Testfahrt nach Lake Louse

#Winterwonderland 

Wie im letzten Blog angekündigt, stehen bei uns in den nächsten Tagen und Wochen Testfahrten mit unserem Baluu an, um sicher zu gehen, dass sich die neuen Teile gut in unserem VW „einleben“. 

Unsere erste etwas grössere Testfahrt, führte uns in den Banff National Park nach  Lake Louise. Im August waren wir bereits einmal dort, jedoch war der Ort dermassen überfüllt von Touristen, dass wir keine Parkmöglichkeit gefunden hatten und direkt auf dem Parkplatz wieder kehrt machten mussten. Wir besuchten an dem besagten Wochenende den Lake Moraine und haben uns vorgenommen ein anderes Mal zurück zu kommen. Und das sind wir nun auch. Es war wunderschön! 
In den Tagen zuvor hatte es geschneit und die Bäume und Hausdächer waren voll mit Schnee. Wenn die Sonne hinter den Bergen hervorkam, glitzerte alles im Sonnenlicht. Rund um die Sonne bildete sich ein regenbogenartiger Kreis. Eine kanadische Freundin erklärte mir am nächsten Tag, dass dies ein „sun dog“ ist. Kleine Eiskristalle in der Luft, welche das Sonnenlicht reflektieren. Dieses Phänomen tritt erst bei einer gewissen Kälte auf. Das selbe Naturschauspiel sahen wir übrigens in der Silvesternacht bei (fast) Vollmond.

Neben wunderschönen Bergwelten haben wir auch mehrere Herden Elks gesehen. Die Herde auf den Fotos sahen wir am Strassenrand des Highways. Luki nahm die nächste Ausfahrt und fuhr auf einer Nebenstrasse zur Herde hin. Näher als vom Highway aus, aber immer noch mit Genug Abstand konnten wir die wunderschönen Tiere beobachten.

Die Testfahrt ging grundsätzlich gut, ausser, dass zweimal das Öldruckwarnlicht anging. Es ist nicht sicher ob es tatsächlich am Öldruck lag oder an den dafür verantwortlichen Sensoren. Diese haben wir sicherheitshalber ausgewechselt und werden bei der nächsten Fahrt sehen, ob dies das Problem war. Auf jeden Fall sind wir sehr Happy wieder in unserem „vertrautem Heim“ unterwegs zu sein.

Wir wünschen allen ein schönes Wochenende, bis bald!

0 Kommentare

Winterzeit in Kanada

Vorab wünschen wir allen Leserinnen und Lesern unseres Blogs ein gutes Neues Jahr! Wir hoffen, ihr seid gut ins 2018 gestartet und wünschen euch nur das Beste! Wir sind sehr gespannt darauf, was uns dieses Jahr erwartet und hoffen natürlich, möglichst viel von den amerikanischen Kontinenten zu sehen und euch darüber zu berichten. Seit unserem letzten Blogeintrag sind schon wieder ein paar Wochen vergangen. Höchste Zeit für ein Update! 

Gute Nachrichten gleich zu Beginn: Baluu (unser VW-Bus) ist komplett repariert und wieder auf den Strassen anzutreffen! Unsere Zylinderköpfe und Zylinder sind restauriert, was sich wohlbemerkt auch ein wenig auf die Leistung des Busses ausgewirkt hat. Das Fahren fühlt sich nun allgemein ruhiger / schöner an und wir können nun (wenn wir das dann auch wollen) ein wenig schneller unterwegs sein. Die Schläuche des Kühlwassersystems sowie Teile des Schaltgestänges wurden ersetzt und somit das Risiko auf Lecks im Kühlsystem oder Probleme mit der Schaltung auf ein Minimum reduziert. Auch haben wir die Zeit genutzt, um die vom Abschleppen gekennzeichneten Teile unseres Fahrzeuges neu zu lackieren und haben dem Guten Nebel- und Zusatzscheinwerfer verpasst, die uns bei schlechtem Wetter oder Nachts bessere Sichtweite bieten. Unsere Freunde von Mikasa Automotive haben eine super Arbeit geleistet (wir sagen es zwar nicht gerne, aber wohl um einiges besser als bei manchem Mechaniker in der Schweiz). 

Unsere Pannen mögen den meisten Betrachtern wohl als mühsam und nervig erscheinen (war es teilweise auch). Wir möchten an dieser Stelle aber klarstellen, dass wir gerade wegen dieser Situation viel über unser Auto erfahren / lernen konnten und neue Freundschaften schliessen durften, die nun unser Leben bereichern. Manchmal hat jemand andere Pläne als sie in unserem Buch stehen, bessere! 

Wir sind froh, dass unser fahrendes Zuhause nun langsam aber sicher wieder zu unserer Heimat wird. Da wir den kanadischen Winter zur Zeit in voller Pracht erleben dürfen, heisst mit Temperaturen bis zu -40 Grad und im Moment auch viel Schnee, werden wir noch ein paar Tage hier in Red Deer bleiben, wo wir ein warmes Zuhause haben dürfen. Wir werden den Februar nutzen um Tagesausflüge / Testfahrten zu unternhemen. Unsere erste Testfahrt hat uns letzte Woche nach Edmonton geführt, wo wir uns mit Freunden zum Essen trafen. Wie ihr den Bildern entnehmen könnt, war das ganze eine verschneite Angelegenheit. Leider ist Rahel seit diesem Tag krank und hat die letzten 7 Tage mit Fieber, Bindehautentzündung und Erkältung im Bett verbracht. Es geht ihr aber wieder besser und wir hoffen nächste Woche wieder ein wenig mit Baluu unterwegs zu sein. Unser Plan ist es unsere Reise Anfangs März Richtung Westen fortzusetzen. Heisst Vancouver und Vancouver Island zu besuchen und danach Richtung Süden, ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten einzutauchen. 

Alle die, die sich nicht wirklich für Geschichte und Geografie interessieren dürfen an dieser Stelle ausklinken und sich auf unseren nächsten Blogeintrag freuen :) . Da wir Kanada nun doch schon seit etwa 8 Monaten, bereisen hier ein paar Facts zu diesem wunderschönen Land: 

- Kanada ist mit einer Fläche von 9`984`670 km² rund 242 mal so gross wie die Schweiz. Nach Russland das zweitgrösste Land der Welt und fast so gross wie ganz Europa. 

- In Kanada leben etwa 36.5 Milionen Einwohner was einer Bevölkerungsdichte von 3.6 Einwohner pro Quadratkilometer entspricht. In der Schweiz sind wir bei ca. 204 Einwohner pro Quadratkilometer. Vielleicht hinterlegen diese Zahlen ein wenig unsere Aussagen von der Weite und der Freiheit in diesem Land. 

- Kanada ist noch ein sehr „junges Land“ im vergangen Jahr feierten die Kanadier den 150 Geburtstag ihres Heimatlandes. 

- Kanada ist eine Parlamentarische Monarchie. Premeirminister ist zur Zeit Justin Trudeau. Dank seinem jungen Alter und sympatischem Auftreten ein „Star“ in der Politikerszene. Interessanterwiese sind wir während unserer Reise noch auf keinen Kanadier getroffen der mit ihm zufrieden ist oder ihn gut findet. Wir hatten aber meistens auch mit Leuten von ländlichen Gegenden zu tun (eher koservativ) und vermuten dass es in den Städten (wo bekanntlich mehr linkslastig gewählt wird) wohl ander aussehen würde.

- Bekannt ist Kanada für den Ahornsirup, welcher vor allem im Osten des Landes von Ahornbäumen gewonnen wird und natürlich auch für den Lachs. Abertausende von Lachsen schwimmen jeden Herbst vom Ozean zurück zu ihren Brutstätten in den Flüssen Kanadas. Ein wahres Wunder der Natur und ein Highlight für jeden Fischer un Naturliebhaber. 

- Die berühmteste Fast-Food-Kette des Landes ist Tim Hortons. Hier bekommt der Kanadier Kaffee, Muffins, Cookies, Frühstück oder ein Sandwich. Mehr als 3000 Fillialen gibt es im ganzen Land. Ja wir haben uns auch ein wenig in Tim Hortons verliebt und wohl schon mehr als 100 Fillilaen auf unserer Reise durchs Land besucht. 

- Kanada ist das Mutterland des Eishockey. Die Kanadier lieben ihre National- und Clubmannschaften. Die Nationalsportart ist Lacrosse. Canadian Football, Baseball, Curling, Cricket, Langlauf, Fischen, Jagen sind Sportarten die Kanadier gerne praktizieren. 

Dies ein paar Facts zu diesem wunderbaren Land das ein Besuch auf jeden Fall wert ist! 

