. 

Wir wurden sehr freundlich empfangen, bekamen Kaffee und durften sogar duschen! War das ein herrliches und schönes Gefühl! 

Wir richteten uns im neuen Mietauto ein und machten uns dann auf den Weg raus aus der riesigen Stadt. Aufgeregt, erleichtert und voller Tatendrang fuhren wir los, froh darüber nun ein Auto mit ganzem Getriebe zu haben! Nach gut 3km auf einer fünfspurigen Strasse ging aber plötzlich nichts mehr... Der Motor lief noch, aber Schalten ging nicht mehr. In diesem Moment wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte... Alle meine Alarmglocken klingelten, weil ich dachte, dass nun auch dieses Getriebe kaputt sei! Luki merkte dann bald, dass die Kupplung klemmte und konnte nach ein paar Minuten weiter fahren. Nach diesem ersten Schrecken hatten wir aber Gott sei Dank keine weiteren Probleme und konnten zum geplanten Übernachtungsplatz fahren. 


Unser Mietauto ist ein ehemaliges Ambulanzfahrzeug aus der Schweiz und leuchtet in hellem Gelb und Blau. Der Name „Semaforo“ bedeutet im spanischen Lichtsignal oder Ampel. 

Wir haben deutlich mehr Platz als in unserem Baluu, es gibt einen Tisch mit vier Sitzplätzen und es ist möglich im Auto zu stehen. 


Beim Abendessen vorbereiten hatten wir zu Beginn etwas Probleme mit dem Kochen, da die Gasflasche(n) undicht sind. Die eine mehr als die andere, haben wir dann heraus gefunden. Schlussendlich klappte es dann aber mit kochen und wir fielen gesättigt und glücklich ins neue Bett! :)



Am nächsten Tag ging es weiter nördlich. Unser Ziel waren die Iguazu Wasserfälle ganz oben im Norden von Argentinien. Das riesige Land ist extrem Flach, weit und breit gibt es keine Hügel! So fuhren wir Kilometer um Kilometer, Stunde um Stunde einfach geradeaus. Die Landschaft bestand in diesem Teil aus grünen Wiesen und Sümpfen. Bäume sah man sporadisch. 


Unser nächster Stopp planten wir in einem kleinen Dorf namens Romang. Dieses liegt knapp 800km Fahrstrecke von Buenos Aires entfernt. Dort lebt eine Freundin von meinen Grosseltern, die wir gerne besuchen wollten. 

150km vor ihrem Zuhause begann das Steuerrad zu vibrieren. Wir dachten, dass wir einen Platten hätten, hielten am Strassenrand an und liefen mehrmals ums Auto herum, konnten aber nichts finden. Dies wiederholte sich noch ein-, zweimal, bis wir dann ein Schlagen aus der Richtung des linken Vorderrades hörten. Am Anfang nur leise, dann immer lauter. Just als wir bei einer Tankstelle ankamen, wurde das Problem so schlimm, dass wir nicht mehr weiter fahren wollten bzw. konnten. Bei der Tankstelle zapften wir uns ans Wi-Fi, um mit unserem Autovermieter (Frank) in der Schweiz Kontakt aufzunehmen. 

Wir übernachteten an der Tankstelle, da Sonntag war und wir an diesem Tag keine Hilfe erwarten konnten. Am nächsten Tag, gegen Abend, kam dann dank Franks Hilfe ein Automech aus dem Dorf und schaute sich unser Problem an. Er wusste sofort, dass etwas an der Vorderachse nicht stimmte und nahm uns mit in seine Garage. (Auch hier sprechen wir nicht von einer europäischen Garage, sondern von einem Grundstück aus festgestampfter Erde, einem renovierbedürftigen Schuppen, wo Werkzeuge und diverse andere Dinge eingelagert werden und viele noch fahrbare und auch nicht mehr fahrbare Autos herumstehen).


Silvestre und Viviana, der Mech und seine Frau,  waren von Anfang an sehr freundlich zu uns! Wir durften zum Beispiel das erste Mal Mate Tee probieren. Dies ist typisch Argentinisch! Die „Yerba Mate“ sind Kräuter vom Mate Strauch, die getrocknet in einen Becher mit metallischem Trinkhalm, der am unteren Ende ein Teesieb hat, gefüllt werden. Das ganze wird mit heissem Wasser aufgegossen und sofort getrunken. Das Getränk wird dann im Kreis herum gegeben und jedes Mal, bevor der nächste an die Reihe kommt, wird wieder Wasser nachgefüllt.

Wenn jemand „gracias“, also Danke sagt, bedeutet dies, dass derjenige genug davon hat und somit aus der Runde ausgeschlossen wird.


Silvestre baute die Vorderachse aus und stellte fest, dass kein Fett mehr im Kugellager war und dieses bereits anzufressen begann. Obwohl die Manschette noch gut ausgesehen hatte...

Nach Abklärungen mit Frank, dem Autobesitzer, beschlossen wir ein komplett neues Teil in der nächst gelegenen Grossstadt Santa Fe zu bestellen. Dort gibt es eine VW Bus Garage. Wenn alles gut laufen würde, wäre das Ersatzteil am nächsten Tag gegen 15Uhr geliefert. 


Wir durften auf dem Garagengrundstück übernachten und richteten uns für die Nacht ein. Viviana und Silvestre kamen gegen 20:45Uhr und luden uns auf ein  „Asado“ ein. Das Asado ist mit einer Grillade zu vergleichen. Nur die Fleischstücke sind ein wenig anders als wir sie kennen. Obwohl wir müde waren, wollten wir uns das natürlich nicht entgehen lassen!

Was wir aber nicht wussten ist, dass es normal ist, erst gegen 23:00Uhr zu essen. Dies lernten wir im Verlaufe der kommenden Tage. Die Familie war sehr gastfreundlich und erklärte uns ganz stolz, dass wir ihre ersten ausländischen Gäste seien! Sie leben in bescheidenen Verhältnissen, hätten aber ihr letztes Hemd für uns gegeben!


Fast 24h später erfuhren wir, dass es mit dem Autoerstatzteil nicht klappen wird. Aber allzu erstaunt waren wir nicht darüber. So entschieden wir uns, das kapputte Teil zu flicken. Dieses musste an einem Tag mit einem Kurier nach Santa Fe gebracht werden, einen Tag brauchten sie zum Flicken und einen weiteren, um es wieder nach San Javier zu bringen. So waren wir insgesamt fünf Tage dort! 

Wir wurden jeden Tag zum Essen eingeladen, bekamen mehrere Stadtführungen von Viviana und wurden kaum aus den Augen gelassen... :)


Nach fünf Tagen verabschiedeten wir uns von der lieben Familie und fuhren noch am selben Abend zu Esther, die uns schon seit mehreren Tage erwartete. 



Auch bei ihr und ihrer Schwester Beatrice hatten wir eine wunderbare Zeit! Wir hatten viel zu erzählen, hörten typische Schweizer Musik, spielten Memory, gingen spazieren, kochten Mango Konfitüre, da gerade Mangosaison war und tranken jeden Tag Mate. 

Meine Grosseltern waren vor 12Jahren auch bei Esther zu Besuch und schickten uns per E-Mail eine Foto. Darauf zu sehen ist mein Grossvater, wie er im Garten ein Buch liest. Das selbe Bild haben Luki und ich dann nachgestellt und in die Heimat geschickt. 

Obwohl die Tage gemütlich waren, flogen sie nur so dahin! 


Übrigens war Esther mega fan von Lukis langen Haaren und wollte immer, dass er diese offen trägt... so wie ein richtiger Mann eben...! ;) 

Vier Tage waren wir in Romang, bevor es weiter nördlich ging. Von Zuhause bekamen wir noch eine weitere Adresse, um einen Besuch in der Provinz Misiones zu machen.

Auf dem Weg dorthin, als ich Semaforo das erste Mal fuhr, passierte plötzlich wieder etwas. Die Landschaft hat sich mittlerweile ein wenig verändert und wurde hügliger. Als wir gerade eine Steigung erklommen, verlor das Auto an Kraft. Ich war zwar auf dem Gaspedal, aber der Bus wurde immer langsamer. So fuhren wir mit dem eingeschalteten Pannenblinker rechts  hin und schalteten den Motor aus. Danach funktionierte alles wieder! Da sich dies kurze Zeit später wiederholte und mir Luki nicht zu glauben schien, gab es Fahrerwechsel. Doch auch bei ihm passierte das Problem ein paar Mal. Wie froh waren wir, dass wir trotzdem jedes Mal, nach dem Motor ausschalten und wieder anstellen, weiter fahren konnten!


Beatrice und ihr Mann Rudolfo leben seit einigen Jahren in Argentinien. Davor lebten sie in Brasilien und arbeiteten als Missionare im Busch.

Auch hier wurden wir sehr freundlich empfangen und durften 3 Nächte in einer schönen Holzcabaña schlafen. 

An einem Tag machten Luki und ich einen Ausflug in einen nahe gelegenen, kleinen, sehr liebevoll betriebenen Park. Dort bestaunten wir einen schönen Wasserfall und konnten kurze Wanderungen im Schatten der Bäume geniessen.

Am Tag bevor wir weiter fuhren, hatten wir seit langem wieder einmal ein Projekt: Luki und Rudolfo verstärkten einen Dachbalken und ich schliff und lackierte Holzbalken. Es freute uns richtig wieder einmal tatkräftig Hand anzulegen! Leider wurden wir nicht ganz fertig, da am späten Nachmittag starker Regen einsetzte.



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Kolumbien

Nach drei Tagen warten, Dokumente unterschreiben, warten, Kreuze auf Formularen machen und nochmals warten, war Baluu aus dem Hafen in Cartagena befreit. Für eine Prozedur, welche in Kanada noch knappe 2 Stunden gedauert hatte, benötigten wir hier sicherlich das 10-fache an Zeit. Als Europäer kann man sich kaum vorstellen wie verstrickt und kompliziert hier bürokratische Prozesse ablaufen! 

Unser Besuch aus der Schweiz, Luki‘s Bruder Samuel und seine Frau Rebekka waren mittlerweile auch in Cartagena eingetroffen. Unsere ersten gemeinsamen Tage in Kolumbien verbrachten wir in der Hafenstadt Cartagena. Die Stadt wurde während der kolonialisierung Südamerikas, im Jahre 1533 gegründet und hat heute über eine Million Einwohner. Während der Kolonialzeit war die Stadt eine der wichtigsten Anlaufstellen für Schiffe aus Europa. Als Umschlagplatz für wertvolle Waren aber auch Sklaven war Cartagena natürlich auch ein beliebtes Ziel für Piraten. Immer wieder wurde die Stadt von diesen angegriffen und geplündert. Heute ist Cartagena vor allem eine Touristenhochburg. Die schönen alten Gebäude mit den hunderten von Bugainvillea verwachsenen Balkonen ziehen viele Leute aus aller Welt in ihren Bann. So streifen natürlich auch wir durch die Gassen, bestaunen die schönen Häuser und Kirchen und machen den ein- oder anderen Zwischenstopp in einem hübschen Kaffee. 
Die Weihnachtstage verbrachten wir an der Karibikküste im Norden Kolumbiens. Zuerst legten wir einen Stopp im Bergdörfchen Minca ein. Das Dorf liegt auf einer Meereshöhe von ca. 650 M.ü.M in der Sierra Nevada. Diese Bergkette ist übrigens das höchste Küstengebirge der Welt! Hier liegen die höchsten Berge Kolumbiens und weil die Region abgelegen, zerklüftet und schwer zugänglich ist wird sie bis heute teilweise von Rebellengruppen und Drogenbossen kontrolliert. Der Schweizer Daniel hat sich hier niedergelassen und eine Ferienanlage / Campingplatz auf die Beine gestellt. Ein wunderbares Plätzchen mitten im Hochlanddschungel!

Am Meer, genauer gesagt an der Playa de Los Angeles richteten wir uns dann für die nächsten Tage ein. Direkt neben dem wohl berühmtesten Nationalparks Kolumbiens dem „Tayrona National Park“. Am 24 Dezember erkundeten wir genau diesen Park auf einer etwa 20 Kilometer langen Wanderung. Wir bestaunten die spektakuläre Küstenlandschaft, wanderten durch den Dschungel und trafen dabei unter anderem auf eine Familie Kapuzineraffen. Sehr beeindruckt hat uns auch eine Siedlung von Ureinwohnern. Als wir zwischen den, mit einfachsten Mitteln gebauten Hütten durchwanderten kamen wir uns vor wie in einem Hollywoodfilm. Als wir dann auf die ersten Ureinwohner stiessen welche Musik auf ihrem Smartphone hörten, oder gerade reitend, mit einer Eiscreme in der Hand vom Besuch im nahe gelegenen Dorf zurückkamen, erkannten wir, dass auch hier die moderne Technik Einzug gefunden hat. Da die Strömungen im Meer hier lebensgefährlich sind, beschränkte sich die Badeaktivität während unserer Zeit an der Küste, auf ein paar Minuten an einem zum Schwimmen freigegeben Strand. Vor allem Sam und Rebekka genossen aber die Sonne und das warme Wetter, da sie ja direkt aus dem tiefen Schweizer Winter zu uns stiessen.

In den folgenden Tagen bekamen wir zu spüren wie gross Kolumbien ist, nämlich 3 mal so gross wie Deutschland oder 27 mal so gross wie die Schweiz.  
Unsere nächsten Ziele lagen  im Landesinnern und wir legten viele Kilometer auf der Strasse zurück. Leider machte Baluu immer wieder Faxen und wir entschlossen uns, ihn dann in Bogota zum Mechaniker zu bringen. Auf unserem Weg in Richtung Süden legten wir einen Stopp im Städchen Barichara in der Provinz Santander ein. Die hüglige trockene Landschaft erinnerte uns ein wenig an die Toscana. Die Ortschaft mit all ihren weissen Häusern und roten Ziegeldächern, eingebetet in dieser wunderbaren Landschaft gefiel uns sehr gut. Während sich unser Besuch eine Nacht in einem hübschen Hotel gönnte, durften wir eine Nacht auf einem Campingplatz ganz in der Nähe verbringen. Ein Pärchen aus Holland hat sich mitten in der Hügellandschaft ein Haus gebaut und einen Campingplatz eröffnet. Seit langem treffen wir hier wieder einmal auf andere Overlander. Darunter zwei Schweizer Pärchen. Da wir für die Neujahrstage bereits eine Unterkunft gebucht hatten, mussten wir nach einer Übernachtung leider schon wieder aufbrechen. 