1 Kommentare

Vorweihnachtszeit in Kanada

Der Motor von Baluu ist nun endlich geflickt und wir könnten wieder fahren. Damit es nicht noch einmal vorkommt, dass so viel Schutt und Gestein in unseren Motor gelangt, haben wir letzte Woche noch Schutzplatten bestellt. Auf diese warten wir noch und wollen bis diese montiert sind, nicht auf die schmutzigen/salzigen Strassen. Die Wartezeit nutzen wir auch gerade, um ein paar anfällige kleinere Reparaturen, wie die Steinschläge im Autolack, auszubessern. Luki hat sich zudem die Mühe gemacht, den ganzen Unterboden zu putzen und den Unterbodenschutz zu erneuern! 

Auch wenn wir momentan nicht in unserem Baluu unterwegs sind, geniessen wir die Zeit hier in Kanada. Oft werden wir gefragt, ob wir Familie  und Freunde vermissen. Ja und Nein.Natürlichwürdenwir Weihnachten gerne mit unseren Liebsten verbringen. Es ist aber auch spannend, Weihnachten draussen in der weiten Welt, in einer etwas anderen Kultur zu feiern. 

Als wir Ende September zurück nach Red Deer kamen und heraus kam, dass es länger dauern würde bis der VW geflickt ist, dachten wir: Wenigstens werden wir dann wieder einmal weisse Weihnachten erleben! Nun ja, dies wird sehr wahrscheinlich nicht der Fall sein. Wir hatten bisher 1x einen ganzen Tag Schneefall aber seit drei Wochen scheint nun die Sonne. Die Temperaturen liegen meistens unter null, so hat es hie und da noch Schneehäufchen. Auch die Aussichten auf Schnee in diesem Jahr sind klein. Die Kanadier sagen, dies sei normalerweise nicht der Fall. Von November bis März liegt normalerweise Schnee. Nun ja, jetzt geniessen wir halt die Sonne! :)

Auch wenn es nicht viel Schnee hat, in Weihnachtsstimmung kommt man hier schon. Im Radio läuft seit dem 1. Dezember Weihnachtmusik auf und ab! Die Häuser und Einkaufsläden sind mit allerlei Weihnachtsdekorationen in allen nur möglichen Farben geschmückt! Als die ersten Nachbarn ihre (sehr) farbigen, blinkenden Lichterkette(n!) aufgehängt haben, fragte ich unsere Freunde in einem wohl eher sarkastischem Ton, ob es normal sei, dass die Deko hier so farbenfroh sei. Well... nun ja, das ist es! ;P 
Der Weihnachtsbaum steht auch schon seit zwei Wochen.

Letzten Freitag durfte ich meinen 24. Geburtstag feiern. Ich hatte einen sehr schönen Tag und wurde am Morgen sogar mit Frühstück im Bett verwöhnt! Ich fühle mich sehr gesegnet und freue mich auf alles, was uns im nächsten Lebensjahr erwartet und bin gespannt, welche Orte wir besuchen werden. Wir starteten an diesem Tag mit Guetzli backen. Normalerweise mache ich diese mit meiner Grossmutter, somit ist es das erste Mal, dass ich es alleine probiere. Und ich habe beschlossen, dass es auch das letzte Mal war. :) Ich mache es lieber wieder mit ihr, denn ich muss noch viel lernen! 

Wir wünschen euch allen eine schöne, besinnliche und gesegnte Adventszeit- und Weihnachtszeit!

Liebe Grüsse
Rahel und Luki



Adventskalender für die Familie
Auch die Lebkuchensaison ist eröffnet
3 Kommentare

Canada - Ländervideo

Mit einem Klick auf die Kanadakarte landet ihr direkt bei unserem ersten Ländervideo - Canada. Viel Spass beim anschauen! Wir freuen uns über eure Kommentare.

2 Kommentare

Nichts Neues unter der Sonne

In den letzten Wochen sind wir mehrmals gefragt worden, was denn nun los sei bei uns und ob wir nun endlich weiter reisen können. Die Antwortet lautet: Nein! Wir sind immer noch in RedDeer...!:) Dies können wir mittlerweile entspannt zur Antwort geben und bibbern nicht mehr mit der Zeit. Den ersten und zweiten Schnee hatten wir bereits und der Wetterbericht sagt kalte Tage und Nächte bis -20Grad Celcius voraus. Wir helfen weiterhin bei Kleinigkeiten in der Garage und im Haushalt mit. Auch lernte ich in dieser Zeit von Laurels Mutter, wie man eine Bettdecke aus Schafswolle selber näht. Die Tage vergehen schnell. Wir verbringen sie entweder Zuhause beim Kochen und Backen (was ich sehr gern mache!), mit spielen mit den Kids auf dem Spielplatz, im Shop, bei Tim Hortons oder auch mal mit Lesen und Tee trinken. Letzte Woche waren wir bei Schweizer Auswanderern zum Brunch eingeladen. Es gab Schweizer Käse und Birchmermüesli. :) 


Die Familie Teierle hat uns eingeladen, bis Weihnachten zu bleiben. Dies ist mega lieb und wir freuten uns riesig über die Einladung! Wir wissen aber noch nicht, ob wir so lange bleiben. Zeit haben wir ja eigentlich, wir vermissen jedoch das Reisen. Zudem war unser eigentliches Ziel, dass wir immer dem Sommer nach reisen. Dieser Plan geht nun jedoch nicht mehr auf. Aber es wird ja bald wieder Frühling :).
Im Moment nehmen wir einfach Tag um Tag und freuen uns über all die Dinge, die wir hier erleben und lernen dürfen. 
Wir wissen nicht warum dies alles passiert ist mit den vielen Pannen, aber wir wissen, dass Gott einen guten Plan hat und es einen Grund gibt für den langen Aufenthalt hier in Red Deer.
Baluu ist immer noch in der Werkstatt. Wir haben der Familie gesagt, dass sie unseren VW dann flicken soll, wenn es ihnen am besten passt. Der Shop läuft nämlich auf Hochtouren und wir wollen, dass sie zuerst die Fahrzeuge flicken, die wirklich Priorität haben. So ist es nun, dass der Mechaniker mehrmals in der Woche an unserem Baluu arbeitet, aber nicht täglich. Und jedesmal wenn er daran arbeitet, findet er nochmals etwas, was ersetzt werden muss. Dann werden die Teile bestellt und es wird gewartet, bis sie ankommen. Auch Luki und ich haben ein Projekt an Baluu. Der untere Teil des Autos hat sehr viele Steinschläge abbekommen von der schlechten Strasse, so dass die Farbe stark beschädigt wurde und teilweise bis auf das Metallgestell abgeblättert ist. Wir werden nun die Raddeckel und den besagten Bereich neu abschleifen und mit einer vor Rost schützenden Farbe neu besprayen. Weil wir nicht mehr die selbe Farbe bekommen, wird es für Baluu nicht nur einen neuen Motor geben, sondern auch einen neuen Style. :)

Thanksgiving war schön, es gab reichlich und feines Essen und wir lernten nette Leute kennen. Ich habe zum ersten Mal beim Backen von Apple- und Pumpkin-Pie mitgeholfen. Vielleicht für den einen oder anderen ein guter Grund, um uns, wenn wir dann wieder in der Schweiz sind, zu besuchen... Ihr müsst euch aber wohl noch ein wenig gedulden :) 

Die oben eingefügten Fotos entstanden bei der Red Goat Lodge, in der Nähe von Iskut, BC. Wir haben dort ein paar Tage verbracht, während wir auf den Abschleppdienst warteten. 
2 Kommentare

Still waiting..

Wir sind immer noch in Red Deer und warten bis unser Baluu geflickt wird. Damit das Warten nicht so langweilig ist, versuchen wir uns etwas nützlich zu machen. Luki hilft fleissig mit bei der Gartenarbeit, welche darin besteht, den "black dirt" heraus zu baggern, um dann "gute Erde" aufzufüllen. Damit niemand in das ausgehobene Loch fällt, das etwa 1,8 m tief ist, hat Luki einen Haag entworfen, den wir heute zusammen aufgebaut haben. Es müssen etliche Kubikmeter Erde umgewälzt werden. Aber welcher Mann würde zu dieser Arbeit mit dem Minibagger schon nein sagen... :-)!


Ich helfe im Haushalt beim Putzen, Kochen, Backen und Kinderhüten (7 und 4) mit  :-). Morgen ist Thanksgiving in Kanada und ich durfte Laurel heute beim Vorbereiten der traditionellen Apple-Pies und Pumpkin-Pies helfen.
Wir haben die Familie sehr ins Herz geschlossen und ich weiss jetzt schon, dass dieser Abschied nicht so einfach werden wird, auch wenn wir uns wieder sehr aufs Weiterreisen freuen. Heute wurden wir von der Familie angefragt, ob die Kinder uns nicht mehr "Mister Luki and Misses Rachel" nennen müssen, sondern auf "Uncle Luki and Aunty Rachel" wechseln dürfen. Ist das nicht süss?! :-) Mich hat es sehr berührt und gefreut. Laurel hat mir erklärt, dass in Kanada nicht nur Blutsverwandte Onkel und Tante genannt werden, sondern auch sehr gute Freunde. 
Nun sind wir sehr gespannt auf das Thanksgiving-Dinner morgen und wünschen euch in der CH einen guten Start in die neue Woche. 
Liebe Grüsse aus Red Deer,
Rahel und Luki

Kanadisches Raclette:

Die Kinder fragten uns, was unser Lieblingessen ist und wir erzählten ihnen, dass wir beide sehr gerne Raclette haben. Zwei Tage später haben sie sich einen Racletteofen besorgt :-)!

Baluu ist in der Werkstatt und wird wieder auf Vordermann gebracht. Ein Zylinder im Motor hat einen Riss und hat sich dadurch mit Kühlflüssigkeit gefüllt, was natürlich nicht sein sollte. Die Zylinderköpfe mussten daher ausgebaut werden. Der fehlerhafte Zylinder wird jetzt ersetzt. Auch gibt es noch ein Problem mit dem Verteiler, welches gelöst werden muss. Stellt euch vor, bevor überhaupt mit der Arbeit begonnen werden konnte, haben wir insgesamt ca. 8 Stunden mit Waschen des guten Baluus verbracht....!!! Noch nie haben wir oder auch die Garagecrew so viel Dreck an einem Auto gesehen. Der Dempster-Highway lässt grüssen.....!!!

2 Kommentare

Baluu der Grummelbär

Es liegen weitere sehr aufregende und nervenaufreibende Tage hinter uns. 
In Eagle Plains haben wir ein Schweizer Paar aus Bern getroffen, welches für gut 3 Wochen in Kanada/Alaska unterwegs war. Wir verbrachten einen tollen und lustigen Abend bei ihnen im Camper, wo sie uns zum Znacht eingeladen hatten. Sie sind dann auch am späten Abend mit uns auf den Dempster Highway hinaus gefahren und haben uns auf die Nordlichter aufmerksam gemacht. Sie waren in dieser Nacht wolkenarteig weiss erschienen und wenn wir nur kurz an den Himmel geschaut hätten, wären wir nie auf die Idee gekommen, dass dies die Nordlichter sein könnten! Erst bei längerem hinsehen waren sie zu erkennen. Es war das erste Mal, dass wir sie sahen und es war wunderbar!
Wir wurden von Eagle Plains abgeschleppt und leider ist auch noch unsere Heckscheibe durch einen Steinschlag zersprungen. Da in Dawson City kein Mechaniker Hand anlegen wollte an einem VW, organisierten wir einen Transport nach Whitehorse. Der freundliche Mann, welcher uns aus dem Nirgendwo abgeholt hatte, half uns dabei. So wurde Baluu in einen Lastwagen verladen und wir nahmen den Shuttlebus nach Whitehorse. Die Garage dort, die offiziell auch eine VW Garage ist, hatte leider aber erst 5 Tage später Zeit, um sich unseren Bus überhaupt einmal anzuschauen. Wir haben diese Zeit in einem B&B verbracht, bei einem älteren, sehr netten Ehepaar. Sharon, die Inhaberin, versorgte uns jeden Tag mit einem sehr leckeren Frühstück, später mit Muffins und Früchten und weil wir in einer «ausserordentlichen Situation» steckten, auch mit einem feinen Abendessen. Hunger mussten wir in diesen 6d also nicht haben! Die Unterkunft war etwa 15km ausserhalb der Stadt und dies war perfekt, um die Nordlichter und den wunderschönen Sternenhimmel zu bestaunen. Die Aurora Lights treten zwar nicht immer auf bei klarem Nachthimmel, wir sahen sie jedoch zweimal. Einmal sind sie sogar in tiefem Grün, Rot/Rosa und Weiss erschienen. Ein sehr faszinierendes Erlebnis! 
Am Mittwoch konnten wir dann unseren Baluu abholen. Die Garage war uns nicht annähernd so sympatisch wie die in Red Deer bei Sheldon. Als wir während der Wartezeit hinfuhren, um die wichtigsten Sachen aus dem Auto zu holen, waren beide Vorderräder auf spitzen Steinen parkiert. Und als wir dann am besagten Mittwoch dort ankamen, stellten wir fest, dass sie uns nicht wirklich ernst nahmen. Luki hat nämlich schon diverse Dinge getestet und die Schaltgestänge vom Getriebe getrennt, damit wir das Auto im Neutralgang abschleppen konnten. Er hat alles, was er schon versucht hat, in einem E-Mail zusammen gefasst. Der Garagist meinte dann, dass das Problem, welches wir mit der Gangschaltung hatten davon kam, dass das Schaltgestänge nicht mehr mit dem Getriebe verbunden sei. Er könne sich aber nicht erklären wie so etwas passiere könne…! Tztztz….
Wie auch immer, einer der Mechaniker hat uns auf Deutsch erklärt, dass er alles wieder zusammen gebaut hat und das Gestänge nach wie vor etwas verbogen sei. Wir sollen einfach aufpassen beim Fahren und ja nicht würgen! Aber mehr konnten sie nicht herausfinden, da alles viel zu dreckig sei und sie nichts sehen können. Falls sie noch etwas daran machen sollen, müssten wir das Auto also zuerst waschen. Als ich zur Rückseite des Autos ging stellte ich fest, dass das Blech hinten ganz verbogen war. Ich sprach ihn darauf an, was passiert sei und er meinte, es käme vom Abschleppen. Die Garage hat den VW von der Truckfirma nämlich noch zu ihrer Garage transportieren müssen. Der Mechaniker meinte, wir müssen es halt wieder zurechtbiegen. Kochend vor Wut (vor allem Rahel) und Enttäuschung,  verliessen wir die Garage. Trotzdem waren wir auch sehr erleichtert und dankbar, dass unser Baluu wieder fahrbar war! Der erste Gang klemmte zwar nach wie vor, Luki hat aber rasch herausgefunden, wie man den Gang trotzdem, ohne gross zu würgen, benutzen konnte.
Wir haben unseren Baluu dann gewaschen, einen Steinschlag flicken lassen, die zersprungene Scheibe mit einer Folie provisorisch abgedeckt und alles gepackt, so dass wir am Donnerstag weiter fahren konnten. 
Nun ging es darum, wo wir als nächstes hinfahren sollen. Luki wäre sehr gerne - trotz allem -  nach Alaska gefahren. Ich möchte unbedingt auch mal nach Alaska, aber in Anbetracht der Zeit, die wir bereits in Red Deer und auch danach verloren haben und unser Auto noch nicht wieder ganz "gesund" ist, wollte ich zurück nach Red Deer. Mein lieber Mann hat nachgegeben und wir machten uns auf den Weg zurück in den Süden. Wir entschieden uns wenigstens einen kleinen Umweg (ca. 600km) zu nehmen, so dass wir noch eine andere Strecke sehen. Die erste Nacht wieder im Baluu, an einem schönen See, war fantastisch! Wir freuten uns wie kleine Kinder! ;-)
Am nächsten Tag ging die Freude weiter, als wir eine Elchkuh mit ihrem Jungen sahen! Um die Mittagszeit machten wir eine kurze WC-Pause auf einem Rastplatz. Als wir weiter fahren wollten, stellte unser Bus nach ca. 50m einfach ab. Danach konnten wir den Motor nicht mehr starten. Wir haben ihn im Neutralgang (alle Gänge funktionierten einwandfrei!!) zurück auf den Parkplatz gerollt und versucht herauszufinden, was denn jetzt schon wieder los sei. Leider hatten wir bis jetzt kein Glück… Ein Amerikanisches Paar hat uns dann ca. 8km zurück zur nächsten Lodge gefahren, wo wir ein Telefon zur Verfügung hatten. Der ältere Herr, der Inhaber der Lodge, zeigte sich sehr hilfsbereit und telefonierte mit den einzigen zwei Mechanikern im Umkreis von ein paar hundert Kilometern. Es war Freitag und beide hatten natürlich keine Zeit. Mitch, der Chef der Lodge, war so freundlich und hat mit uns zusammen Baluu beim Rastplatz geholt und zu seiner Lodge abgeschleppt. Die Details dieser abenteuerlichen Abschleppaktion erzählen wir hier nicht. Mitch meinte, dass sei wohl nicht sehr legal. Aber sind wir ehrlich, wen interessiert das schon hier draussen.....??!!
Am Abend hatten wir Hunger und ich ging zum Auto, um unser «Mikrowellenreis von Onkel Bens» zu holen. Als ich später nochmals zum Auto wollte, war der Autoschlüssel wie vom Erdboden verschluckt! Ich habe die Bettlaken vier mal ausgeschüttelt, unter dem Bett und jedem Möbel gesucht, bin zweimal mit der Taschenlampe zurück zum Auto gelaufen, Hosen, Jacken, Schuhe, alles wurde gekehrt und geschüttelt, aber der Schlüssel war weg. Der einzige Ort, an dem ich noch war, wo wir aber nicht mehr suchen konnten, war das WC… Tja, an diesem Abend ging es ohne Zähneputzen ins Bett.
Der nächste Tag begann wie er aufgehört hatte – mit Schlüssel suchen. Ich konnte einfach nicht glauben, dass er NIRGENDWO war. Ich betete und hoffte, aber leider kam er nicht zum Vorschein. Gott sei Dank haben wir noch einen Ersatzschlüssel im Reserverad unter dem Auto. Um dorthin zu kommen, brauchten wir aber Werkzeug. Die waren natürlich im Auto. Gegen Mittag konnten wir dann Mitch ausfindig machen und uns Tools von ihm ausleihen. Danach ging die Suche nach dem eigentlichen Problem weiter. 
Nun haben wir 3 Nächte hier gebucht und den ganzen Samstag mit Sheldon (unser treuer Mechaniker von Red Deer) hin und her geschrieben, um heraus zu finden, was wohl kaputt sein könnte. 
Wir hoffen, dass wir es noch herausfinden bis am Montag und dann die Diagnose dem Mechaniker überbringen können. Oder noch viel besser wäre, wenn wir unseren Bus selber wieder zum Laufen bringen! Es braucht weiterhin viiiiel Geduld und Nerven aber wir wissen, dass wir in dieser Sitation nicht alleine sind…! 
Ach und übrigens… Mitch klopfte am Samstag Abend an die Tür und bat mich, ihn bei strömenden Regen zu begleiten. Er führte mich den Weg in Richtung Lodges und zeigte plötzlich auf den Boden. Dort lagen unsere Schlüssel!!! Ich habe nie einen Fuss auf dieses Gelände gesetzt aber ich erinnere mich, dass die (vier) Hunde an mir hochgesprungen sind, als ich das Essen aus dem Auto holte. Ich weiss zwar nicht ob es so war, aber ich kann mir vorstellen, dass dann einer davon den Schlüssel erwischte und ihn dann irgendwie dort hin brachte… Aber eben, ich habe keine Ahnung was genau geschah, ich bin einfach mega froh, dass sie wieder da sind!!