In Villa de Leyva verbrachten wir dann die Tage über Neujahr. Die Ortschaft wurde schon früh zum nationalen Denkmal ernannt. Heisst, man kann hier einen guten Eindruck gewinnen, wie es zur Kolonialzeit ausgesehen hat. Die Siedlung liegt etwa 170 Kilometer nördlich von Bogota. Dank der Nähe zur Hauptstadt ist sie ein beliebtes Ausflugsziel für die etwas reichere Bevölkerung. Neben den schönen alten Häusern und dem grossen Dorfplatz gibt es hunderte von Restaurants und Souvenirshops. Beim Hostal Renacer dürfen wir im Garten campieren, Sam und Rebi schlafen in einem Raum gleich nebenan. Vom Dorf aus wandern wir zu einem Aussichtspunkt und unternehmen kleinere Ausflüge in der Umgebung. Den Übergang ins neue Jahr feiern wir mit südamerikanischen Rhythmen und tausenden anderen Leuten auf dem grossen Dorfplatz! Ein echtes Erlebnis! Sogar en etwa 20minütiges Feuerwerk gibt es zu bestaunen. Unser Highlight dabei sind ganz klar die Feuerwerkstechniker! Ausgerüstet mit Bauhelm, Schutzbrille und Feuerzeug zünden sie wagemutig die einzelnen Raketenpakete an und bringen sich danach wieder in Deckung. Die ersten Zuschauer stehen übrigens nicht einmal 10 Meter entfernt von den Raketenabschussstellen hinter dem Absperrgitter. In der Schweiz würden nach so einem Feuerwerk diverse Verantwortliche ein paar Nächte in Arrestzellen verbringen.... Viva Colombia! 
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Panama & San Blas

Auch der Grenzübergang nach Panama verlief gut, wenn auch etwas chaotisch. 
Wir merkten schnell einen Unterschied zu Costa Rica. Das lateinamerikanische Flair, welches wir etwas vermissten, war irgendwie wieder mehr spürbar. Die kurvigen Strassen durch das Festland der Provinz Boca del Toro führten an kleinen Dörfern mit einfachen aber sehr schönen Häusern vorbei. Nicht mehr so stabile Bauten wie wir sie noch in Costa Rica sahen, dafür mit viel Charme. Die meisten Häuser bestehen bis auf das Blechdach aus Holz und sind auf stelzen gebaut. Oft säumte ein wunderschön verschnörkelter Holzzaun die kleine einfache Veranda. Teilweise hatte man aber das Gefühl, beim nächsten kräftigen Windstoss bricht alles zusammen...

Unser erster Stop legten wir in einem indigenen Dorf mit dem Namen Rio Oeste Ariba ein, um eine Tour durch eine Kakaoplantage zu machen. Schliesslich wollten wir mit eigenen Augen sehen, wo unsere feine Schweizer Schokolade ihren Ursprung hat! :)
Zuvor fragten wir an, ob wir dort campieren dürfen um am folgenden Tag die Plantage zu besuchen. So kamen wir am späteren Nachmittag an, wurden mitten auf dem Dorfplatz platziert und waren schnell von einer Kinderschar umgeben. Die Kleinen waren überhaupt nicht scheu und plaperten ununterbrochen, nahmen schnell meine Hand und führten mich herum. Sie waren auch sehr begeistert von unserem VW Bus und all den Landesflaggen die wir nun mittlerweile auf unserem Baluu aufgeklebt haben. Die Leute waren alle sehr freundlich und aufgeschlossen und wir wurden mit Kochbananen und Mandarinen beschenkt.

Nach einer angenehmen Nacht erwachten wir beizeiten. Um 10 Uhr startete unsere Tour, geführt von zwei jungen Einheimischen. Auf dem Weg zu der Plantage erzählten sie uns über die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der vielen angebauten Pflanzen und Kräuter und wir lernten, dass es hier über 22 verschiedene Bananensorten gibt! Auf der Tour erfuhren wir, dass es drei Jahre dauert vom setzen der Bäume bis sie ihre ersten Früchte tragen. Interessant ist, dass es keine Saison für die Kakaobohne gibt, sondern die Bäume das ganze Jahr über Früchte tragen. Ebenfalls speziell ist, dass die Früchte am Stamm und den Ästen wachsen, nicht wie zum Beispiel Äpfel an Stielen. So sahen wir einen Baum, der die Blüte, eine Knospe, die junge Frucht, eine wachsende Frucht und eine reife Frucht zur selben Zeit trug! 
Seit einigen Jahren werden die Bäume von einem Pilz befallen, was einen Verlust von über 85 % der Ernte ausmacht! Nochmals etwa 3 % verlieren die Farmer an Tiere. Um diese von den Kakaofrüchten abzulenken, haben sie wie schon erwähnt, andere Früchte wie Bananen, Kokospalmen und andere Früchte inmitten der Kakaobäume angepflanzt. 
Die ganze Plantage ist biologisch, es werden daher keine chemischen Mittel zur Pilzbekämpfung und keine genmutieren Bäume mit höherem Ertrag eingesetzt. Sehr bemerkenswert wie wir finden. Ohne den zusätzlichen Verdienst durch die direkten Touren mit Touristen, können sie kaum überleben, wie sie uns sagen. Wir sind sozusagen ihre Haupteinkommensquelle! Denn für ein Pfund (453gr.) fertig geröstete Kakaobohnen (etwa 20 Kakaofrüchte), erhalten sie umgerechnet lediglich 85Rappen! (Noch in den 70iger Jahren waren es 3Franken!)
Und das trotz Zusammenarbeit mit Fairtrade. Und als wir erfuhren, dass ihre Käufer vorwiegend Schweizer Firmen sind, waren wir plötzlich nicht mehr ganz so stolz auf unsere Heimat. 
Was wir aber nicht wussten ist, dass auch wenn wir extra Fairtrade kaufen, nicht alle davon profitieren. Laut unserer Guides profitieren nicht alle Farmer sondern eher die Zwischenhändler davon. Trotzdem betonten sie, sei Fairtrade für die Betroffenen hilfreicher als Produkte ohne Label zu kaufen. 

Und hier noch kurz der ganze Prozess von der Frucht bis zur Schokolade:
Wie erwähnt wachsen die ersten Früchte drei Jahre nach dem anpflanzen des Kakaobaumes. Die Blüten werden von Mücken und Fliegen bestäubt, nicht von Bienen. 
Nach ca. 6 Monaten sind die Früchte reif. Diese werden von Hand geerntet, geöffnet und das Fruchtfleisch (auch Plazenta genannt) von den Bohnen getrennt. Das Fruchtfleisch ist sehr süss und lecker! Die Bohnen werden dann zuerst 8Tage in Bananenblätter fermentiert und danach noch 9 Tage getrocknet. Dabei müssen sie immer wieder gedreht und bewegt werden, um nicht von Schimmel befallen zu werden. 

Wenn die Bohnen fertig getrocknet sind, werden sie geröstet, geschält und gemahlen. Aus der Masse wird dann Schokolade gemacht.
In Zentralamerika wird die Kakaomasse meist nur mit Zucker oder Honig vermischt, Milchschokolade wird praktisch keine hergestellt. Sie ist sogar ein wenig bitter, eigentlich die Zartbitterschokolade wie wir sie kennen. Aber sehr gut! 

Nach der sehr interessanten Tour gab es noch ein Mittagessen bestehend aus einem Stück Hühnchen, blauer Kartoffel, Kraut der blauen Kartoffel und Reis - ein typisches lokales Gericht. 

Am selben Nachmittag fuhren wir weiter nach Boquete. Dieses kleine Städtchen, das auf 1100m.ü.M. liegt, steuerten wir hauptsächlich wegen eines empfehlenswerten Automechs an. Wie im letzten Blogg Eintrag beschrieben, machte Baluu in letzter Zeit des öfteren faxen und die in El Salvador zusammengebastelten Stossdämpfer waren bereits wieder kaputt... Beim Cafe Malu kann man für 12US$ die Nacht campieren und hat ein gemütliches und sicheres Plätzchen. 

Wir verbrachten 4 Tage in Boquete, zwei davon beim Automech. Wie könnte es auch anders sein, war ein Wochenende dazwischen, was uns nichts anderes übrig blieb als zu warten. 
Doch Josh half uns wirklich sehr! Er diagnostizierte das komische Ruckeln auf ein Problem mit dem Benzinfilter. Bis dahin wusste ich nicht Mal das dieser überhaupt existiert.... 😁 so fuhren wir je 40min in die Grossstadt David um nach 5 Geschäften, kurz vor Ladenschluss doch noch einen für Baluu passenden Filter zu bekommen! Was für ein Geschenk! Auch die Stossdämpfer (passende für unseren VW Syncro) ersetzte er zu einem fairen Preis.
In Minca machten wir gar nicht viele Fotos, bis auf folgende wunderschön farbigen Vögel! 
Auf der Weiterfahrt Richtung Panama City stellten wir rasch eine Verbesserung beider Probleme fest: dank den neuen Stossdämpfer schüttelte es nicht mehr so stark und auch das unheimliche häufige Ruckeln trat kaum noch auf. Was für eine Erleichterung!

Da wir nur noch zwei Tage Zeit hatten, bis wir mit dem Papierkram um Baluu zu verschiffen starten mussten, fuhren wir direkt Richtung Hauptstadt. Die Strassen waren in gutem Zustand und die Landschaft gefiel und gut.
Unterwegs übernachteten wir seit langem wieder einmal bei einer super modernen Tankstelle wo es eine erstklassige Infrastruktur gab: sehr saubere WCs, gratis Duschen, Kaffe für 90Cent und die Benützung der Waschmaschinen inkl, Trockner Kostete nur 2 US$. Das einzige Negative waren die Lastwagen, die ihre Generatoren für die Klimaanlage laufen liessen. Doch dies hörten wir mit der Zeit auch nicht mehr. :)

Am nächsten Tag fuhren wir dann in die Grossstadt Panama hinein. Oweh, dieser Verkehr... Bis wir dann beim Hostel Amador ankamen, begann es bereits einzudunkeln.

Am Freitag 07.12.18 waren wir um 6:15 Uhr beim Office bereit mit unseren Papieren für den ganzen Bürokrieg. Das Büro befand sich in einem sehr heruntergekommenen Viertel und wir waren nicht böse, als das ganze dann 2.5h später erledigt war. 
Es war ein mega heisser Tag und so gönnten wir und einen kalten Kaffee im Starbucks und schlenderten durch eine nahe gelegene, riiiiesige Shoppingmall. 
Am selben Nachmittag mussten wir nochmals zurück zu dem Office, um weitere Papiere die wir für die Verschiffung nach Kolumbien brauchten, entgegen zu nehmen. Auch hier warteten wir wieder etwa 2h. Langweilig wurde es uns aber nicht, da wir Die Zeit mit plaudern verbrachten. John & Liam die ein Auto besitzen und Gregorio mit seinem Motorrad teilten nämlich den Container nach Cartagena mit uns. So konnten wir die Kosten aufteilen. 

Am Samstag darauf feierten wir meinen 25. Geburtstag beim Panama Kanal. Wir waren pünktlich bei Öffnung des Museums dort und konnten gerade noch ein grosses Frachtschiff beim passieren der Schleusen beobachten. Das nächste Schiff war dann erst wieder am Nachmittag geplant. 
Im Museum erfuhren wir auch noch so einiges über den wahnsinnig, gewaltigen Bau. Dieser ist 82 km lang und verbindet den Pazifik mit dem Atlantik. Er dauerte von 1881 mit Unterbrüchen bis 1914, als das erste grosse Schiff den Kanal erfolgreich passierte. Der Bau forderte 28’000 Menschenleben, die meisten davon starben an Malaria. 

Zwei Tage später konnten wir unseren Baluu dann trotz einiger Aufregung in den Container verladen. Denn noch am Freitag erhielten wir die Nachricht von unserem Agenten, dass die Hafenarbeiter streikten. Gott sei Dank war der Streik am Montag wieder beendet, denn wir hatten unser Segelschiff für die Überfahrt nach Kolumbien bereits gebucht und zudem erwarteten wir Besuch aus der Schweiz!

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Pura Vida / Costa Rica

Am 10.11.2018 überquerten wir die Grenze von Nicaragua nach Costa Rica. Wen es interessiert, wie so ein Grenzübergang in Zentralamerika abläuft, kann auf unserer Website unter „Grenzübergänge“ gerne nachlesen.


Am frühen Nachmittag fuhren wir auf die Finca Cabañas Cañas Castilla, die von einem Schweizer Paar geführt wird.

Auf ihrem Grundstück unternahmen wir eine kleine Wanderung, sahen unser erstes Faultier und beobachteten verschiedene Affen, die über unsere Köpfe hinweg kletterten. Pura Vida! Wir trafen auf einige Schweizer und fanden es richtig schön, wieder einmal in Mundart zu sprechen. 


Nach 3 Nächten ging es weiter Richtung Pazifik. In Samara verbrachten wir eine Nacht um am nächsten Tag zum Playa Ostional zu fahren. Dorthin führen nur holprige Kiesstrassen und man muss 2 Flüsse durchqueren! Wenn es geht, meiden wir normalerweise solche Strassen. Doch der Grund warum ich unbedingt dort hin wollte, sind Schildkröten. Und zwar kleine, frisch geschlüpfte Babyschildkröten! :)


Gilbert ist der Präsident der Organisation “Asociacion de Guias Locales de Ostional”, welche sich für den Schutz der Meeresschildkröten einsetzt. Bei ihm konnten wir übernachten und liessen uns zu einer geführten Tour von ihm überreden. Das ganze war ziemlich teuer und wir hätten die Schildkröten auch ohne Tourguide gesehen. Denn es war schlussendlich nur ein begleiteter Spaziergang bis zum Strand. :) Das Geld kommt den Einheimischen Familien die am Projekt mitarbeiten, zugute. Von dem her ist es schon okay. Und schön ist es ja wirklich dort! Fast keine Häuser und Menschen am Strand, ab und zu kommt eine Gruppe Surfer vorbei und geniesst die Wellen beim Sonnenuntergang. Das Meer ist sehr sauber und herrlich erfrischend und die Palmen entlang des Strandes lassen so richtig Feriengefühle aufkommen! 

Um 5Uhr morgens wurden wir von einer Einheimischen die 20m zum Strand hinab begleitet und sahen schon bald die ersten paar Schildkrötli auf ihrem Weg ins Meer. Super süss!! Bei Sonnenaufgang war dann fast der ganze Strand voll mit den kleinen Tieren, die sich wie aus dem nichts aus dem Sand heraus graben. Sie orientieren sich jeweils kurz, um dann Richtung Meer zu krabbeln. 15-100 Babyschildkröten schlüpfen aus einem Nest! Wenn sie ca. 20Jahre alt sind und all den Gefahren trotzen konnten, kehren sie exakt an den selben Strand zurück wo sie geboren sind! Und ja, Gefahren lauern viele: sobald die ersten Schildkrötli ihre Köpfe aus dem Sand strecken, ist die Chance gross, als Vogelfutter zu enden. Ein paar Meter weiter Richtung Meer lauern Krebse, die Junge Schildkröten auf ihrem Speiseplan haben. Und im Meer gibt es dann Fische und Krebse die auf die Neuankömmlinge warten. Auch im Meer sind die Schildkröten noch nicht sicher vor den Vögeln, die sich senkrecht ins Wasser stürzen um diese zu jagen. Nicht zuletzt stellt auch der Mensch eine Gefahr dar, indem die Schildkröten gefischt werden oder durch fressen von Plastikmüll sterben.


So ist es dann wunderbar, wenn die erwachsenen Schildkröten nach 20Jahren und tausenden von geschwommenen Kilometern zurück kommen, um den Kreis zu schliessen und selber wieder Eier ablegen. Übrigens kommen die grossen Schildkröten meist nachts, suchen sich einen geeigneten Platz, graben für ca. eine Stunde ein Loch, legen ihre Eier ab und schaufeln das Loch wieder sorgfältig zu. Dabei beachten sie, dass die Feuchtigkeit und die Temperatur des gewählten Nestes stimmt. Denn die Temperatur bestimmt das Geschlecht der Schildkröten! Die unteren Eier, welche eine etwas kühlere Temperatur haben werden zu männlichen Schildkröten heran reifen, die oberen den wärmer ausgesetzten Temperaturen, Weibchen!