Von Red Deer bis fast zum Arctic Circle

Nach mehr als drei Wochen mussten wir uns von unseren neuen Freunden in Red Deer verabschieden. Natürlich waren wir froh, dass unsere Reise nun endlich weiter gehen konnte, die Verabschiedung von Sheldon, Laurel und den Kindern fiel uns aber schwer. Wir wurden die letzten Wochen so herzlich aufgenommen und gehörten schon ein Stück weit zur Familie. Wir hoffen sehr, dass wir die Vier in ein paar Jahren in der Schweiz empfangen und ihnen etwas von ihrer Gastfreundschaft und Nächstenliebe zurückgeben können. 
Nun waren wir also wieder auf der Strasse und mussten uns, ehrlich gesagt, schon wieder ein bisschen an das Roadtrip-Leben gewöhnen. Von Red Deer fuhren wir nördlich an Edmonton vorbei und danach weiter Richtung Dawson Creek. 
Die Stadt hat um die 12'000 Einwohner, liegt im Nordosten in British Columbia und ist eigentlich nur wegen etwas bekannt. Der berühmte Alaska Highway startet hier und führt über 1422km nach Delta Junction im US-Bundesstaat Alaska. Ein Foto mit dem grossen Schild beim Visitor Center «You are entering now the world famous Alaska Highway» mussten wir natürlich machen. Mit dem Bau des Highway wurde im April 1942 begonnen. Mit enormen Kräften wurde der Bau des Highway vorangetrieben, so arbeiteten zum Beispiel bis zu 10'000 Soldaten an der Strecke. Da es von grossen Teilen der Strecke noch keine Karten gab, wurden auch Flugzeuge zum Erkunden des Landes eingesetzt. Im Oktober des selben Jahres konnte die Strecke durchgehend befahren werden, im November wurde das von den USA und Kanada erstellte Bauwerk dann eröffnet. Anfangs war der Highway nur eine Kiesstrasse, mittlerweile ist die gesamte Strecke asphaltiert.
Die Fahrt auf dem Alaska Highway von Dawson City nach Whitehorse ist ein absolutes Highlight unserer Reise. Die ersten paar Kilometer führen noch durch bewohnte Gebiete, schon bald fährt man aber durch die pure kanadische Wildnis. Da die Laubbäume hier schon ihr Herbstkleid tragen, erstrahlten die Wälder in goldenen und roten Farben. Einfach eine unvergessliche, wunderschöne Fahrt. 
Wir legten einen Zwischenstopp bei den Liard-Hot-Springs ein, wo wir für ein paar Stunden unsere Seele baumeln liessen und im heissen Quellwasser badeten. Ein wunderbarer Ort mitten im Wald, welchen wir nur wärmstens weiterempfehlen können. Gerade als wir von dort weiter fuhren, lief uns eine Büffelherde über die Strasse.
In Watson Lake besuchten wir den Sign Post Forest. Dieser entstand 1942, als ein heimwehkranker Soldat sein Nummernschild an einen Pfosten anbrachte. Viele Reisende tun es ihm nun gleich und hängen hier ihr Nummernschild oder sonst ein Andenken an Holzpfähle, was an ihre Heimat erinnern soll. Natürlich kreierten auch wir ein Schild und hängten es im Schilderwald auf. Falls du also mal in der Gegend bist, denk daran und suche unser Schild. Es würde uns sehr freuen, wenn du es finden würdest. Hängt in der Nähe vom orangen Baar Umleitungs-Schild in der Happy Hill Reihe… ;-). 
In Whitehorse verliessen wir dann den Alaska Highway und fuhren auf  dem Klondike Highway Richtung Norden. Unser nächstes Ziel war Dawson City. Hier fand in den Jahren 1897-1898 der berühmte Goldrausch statt. Im Bonanza Tal wurde Gold gefunden und ein paar Wochen später waren tausende Leute im Klondike unterwegs, um nach Gold zu schürfen. Viele Gebäude aus dieser Zeit sind noch erhalten, so dass man sich bei einem Rundgang durch das kleine Städtchen ein wenig in die vergangene Zeit zurückversetzt fühlt. Auch wir versuchten im Bonanzatal unser Glück und schürften nach Gold, reich wurden wir dabei aber nicht… ;-)!
Nach ein paar Gesprächen mit Reisenden und Einheimischen entschieden wir uns, den Dempster Highway unter die Räder zu nehmen. Diese 700km Schotterstrasse führt von Dawson City über den Arctic Circle, bis hoch nach Inuvik. Im Nachhinein müssen wir nun aber eingestehen, dass es die falsche Entscheidung war, diese Strasse zu befahren. Die ersten rund 250km war die Strasse noch einigermassen gut und trocken. Was danach folgte war eine reine Rutschpartie, durch bis zu 15cm hohen Matsch. Wir beide haben noch nie so eine schlechte Strasse gesehen. Da es auf der gesamtem Strecke nur eine Tankstelle gibt und wir bereits mehr als die Hälfte unseres Benzins verbraucht hatten, war ein Umkehren unmöglich und uns blieb nichts anderes übrig, als unseren Weg Richtung Norden fortzusetzen. Der Regen ging bald in Schneegestöber über und der Zustand unseres Autos, wir konnten kaum mehr die Gänge wechseln, verschlechterte sich mit jedem Kilometer. Schlussendlich verklemmte unsere Gangschaltung und wir tuckerten die letzten gut 30km bis zur einzigen Siedlung im Umkreis von 350km (Einwohnerzahl 9) im zweiten Gang. Zudem war die Benzinanzeige schon ganz unten, beinahe schon unter dem rot markierten Bereich. Diese endlos scheinenden Stunden werden wir wohl nicht mehr so schnell vergessen.
Seit zwei Tagen sind wir nun in Eagle Plains und versuchen das Abschleppen / Reparieren unseres Fahrzeugs zu organisieren. Da wir so abgelegen sind, wird das Ganze wohl eine Stange Geld kosten. Wie es aussieht werden wir morgen nach Dawson City abgeschleppt, wo wir dann weiterschauen müssen. Leider sind die Angestellten der Lodge sowie der «Autogarage», die es hier gibt, nicht gerade von freundlichster Natur und können / wollen uns nicht wirklich helfen. Wir haben aber Kontakt mit Sheldon von der Autogarage in Red Deer, der uns gutmöglichst via Messenger unterstützt. Thank you Sheldon and Laurel!
Das Wichtigste aber ist, dass es uns beiden gut geht und wir wohlauf sind. 
Wir hoffen aus der Sache mit möglichst kleinem finanziellen Verlust herauszukommen und vor allem hoffen wir auch, dass unser Bus zu einem "erträglichen" Betrag wieder geflickt werden kann!!
Liebe Grüsse aus dem Nirgendwo! 
Luki und Rahel 
2 Kommentare

Alaska Highway, Teil 1

Hast du Lust auf eine kleine Fahrt entlang dem Alaska Highway? 
Mit einem Klick auf den oben eingefügten Link fährst du mit uns von Dawson Creek bis Whitehorse! Wir wünschen viel Spass! 
2 Kommentare