Schildkröten faszinierten mich schon immer, ich hatte selbst einmal 3 kleine griechische Landschildkröten zuhause. So war ich wahnsinnig entzückt ab all den süssen Frischlingen! Nach etwa 5 Stunden, als der Sand durch den Sonnenschein langsam warm wurde, war das ganze Spektakel dann vorbei.


Voller Freude und Faszination, die noch ein paar Tage nachhallte, machten wir uns auf den Weg zurück ins Landesinnere. Denn so schön die Strände auch sind, vor allem Luki mag die Berge mit ihren kühleren Temperaturen besser.


Über viele weitere holper Pisten und steilen Anstiegen, kamen wir dann in Monteverde an. Dort kam Luki wieder in den Genuss des kühleren Klimas, verbunden mit Nebel und Regen. Auf dem Weg über die mit Schlaglöchern besetzten Kiesstrassen merken wir, dass unsere kürzlich geflickten Stossdämpfer bereits wieder kaputt sind...


Monteverde ist so ein richtiger Touristenort und alles ist ausgelegt für Besucher aus aller Welt. Besonders auch die Preise. In Monteverde besuchten wir eine Ranaria, ein Zoo für Frösche. Nie hätte ich gedacht, dass diese schleimigen Hüpfer so faszinierend sein können! 

In den Eintrittskosten ist ein Besuch bei Tageslicht und einen nach Einbruch der Dunkelheit enthalten, um die tag- und nachtaktiven Frösche zu sehen. Zudem durften wir wählen, bei welcher der beiden Touren wir einen Guide wollten. Wir entschieden uns für die Spätere. Am Nachmittag hatten wir somit Zeit für eine Wanderung. Und da die Nationalparks so teuer sind und das Wetter sowieso nicht schön war, entschieden wir uns für einen gratis Wanderweg zum Cerro Amigo. Die steile Strasse hinauf auf den Berg war durch den Regen so matschig und rutschig, dass wir nur ganz langsam voran kamen. Es war mega lustig und wir lachten oft, wenn einer von uns ein Stück geschafft hatte und dann wieder hinunter rutschte. Oben blieb wie vermutet, die Aussicht ins Tal aus. Trotzdem hat sich das bewegen an der frischen Luft gelohnt! 

Auf der zweiten Tour durch die Ranaria, diesmal mit einem englisch sprechenden Tourguide, sahen wir noch mehr bunte Frösche und lernten so einiges über diese. Zum Beispiel der grün-schwarze Goldbaumsteiger Frosch ist nur in der freien Natur giftig. Durch fressen von Ameisen verwandeln sie deren Säure in giftiges Sekret, dass sie über ihre Haut abgeben.  

Ebenso verhält es sich mit den rot-blauen „Blue Jeans“ Fröschchen. Das Gift ist für Menschen aber nicht tödlich. Die Frösche könnten sogar angefasst werden. Erst wenn das Gift z.B. durch eine Wunde in den Blutkreislauf kommt, wirkt das Gift betäubend auf die Nerven. Die Frösche werden auch Pfeilgiftfrösche genannt, da Indigene ihre Pfeilspitzen an deren Rücken gerieben haben und ihre Beutetiere dadurch  lähmten. 

Auch der Rotaugenlaubfrosch ist wunderschön! Kein Wunder ziert er viele Prospekte, Plakate und auch das Titelbild des aktuellesten Reiseführers von Lonely Planet über Zentralamerika. Der Rotaugenlaubfrosch ist nachtaktiv. Tagsüber, wenn er schläft und seine Extremitäten eng an seinen Körper anzieht, ist er kaum zu sehen auf den grünen Blättern. 

Auch der Glasfrosch ist nur ca. 2cm gross und auf seiner Oberseite Grasgrün. Seine Unterseite jedoch, ist fast transparent was es möglich macht, seine Eingeweide zu sehen! 

Alle Frösche in der Ranaria leben in Glasvitrinen die teils etwas schmutzige Scheiben hatten. Darum war das Fotografieren nicht ganz so einfach. 


Auch weitere Frösche wie der Metallic-Frog oder der Kronenlaubfrosch durften wir bestaunen.

Wir unternahmen am nächsten Tag noch eine weitere Wanderung in einem Naturreservat und trafen auf ein älteres Schweizer Ehepaar, welches mit einem Schweizer Reiseführer der in Costa Rica lebt, unterwegs war. Diesen treffen wir gleich noch zweimal auf unserer Reise! 

Sie sind bei weitem nicht die ersten und letzten Schweizer bzw. Europäer die wir antreffen. 



Fotos von der Wanderung im Curicancha Reservat.



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Nicaragua

Nicaragua ist nach Haiti das zweitärmste Land der westlichen Hemisphäre. Die Leute hier hatten es in der Vergangenheit nicht einfach, da immer wieder Bürgerkrieg herrschte oder Revolutionen im Gange waren. Nach ein paar Jahren, in welchen es so aussah, als fände das Land wieder die nötige Stabilität sieht es nun wieder schlechter aus! Es brodelt wieder gewaltig! Mitte 2018 gingen tausende Menschen auf die Strassen, errichteten Barrikaden und demonstrierten gegen den amtierenden Präsidenten Daniel Ortega. Das Militär und die Polizei (unter der Obhut des Präsidenten) ging ziemlich gewalttätig gegen die Demonstranten (die auch nicht alle nur friedlich demonstrierten) vor. Mehr als 500 Leute wurden während dieser Zeit getötet. Da wir Nicaragua auf unserem Weg Richtung Südamerika so oder so durchqueren mussten, verfolgten wir die Situation natürlich gespannt. Im schlimmsten Fall hätten wir das Land in einem Tag durchfahren, zum Glück hat sich die Situation aber wieder beruhigt (auf jedem Fall im Vordergrund). Wir konnten so ein paar wunderbare und erlebnisreiche Tage in Nicaragua verbringen. Natürlich bemerkten wir während dieser Zeit, dass die Situation noch lange nicht wieder normal ist. Wir treffen nur auf wenige Touristen, ein paar Sehenswürdigkeiten sind geschlossen und viele Unterkünfte und Gastronomiebetriebe kommen erst langsam wieder zum laufen. Auch hören wir Geschichten von Familienvätern, welche ins Gefängnis gesteckt wurden weil sie einen Nicaraguaaufkleber (die Landesflagge ist das Zeichen der Bewegung gegen Ortega) auf dem Taxi hatten. Es scheint, so als würde jeder der „öffentlich“ etwas gegen den amtierenden Präsidenten sagt, wir nennen ihn hier einmal einen Diktator (wir hoffen hiermit niemanden anzugreifen, unsere Meinung basiert ganz einfach auf dem gesehenen und gehörten), weggesperrt oder eliminiert wird. Wir hoffen sehr, dass dieses Land baldmöglichst wieder zu Ruhe und Stabilität finden kann, denn viele Bewohner sind vom Tourismus abhängig. Wie ihr den folgenden Zeilen entnehmen könnt, gibt es auch einiges zu sehen!

 

Nachdem der Grenzübergang zwischen Honduras (wir waren übrigens nur ein Tag in Honduras unterwegs, da alle Sehenswürdigkeiten weit entfernt von unserer Route lagen, oder uns nicht wirklich Wert waren zu besuchen) und Nicaragua besser als erwartet über die Bühne ging, legten wir unseren ersten Stopp in der Stadt Leon (Spanisch für Löwe) ein. Leon ist eine verfallene Kolonialstadt im Nordwesten von Nicaragua. Fast die gesamte Kolonialzeit hindurch war Leon die Hauptstadt des Landes und darüber hinaus auch das wichtigste kirchliche Zentrum der Region. Kein Wunder kann man hier viele schöne Kirchen bestaunen. Unser Highlight war ganz klar der Besuch bei der „Catedral de Leon“. Die grösste Kathedrale in Zentralamerika! Für ein paar wenige Pesos darf man hier, über eine schmale Treppe auf das Dach der Kirche steigen. Auf dem weissem Gebäude wird man von der Sonne ziemlich geblendet, trotzdem genossen wir natürlich die Ausblicke über die Stadt und die Vulkane in der Region. Nach einem ganzen Tag, welchen wir in der Stadt verbrachten, hatten wir es aber auch gesehen (verzaubert hat uns dieser Ort nicht gerade) und wir machten uns auf zum nächsten Ziel. 

Der Vulkan Masaya welcher sich in der Nähe von Managua, der Hauptstadt des Landes befindet, ist einer der aktivsten Vulkane in Nicaragua. Weil in Zentralamerika alles ein bisschen einfacher zu und her geht und der Vulkan zudem gut überwacht wird, kann man hier bis zum Kraterrand fahren. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so stehen wir bei Anbruch der Dunkelheit am Eingang des Nationalparks. Nach einem Rundgang durch das spannende Museum fahren wir dann hoch zum Krater parkieren Baluu, schnappen unsere Kameras und laufen die paar wenigen Schritte bis zum Kraterrand. Von hier aus beobachten wir das Lava, welches ein paar hundert Meter unter uns brodelt! Die gesamte Umgebung erscheint in einem orange - rötlichem Farbton, was die Spanier dazu veranlasste zu glauben, dies sei das Tor zur Hölle. Das Kreuz, das ihr auf dem Foto erkennen könnt, stammt übrigens aus dieser Zeit. Mit Hilfe von diesem wollte man sicher gehen, dass der Teufel auch ganz sicher dort unten bleibt. 

Bei der Laguna de Apoyo nisten wir uns danach auf einer herrlichen Hotelanlage ein! Wir dürfen hier mit unserem Büssli campieren und die gesamte Anlage nutzen! Wir spielen Billard und Boccia, nutzen die Kayaks welche uns zur Verfügung stehen und baden im kristallklaren Kratersee. Ein wunderbares Plätzchen Erde :)!

 

Vom Städtchen Granada haben wir schon viel Gutes gehört und gelesen. Wir wurden in keiner Weise enttäuscht! Granada ist einer der ältesten Städte in der neuen Welt und die Spanier wollten hier zeigen, dass sie mehr zu bieten hatten als bizarre Religionen und fortschrittliche Militärtechnik. Was definitiv gelungen ist! Man realisiert dies, wenn man nach einem Stadtspaziergang inklusive Fotokamera in der Hand zurück kommt und mehr als 200 Fotos geschossen hat! Für uns ist Granada wieder eine Kolonialstadt wie wir sie lieben! Zwar kommt sie wohl nicht ganz an unsere bisherige Lieblingsstadt Antigua in Guatemala heran, trotzdem fühlen wir uns hier richtig wohl! Wir steigen auf die Kirchtürme hinauf, bestaunen die Aussichten, spazieren durch die Gassen, geniessen guten Kaffee und gutes Essen, besuchen den Markt und haben einfach eine gute Zeit. Während wir in einem günstigen Hostel übernachten, darf Baluu übrigens bei der Feuerwehr im Hof stehen! Es war schon immer sein Traum neben einem Feuerwehrauto zu schlafen :) !

Granada liegt übrigens am grössten See von Zentralamerika dem „Lago de Nicaragua“. In diesem See, direkt vor der Stadt liegen die „Las Isletas“. Eine Inselgruppe, bestehend aus 365 Inseln! 70 Prozent davon sind bewohnt. Neben den einheimischen Fischerfamilien haben sich hier auch reiche Familien aus Nicaragua und aller Welt niedergelassen. Wir erkunden einen Teil der Inselgruppe auf einer Kayaktour. Unser Guide lebt mit seiner Familie auf einer der Inseln und konnte uns daher sehr viel interessantes über die Flora und Fauna erzählen. Auch wusste er natürlich über die Villen, welche auf manchen Inseln zu sehen sind, Bescheid. Der Ausflug zu den Isletas hat uns super gut gefallen! Wir haben viele wunderschöne Vögel und Affen gesehen und durften auch einen Einblick in das Leben hier gewinnen. Falls du einmal in Granada sein solltest, unbedingt einen Besuch hier einlegen! 

Alles hat ein Ende und so verlassen wir Granada nach ein paar Tagen und fahren weiter südlich. In San Jorge legt nämlich die Fähre zur Isla Ometepe ab, welche wir für ein paar Tage besuchen wollen. Wir lösen unsere Tickets und parkieren Baluu auf der Fähre. Hierbei wird übrigens Millimeterarbeit geleistet. Während ich mit Hilfe des Captains unser Auto auf der kleinen Fähre parkiere, kann Rahel kaum zuschauen. Jeder Zentimeter wird ausgenutzt, dass auch ja möglichst viele Autos und Lastwagen Platz finden. Um das Ladegewicht scheint sich hier niemand wirklich Gedanken zu machen, dass Schiff liegt ziemlich schräg im Wasser aber wir überstehen die etwas mehr als einstündige Überfahrt problemlos. Die achtförmige Vulkaninsel im Lago de Nicaragua gefällt uns dann sehr! Die beiden Vulkane sind von fast überall auf der Insel zu sehen, alles ist herrlich grün und meistens geht ein angenehmer Wind! Unsere erste Nacht verbringen wir bei einer Hotelanlage, die einem Europäer gehört. Wir campieren hier im Garten und dürfen die Infrastruktur nutzen. Die zwei flugunfähigen Papageie, welche hier auf einem Baum leben tun es uns besonders an! Wir sind die einzigen Gäste und können so die Poolanlage und Hängematten für uns allein geniessen. Während den nächsten 3 Tagen fahren wir auf der Insel herum, machen kleinere Wanderungen und besuchen ein Schmetterlingshaus. Einmal mieten wir uns Kayaks und paddeln zur Affeninsel. Schon bald erspähen wir Tiere und sind so richtig begeistert! Zum ersten Mal treffen wir nämlich auf wild lebende Kapuzineraffen. Natürlich wollen wir uns die flauschigen Äffchen aus der Nähe anschauen und paddeln ein wenig näher heran. Wir erschrecken ziemlich, als die Affen dann in unsere Richtung kommen, fauchen und uns ihre spitzigen, langen Zähne ins Gesicht strecken. Wir schauen dem Spektakel nach diesem Erlebnis dann aus grösserer Entfernung zu... 

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El Salvador

El Salvador (Spanisch „der Erlöser“, „der Eretter“)

 

Das Flächenmässig, nur halb so grosse Land wie die Schweiz, hat gerade halb so viele Einwohner wie unsere Heimat. Das kleine Land in Zentralamerika gilt in Europa als gefährlich. Leider hört man auch von hier nur die negativen Schlagzeilen und erinnert sich nur an die gewalttätigen Geschichten. Dabei hat das Land viel zu bieten. Zum Beispiel eine aussergewöhnliche Flora und Fauna. Natürlich gelten auch hier die „üblichen“ Regeln wie zum Beispiel nicht heraus gehen wenn es dunkel ist, Nachts nicht fahren, Wertgegenstände verstauen und nicht zur Schau stellen usw..

 

Wir überquerten die Grenze nach El Salvador bei Valle Nuevo/Las Chinamas, zusammen mit unseren chinesischen Freunden Yuan und Jack.

20 Kilometer nach der Grenze befinden sich die Thermalbäder von Alicante. Die natürlich heissen Quellen erhalten ihre Wärme von den umliegenden Vulkanen.

Für 20US$ hatten wir dort einen sicheren Übernachtungsplatz und durften die verschieden warmen Bäder benutzen.

 

Die nächsten Tage waren in Folge, eines parallel zur Pazifikküste verlaufendem Hurrikan ziemlich regnerisch. Die Hügel rund um die berühmte „Ruta de Flores“ waren in Nebel und Wolken gehüllt und ab und zu ergossen sich starke Regenfälle. Trotzdem gefiel uns die Fahrt entlang der gut erhaltenen Strasse die durch eine wunderschöne Kaffeeregion führt.

 

Unterwegs genossen wir in einem hübschen Restaurant (Cafe Entre Nubes) mit wunderschönem Garten einen guten Kaffee und die Gemeinschaft mit unseren Freunden Jack und Yuan. Exotische Orchideen wachsen hier von der Restaurantdecke herunter und im fantastisch angelegten Garten gedeihen verschiedenste Blumen und Kaffeesträucher!

 


 

 

Im Park Nacional Cerro Verde bestiegen wir den höchsten Vulkan in El Salvador, der knapp 2300m hohe Vulkan Santa Ana. Da wir schon die meisten Höhenmeter mit dem Auto bewältigt hatten, blieben nur noch etwa 500 Höhenmeter Fussweg bis zum Kraterrand. Von diesem aus geniesst man eine schöne Aussicht auf den türkisblauen Kratersee. Bei schönem Wetter hätte man bis zum Pazifik sehen können. Unsere Wandergruppe, bestehend aus ca. 20 jungen Studenten und uns Vieren. Während der gesamten Wanderung wird man hierbei von zwei mit Schlagstöcken und Pistolen bewaffneten Polizisten begleitet - zum Schutz vor Überfällen, aber wohl vor allem auch, um den Touristen ein Gefühl von Sicherheit zu geben! Kaum waren wir wieder zurück auf dem Campingplatz Casa De Cristal, setzte heftiger Regenfall ein. Glücklich und kaum nass setzten wir unseren Weg fort. 

 

I

n der Stadt Santa Ana teilten wir uns, zusammen mit unseren chinesischen Freunden, ein AirBnB, da sich die Campingmöglichkeiten auf eine Tankstelle beschränkten. In dem kleinen, gemütlichen Haus konnten wir die Küche, zwei Badezimmer und das Wifi benutzen. Der redefreudige Besitzer gab uns zudem tonnenweise Empfehlungen für Restaurants. Eine davon nahmen wir uns zu Herzen und genossen ausgesprochen leckere Pupusas! Pupusas sind Mais- oder Reistortillas mit eingebackener Füllung. Diese besteht meistens aus Käse, Bohnen, oder beidem, können aber auch Knoblauch, Pilze, Fleisch und Kräuter enthalten. Dazu wird eingelegtes Gemüse wie Kohl, Karotten u.a. Und Tomatensauce seeviert. Wir schlugen uns die Bäuche voll und bereuten danach keinen Bissen. :) Pupusas sind übrigens offiziell das Nationalgericht von El Salvador. Kein Wunder findet man auch in jeder noch so kleinen Ortschaft ein paar Pupuserias.

 

Die Stadt Santa Ana hat ein paar schöne Bauten und einen grossen Markt. Doch allzu viel gibt es ansonsten nicht zu sehen. 

 


Weiter führte unsere Reise in Richtung Hauptstadt des Landes, San Salvador. 

Baluu machte zwar keine Faxen mehr seit dem Zwischenfall in Guatemala-Stadt, trotzdem waren ein paar dringend anstehende Reparaturen fällig. Auf unserer iOverlander Applikation fanden wir einen vertrauenswürdigen VW Bus Mechaniker. Diesen wollten wir direkt ansteuern. Die lieben Chinesen begleiteten uns seit Guatemala überall hin, nur im Falle dass Baluu plötzlich stehen bleibt. So eskortierten sie uns bis zum Mech. Wir verabschiedeten uns bis auf weiteres von ihnen und erklärten mit unserem sehr kleinen spanisch Wortschatz (im Zusammenhang mit Autoteilen), was wir reparieren oder auswechseln lassen wollten. Armando, der Automech schien unser Anliegen zu verstehen und meinte zu unserer Freude, dass sie alles bis Samstag Mittag erledigen können. Unser Plan war nämlich, am Sonntag Morgen im 200km entfernten La Union zu sein um dort einen Freund aus der Schweiz zu treffen.

Leider wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass wir Jack und Yuan wahrscheinlich nicht mehr sehen werden auf unserer Reise, ansonsten hätten wir uns wohl herzlicher verabschiedet. Ihr Plan ist es, im Februar in der Antarktis zu sein, somit werden sie zügig weiter reisen. 

 

Armando und sein Team machten sich sofort an die Arbeit. Die „Garage“ besteht aus drei Mauern und einem Blechdach, der Boden aus festgestampfter Erde. Sie besitzen einen Wagenheber aber keinen Autolift. Es brauchte viel Muskelkraft bis der Arbeiter (während ich das schreibe stelle ich fest, dass wir ihn gar nie nach seinem Namen fragten!) alle festgesetzten Schrauben gelöst hatte. Armando erlaubte uns während der Zeit wo das Auto repariert wurde, gratis bei ihm zu campen und liess uns sein Badezimmer benutzen. 

Er lebt mit seinen beiden Kindern 12j. und 15j. in einem kleinen Haus, bestehend aus zwei Räumen. Der kleinere davon ist sein Büro, der grössere dient als Schlaf- und Wohnzimmer für alle drei! Die Küche ist überdacht, hat anstelle von Fenster, Gitterstäbe. Fliessend Wasser gibt es nur jeden zweiten Tag, da sie sich den Wasserabschluss mit den Nachbarn teilen. Trotz den scheinbar wenig Habseligkeiten sind sie zufrieden und sehr grosszügig! 3x wurden wir mit einer warmen Mahlzeit versorgt und bekamen frische Früchte aus ihrem Garten! 

 

Am Freitag Abend kam Armando zu uns teilte mit bedauern mit, dass er die Stossdämpfer nicht besorgen konnte. Er habe zwar welche für unseren Bus finden können, aber diese seien erst in ein paar Tagen hier. So beschlossen wir einen Bus nach La Unión zu nehmen, damit wir Dominik trotzdem treffen konnten. 

 

Armando chauffierte uns am Samstag morgen zum Bus Terminal in San Salvador. Die Leute dort waren sehr hilfsbereit und nach nur 3 Minuten sassen wir bereits in einem klimatisierten Reisecar nach La Union! 

Nach einer vier stündigen Fahrt erreichten wir unser Ziel und bezogen ein kleines Zimmer in einem Hostel. Die Besitzerin empfing uns freundlich und offerierte uns Kaffee. 

 

Am Sonntag Morgen spazierten wir voller Freude Richtung Hafen, wo das Schiff „Logos Hope“ geankert hatte. Auf diesem macht unser Freund Dominik einen 2 jährigen Missionseinsatz. Mehr als 400 Personen aus über 60 Nationen segeln von einem Hafen zum anderen und investieren ihre Arbeit und Zeit für hilfsbedürftige Menschen. Ausserdem arbeiten sie eng mit den jeweils lokalen, christlichen Gemeinden zusammen. Auf dem Schiff befindet sich ein grosser Bücherladen, der täglich für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht. 

 

Die Wiedersehensfreude war gross als uns Dömi am Hafen in Empfang nahm. Nach über 8 Monaten besuchten wir wiedermal einen Gottesdienst. Es war ein sehr eindrückliches Erlebnis und tat dem Herzen sehr wohl! 

Wir bekamen eine private Schiffsführung und tranken den ganzen Nachmittag Kaffee und redeten bis lange in den Abend hinein. Da es dunkel war um 21:00 Uhr, nahmen wir ein Taxi zurück zum Hostel. Die Besitzerin war ganz besorgt um uns, da wir den ganzen Tag nicht aufgetaucht waren...

 

Auch den nächsten Tag verbrachten wir mit Dominik. Es war 30C und so verbrachten wir den Nachmittag mit Glace essen und austauschen über die vergangenen eineinhalb Jahre. Am Abend begleiteten wir Dominik zurück zum Schiff. Ihm durften wir übrigens unsere Drohne und auch die von Jack und Yuan mitgeben. Im nächsten Land, welches wir bereisen werden, Nicaragua, sind Drohnen nämlich verboten. Drohnen werden am Zoll beschlagnahmt, oder man muss sie gut verstecken / schmuggeln was wir nicht umbedingt machen wollten. So werden unsere Männerspielzeuge den Seeweg nach Costa Rica nehmen wo die Logos Hope ihren nächsten Anlegeort hat. Dies bedeutet auch, dass wir Dominik in ein paar Wochen nochmals auf der Logos Hope besuchen dürfen. 

 

Mit dem Car ging es am nächsten Tag wieder zurück zu Armando. Er und sein Team haben in der Zwischenzeit gute Arbeit geleistet und neue Stossdämpfer „gebastelt“ :) Unser VW synchro hat nämlich spezielle Teile, welche man hier nicht bekommt. So war man währen unserer Abwesenheit erfinderisch und hat unsere alten, defekten Stossdämpfer aufgeschnitten und neue von einem anderen Autotyp integriert! Mit dem Resultat sind wir mehr als zufrieden! 

An unserem letzten Abend zusammen mit ihm, wollten wir ihn und seine Kinder zum Pupusa essen einladen. Schlussendlich hat er aber uns eingeladen...

Seine Grosszügigkeit und Hilfsbereitschaft beeindruckten uns sehr und wir sind von Herzen dankbar für die Begegnung mit ihm und seinem Team! 

Wir können viel lernen auf unserem Abendteuer... Nach einer Woche verabschiedeten wir uns von ihm uns seinen Arbeitern. Zum Abschluss wurden wir mit tonnenweise Bananen und einigen Kräutern beschenkt. Noch am selben Tag überquerten wir die Grenze nach Honduras. Dieses Land werden wir aber nur durchqueren und dafür mehr Zeit in Nicaragua geniessen.

 

Die Eindrücke von der Arbeit mit der Organisation OM-Ships und die Erfahrungen mit Armando in El Salvador werden uns wohl unser ganzes Leben begleiten und in Erinnerung bleiben!

 

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Guatemala

Guatemala ist mit einer Fläche von knapp 109‘000 km2 fast 2.5 mal so gross wie die Schweiz. Die Mehrheit der 15 Millionen Einwohner lebt im Hochland, in und zwischen den zwei grössten Städten des Landes Guatemala Stadt und Quetzaltenango. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze und hat es daher nicht leicht! Beim bereisen des Landes fällt auf, dass man auf sehr viele wunderschön, farbig und traditionell bekleidete Frauen und Männer trifft! Tatsächlich sind mehr als 40 Prozent der Bevölkerung „indigenas“, der grösste Teil davon Mayas. Auch Landschaftlich hat dieses Land so einiges zu bieten, so findet man im westlichen Hochland zum Beispiel mehr als 30 Vulkane, einige davon sind über 4000 Meter hoch, ein paar sogar aktiv.

 

Wir haben uns sehr darauf gefreut, dieses Land zu besuchen! Vor allem auch weil wir Sandro, der die ersten paar Tage noch mit uns in Guatemala unterwegs war, zeigen wollten, was wir an Zentralamerika so lieben! Das typische zentralamerikanische Flair haben wir in Belize nämlich ein wenig vermisst. Der Grenzübergang von Belize nach Guatemala verlief absolut problemlos. Wen es Wunder nimmt wie so ein Grenzübergang hier in Zentralamerika von statten geht, klickt einfach auf folgenden Link - Grenzübergang Belize / Guatemala -. Die Berichte zu den Grenzübergängen schreiben wir übrigens als Hilfestellung für andere Reisende. Immer wieder nehmen auch wir uns Berichte von anderen Reisenden zur Hilfe und möchten diesen Erfahrungsaustausch gerne weiterführen.

 

Unserenersten Stopp in Guatemala legten wir bei den Ruinen von Tikal ein. Eine der beeindrucktesten Mayaruinen in Zentralamerika. Einige Bauwerke überragen hier sogar die Baumwipfel und sind bis zu 44 Meterhoch. Die gesamte Anlage liegt mitten im Dschungel und es wimmelt hier nur so von Leben! Bei unsererErkundungstour stossen wir unter anderem auf Brüll- und Spinnenaffen, Agutis, Tukane und viele andere bunte Vögel. Schon lange hatten wir uns vorgenommen, hier eine geführte Tour zu besuchen um einwenig mehr über die Kultur der Mayas und ihre Bauwerke zu erfahren. Wir taten dies dann auch, waren aber eher enttäuscht. Mit etwa 20 anderen Touristen durchstreiften wir für 4 Stunden das Gebiet undes stellte sich heraus, dass unser Guide nicht wirklich viel über die Materie wusste oder es einfach nicht wirklich erzählen mochte. Beim Lesen der Informationen in unserem Reiseführer haben wir weitmehr erfahren als auf der 4 stündigen Tour. Die Ruinen haben uns aber trotz allem sehr gut gefallen! Übrigens wurde hier auch ein Teil eines Star Wars Film gedreht! Stolze 7 Sekunden sind die Ruinenin einem der ersten Star Wars Filme zu sehen, was mir (Luki) als Liebhaber dieser Filmreihe natürlich Freude bereitet hat!

Von Tikal aus fuhren wir nach Flores. Das hübsche Städtchen liegt auf einer kleinen Insel im Lago de Peten Itza und hat einen mediterranen Flair. Bunte Häuser, enge Gassen, gepflasterte Strassen und schöne Seepromenaden laden zum flanieren ein. Natürlich liessen wir uns das nicht entgehen und spazierten ein wenig auf der Insel herum, bevor wir in einem Restaurant einkehrten und zusammen mit unseren Chinesischen Freunden Jack und Yuan einen unterhaltsamen Abend genossen! Am darauffolgenden Tag war dann eine lange Strecke fahren angesagt. Von Flores fuhren wir bis nach Coba, 260 Kilometer durch das wunderschöne Hochland von Guatemala! Da die Strassen hier ab und zu tiefe Schlaglöcher aufweisen und auch immer wieder durch kleine Dörfer führen kommt man nicht so schnell vorwärts. Auch überquerten wir immer wieder kleinere und grösser Pässe und waren schlussendlich wohl mit einer Durchscnittsgeschwindigkeit von etwa 45 kmh unterwegs. Dies störte uns aber in keiner Weise! So hatten wir ausreichend Zeit dem bunten Treiben in den Dörfern und am Strassenrand zuzuschauen. Kurz vor dem Eindunkeln erreichten wir dann Coba wo wir uns in einem naja, etwas heruntergekommenen Hostel niederliessen. Für eine Nacht war es aber durchaus in Ordnung und wir schliefen alle gut. 