Red Deer - Werkstatt

Irgendwann musste das ja  kommen – früher oder später
Seit einer Woche warten wir nun schon auf unseren Baluu, der in der Werkstatt repariert wird. 
Schon wenige Tage nach unserem Start in Halifax ist uns beim Starten des VW Bus ein seltsames Geräusch aufgefallen. Mit der Zeit dauerte es immer länger bis der Motor endlich ansprang.
Luki hat auf Google und diversen Foren recherchiert um herauszufinden, was die Ursache sein könnte. Viele haben gemeint, dass wahrscheinlich die Batterie zu schwach sei. Diese haben wir darauf auch mehrmals überprüft aber stellten fest, dass mit ihr alles in Ordnung ist. Somit konnte eigentlich nur noch der Anlasser selbst oder die Anschlüsse an diesem ein Problem sein. Leider ist der Anlasser an diesen Bussen an einer eher unglücklichen Stelle eingebaut und unter dem Auto liegend kaum zu erreichen. Luki hat ein paar mal probiert die Kontakte zu überprüfen und anzuziehen, leider blieb das Problem bestehen.
Am vorletzten Freitag Abend haben wir dann Red Deer erreicht. Durch eine App sind wir auf die Garage «Mikasa» aufmerksam geworden und Luki schrieb sogleich eine E-Mail, ob sie nicht Zeit hätten sich unseren Baluu anzuschauen. Die Antwort kam bald darauf und uns wurde mitgeteilt, dass wir bis am Montag warten mussten da der Betrieb am Wochenende geschlossen sei. Somi hatte sich das Thema für uns eigentlich erledigt, da wir nicht bis Montag in der Stadt bleiben wollten. Um ca. 20:30 Uhr kam dann eine weitere E-Mail von derselben Garage, wir sollen doch noch vorbei kommen. Da es Freitag und schon ziemlich spät war, bedankten wir uns und lehnten ab. Schliesslich wollten die Arbeiter dort auch einmal Feierabend machen, dachten wir! Darauf kamen aber nochmals zwei weitere Nachrichten, so dass wir dann das Gefühl hatten, es wäre unhöflich ein viertes Mal abzulehnen! Und ausserdem waren wir ja dankbar für die Gelegenheit.
Nach 15-minütiger Autofahrt erreichten wir die Garage und wurden herzlich empfangen. Der Chef persönlich hat sich unser Auto sofort angeschaut und uns von seinen Abenteuern mit seinen Trucks in Alaska erzählt. Er stellte ebenfalls fest, dass nicht die Batterie die Ursache war. Es war bereits nach 22Uhr als ein Mitarbeiter einen neuen Anlasser für unseren Baluu bestellte. Sheldon, der Besitzer der Garage erzählte uns auch von einem Schweizer Paar, welches ca. vier Wochen vor uns bei ihm war, um ihren Mercedes zu reparieren. Genau dieses Ehepaar hatten wir am Hafen von Halifax das erste Mal getroffen und später nocheinmal in einem Supermarkt. Die Welt ist doch manchmal klein…  . Wir haben die beiden dann kontaktiert um zu fragen wie es geht und wo sie im Moment sind. Leider mussten die zwei mittlerweile ihren Mercedesbus in Alaska verkaufen, da er ihnen einfach zu viele Probleme machte und sie vom eigentlichen Reisen abhielt. Nun sind die beiden mit dem Fahrrad unterwegs, ihr Ziel bleibt Feuerland im Süden Südamerikas. Was für ein Abenteuer! Wir hoffen die beiden bald wiedereinmal auf der Strasse zu sehen und mit ihnen ein paar Worte auszutauschen. Gute Fahrt ans Be-Nomadic Team! 
Aber zurück zur Freitag Nacht…. Sheldon hat sich unser Auto gründlich angeschaut und schon bald hatten wir eine ganze Liste aufgestellt, mit defekten bzw. abgenutzten Teilen. Bis um halb fünf Uhr morgens hat er am Baluu gebastelt, unter anderem die Manschetten neu befestigt, unseren Autositz erhöht da er scheinbar der Batterie gefährlich nahe kam (you are sitting on a bomb guys…), die Kontakte des Anlasser überprüft (war auch mit dem, auf dem Auolift hochgehobenen Auto noch ein Krampf) und noch einiges mehr. Er hat uns freundlicherweise Angeboten übers Wochenende vor der Garage zu campieren, was wir dankbar annahmen. 
Nachdem wir am Samstag dann ausgeschlafen hatten, entschieden wir uns die Zeit zu nutzen um nach Edmonton zu fahren. Dort sei das grösste Einkaufszentrum von Nordamerika und ich dachte, das muss man (besser gesagt Frau) gesehen haben. So sind wir kurz nach Mittag losgefahren. Auf dem Highway hatten wir dann unseren ersten Platten! Ausgerechnet jetzt… Wobei eigentlich sagten wir uns dann, dass es die beste Zeit war für einen Platten Reifen, da wir sowieso in der Garage sind. Auf einem Golfclub-Parkplatz stoppten wir um das Rad zu wechseln. Aber leider hatten wir das nicht hinbekommen mit unserem Wagenheber, ausser dass wir den Lack zerkratzt hatten… Ich ging in den Golfclub und fragte nach einem Telefon um den CAA zur kontaktieren (das ist sozusagen der kanadische TCS). Die Frau am Empfang war sehr freundlich und hilfsbereit und gab uns noch einige Reisetipps. Nachdem wir ca. 15min auf Hilfe gewartet hatten, hatten schon die ersten Clubmitglieder ihre Hilfe beim Radwechsel angeboten. Da wir aber dachten, dass wir den CAA nicht einfach anfordern konnten um dann in der Zwischenzeit doch selber das Rad zu wechseln, lehnten wir jedesmal dankend ab. Als nach eineinhalb Stunden immer noch kein Pannendienst kam und uns schon mindestens acht Personen ihre Hilfeangeboten hatten, hat es wohl einem der Golfer gereicht, denn er ist mit seinem eigenen Wagenheber gekommen und innerhalb von 5min war unser Baluu wieder fahrbereit. Da wir trotzdem nicht einfach wegfahren wollten, falls doch noch Hilfe käme, warteten wir nochmals fast eine Stunde. Ein älterer Herr welcher im Golfclub arbeitete hatte uns angesprochen und uns von seiner Reise in die Schweiz erzählt. Plötzlich meinte er, dass wir bestimmt Hunger hätten und fuhr mit seinem Golfwägeli davon. 15min später kam er wieder mit einem riesigen Clubsandwich, Pommes und eisgekühltem Wasser! Wir waren einmal mehr überwältigt von der Freundlichkeit und Grosszügigkeit der Kanadier! Der CAA tauchte nicht mehr auf und wir hatten keine Lust mehr auf Shoppingzenter. Darum sind wir wieder in «unsere» Garage in Red Deer gefahren. Solche Tage sind etwas vom schönsten beim Reisen, da hast du eine Panne aber wenn du dich am Abend ins Bett legst denkst du, wow, was war das für ein genialer Tag. 
Am Montag wurde der Starter ausgewechselt und wie das so ist wenn man unters Auto schaut, kommen noch X andere Dinge hinzu. Das Getriebe hatte fast kein Öl mehr, die Stossdämpfer und Manschetten mussten ersetzt werden, der Verteiler, Ölfilter, und Keilriemen mussten erneuert werden und so weiter. Am Dienstag Abend wurden wir informiert, dass das Getriebe rausgenommen werden musste um ein Leck zu finden und wir frühestens am Donnerstag weiterfahren können. Es hat uns zwar nicht gerade begeistert, dass wir so lange bleiben müssten aber wir waren sehr froh und dankbar, dass sie sich die Zeit genommen haben um unseren VW zu flicken. Zudem waren wir bestens versorgt, wir durften die ganze Zeit über in unserem Baluu wohnen und in der Garage die Toilette, Küche und das Wifi benutzten. Die Zeit vertrieben wir mit Spaziergängen (meistens zu Tim Hortons), Wäsche waschen, lesen, Brot und Kuchen backen, Garagekatze streicheln und skypen. Die freundlichen Angestellten der Garage haben uns auch immer wieder geschult und erklärt, wie gewisse Abläufe funktionieren oder was sie gerade am reparieren sind. Zwei der Mechaniker sprechen sogar Deutsch, was uns sehr entgegen kam, da unser Englisch im Fachbereich Auto, Motoren und Getriebe doch eher grenzwärtig ist. 
Die bestellten Ersatzreifen waren am Donnerstag nicht geliefert worden und das Getriebe wies noch mehr Schäden auf als zuerst angenommen. Also verzögerte sich das ganze auf den Freitag. Am Donnerstagabend wurden wir von Laurel, der Frau von Sheldon, nach Hause eingeladen. Wieder haben wir zuerst höflich abgelehnt, da es uns gar nicht recht war, aber ein Nein wurde nicht akzeptiert. Luki und ich durften nochmals eine Wäsche waschen und dort duschen. Es gab mega feines Essen und wir hatten einen wunderbaren Abend mit ihr, ihren zwei Kindern und ihrem Cousin mit seiner Frau. Sheldon blieb die ganze Nacht in der Garage, da er bis am Samstag einen anderen VW Bus zu reparieren hatte. Als es Zeit zum schlafen war, hat sie gemeint, um diese Zeit sollten wir nicht mehr fahren, und hat ihre Kinder zu sich ins Bett genommen und wir durften dort wiedereinmal in einem Bett übernachten. Zum Frühstück gab es frische Waffeln mit Rahm, Erdbeeren und Ahornsirup! Was soll ich sagen… Wir waren einfach nur dankbar und schätzen diese Grosszügigkeit so sehr! 
Am Freitag kam dann die nächste Hiobsbotschaft. Der Katalysator war verstopft und begann teilweise schon zu schmelzen. Da es bereits Abend war mussten wir vor dem Wochenende nicht mit einem neuen rechnen. Sie haben uns angeboten, den alten teilweise zu entfernen und uns ohne loszuschicken (was in Kanada niemanden interessiert) oder eben bis Montag zu warten. Wir bekamen unseren Baluu für eine Probefahrt und sollten uns dann so rasch wie möglich entscheiden was wir möchten, damit sie das fehlende Teil unter Umständen bestellen konnten. So sind wir mit gemischten Gefühlen und ziemlich ratlos losgefahren. Auf der Hauptsrasse ertönte hinter uns plötzlich eine Sirene. Luki ist vom linken Fahrstreifen extra zwei nach rechts gefahren um die Polizei vorbei zu lassen. Aber als sie dasselbe Manöver taten, wussten wir, dass sie wohl mit uns reden wollten. So haben wir rechts geblinkt und sind bei der nächsten Kreuzung abgebogen um anzuhalten. Das Hupen und die Sirenen des Polizeiwagens wurden mit jeder Sekunde energischer. Später hat uns der sehr freundliche Polizist dann erklärt, dass man jeweils sofort anhalten soll und nicht noch zu einer sicheren Stelle weiterfahren müsse…  Tja, so lernt man jeden Tag etwas dazu. Die wirklich sehr freundlichen kanadischen Polizisten überprüften kurz unsere Fahrzeugpapiere und Führerausweise. Es sei in der Region in letzter Zeit verhäuft vorgekomme, dass kriminelle ausländische «Fakenummernschilder» nutzen um gestohlene Autos zu überführen. Daher die Kontrolle. 
 