Das Städtchen Flores

Da die Kaffeefarm, welche wir uns in Coba am darauffolgenden Tag anschauen wollten geschlossen hatte (wir sind ein bisschen ausserhalb der Hauptreisezeit unterwegs), entschieden wir uns weiter zu fahren. Unser neues Ziel war das etwa 250 Kilometer entfernte Antigua. Etwa 30 Kilometer bevor wir dieses erreichten mussten wir die Hauptstadt des Landes, Guatemala City, durchqueren. Eine Stadt in welche man als Tourist nur geht, um die vielen Einkaufsmöglichkeiten zu nutzen, weil man auf dem Weg zum internationalen Flughafen oder wie wir auf der Durchfahrt ist. Hier herrscht nämlich ein riesiges Verkehrschaos! Links und rechts wird man von Motorradrädern überholt, auf denen teilweise eine ganze Kleinfamilie Platz gefunden hat, grosse Lastwagen und Busse sind mit hohem Tempo unterwegs. Apropos Motorräder, hier sieht man diesbezüglich wirklich einiges! Vater, Mutter und zwei Kleinkinder auf einem Gefährt sind für uns mittlerweile schon normal! Wenn die Mutter während der Fahrt dann noch eines der Kinder stillt, müssen auch wir manchmal noch schmunzeln..! Das alles wohlbemerkt ohne Schutzkleidung und Helme. Wir durchqueren also die Stadt, stehen immer wieder im Stau und etwa 2 Kilometer bevor wir das gröbste hinter uns haben passiert es! Baluu fängt mitten auf einer 3- spurigen Strasse an zu stottern und stellt dann einfach so ab. Erneut starten, lässt er sich auch nicht und so springen Sandro und Rahel aus dem Auto und schieben es von der Strasse weg auf den „Pannenstreifen“. Nach ein paar Minuten Wartezeit, probieren wir erneut den Wagen zu starten, was dann auch gelingt und wir setzen unsere Fahrt fort. Ein paar Kilometer weiter setzt das stottern dann wieder ein und wieder stehen wir nach ein paar Sekunden still, nichts geht mehr! Dieses mal probieren Rahel und Sandro so gut wie möglich eine Spur der Strasse zu sperren und wir können etwa 50 Meter den Hang hinunter zu einer Tankstelle rollen wo wir erstmal sicher sind! Wir schauen uns den Motorraum kurz an, können aber keine sichtbaren Mängel feststellen. Wir beraten uns kurz und entscheiden uns dafür, dass Rahel mit Sandro als Bodyguard zur nächsten Mall läuft um dort mit Hilfe von WiFi eine VW Garage zu kontaktieren. Ich passe während dieser Zeit aufs Auto auf! Etwa 20 Minuten später kommen die zwei wieder zurück, können aber keinen Erfolg vermelden, niemand hat das Telefon abgenommen. Da sich Baluu mittlerweile wieder starten lässt und sich auch alles normal anfühlt, entscheiden wir uns weiter zu fahren. Wir haben uns nämlich sehr auf Antigua gefreut und wollten die Stadt umbedingt auch noch Sandro zeigen der uns ein paar Tage später dann verlassen musste. Ein paar Minuten später passiert das gleiche dann nochmals, da es ab dort dann aber nur noch bergab bis nach Antigua ging erreichten wir unser Ziel dann doch noch! Gott sei Dank!

 

Die nächsten Tage verbrachten wir in Antigua! Eine wunderschöne Kolonialstadt im Hochland, umgeben von Vulkanen! Früher war diese noch die Hauptstadt des Landes heute gilt sie als kultureller und kulinarischer Mittelpunkt des Landes! Viele Einheimische und natürlich auch ausländische Touristen finden den Weg hier hin. Nach einer Woche, die wir schlussendlich hier verbrachten wissen wir auch warum die Stadt so beliebt ist. Es gibt hier hunderte Restaurant und Kaffees, welche sich in den Gärten und Innenhöfen der Kolonialbauten befinden. Einen riesigen Markt wo die Leute der umliegenden Dörfer (die meisten davon Mayas) ihre Waren wie Früchte, Gemüse, Kleider und vieles mehr anbieten. Diverse historische Bauten und Kirchen die man besichtigen kann und zu guter letzt liegt die Stadt auch noch so zentral, dass sich hier viele Touranbieter eingenistet haben, bei welchen man Vulkanbesteigungen und vieles mehr buchen kann. Während der ganzen Zeit in Antigua übernachten wir beim Hostal Antigueno, welches ein wenig ausserhalb des Zentrum liegt. Wir dürfen auf dem Parkplatz des Hotels übernachten und die Infrastruktur nutzen. Das alles zu einem guten Preis und sogar das Frühstück ist inklusive. Dank dem freundlichen Besitzer und dem netten Personal fühlen wir uns hier bald pudelwohl und geniessen die Tage in vollen Zügen. Baluu brachten wir übrigens zu einer Autogarage in der Nähe. Da der Motor aber einwandfrei vor sich hin brummelt und keinerlei Probleme auszumachen sind, können die hilfsbereiten Mechaniker aber auch nur Vermutungen zu unseren „Pannen“ aufstellen. Nachdem wir uns ein wenig in Foren und bei unseren Mechanikern in Kanada und der Schweiz schlau gemacht haben, werden wir in den nächsten Tagen ein paar Teile ersetzen,  welche die Ursache für die Probleme gewesen sein könnten.

 

Am letzten Tag, welchen wir mit Sandro zusammen unterwegs waren, beschlossen wir noch den nahe gelegenen Vulkan „Pacaya“ zu besteigen. Auf einer halbtägigen Tour wandern wir in die nähe des Gipfels, des noch aktiven Vulkan. Hier können wir Marshmallows über den heissen Lavasteinen bräteln und dabei zusehen wie Lava und Rauch aus dem Krater strömt! Ein sehr eindrucksvolles Erlebnis! Am darauffolgenden Tag verlässt uns Sandro und fliegt zurück in die Schweiz! Wir hatten eine sehr lustige und gute Zeit zusammen! Danke Sandy für deinen Besuch bei uns! 

Antigua - unser Lieblingsplatz in Guatemala

Die folgenden Tage verbringen wir beim Lago Atitlan. Ein See umgeben von Vulkanen und kleinen Mayadörfern. Hier leben auch viele Einwandere aus Europa und Nordamerika, die sich in diesen Platz verliebt haben. Pierre, ein ausgewanderter Franzose hat in der Näher von San Marcos einen Campingplatz, auf welchem wir es uns für ein paar Tage gemütlich machen. Mit uns mitgereist sind unsere Freunde aus China. Da die Strassen rund um den See herum relativ schlecht sind, ist das beste Verkehrsmittel um zwischen den Dörfern am See hin- und her zu kommen das Boot! Die lassen wir uns natürlich nicht entgehen und wir besuchen ein paar Orte um den See herum. In den Dörfern trifft man auf eine interessante Mischung aus einheimischer indigener Bevölkerung, ansässigen Hippies und Touristen.

 

Nach einem Besuch in Chichicastenango wo jeden Donnerstag und Sonntag einer der grössten Märkte in Zentralamerika stattfindet, kehren wir für zwei Tage nach Antigua zurück. Baluu hat die letzten 400 Kilometer übrigens keine Faxen mehr gemacht (und die Strassen sind um den Lago Atitlan herum steiler als so manche Passstrasse in der Schweiz). Die Tage in Antigua, welche zugleich unsere letzten Tage in Guatemala sein werden, nutzen wir, um ein wenig unsere Route für die nächsten Tage zu planen. Natürlich besuchen wir auch nochmals unser Lieblingsrestaurant „La casa de las mixtas“. Hier bekommt man für 20 Quetzals (umgerechnet 2.50 Franken) ein sehr leckeres Mittagsmenu mit Suppe, Hauptgang, Dessert und einem Fruchtsaft! Was will man mehr!

 

Guatemala hat uns sehr gefallen! Ein Grossteil der einheimischen Frauen läuft hier noch mit der traditionellen, farbigen, bestickten Kleidung herum was uns beiden sehr gefällt! Die Märkte und Fruchtstände am Strassenrand bei welchen man frische Früchte und Gemüse einkaufen kann, haben uns in Belize sehr gefehlt! 17 Tage durften wir durch dieses Land reisen und hätten definitiv noch länger bleiben können! Vor allem die Stadt Antigua und Umgebung hat es uns angetan. Es ist nun aber an der Zeit weiter zu gehen, da es noch viel zu entdecken gibt. Das nächste spannende Land wartet auf uns, El Salvador! 

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Belize

Belize ist mit knapp 23‘000km2 noch kleiner als die Schweiz und zählt etwa 360‘000 Einwohner.

Obwohl das Land so klein ist, stellten wir rasch einige Differenzen zu Mexiko fest. Die Häuser sind teilweise in einem besseren Zustand und es ist kaum noch Abfall im Strassengraben zu sehen. Der grösste Unterschied aber, machten die Menschen. Von sehr hellhäutigen Mennoniten, über etwas dunklere Ureinwohner bis zu dunkelhäutigen, ehemals als Sklaven eingeführte Menschen aus Afrika, trifft man hier alles an!

Kreolisch, Spanisch und hauptsächlich Englisch wird gesprochen, was uns das Kommunizieren wieder einiges erleichterte.

 

Den ersten Tag nach dem Grenzübergang verbrachten wir mit unseren Freunden Yuan und Jack auf einem Camping, direkt am Belize River. Der Besitzer sagte, wir können dort ohne Probleme baden, die Krokodile seien nur klein! Ja, ich habe wohl ziemlich blöde aus der Wäsche geschaut... Tatsächlich rief er uns kurze Zeit später und zeigte uns ein kleines Krokodil! Baden gingen wir also nicht.

 


Am darauffolgenden Tag trennten sich unsere Wege und wir fuhren nach Belize City, der früheren Hauptstadt des Landes. Dort verbrachten wir fast einen halben Tag mit suchen einer sicheren Unterkunft zum Übernachten und einen Platz um unseren VW Bus unter zu bringen für die nächsten vier Tage. Wir planten nämlich einen Inselbesuch zusammen mit Sandro, einem Freund aus der Schweiz, der knapp zwei Wochen zuvor, ziemlich spontan seinen Besuch anmeldete! :) 

 

 

Wir holten ihn dann am nächsten Morgen, dem Mittwoch 19.09.18, um 7:00Uhr beim Busbahnhof ab. Zusammen fuhren wir zurück zum Old Belize Marina, einem Schiffshafen, in dem wir einen preiswerten und sicheren Ort gefunden hatten um Baluu zu parkieren. 

Sandros Willkommensessen bestand aus Haferflocken, Kaffee und Bananenkuchen.  Danach packten wir unsere Sachen und nahmen ein Taxi direkt zum Ferry Terminal. Nach einer 30minütigen Bootsfahrt kamen wir auf der karibischen Insel Caye Caulker an! Ich kam mir vor wie in einem Film oder als ob ich in ein Foto eines Ferienkatalogs geschlüpft wäre. Wären da nicht die Algen gewesen, die dieses Jahr leider eine Plage darstellen. Palmen und farbige Häuschen säumten sich rund um die Insel. Die „Strassen“ sind aus Sand und autofrei. Nur ein paar Golfcarts kamen uns ab und zu entgegen. Unser Hostel lag an der Hauptstrasse und bot gutes Wifi, Kaffe am Morgen, saubere Badezimmer und ein kleines, sauberes Zimmer mit drei grossen Betten! Luki und ich quartierten uns in je einem Bett ein und genossen es so richtig, uns wiedermal richtig strecken zu können! :)

 

Der erste gemeinsame Tag mit Sandro lief bis kurz vor Mitternacht wunderbar ab. Die nächsten 24h verbrachten er und ich (Rahel) regelmässig auf der Toilette... Er bestellte zum Abendessen eine Paella mit Schrimps und Chicken, die wohl nicht gut war. Von dieser probierte ich nur eine Gabel und fühlte mich später hundeelend. Ausgerechnet auf dieser Insel wo wir natürlich keine Medikamente bei uns hatten. Unsere Reiseapotheke liessen wir in Baluu zurück.

Mir ging es nach einem Tag wieder gut, Sandro erkämpfte sich seine Gesundheit 3 Tage lang. 

Unsere Schnorcheltour, welche wir bereits im Voraus gebucht hatten, konnten wir glücklicherweise um einen Tag verschieben, so dass wir alle gesund auf die Tour gehen konnten! 

Das zweitgrösste Barriereriff liegt vor Belize und eignet sich hervorragend zum Schnorcheln! Mit dem Boot steuerten wir verschiedene Stops an bevor wir ins Wasser springen konnten und sahen unter anderem Sehpferdchen, eine Sehkuh, Pelikane und riesige Fische. 

Dann endlich, ging es ab ins Wasser um die wunderbare und einzigartige Unterwasserwelt zu bestaunen! Ein Wrack, Fische, Korallen, Sehsterne, Rochen und Haifische gehörten zu den Sehenswürdigkeiten. 

Die Sonne versteckte sich an diesem Tag hinter den Wolken und zwei Mal schüttete es wie aus Kübeln. Ein Gewitter zog vorbei und zu unserer Überraschung schickten uns die Tourguides ins Wasser. Wir dachten immer, man sollte Gewässer meiden während Gewitter. Uns war allen ein wenig mulmig zu Mute und wir kamen uns vor wie in einem Actionfilm, nachdem ein Schiff im Sturm mitten im Ozean kenterte... Gott sei Dank war das Gewitter rasch vorüber und unserem Boot geschah auch nichts. Nass waren wir so oder so, da machte uns der Regen nichts aus.

 


Nach 5 Tagen Inselleben ging es zurück aufs Festland. 

Den ersten Stopp legten wir in der Bamboo Sanctuary ein, ein riesiges Naturschutzgebiet für Brüllaffen. Auf einer kurzen aber informativen Tour erfuhren wir einiges über die faszinierenden Tiere. Unser Guide, ein älterer Herr sagte uns schon bei Beginn der Führung, dass es nicht garantiert ist, die Affen zu sehen, je nach dem wo sich sich aufhalten. Aber schon nach ein paar Minuten spazieren im Dschungel sahen wir eine Gruppe! Natürlich sehr zu unserer Freude! :)

Am selben Tag ging es weiter zu einer Lodge, die zum Belize Zoo gehört. Dort übernachten wir. Sandro mietete sich eine schöne Cabana und Luki und ich schliefen wiedermal in Baluu. Am folgenden Tag spazierten wir von der Lodge aus zum Zoo. Es ist einer der schönsten Zoos die ich je besuchte! Anzutreffen sind nur Tiere, die auch in Belize heimisch sind. Und diese wurden nicht gefangen, sondern leben im Zoo weil sie entweder verwaist oder verletzt sind/waren und nun nicht mehr in der Wildnis überleben würden. Ein gutes Projekt, unserer Meinung nach! Folgende Tiere haben wir im Zoo gesehen:  Spinnen- und Brüllaffen, Papageie, Tukane und andere Vögel, Tapire, Jaguare und andere Wildkatzen, Krokodile, Spinnen und Schlangen.

 

Nach dem Zoo besuchten wir eine Bird Rescue Farm in Belmopan, die ebenfalls nur verletzte, verwaiste oder ehemals gefangene Vögel beherbergt und pflegt, die aber nach Möglichkeit wieder in die Freiheit ausgesetzt werden.  Dort übernachteten wir, Sandro schlief diesmal in seinem mitgebrachten Zelt. Jack und Yuan campten ebenfalls hier und wir hatten eine gute Zeit zu fünft.

 

Von Belmopan gings nach San Ignacio. Die Stadt liegt nur etwa 10km von der guatemaltekischen Grenze entfernt.

Dazwischen befindet sich eine Mennonitensiedlung namens Spanish Lookout. Eine Kiestrasse führt zu einem Fluss. Um diesen zu überqueren, fährt man auf eine wackelige Holzfähre, die von Hand betrieben wird! Danach folgen noch etwa 3km Kiestrasse bis zum Anfang der Siedlung. Von da hat man das Gefühl, man sei direkt in den Staaten gelandet. Gut gepflasterte, breite und saubere Strassen, riesige Silos, schöne Häuser mit viel Umschwung und moderne Geschäfte sieht man hier. Die Menschen sind in schönen Kleidern zu sehen: die Männer tragen Hemden und Latzhosen, meistens mit einem Strohhut, 

die Frauen sind in knöchellangen, farbigen Röcken gekleidet und tragen eine Haube auf dem Kopf. Auch die Kinder sind schon so gekleidet. Es war faszinierend und spannend zu sehen, das im selben Land so unterschiedliche Kulturen und Infrastrukturen anzutreffen sind.

Auf der Rückfahrt über den Fluss, durften wir alle drei auch handanlegen und uns auf die andere Seite kurbeln. :)

 

Den Höhlenbesuch zu den Actun Tunichil Muknal Höhlen, kurz ATM, lag eigentlich nicht in unserem Budget, wir wollten aber eine Ausnahme machen für unseren Besuch, Sandro. Schliesslich sollte er ja etwas sehen und erleben in seinen beschränkten Tagen in Zentralamerika. Sandro war so lieb und schenkte uns je den Eintritt zu diesem einzigartigen Erlebnis! An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an unseren Freund!

Die ATM Höhlen liegen mitten im Jungle und sind nur zu Fuss erreichbar. Dafür überquert man vom Parkplatz aus zuerst Mal einen Fluss (schwimmend) und wandert danach ein paar Kilometer durch den Wald. Den selben Fluss passiert man noch zwei weitere Male, das Wasser ist aber nicht mehr so tief. Nass wird man trotzdem, denn die Höhle erreicht man nur durchs Wasser. 

Ein Fluss verläuft durch die Höhle. Teilweise ist das Wasser tief und man muss schwimmen, sich zwischen Felsen durchzwängen oder aber kann durch das Wasser watten. Wir bekamen alle einen Helm mit Stirnlampe und konnten so die schönen Steinformationen sehen! Nach etwa 500m erreichten wir einen Eingang zu einer Höhle, der über der ersten verläuft und trocken liegt. Wir mussten etwa 20Meter klettern und unsere Schuhe ausziehen, um nichts zu beschädigen. Wir werden keine Fotos zeigen können, da absolutes Fotografierverbot besteht. Der Grund ist, weil frühere Besucher schon mehrere Fundstücke, darunter einen Schädel beschädigten, weil ihnen die Kamera darauf gefallen ist oder sie im Fotografier-eifer auf etwas zertraten. 

Die Höhle wurde in der Zeit der Mayas alle 20 Jahre für Rituale und besondere Zeremonien genutzt. Töpfe, Tonscherben und menschliche Überreste zeugen heute noch davon. Die Skelette stammen von Menschenopfern. Drei Babys, vier Kinder und sieben Erwachsene wurden vermutlich dem Regengott Chac geopfert um Regen zu erbeten. Archäologische Funde deuten eine grosse Dürrezeit an, was vermutlich zum plötzlichen verlassen der verschiedenen ehemaligen Städten führte. 

Es war ein sehr spannendes Erlebnis, unser Tourguide wusste viel zu erzählen. Ein belizisches Mittagessen, bestehend aus Reis mit Bohnen, Pouletschenkel, frittierte Bananen, Kartoffel-Ei-Salat und Bananenmuffins war im Preis inklusive und wurde von uns drei hungrigen genüsslich verspiesen. 

 

Unser letzter Ausflug in Belize führte uns zum Green Iguana Conversation Center. Verletzte Iguanas werden hier wieder gesund gepflegt und danach zurück in die Wildnis gelassen. Es gibt verschiedene Arten der Green Iguanas. Die Art die wir sahen, sind keine Fleischfresser und können unbedenklich berührt werden. Sie werden danach nicht zutraulich und werden nach aussetzen in die Natur nicht zurück kehren um gefüttert zu werden. 

Die Iguanas werden geschützt. Nicht mehr so häufig, aber leider immer noch, werden sie gejagt und gegessen. 

 

Die Zeit im Belize hat uns allen gut gefallen, es war sehr abwechslungsreich. Aber deutlich teurer als die angrenzenden Länder Mexiko und Guatemala. Darum waren wir nicht böse, als es weiter ging!

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Adios Mexico

In Merida blieben wir dann noch etwas länger, da es uns mit jedem Tag besser gefiel. Zudem hatten wir gutes Internet beim Hostel, bei welchem wir unseren Baluu parkten und dort campen durften. So konnten wir noch einiges organisieren. Wir- eigentlich ist da Luki gemeint. Denn wenn es ums Planen und erledigen von Papierkram geht wie z.B. Visums, Buchungen oder Versicherungen, dann übernimmt er das. Nicht, dass ich zu faul wäre aber bei ihm klappt dann meistens alles auf Anhieb, wobei es bei mir schön öfter Komplikationen gab. Und da wir uns doppelte Arbeit ersparen wollen, hat sich das eben so ergeben.

So organisierte Lukas die Verschiffung unseres VW Buses Anfang Dezember, von Panama nach Kolumbien - es gibt nämlich keine Verbindungsstrasse zwischen diesen beiden Ländern - und noch einiges mehr.

 

Der erste Stopp nach Merida, war in einem kleinen, unscheinbaren Dorf namens Holcá. Dort besuchten wir die Cenote „Chiuan“.

Auf der Halbinsel Yucatan gibt es über 6000 Cenoten! Eine Cenote ist ein mit Süßwasser gefülltes dolinenartiges Kalksteinloch, das durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden ist. Sie unterscheiden sich in grösse und Form. So sind einige gedeckt, also liegen immer noch in einer Höhle, andere sind halb gedeckt und dann gibt es offen gelegene.

Die „Chiuan“ Cenote liegt unterirdisch. Wir genossen das kalte Wasser in der spärrlich beleuchteten Höhle ganz für uns allein! :)

Weiter östlich befindet sich Chichén Itzá, eines der Weltwunder der neuen Ära! In dieser einstigen Mayastädte befindet sich die berühmte Pyramide „El Castillo“, ein Observatorium und einer der grössten, je entdeckten Ballspielplätze. Die Majastadt, welche über 1500 Hektaren gross war, hatte ihre Blütezeit um das Jahr 750n. Ch. Bis heute wurden nur ein paar wenige Ruinen rekonstruiert. Wie bei vielen Städten dieser Art, werden meistens die grössten und eindrucksvollsten Bauten wiederhergestellt, bei den kleineren Gebäuden macht der Wiederaufbau wohl wenig Sinn, beziehungsweise fehlen wahrscheinlich auch die finanziellen Mittel.

Auch bei diesem Besuch waren wir noch vor der Türöffnung vor Ort und stellten uns als zweites in die Warteschlange für die Tickets. Auf dem Gelände lernten wir ein Schweizer Pärchen kennen, welches für 4 Wochen in Mexico in den Ferien ist. Nach 4h hin und her spazieren durch die Ausgrabungsstädte, machten wir uns auf den Heimweg. Chichén Itzá bietet viel Sehenswertes. Für unseren Geschmack ist es hier aber ein wenig zu touristisch. Beim Erkunden der Anlage läuft man zum Beispiel immer wieder durch regelrechte Verkaufsstrassen wo Verkäufer ihre Souvenirs (die zu einer grossen Mehrheit aus chinesischen Fabriken stammen), an den Mann bringen wollen. Aus unserer Sicht gibt es definitiv Ruinen in Mexiko, die sehenswerter sind als die berühmten Ruinen hier in Chichén Itzá. 

Am Nachmittag besuchten wir eine weitere Cenote die den Namen „Oxman“ (ausgesprochen „Oschman“) trägt. Empfohlen wurde uns diese von unseren chinesischen Freunden, die wir das erste Mal in Palenque getroffen haben. Es ist nämlich nicht ganz einfach, bei der riesigen Auswahl an Cenoten, sich für eine zu entscheiden. Oxman war aber echt schön, nicht zu teuer und nicht zu touristisch.

Während dem plantschen bemerkte Luki plötzlich einen Gegenstand in seiner Badehose: Unsere Autoschlüssel! Gott sei Dank haben wir sie nicht verloren in diesem tiefen Wasserloch...

 

In Valladolid übernachteten wir bei einem Hostel, das Bienen schützt und Honig verkauft. Als wir von diesem erfuhren, waren wir natürlich sofort Feuer und Flamme! (Für die, die es nicht wissen: Wir hatten selber ein Bienenvolk in der Schweiz und wollen wenn wir zurück sind, den Imkerkurs absolvieren und wieder Bienen halten.)Es liegt schön gelegen in einem Wald, nur wenig ausserhalb der Stadt. Diese kann gut zu Fuss erkundet werden.

Wenn man im Hostel übernachtet, ist eine geführte Bienentour inklusive. Am darauffolgenden Tag liessen wir uns von Felipe, unserem Guide, durch den Jungle führen und lernten einiges über die lokalen Bienen. Felipe spricht recht gut Englisch und natürlich Spanisch. So war die Tour dann auf „Spenglisch“. :)

Interessant ist, dass die einheimischen Bienen keinen Stachel besitzen. Ihr Bau befindet sich im Boden oder in einem Holzstrunk, je nach Bienenart. Es gibt mehrere Arten von „Meliponas“ (Bienenart ohne Stachel), die Honig produzieren. Die Bienen sind aber viel kleiner und sehen aus wie Fliegen! Nur an den „Höschen“, den Pollensäckchen an den Beinen, erkennt man dass es Bienen sind. Beim späteren Honigtasting schmeckten wir, wie süss dieser Honig ist! Da die Bienen kleiner sind, produzieren sie auch weniger Honig. Somit ist dieser deutlich teurer! Das Hostel hat aber auch europäische Bienen und erntet diesen Honig. So einen gönnten wir uns dann auch. :)

Wir haben noch nie zuvor etwas über diese Bienenart gehört. Für die LeserInnen die mehr darüber erfahren wollen hier nochmals einen Link von Wikipedia über die Bienen: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Melipona

Cancun, das Hauptferienziel der meisten Touristen, liessen wir aus. Laut Reiseführer, hören/sagen und Google Bilder, befindet sich hier ein Hotel am anderen und die Strassen sind voll von Verkaufsständen und Bars . Also nicht so unser Ding. :) Zudem ist dieses Jahr das karibische Meer, über hunderte Kilometer weit, mit Seegras verschmutzt. Wir machen also einen grossen Bogen um die Stadt und überlassen diese den Pauschaltouristen.

 

So fuhren wir von Valladolid direkt Richtung Tulum, in den für uns letzten Bundesstaat in Mexiko, Quintana Roo. Auf dem Weg legten wir einen Zwischenstopp bei den Ruinen von Coba ein. Die Ausgrabungsstädte wird nicht wegen ihrer Schönheit in unserer Erinnerung bleiben, sondern wegen folgendem Erlebnis:

Die eine restaurierte Pyramide, darf bestiegen werden. Die Treppenstufen sind steil und in unregelmässigen Abständen angelegt. Mein Ziel war es, die Stufen bis nach oben ohne Pause zu meistern. So stiegen wir zusammen mit vielen anderen Besuchern die Pyramide hoch. Gegen Ende musste ich ganz schön schnaufen. Oben angekommen, brauchte ich dann erst einmal eine Pause. Beim wunderschönen Ausblick über den Dschungel, kam ich allmählich wieder zu Luft. Plötzlich sprangen die Menschen links von mir zur Seite und nur knapp 1 Meter von mir entfernt, sah ich sie sofort, die Tarantel!  :O Und schon war meine zurückgewonnene Luft wieder verflogen. Ich mag Spinnen nämlich gar nicht! Den Abstieg der Pyramide bewältigte ich dann mit Beinen wie aus Gummi...

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456 Topes, 3 Strassenblockaden und wunderschöne Ruinen

Die drei Tage in San Cristobal waren schnell vorbei mit spazieren, die Stadt erkunden, Kirchen besichtigen, Märkte besuchen, Wäsche erledigen und dem geniessen des angenehm kühlen Klimas. 


Weiter ging es nordöstlich, Richtung Palenque. Von unserem Reiseapp, iOverlander wussten wir, dass die direkte Strasse von San Cristobal nach Palenque teilweise von Einheimischen gesperrt wird. Darum informierten wir uns bei einer Militärstation zuerst über die Strassenverhältnisse. Uns wurde versichert, dass momentan alles in Ordnung sei und wir ohne Probleme fahren können. Sehr gut, dachten wir denn andererseits hätten wir je nach dem über 360km Umweg fahren müssen.

In einem Reiseblogg von anderen Travelers lesen wir ein paar Wochen zuvor, dass es auf dieser 220km langen Strasse, besonders viele „Topes“, die bekannten Strassenunebenheiten, geben soll. So nahm ich einen Zettel und Stift und beschäftigte mich neben dem bestaunen der Landschaft, mit „meiner Strichliliste“. :)

Die kurvigen Strassen führen durch wunderschöne Berggegenden auf rund 2000 M.ü.M. Auch hier treffen wir auf Ureinwohner, mit ihren schönen Trachten! Die Männer teilweise schwer beladen mit gesammeltem Holz, Frauen mit Ihren Kleinkinder in Tragtücher, weiter Kinder an der Hand. 


Nach knapp 2h fahren, treffen wir plötzlich auf Stau. Schnell merken wir, dass etwas geschehen sein musste und fahren ganz frech an den am Rand geparkten Autos vorbei. Etwa 20 Meter vor der durch Steine gesperrten Strasse fahren auch wir an den Strassenrand und warten.  „Que paso?“, fragen wir und erhalten keine wirklich ausführliche Antwort (=Was ist passiert?). Nach guten 45min tut sich was und wir können fahren- natürlich nicht gratis, schliesslich haben sie die Steine weggeräumt und wir bezahlen 50Pesos. Umgerechnet 2.80Sfr. Wir erhalten ein spanisches Flugblatt mit Informationen über die Demonstrationen.


Mit meiner Strichlisliste bin ich bis dahin bereits bei über 100...!


Eine weitere Strassensperre, diesmal bestehend aus einem Nagelbrett, erwartet uns eine Stunde später. Viele Leute befinden sich links und rechts am Strassenrand mit Schlagstöcken und Macheten. Es lächeln aber alle und reden freundlich mit uns. Auch hier müssen wir 50 Pesos bezahlen und dürfen dann sofort passieren. Auf diesem A4 Papier können wir unter anderem die Wörter „democracia“ und „presidente“ entschlüsseln, was unsere Vermutung über politische Angelegenheiten, bestätigt. 


Gegen 13:30Uhr treffen wir auf die 3. Strassensperre. Hier steht ein Polizeiauto quer über der Strasse und „Polizisten“ mit selbst gedruckten T-shirts und Gummiknüppeln sitzen wichtig tuend darauf herum, auch hier liegen Nagelbretter am Boden (Die „Policia Rural“ ist eine selbsternannte, eigenständige Polizei hier im Hochland Chiapas. Von der richtigen Polizei halten sie hier nicht so viel). Die Jungs sind bestimmt alle zwischen 18 bis max. 25 Jahre alt und fühlen sich hier in der Gruppe so richtig gross!

Wir warten und warten... Nach einer Stunde laufe ich auf sie zu und Frage auch hier was denn los sei. Zuerst werde ich ausgepfiffen und als „reicher Gringo“ beschimpft. Für uns werde es 100 Dollar kosten wenn wir passieren wollen, nicht wie auf einem Kartonstück angeschrieben, 100 Pesos. Ich stelle klar, dass ich nicht aus den Staaten komme und wir keine Dollarwährung in der Schweiz haben. Wie ein umgedrehter Schalter werden sie auf einmal sehr freundlich, machen Komplimente und schwatzen ein wenig...