Wir haben uns nun entschieden, den Katalysator zu wechseln, da es viel umweldfreundlicher und schlussendlich auch gesünder für den Motor ist. Da der VW trotz allem schon fahrbar ist und nun übrigens schon viel gesünder tönt, haben wir beschlossen den Banff Nationalpark zu besuchen damit uns die Decke nicht auf den Kopf fällt. Und wir hoffen und beten, dass es am Montag dann endlich weiter gehen kann mit unserer Reise...
3 Kommentare

USA again - Iowa und Badlands

Howdy!

Die letzten zwei Wochen verbrachten wir in den USA. Von Freunden aus der Schweiz, erhielten wir eine Adresse, von einer Familie, welche im Bundesstaadt Iowa lebt. So sind wir letzten Sonntag dort auf ihrer Farm angekommen. Sie betreiben hauptsächlich Landwirtschaft, haben aber auch ein paar Ziegen, Schweine, Hühner, Pferde und Hunde. 
Am ersten gemeinsamen Abend gingen wir Fischen. Dies war etwas, was sich Luki schon lange gewünscht hatte und nun endlich machen konnte. Er hat sogar seinen ersten Fisch gefangen!  Ich hatte ein bisschen weniger Glück. Obwohl ich immer dachte, das fischen etwas sehr langweiliges ist, hat es mir sehr viel Spass bereitet und ich habe meine Meinung darüber geändert.
An den darauffolgenden Tagen haben wir ebenfalls viel mit ihnen unternommen: Kanu fahren auf dem Fluss, ausreiten mit den Pferden, Quad fahren auf selbsterbauten Pisten, Traktor fahren, ein Besuch beim Kinderrodeo, Geführte Tour durch «The Grotto», Besuch einer Farmauktion und gemütliches zusammensitzen am Feuer (inkl. Marshmallow-bräteln). Wir gingen noch ein zweites Mal fischen und auch ich habe noch einen Fisch gefangen. Dies war gar nicht so schwer! Nur was nachher folgte, bereitete mir etwas Mühe: Den Fisch vom Angelhaken nehmen und zurück ins Wasser lassen… Aber gehen wir jetzt nicht auf Details ein.
Wir durften auch mithelfen beim Strohballen laden, Silo leeren und wischen, Saatmaschine zusammenbauen, Kochen und Fenster putzen. Dies hat uns ebenfalls sehr gefallen – wiedermal etwas mit Händen anpacken und nützlich sein… ;) 
Die Mutter besitzt einen Vintage Laden. Zum Glück haben wir nur unseren kleinen Baluu dabei, wer weiss was ich mir sonst alles gekauft hätte…
Die Familie ist sehr Jagd begeistert, besonders der Grossvater. Seine Garage ist voll mit Tophäen. Jedes Familienmitglied besitzt mindestens ein Gewehr und kann lustige und interessante Geschichten über das Jagen erzählen. 
Wir haben viel miteinander gelacht. Auch wenn wir uns in den ersten zwei Tagen erst an das amerikanische Englisch gewöhnen mussten. Auch das Essen war so richtig amerikanisch.  Zum Frühstück gab es einmal Haferflocken mit Glace! Gemüse ist schön zum anschauen, mehr aber nicht. Es gab oft Fastfood, was wir aber ehrlich gesagt gar nicht so schlimm fanden. Denn gut schmeckt es ja schon, auch wenn es nicht so gesund ist. 
Das Auto oder ein motorisiertes Fahrzeug wird ab ca.100m Gehdistanz benutzt. 
Die Zeit verging wie im Flug. Eingentlich haben wir für den Aufenthalt max. 4 Tage eingeplant. Da wir aber den American Dream im Cowboy Style voll ausleben konnten, haben wir uns erst 9d später von ihnen getrennt – und dies auch nur widerwillig da sonst unsere weiteren Pläne nicht aufgehen. 

Nachdem wir Iowa mit seinen endlos grünen Feldern verlassen haben, haben wir die vergangenen zwei Tage weiter westlich, in der Prärie verbracht. Wir besuchten den Badlands National Park mit seinen wunderschön geformten Felsenformationen. Übernachtet haben wir auf einem gratis Campingplatz inmitten im Nirgendwo. Trotzden haben wir zwei schweizer Familien getroffen! Am späten Abend hörte man die Kojoten (oder vielleicht auch Wölfe?) heulen und am Morgen früh liefen Büffel über den Campingplatz. Was will man noch mehr? 
Am nächsten Tag haben wir das Mount Rushmore Memorial besucht. Dies muss man einfach auch Mal gesehen haben. Die Köpfe von vier verschiedenen amerikanischen Präsidenten ragen imposant aus den Felsen. Von links nach rechts: der 1. Präsident George Washington, der 3. Präsident der vereinigten Staaten Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt war der 26. Präsident und Abraham Lincoln der 16. 

Nun geht es weiter Richtung Nord-westen. 
Bis bald wieder, herzliche Grüsse das Zäme um d’Welt-Team 

0 Kommentare

Von Toronto nach Thunder Bay

Von Toronto bis Thunder Bay 

Die Städte und Aglomerationen, welche wir in den letzten Wochen durchfahren haben und der viele Verkehr der in Toronto seinen Höhepunkt erreichte (eine 5 spurige Autobahn die auf beiden Fahrrichtungen komplett verstopft war, heisst insgesamt 10 Spuren Stau, haben wir beide zum ersten mal gesehen..), hatten wir nun wirklich langsam gesehen. Versteht uns nicht falsch, auch die kanadische Städte mit ihrer multikulturellen Bevölkerung, den schönen Gassen und den grossen oder historischen Gebäuden haben ihren Reiz. Aber wir waren beide froh, als wir Toronto hinter uns liessen und Richtung Norden, zur Bruce Peninsula Halbinsel unterwegs waren. 

Endlich wieder diese unendlich scheineneden Felder und Wälder. Endlich wieder das Kanada, was uns in den letzten Monaten so begeistert hat und ans Herz gewachsen ist. Nach einer etwa 3 stündigen Fahrt erreichten wir die Ortschaft Wiarton. Ein kleines Städchen, von wo aus wir kleinere Wanderungen unternahmen, im See badeten, den Kindern beim Baseballspiel zuschauten und schlussendlich zwei Nächte blieben. Baluu konnten wir an einem schönen Plätzchen direkt am See abstellen. 