Die Sperre zu Fuss zu umgehen ist erlaubt, so viel wir mitbekommen haben auch gratis. So sahen wir dutzende Menschen auf der einen Seite aus dem Bus zu steigen um auf der anderen Seite der Sperre wieder ein Bus oder ein Taxi zu nehmen. Natürlich müssen sie alles nochmals bezahlen. Langsam glauben wir, dass die Taxifahrer ebenfalls involviert sind in dieses ganze Theater - eine kleine Mafia eben! 

Mit der Zeit kommen wir ein wenig ins Gespräch mit einem mexikanischen Paar aus Guadalajara, dass 8 Tage Ferien macht. Sie hatten bereits gestern nicht passieren können und nervten sich fürchterlich über die Sperre. Was wir auch verstehen, denn wenn man nur eine begrenzte Zeit für Ferien hat und einen ganzen Tag verliert, ist das schon nicht schön. Der junge Mann spricht etwas englisch und erklärt uns, dass die Einheimischen sich von der Regierung nicht gerecht behandelt fühlen und mehr Rechte wollen. Viele leben in grosser Armut, habe keine bis eine geringe Schulbildung, leiden unter den Importen vom Ausland und unter Rassismus. 

Auf eine gewisse Weise verstehen wir das ja, aber Strassensperren ist bestimmt nicht der Richtige Weg, um diese Ziele zu erreichen! 

Erst nach mehr als vier Stunden warten in der Hitze, konnten wir weiter fahren. Diesmal mussten wir sogar 100pesos bezahlen. Für was sie das Geld denn brauchen werden, fragen wir und erhalten ein schelmisches Grinsen zurück. Ich frage: für Bier?, und erhalte prompt eine Bejahungen darauf! Schade, dass sie das Geld nicht wenigstens für etwas gescheites gebrauchen.


Da es nun schon bald eindunkeln wird, mussten wir uns auch nicht mehr entscheiden ob wir noch bis Palenque fahren werden. Es war zu weit. So machten wir einen Zwischenstopp in Aqua Azul.

Die dortigen Wasserfälle sind sehr schön, umgeben vom Dschungel. Wir liefen am Morgen Flussaufwärts und wissen schnell was andere Reisende gemeint haben mit: „es gibt überall Verkäufer, die dir ihre Ware verkaufen wollen!“. Einen Verkaufsstand nach dem anderen treffen wir auf unserem Spaziergang an.

Da es am Tag zuvor geregnet hatte, war das Wasser nicht ganz so blau wie auf den Werbefotos. :) Trotzdem sah es sehr schön aus auch wenn man den Grund nicht sah. Als es wärmer wurde und wir einheimische Kinder beim Plantschen sahen, verflogen die letzten Zweifel ob wir uns ins Wasser wagen sollteb oder nicht. Es war herrlich kalt! Bald gesellen sich mehr Leute zu uns und ein Bademeister taucht auf. 

Auf dem Weg zurück zu Baluu, gönnen wir uns frisch zubereitete Empanadas (mit Fleisch, Käse oder Gemüse gefüllte Teigtaschen) an einem der Stände. Mmhh! 


Weiter ging es auf der berüchtigten Strasse 199. Wir treffen nochmals auf zwei harmlose Blockaden: gespannte Schnüre durch Frauen und Kinder die uns Nüsse, frittierte Bananen und Obst verkaufen wollen. Einer älteren Frau bezahlten wir 10 Pesos für frittierte Bananen (obwohl wir auch durch gekommen wären ohne etwas zu kaufen) und mit drei kleinen Mädchen machten wir eine Art Tauschgeschäft. Da wir nicht mehr genug Münz hatten und sie uns Orangen verkaufen wollten, tauschten wir eine Orange gegen ein paar frittierte Bananen die sie sofort gierig verschlangen und gaben ihnen das restliche Kleingeld...


Danach kamen wir ohne Zwischenfälle sicher in Palenque an. 

Ich zählte bis zur Stadt 456 Topes. Ein Strich gabs jedesmal wenn wir aufgrund der künstlich erschaffenen Strassenunebenheit abbremsen mussten.


Am nächsten Tag „feiern“ wir unseren 4. Hochzeitstag in Palenque und besuchen die gleichnamigen Maya Ruinen. Um 7:30Uhr spazieren wir los, damit wir als erstes zu den Ruinen können bevor der grosse Besucherandrang kommt. Auf dem kurzen Spaziergang dorthin, sehen wir zum ersten Mal Brüllaffen. Diese haben wir nun schon mehrmals gehört, gesehen aber noch nie. 

Die Pyramiden und Bauten mitten im Dachungel beeindrucken uns einmal mehr! Nach einigen Kilometern Fussmarsch durch das Areal und viiiiiielen Fotos, besuchen wir ein kleines Museum wo über die früheren Bewohner der Städte, Informiert wird. Bis heute sind nach wie vor viele Fragen unbeantwortet.

Am Abend geniessen wir dann noch ein feines Essen im Restaurant auf dem Campingplatz „Maya Bell“.


Am folgenden Tag ist wieder Tanken angesagt. Wir bezahlen umgerechnet 1.15Sfr. pro Liter (dies als kleiner Einschub für die, die es Wunder nimmt. Die Preise variieren in ganz Mexiko kaum). In Mexiko fährt man an die Tankstelle und sagt, wieviel getankt werden soll. Selbständig darf man hier nichts machen. Wie immer sagen wir, „Queremos illenar por favor“ was volltanken bedeutet. Beim losfahren meint Luki, der Mexikaner habe unseren Tank so sehr gefüllt, dass der Benzinanzeiger gar nicht mehr zu sehen ist! Wir fahren weiter, aber schon bald nehmen wir ein stottern unseres Baluus wahr. Als dann kurz darauf eine Zahlstelle kommt, würgt der Motor mitten auf der Strasse ab! Wir können auch nicht mehr starten. Ojee was nun? Mir kam die Befürchtung, dass sie uns falsches Benzin bzw. Diesel getankt haben. Luki jedoch schickt mich hinaus mit der Anweisung, ich solle den Tank aufmachen und Luft reinlassen. Gesagt getan. Ein lautes Gurgeln ertönt und Baluu kommt mühsam wieder zum laufen. Das Problem ist nun diagnostiziert: Zu viel Benzin Benzin im Tank! Also fahren wir bei der nächsten Gelegenheit auf einen Platz, nehmen unseren Benzinkanister vom Dach und stecken einen Schlauch in unseren vollen Tank, sofort löuft etwas Benzin heraus, stoppt dann aber. Luki erklärt mir, dass er nun ansaugen werde. Mir ist nicht wohl dabei aber ich habe auch keine andere Idee. Und natürlich passiert das Unglück und Luki erwischt ein Mund voll Benzin! Ich geriet fast in Panik, hole schnell Wasser damit er sich den Mund spülen kann. Zwischenzeitlich fliesst Literweise Benzin in unser Ersatzkanister. Als dieser fast zur Hälfte gefüllt war, unterbrechen wir das Ganze und setzen unsere Reise fort - mit immer noch fast vollem Tank! 

Luki hat Gott sei Dank kein Schaden davon getragen (ich (Luki) würde sogar sagen eine gratis Intensivzahnreinigung bekommen zu haben und einen Schaden hab ich eh schon, sonst wären wir nicht hier :) ) . Zudem wissen wir nun, dass es auch noch andere, ungefährliche Möglichkeiten gibt...


Weiter nordöstlich auf der „Ruta de los Piratas“, liegt Campeche. Seit 1999 gehört die Stadt zum Weltkulturerbe der UNESCO. Laut unserem Reiseführer gibt es dort nicht viel zu sehen. Die Kolonialstadt bietet jedoch eine schöne Strandpromenade, Palmen gesäumte Strassen, Festungen aus dem 17. Jahrhundert (vielleicht wegen den Piraten!?) und nebst einigen imposanten Kirchen auch schöne, farbige Gassen.   

Wir genossen dort einen guten Kaffe und schlenderten zwischen den Häuser herum, bevor wir uns auf zum nächsten Übernachtungsplatz machen.


Vor dem Tor zu den Ruinen von Edzna übernachten wir, damit wir am nächsten Tag als eine der Ersten auf Besichtigungstour gehen können. Unser Plan ging auf, wir rechneten jedoch nicht mit so vielen Mücken! Trotz Mückenspray, Mückencreme und langen Hosen greifen uns die fiesen Tiere an. Stehenbleiben geht nicht und die grossen Wiesenflächen auf dem Gelände, die noch mit Morgendunst überzogen sind, wirken zusätzlich als Mückenmagnet. So flüchten wir wild um uns schlagend auf die Ruinen wo im laufe der immer wärmer werdenden Sonne, die Plage ein wenig abnimmt. Einheimische kommen auf uns zu und fragen nach Mückenspray den wir in den Hosentaschen herumtragen. Natürlich geben wir gerne, leider hilft dieser nur begrenzt. Schon bald machen wir uns auf den Rückweg zum Auto und wollen nur noch weg von den Mücken...! 


An diesem Tag besuchen wir noch eine weitere Ausgrabungsstädte in Kabah. Was für ein Meisterwerk, dass die Mayas da erschaffen haben! So viele schöne Details an Gebäuden von Blumen über Kreuzchen, Zickzack, Inschriften aber auch etwas komische Figuren. Es ist einerseits wahnsinnig schön anzuschauen, jedoch auch speziell da man weiss, dass diese Fratzen oft ihre Göttzenbilder waren. Okkulte Rituale wurden oft praktiziert, die bis umhin zu Tier- und Menschenopfern reichten.


Nicht Mal 20km von Kabah befindet sich  Uxmal. Diese beiden Orte waren mit einer Pflasterstrasse  miteinander verbunden.

Uxmal war einer der grössten und wichtigsten Städte zu Beginn der ersten Jahrhundert nach Christus. Ihre Blütezeit wird auf das Jahr 700 n.Ch. geschätzt. Die dortigen Pyramiden und Gebäude wurden im Verlaufe verschiedener Herrscher, immer wieder umgebaut und vergrössert. Auch hier konnten viele Details und Verzierungen an den Gebäuden rekonstruiert werden. 

Heute ist ein kleiner Teil des einstmals 10 Quadratkilometer grossen Gebietes für Touristen zugänglich. Viele nicht ausgegrabene Gebäude werden nach wie vor von dichtem Urwald bedeckt. 

Wer sich für einzelne Gebäude von Uxmal interessiert, findet auf folgendem Link unter „Bauformen in Uxmal“ eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Komplexe: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Uxmal 

Auch hier übernachteten wir direkt vor dem Eingang und hatten das Privileg, die Ruinen vor dem grossen Andrang an Touristen zu besichtigen.


Mérida ist eine Grossstadt, eine gute Stunde Nordöstlich von Uxmal. Hier verbrachten wir die vergangenen zwei Nächte im Hinterhof eines Hostels. Zu Fuss erkunden wir die Stadt, welche uns aber nicht so ganz überzeugt. Zwei, drei schön restaurierte Gassen in verschiedenen Pastellfarben und einzelne schöne Gebäude entzücken uns, doch der viele Verkehr, verschmutzte Strassen und die oft heruntergekommenen Gebäude, lassen das Hochgefühl das wir nun von anderen Städten kennen, aus. 

Was wir uns aber auch hier nicht entgehen lassen wollten, war der Markt. Wir lieben die frischen Früchte und Gemüse die es zu kaufen gibt und der Einblick in das bunte Treiben der Einheimischen. Für 90 Pesos (4.80Sfr.) kaufen wir 3 Bund Radieschen, eine yucatetische Riesenavocado, 2 Limetten, eine grosse Zwiebel, 2 Drachenfrüchte, 10 Bananen, 7 Tomaten und einen Bund frischen Koriander ein!! 

Im Hostel lernen wir Oscar kennen, der uns am Abend mit „auf den Tanz“ nimmt. Er ist Mexikaner und versichert uns, dass wir in dieser Stadt keine bedenken haben müssen um die Sicherheit. Denn normalerweise befolgen wir den Rat, nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr auf die Strassen zu gehen.

Viele Gebäude sind beleuchtet, es geht nicht mehr so hektisch zu und her und der Verkehr hat sich deutlich gelegt. Auf dem „Parque de Santiago“ treffen wir dann auf Livemusik und viele ältere (sogar sehr alte) Paare die Tanzen als wären sie erst 20! :) Es war so rührend, sie konnten kaum mehr stehen und laufen aber manche Tanzten, dass man nur schon vom zuschauen ins schwitzen kam, während andere eng umschlungen im Takt mit wippten! Die Zeit verflog rasch und als das letzte Lied gespielt war, ging es keine 5 Minuten und der Platz war leer. Lastwagen fahren heran und beginnen mit aufräumen der Stühle, die jeden Dienstag Abend aufgestellt werden für die Zuschauer und Verschnaufpausen zwischen den Tänzen. Es war ein wunderbarer Abend und einmal mehr fallen wir müde aber von Herzen dankbar ins Bett, über all das Gute und Schöne was wir erleben dürfen!


Auch die kommenden Bloggs werden von den Spuren der Mayas handeln, wir werden Cenoten besuchen und hoffentlich einen weiteren Einblick in die wunderbare Tier- und Pflanzenwelt von Mexiko erhalten.

 


Passstrasse 199 und Agua Azul
An unserem Hochzeitstag besuchten wir die Ausgrabungsstädte von Palenque und sahen Brüllaffen
Kolonialstadt Campeche
Ruinen von Edzna mit viiiielen Mücken
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Von Teotihuacan bis San Cristobal - Ruinen und Schildkröten

Etwa 40 Kilometer nordöstich von Mexiko Stadt befinden sich die Ruinen von Teotihuacan. Im riesigen Ausgrabungsareal steht, unter vielen anderen eindrücklichen Bauwerken, auch die drittgrösste Pyramide der Welt! Dies war natürlich Grund genug für uns, dieser Anlage einen Besuch abzustatten! Wir erreichten die Ortschaft San Martin de las Piramides am Nachmittag und nisteten uns auf einem gemütlichem „Campingplatz (gemähte Wiese mit Bäumen)“einer netten mexikanischen Familie ein. An Orten wie diesem zu Übernachten, mögen wir sehr! So kommt man immer wieder ein wenig in Kontakt mit der lokalen Bevölkerung. Kaum parkiert, durften wir eine für uns neue Frucht, eine Tuna probieren. Schon auf dem Weg hierhin sind uns die grossen Kaktusfelder immer wieder ins Auge gestochen, jetzt wussten wir auch wieso hier so viele Ohrenkaktusse anzutreffen sind. Tunas sind nämlich die Früchte dieser Pflanzen. Sind die Früchte erst einmal vom Kaktus gepflückt, müssen die Stacheln entfernt werden, bevor dann die Schale aufgeschnitten und die Frucht gegessen werden kann. Uns schmeckte es sehr und so kaufte Reitschel der Familie kurzerhand ein paar weitere Früchte ab und backte daraus Muffins, welche sie später dann an die Familienmitglieder verteilte. 
Tuna - Frucht des Ohrenkaktus
Am nächsten Morgen standen wir um 07:00 auf, assen unser Morgenessen und spazierten dann zum nahegelegenen Eingang der Ausgrabungsstätte. Einmal mehr durften wir merken, dass sich früh aufstehen lohnt! Wir waren, abgesehen von einem symaptischem Zeitgenossen aus Japan, mit dem wir ein wenig umherliefen und plauderten, nämlich fast die einzigen Leute auf dem ganzen Areal. So bestiegen wir die Sonnenpyramide ohne in einer mühsamen Schlange anstehen zu müssen. Auf der Spitze bot sich uns eine fantastischer Ausblick über die Anlage! Zudem war der ganze Himmel mit Heissluftballonen übersät, was das ganze fast ein wenig kitschig erscheinen liess! In den nächsten Stunden schauten wir uns die anderen Bauwerke an und merkten wie der Besucherstrom zunahm. Gegen die Mittagszeit, als wir uns Richtung Ausgang aufmachten war die Anlage dann voll mit Besuchern aus aller Welt und wir dachten mit einem Lächeln auf dem Gesicht, an die einsamen Morgenstunden zurück.