Entlang der Georgian Bay ging unsere Reise weiter Richtung Norden. Die Küsten in dieser Region sind mitunter etwas vom schönsten was wir hier in Kanada gesehen haben. Das türkisblaue Wasser, die felsigen Küsten und Sandstrände taten uns richtig gut. Und das Wasser war so erfrischend . 

Von Tobermory (eine sehr beliebte Destination zum Schnorcheln, das glasklare Wasser und verschiedene Schiffswracks locken jeden Sommer tausende Touristen hierhin), nahmen wir die Fähre zur Manitoulin Island. Die Insel ist ein Ort voller indianischer Kultur und das weltweit grösste Süsswassereiland. 

Die darauffolgenden Tage verbrachten wir entlang den grossen Seen. Wir wanderten im Killarney Provincial Park und fuhren entlang dem Lake Superior zum Pukaskwa National Park. Eine wunderschöne Gegend. Wir genossen zwei Tage im Nationalpark, wanderten ein wenig und liessen unsere Seele beim baden im eiskalten Lake Superior und dem anschliessenden sünnele am Sandstrand, baumeln. 

Wir befinden uns nun in Thunder Bay. Kanada werden wir morgen wieder verlassen und uns auf den Weg nach Iowa (USA) machen wo wir Freunde besuchen werden. Auch haben wir schon Pläne wie es danach weiter gehen soll, lassen euch diesbezüglich aber noch ein bisschen zappeln . 

Liebe Grüsse aus Thunder Bay
Family Baumgartner 

Ps. Wir wurden in letzter Zeit öfters auf die Signatur Family Baumgarnter angesprochen. NEIN, Rahel ist nicht schwanger und möchte es heute und morgen auch noch nicht werden. Eine Familie kann auch nur aus einem Mann und einer Frau bestehen (gemäss Wikipedia). Somit wäre das auch geklärt . 

1 Kommentare

Toronto und Niagarafälle

Am 13. Juli sind wir via Kingston, an den Thousand Islands vorbei, weiter nach Toronto gereist. Dort trafen wir meinen Onkel (und Götti) mit seiner Partnerin. 
Und wo ist es besser, ein Treffen zu vereinbaren als in einem Tim Hortons! ;)
Nach einem Kaffe, haben wir zusammen das Canada Wonderland besucht. Dies ist ein Freizeitpark etwas ausserhalb von Toronto. Die Achterbahnen waren cool und das anstehen nicht zu lange (10 bis max. 30min). Neben verschiedenen Shows wie Turm- und Trampolinspringen hätte man noch einen Wasserpark besuchen können. Wir waren aber mit den Achterbahnen ganz zufrieden. Die eine hat uns so gut gefallen (ähnlich wie die Silverstar im Europapark), dass wir sie ingesamt 5x gefahren sind. 

Am nächsten Tag sind wir zu den Niagarafällen gefahren. Dies war ebenfalls ein sehr schönes Erlebnis! Von der Strasse aus, sah man die zwei mächtigen Wasserfälle sehr gut – den hufeisenförmigen, welcher sich auf kanadischem Boden befindet und den Wasserfall, der in der USA liegt. Danach gingen wir in das Nahe gelegene Casino und staunten über die vielen Automaten und Spieltische. Es war kurz nach Mittag aber meiner Beurteilung nach, waren viele Leute am spielen. Es war eindrücklich zu sehen, mit wie viel Geld gespielt wurde. Und wie schnell es verloren gehen konnte…
Nach einer guten Pizza, haben sich unsere Wege dann wieder getrennt. Adrian und Bernadette setzten ihre geplante Reise fort und wir unsere. 

Von einer Frau, welche wir auf der Ile d’Orleand trafen, haben wir eine Kontaktadresse von einer Familie in Toronto bekommen. So sind war dann zurück in die Stadt gefahren. Eigentlich sagten wir, dass wir eine Nacht bleiben und dann aber, die grossen Städte verlassen. Wir hatten nach Quebec, Montreal, New York, und Ottawa genug davon. Das Ehepaar Andree und Paul hat uns überzeugt, Toronto trotz allem noch zu besichtigen, da wir schon dort waren. Bereut haben wir es nicht. Die Hafenpromenade war schön gestaltet und die kleinen Häuser entlang des Kensington Market, sowie der botanische «Edwards Garden» waren sehenswert. Und die Zeit mit den beiden haben wir auch sehr genossen. Wir wurden grosszügig aufgenommen, durften waschen, duschen und 2x haben sie uns zum Nachtessen eingeladen. Wir bekamen auch viele neue Tipps und Kontakte für unsere Weiterreise.
Trotzdem haben wir Toronto mit dem wahnsinnigsten Verkehr den wir jemals sahen und erlebten, gerne verlassen.  Nun geht es weiter Richtung Bruce Peninsula, etlang den grossen Seen.


0 Kommentare

Upper Canada Village

Das schönste Museum, welches ich je besucht habe! 
Ich war schon immer fasziniert vom früheren Lebenstil. Was machten die Menschen bloß ohne fliessendes Wasser, ohne  "richtigen" Backofen, ohne Waschmaschine und ohne Internet? Ich glaube die etwas jüngere Generation kann meine Fragen verstehen. Wir leben heutzutage sehr privilegiert in Europa. 
Das Upper Canada Village beantwortete auf jeden Fall meine Fragen.

Das heutige Freilichtmuseum wurde im Stil eines Dorfes von 1860 nachgebildet. Die authtenischen Bauten wurden teilweise aus umliegenden Orten abgebaut und im Dorf erneut aufgebaut. Es umfasst einen grossen Bauernhof, eine Bäckerei, eine Käserei, eine Mühle, Weberei, Schreinerei, Kirche mit Pfarrhaus, kleine Hotels usw. In jedem einzelnen Haus wurde demonstriert, wie die Aktivitäten ausgeführt wurde. Die Menschen die dort arbeiten, waren wie zu dieser Zeit passend gekleidet. Z.B. In der Druckerei haben wir erfahren, dass jeder einzelne Buchstabe aus gegossenem Metall in einen Kasten gesetzt werden musste, damit nacher ein Wort bzw. Ein ganzer Artikel geschrieben werden konnte. Oder in der Weberei wurde demonstriert wie geschorene Schafwolle gesupunnen wurde und wie die Frauen danach mit der Wolle Kleider strickten. Jedes der Wohnhäuser besitzte einen grossen Garten wo man Gemüse und Beeren fand. Auch Obstbäume waren überall gepflanzt. Um ein warmes Gericht zubereiten zu können, musste man zuerst Holz sammeln bzw. Spalten und danach im Ofen ein Feuer machen.  Es gab auch ein etwas vornehmeres Haus, in welchem wir einen Gentleman beim Klavierspielen zusehen konnten.
Der Arzt besuchte seine Kunden meistens in ihren eigenen Häuser. Falls sie ihn jedoch aufsuchten, wurden sie in seinem Haus, direkt neben dem Wohnzimmer behandelt. 
Die Strassen waren aus Kieselsteinen, Pferde mit Kutschen wurden als Tranportmittel angeboten und ab und zu lief man einem Huhn über den Weg. 
Es war sehr spannend und es machte den Eindruck auf eine heile Welt in der man mit vollkommener Selbstversorgung leben konnte. Mir ist jedoch bewusst, das nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen war. Die Winter waren kalt und hart und es gab sehr viel an (Hand)Arbeit. 
0 Kommentare

Ottawa und Umgebung

Grüezi aus Ottawa 

An dieser Stelle möchten wir uns einmal ganz herzlich bei unseren Bloggleserinnen und Blogglesern bedanken! Es freut uns, dass ihr uns auf diese Weise ein Stück weit begleitet und unsere Texte immer wieder lest, auch wenn ab und zu mal ein Koma fehlt, oder ein paar Wörter falsch geschrieben sind . Auch freuen wir uns immer wieder an euren Kommentaren oder an den Mails, welche via Kontaktaufnahmefeld zu uns gelangen. Danke! 
,
Nach unserem Abstecher nach New York, durften wir weitere Tage bei Franziska in Frelighsburg geniessen. Es hat uns gefreut, ihr ein wenig im Garten zu helfen (wir haben das einsturzgefährdete Gartenhaus abgebrochen) und ihre Kinder und Grosskinder kennenzulernen. An dieser Stelle nochmals einen grossen Dank an Franziska, wir haben die Zeit bei dir wirklich genossen! Deine Erdbeerconfitüre versüsste uns in den letzten Tagen das Morgenessen, mhmmmmmm…. 