 Für die Geschichtinteressierten unserer Leserschaft hier noch ein paar Fakten zu Teotihuacan: Berühmt ist die Anlage vor allem wegen den zwei grossen Pyramiden, der Piramide del Sol (Sonnenpyramide) und der Piramide de la Luna (Mondpyramide). Die Stadt, welche vor hunderten Jahren um die Pyramiden angelegt wurde, war die Hauptstadt des Königreiches welches hier vor der spanischen Invasion blühte. Wirtschaftliche Gründe und Änderungen im sozialen System führten wohl zu einem Kolaps um das 8te Jahrhundert. Jahrhunderte nach dem Kolaps wurde die Städte zu einem Pilgerort der Azteken, die glaubten alle Götter hätten sich hier geopfert um die Sonne zum Beginn der fünften Welt in Bewegung zu setzen. Bis heute sind die Pyramiden eine berühmte Pilgerstätte für New Age Anhänger, die sich jedes Jahr hier treffen. 

Beeindruckt von der grösse der Pyramiden setzten wir unsere Reise dann Richtung Osten fort. Schon am nächsten Tag waren wir wieder beim spazieren zwischen Ruinen anzutreffen. Bei den Ruinen von Tajin verbrachten wir einige Stunden. Diese sind zwar um einiges kleiner als die Pyramiden in Teotihuacan, für unseren Geschmack aber um einiges schöner und detailierter. An allen Ecken sind hier schöne Verzierungen an den Gebäuden angebracht und interessante, in Stein gemeiselte Bilder prägen die Seitenwände der Ballspielplätze. Auch zwei bekannte Gesichter erscheinen plötzlich zwischen den Ruinen, Fredi und Jaqueline haben es auch hier hin geschaft. 
Am Nachmitag besuchen wir dann noch die nahe gelegene Stadt Papantla. Auf dem Platz vor der Kirche sollen hier die berühmten Voladores anzutreffen sein. Wagemutige Männer, die sich angemacht an einem Seil von einer etwa 30 Meter hohen Plattform stürzen und dann 13 Umdrehungen später am Boden ankommen. Ein Weltkulturerbe! Leider verpassen wir gerade eine Vorstellung und werden beim Nachfragen darauf hingewisen, dass in einer Stunde wieder eine Aufführung zu sehen sein. Wir plaudern ein wenig mit Fredi und Jaqueline, welche auch hier sind, statten dem nahe gelegen Markt einen Besuch ab, schauen bei einer Hochzeit in der Kirche zu und warten zwei Stunden später immer noch bis sich etwas tut. Fredi spricht dann die Akrobaten, welche gemütlich unter einem Baum im Schatten liegen an und fragt sie, wann es jetzt losgehe!? Es seien nicht genügend Leute hier, es lohne sich nicht die Aufführung durchzuführen, bekommt er als Antwort. Nach ein paar Minuten Diskussion, zückt Fredi dann eine 500 Pesos Note aus der Hosentasche (25 Franken) und die Akrobaten erheben sich wie von einer Biene gestochen! Wir haben noch nie Mexikaner gesehen, die sich so schnell bewegt haben! Fünf Minuten später ist alles bereit und wir dürfen dem Ritual dann doch noch zusehen! Es macht Spass dem Ganzen zuzusehen und wir dürfen tolle Fotos schiessen, einen faden Beigeschmack hat das ganze Erlebniss für uns aber doch! Schade, dass die Akrobaten hier nicht mit Herzblut zu ihrer Kultur und den Ritualen ihrer Vorfahren am Werk sind, sondern nur aufs Geld aus sind! Weltkulturerbe….für uns nach diesem Erlebniss fraglich! 

Die nächsten Tage verbringen wir auf dem Camping Coco Loco am Golf von Mexiko. Eigentümer hier ist der Schweizer Martin. Ein sehr, fröhlicher, aufgestellter Mensch der viel zu erzählen hat! Zusammen mit den Rupps die einen Tag später als wir auch hier eintreffen, lachen wir viel, tauschen Geschichten aus, und reden über Gott und die Welt. Natürlich dürfen auch gemütliche Stunden in der Hängematte, ein Glas Bier oder eine gute Pizza aus Martins Restaurant nicht fehlen! Es tut gut, nach doch ein paar ereignissvollen Tagen hintereinander wieder ein wenig zu relaxen. Martin ist übrigens leidenschaftlicher Schildkrotenschützer! Schildkröteneier gelten bei vielen Mexikanern als Potenzmittel und wurden in der Vergangenheit deshalb sehr viel illegal verspeisst. Auch heute gibt es auf dem Schwarzmarkt / oder unter dem Tisch noch Schildkröteneier zu kaufen. Die Lage hat sich aber erheblich verbessert und die Tiere werden vermehrt geschützt. Auf zwei nächtlichen Touren sind wir dann mit Martin am Strand unterwegs und dürfen dabei den Riesenschildkröten beim ablegen der Eier in den Sanddünen zuschauen. Ein für uns unvergessliches Erlebniss, diese gigantischen Tiere zu beobachten! 
Die grossen Tiere legen etwa 100-200 Eier in den Sand. Hierzu steigen sie vom Meer in die Sanddünen hinauf und hinterlassen dabei eine Spur wie ein Traktor! Mit den Hinterflossen gräbt das Tier dann ein Loch, welches bis zu einem Meter tief sein kann und legt die Eier darin ab (Martin erzählt uns, dass das Graben mehr als eine Stunde lang dauern kann). Ist das Loch dann wieder fein säuberlich mit Sand zugedeckt kehrt die Schildkröte zum Meer zurück und überlässt die Eier ihrem Schicksal. Schildkrötenschützer markieren dann entweder die Nester und bewachen diese oder graben die Eier aus und brüten sie in einem Brutkasten aus. Plus/minus Fünfzig Tage nach der Eiablage schlüpfen die kleinen Schildkröten aus und gehen ins Meer. Nach rund zwanzig Jahren im offenen Ozean kommen die Schildkräten, wenn alles gut geht, dann wieder an den Strand ihrer Geburt zurück und legen ihrerseits Eier ab! Einfach fantastisch! 
Martin zeigt uns dann auch noch ein kleines Dörfchen in der Umgebung, welches von französischen Auswanderern gegründet wurde. Die französischen Wurzeln sind hier bis heute gut sichtbar! So haben viele Häuser zum Beispiel Dächer mit Biberschwanzziegeln und wir treffen auf den ein oder anderen Dorfbewohner, der französisch spricht oder ein Bild des Eifelturmes in seinem Wohnzimmer hängen hat.

Nach vier Tagen auf dem Camping Coco Loco verabschieden wir uns von Fredi, Jaquelien und Martin und setzen unsere Reise fort. Auf einen Tipp von Martin hin, machen wir einen kurzen Zwischenstopp in einem wunderschönen Dörfchen mit dem Namen Tlacotalpan. Es gefällt uns sehr hier! Häuser in allen möglichen Farmen säumen hier die Strasse und man sieht Säulen so weit das Auge reicht! Auf dem Parkplatz einer Tankstelle verbringen wir hier eine sehr ruhige Nacht und Reitschel verschenkt zum ersten mal Kleider, welche wir von Freunden aus der USA bekommen haben, an die Dorfbewohner. Wie erwartet stossen wir hierbei auf verschiedene Reaktionen! Viele Frauen haben Freude einfach so, gratis Kleider für sich oder ihre Kinder zu bekommen und können es kaum fassen, dass wir die Kleider wirklich gratis abgeben wollen! Es spricht aber auch ein Mann mit Reitschel der die ganze Aktion irgendwie nicht ganz versteht, es wahr wohl der, der am meisten Geld hatte….! Wie Reitschel dann so schön gesagt hat freuen wir uns aber ab den lachenden Gesichtern der Frauen und vergessen die negative Reaktion ganz einfach!

Die nächsten Tage fahren wir relativ viel! Unser nächstes grosses Reiseziel ist die Stadt San Cristobal de las Casas im zentralen Hochland vom Bundesstaat Chiapas. Auf dem Weg dorthin legen wir ein paar kurze Stopps ein. So übernachten wir zum Beispiel bei einem Kinderheim, welches Campingplätze für Reisende wie uns zur Verfügung stellt um einen Austausch zwischen den Kindern und Reisenden zu schaffen. Eine sehr gute Idee wie wir finden! Ganz in der Nähe statten wir Cascada el Aquacero eine Besuch ab. Eine Schlucht mit Wasserfällen die ein wenig an den Film Avatar erinnert, weil alles so grün ist und Lianen von den Bäumen ins Tal hinab hängen. 
Wir durchfahren die Hauptstadt Chiapas, Tuxtla Gutierrez und kaum haben wir diese hinter uns gelassen geht es ins Hochland! Über tausende  Kurven, vorbei an kleinen Bergdörfern gelangen wir immer weiter und höher ins Hochland hinein. Zum ersten mal auf unserer Reise sind wir froh um unsere Benzinkanister auf dem Dach! Durch die vielen Kurven und die Höhe von mehr als 2000 Meter über Meer brauchen wir mehr Benzin als „geplant“! Der Tankzeiger befindet sich tief im roten Bereich und wir nehmen schon ein stottern war als wir an einer sicheren Stelle anhalten und den Tank auffüllen können! Das Hochland in dieser Gegend wir bis heute von Mayas bewohnt und es gefällt uns ausserordentlich gut hier! Immer wieder kommen wir an Maisfeldern vorbei welche an steilen Berghängen angelegt sind, sehen Frauen in ihren schönen traditionellen Kleidern und durchqueren kleine Bergdörfer in welchen die Einheimischen neugierig unser vorbeifahrendes Reisemobil beobachten und freundlich Grüssen! Wir bewundern diese Leute die in solchen einfachen Verhältnissen Leben, Wirtschaften und ihre Kultur pflegen! 

2 Kommentare

Wellnesstage in Tolantongo

Wie im letzten Blogeintrag angedeutet, besuchten wir die empfohlene Kirche des Dorfes Atotonilco. 
Das deutsche Paar hatte nicht übertrieben: Es ist wirklich eine sehr prunkvolle, imposante Kirche! Die Wände sind alle mit Bilder von Szenen aus der Bibel bemalt, grosse Kronleuchter hängen von der Decke herab, Verschnörkelungen soweit das Auge reicht und der Boden besteht aus uralten Holzbrettern. Man könnte Stunden auf einer Bank sitzen und alles bewundern und man würde immer wieder Neues entdecken. Leider war der noch schönere Nebengang durch ein Gittertor verschlossen und es war niemand da, der uns hätte öffnen können. Uns wurde nämlich gesagt, dass sich rechtwinklig zum Kirchengang ein noch schöner gestalteter Raum befindet. Trotzdem hat sich der kleine Umweg gelohnt.

Nun ging es weiter nach Tolantongo. Da wir neue Schuhe brauchten für Luki (es war wirklich höchste Zeit, denn seine gebrauchten Schuhe hatten mehr Löcher als ein Emmentaler Käse und der eine Schuh sah aus wie das Maul eines Krokodils), beschlossen wir zu einem Walmart zu fahren. Ich dachte, am besten ist es wenn wir uns von unserem offline GPS navigieren lassen. Was ich nicht realisierte ist, dass wir in eine riesige Grossstadt hinein fuhren! Oh wie wir diesen Verkehr in den Städten nicht mögen...! Nach ein paar Mal verfahren, einem Paar neuer Schuhe und zwei „Kaffees to go“ zum Preis von einem, waren wir nach 1.5h wieder aus der Stadt. 

Gegen Abend erreichten wir die Berge von Tolantongo. Eine enorm steile und kurvenreiche Strasse führt in ein Tal hinunter. Wir bezahlten 300Pesos für die Übernachtung und den Eintritt zu den heissen Quellen. 
Von anderen Reisen wissen wir, dass es sich lohnt, beizeiten die Gewässer aufzusuchen, da es zur Ferienzeit gerne überfüllt ist. 
So spazierten wir gleich am Morgen dem tiefblauen Fluss entlang zum Tunnel und der Höhle. 
Wir waren zwar nicht die ersten, trotzdem war es ein wunderbares Erlebnis die Wasserfälle am Ende des Tals zu bestaunen. In der grossen Höhle stürzt ein Wasserfall mit warmem Wasser von der Decke. Die Höhlenwände bestehen aus Kalkgestein, das Wasser ist zwischen Hüft- und Schulterhoch. Am Ende der Höhle befindet sich ein Seitengang. Es wäre Stockdunkel dort drin, zum Glück gab es einige Angestellte die mit ihren wasserdichten Taschenlampen Licht spendeten. Denn das Spektakel wollen wir nicht missen. Hunderte von Fledermäusen fliegen in diesem Teil der Höhle umher, teilweise nur knapp über dem Wasser! Wenn man so im schulterhohen, warmem Wasser steht und die vielen Tiere beobachtet, ist das schon beeindruckend! 
Ein 40m langer Tunnel liegt etwas oberhalb der Höhle. Hier ist das Wasser einmal Knöcheltief, dann plötzlich Schultertief. Es ist so warm, dass der ganze Tunnel in Dampf eingehüllt ist. Diese Bedingungen nebst der Dunkelheit und den vielen (schreienden) Menschen dort drin, liess mich dann noch bevor wir das Ende erreichten, umkehren...

Am Nachmittag spazierten wir in die entgegen gesetzte Richtung zu den „Pozas termales“. Das sind künstlich angelegte kleine Pools, direkt am Hang. Sie werden von verschiedenen warmen Quellen gespiessen. 
In einem der Pools kamen wir ins Gespräch mit zwei lieben, älteren Mexikanerinnen. Wir unterhielten uns über eine Stunde mit unseren wenig Spanischkenntnissen. Es schien, als ob wir über nur jedes erdenkliche mexikanische Rezept gesprochen haben, jedoch kenne ich bis jetzt keine Details... :)
Den ganzen Nachmittag „soakten“ wir in den Pools. Als wir am frühen Abend nach Hause gingen (zu Baluu), stand einige Meter von unserem Bus ein Auto mit Zürcher Kennzeichen! So lernten wir Fredi und Jaqueline kennen (www.fjrupp.ch). Den ganzen Abend tauschten wir aus und bekamen hilfreiche Tipps für unsere Weiterreise. 
Unsere Routen für die bevorstehenden knapp zwei Wochen sind fast identisch, so werden wir sie noch öfters treffen. :)
Das baden im warmen Wasser war wunderschön und entspannend und so war auch unsere zweite Nacht in diesem Tal.

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von den beiden Schweizern und fuhren in Richtung Mexico Stadt. Diese planen wir aber nicht zu besuchen.