Von Frelighsburg aus, sind wir Richtung Nordwesten gefahren und haben unser nächstes Ziel, den Parc Omega in der Nähe von Ottawa angesteuert. Der Park wurde uns von verschiedenen Leuten empfohlen und wir wurden nicht enttäuscht. 
Der Park wird zum grössten Teil mit dem Auto befahren. Als wir den Parkeingang passierten und in das erste Gehege fuhren, staunten wir nicht schlecht!  Eine Horde Wapitis wartete bereits auf uns, oder wohl besser gesagt, auf unsere Karotten (welche am Parkeingang gekauft werden konnten). Die Tiere durften durch das Autofenster gefüttert werden und streckten ihre Köpfe durch die geöffneten Fenster hindurch um ein Rüebli zu bekommen.
Neben den zahlreichen Wapitis gibt es im Park noch viele andere Tiere, welche frei in den befahrbaren Gehägen herumlaufen. So sahen wir zum Beispiel eine Horde Bisons, diverse Reh- und Hirscharten, Steinböcke, Wildschweine und Wildvögel. 
Ein paar Tierarten sind aus Sicherheitsgründen in separaten Gehägen untergebracht, man kann aber auch neben diesen fahren und sieht so verschiedene Wolfarten, Coyoten, Elche und Schwarzbären. 
Eine Tiershow mit diversen Kleintieren und Vögeln (besonders beeindruckend war der Goldadler), ist ebenfalls Teil des Parkbesuches. 

Wir sind uns bewusst, dass es zurecht Kritiker gibt, welche die Haltung von Tieren in solchen Parks in Frage stellen. Auch wir haben in ein paar Situationen gedacht, ob das jetzt wirklich in Ordnung ist für die Tiere. Schlussendlich muss jeder für sich entscheiden, ob er ein solches Projekt mit einem Besuch unterstützen möchte oder nicht. Im Park Omega hatten wir zwei aber zu 95% das Gefühl, dass es den Tieren gut geht und das möglichste getan wird, um ihr Leben im Park so gut wie möglich zu gestalten. Es war für uns eine einmalige Gelegenheit, Kanadas Wildtiere von nahem und versammelt in einem Park zu sehen. Ein Erlebniss welches wir lange in Erinnerung behalten werden. Wir freuen uns aber auch beide wieder darauf, Kanadas Tierwelt in der Wildniss zu erkunden und entdecken! 

Die letzten zwei Tage verbrachten wir in Kanadas Hauptstadt Ottawa. Um ehrlich zu sein, von den Socken gehauen hat uns diese Stadt nicht (ok, das wäre wohl noch bei mancher Stadt so, wenn man sie nach ein paar Tagen New York besucht). Eine separate Städtetrippreise nach Ottawa würden wir nicht empfehlen. Wenn man auf der Durchreise ist, gibt es aber doch ein, zwei Dinge, wie zum Beispiel das sehr toll gemachte Museum of Civilisation oder der Parlamenthügel, die einen Besuch wert sind. Auch sollte man auf keinen Fall den an Ottawa anschliessenden Park Gatineau verpassen. Diverse Trails laden zum wandern ein und wer sein Fahrrad dabei hat, sollte den Park unbedingt mit dem Rad erkunden (Luki hätte sehr gerne eine Runde mit dem Rennrad auf den schönen Strassen gedreht, weil wir diese Ausrüstung aber nicht dabei haben, kam es nicht dazu). 

Wir reisen nun weiter Richtung Südwesten. Mit ein paar Zwischenstopps fahren wir Richtung Toronto und zu den Niagarafällen. 

Bis bald! 
Liebe Grüsse

Familie Baumgartner

1 Kommentare

New York City!

Wie ihr vom letzten Blog Eintrag vernehmen könnt, sind wir momentan in Frelighsburg, das nahe an der Grenze zur USA liegt. So haben wir letzte Woche spontan entschlossen, kurz nach New York zu fahren!:)

Nach 8h Fahrt, sind wir müde aber gut in Newark (dies ist ein Vorort von Manhatten) angekommen und haben die Nacht in einem südamerikanischen Viertel auf einem Walmart Parkplatz verbracht. Wir kamen gegen 22Uhr dort an und staunten nicht schlecht. Im Supermarkt herrschte voller Betrieb, die Warteschlangen an der Kasse waren voll mit Besuchern jeden alters und man musste sich einen Weg durch die Regale bahnen. Von Lebensmitteln, über Bügelbrettern bis hin zu riesig grossen Flachbildschirme war alles zu finden in den Einkaufswagen der Personen. Auf dem Parkplatz war ein kommen und gehen, etwas weiter hinter unserem Baluu, begannen junge Männer mit einem Baseballspiel und am nahe gelegenen Flughafen landete alle gefühlte 3min ein Flugzeug. ;) Welcome to New York!

Da die Feriensaison bereits begonnen hat und New York sowieso ein beliebtes Ferienziel ist, haben wir uns nicht für einen (teuren!) Zeltplatz entschieden, sondern haben uns einen Schlafplatz in einem Airbnb gebucht. Das Beste was wir machen konnten! Victor und Clara, ein junges Ehepaar, welches ursprünglich aus Spanien kommt, waren sehr freundliche und hilfsbereite Gastgeber! (Falls jemand, der diesen Blog liest, nach New York möchte und eine saubere, schöne und preiswerte Unterkunft sucht ist das ein idealer Platz. Ihr dürft uns diesbezüglich gerne anschreiben, wir leiten euch an Victor weiter). Ihre Wohnung befindet sich auf der Staten Island, vis a vis von Manhatten. Gratis Parkplätze sind vorhanden, was wir dann nach 2 Nächten im Airbnb, auch noch als "Schlafplatz" im Baluu nutzten.

Von der Staten Island verkehrt eine kostenlose Fähre mit Blick auf die Skyline von New York und aus die Brooklin Bridge, an der Freiheitsstatue vorbei, direkt nach Manhatten. Dies war eines unserer Highlights. Die vielen Hochhäuser, prunkvollen Bauten und die immer wieder wunderschön gestalteten Parks, machten uns Eindruck.  Wir besuchten das 9/11 Tribute Museum mit geführter Tour (zwei Personen welche einen persönlichen Bezug zu diesem Angriff hatten, erzählten uns von diesem Tag und was sie damals erlebt haben), waren auf dem Empire State Building, sahen den Time Square bei Tag und bei Nacht, machten eine Velotour durch den Central Park, spazierten über die Brooklin Bridge, besuchten das Museum of Natural historic (bekannt aus dem Film "Nachts im Museum", waren im M&Ms Store :) und... fuhren mit unserem Baluu direkt durch die Rushhour mitten in Manhatten! :D Falls jemand einmal mit dem Auto durch New York fahren möchte, sollte unbedingt sicherstellen das die Hupe auch wirklich funktioniert! Hihihi, wir haben in unserem ganzen Leben noch nie so viel gehupe gehört...

Wir hatten so viele tolle Erlebnisse, dieser spontane Abstecher hat  sich sehr gelohnt. Nun sind wir wieder in Kanada und werden unsere Reise hier fortsetzten. Liebe Grüsse und bis bald!

P.S. Und ja... in den 6Tagen USA haben wir uns hauptsächlich von Fastfood ernährt... 
1 Kommentare

Frelighsburg & Montreal

Wir sind in Frelighsburg! 

Das kleine Dorf liegt nahe an der Grenze zur USA und etwa eine Fahrstunde von Montreal entfernt. Franziska, unsere Gastgeberin kennen wir von einer Facebookseite für VW Bus Besitzer in Nordamerika. Wir dürfen unseren Bus hier parkieren und Franziska verwöhnt uns mit wunderbarem Essen, spannenden Geschichten und lässt uns an ihrem Leben hier teilhaben. Vielen herzlichen Dank hierfür!!! 

Am ersten Abend hier, durften wir Pam, Andi und ihr Hund Kalea treffen. Die drei sind seit mehr als zweieinhalb Jahren mit ihrem VW Bus in Nord- und Südamerika unterwegs und haben auch gerade bei Franziska halt gemacht! Nach spannenden Gesprächen, viel Lachen und einem Kurzworkshop zum Thema VW Bus "Pflege", sind die drei dann am nächsten Tag weiter, Richtung Westen gereist. 
Vielen Dank für alles liebe Pandilea Crew! 

Franziska hat uns dann die Umgebung gezeigt und wir durften mit ihr den Bauernhof ihres ehemaligen Ehemannes (Andreas), besichtigen. Andreas hat uns den Betrieb und sein Land gezeigt und zusammen mit Franziska durften wir dann, bei einem gemeinsamen Nachtessen, viel über ihre Auswanderung nach Kanada, die ersten Jahre auf der Farm und das Leben in dieser Gegend erfahren. Vielen Dank Res und Franziska für eure Offenheit, die vielen spannenden Geschichten und die lustigen Gespräche!

Die endlos weiten Felder und die vielen Kühe haben uns beeindruckt und wir können uns nun gut vorstellen, wieso es den ein- oder anderen schweizer Bauer hier nach Kanada zieht. 

Gestern sind wir in Montreal gewesen. Zum ersten mal auf unserer Reise trafen wir auf Hochhäuser, wie wir sie bis jezt nur im Fernsehen oder auf Bildern gesehen haben. Besonders beeindruckt waren wir von der Basiliska Notre-Dame de Montreal, eine wunderschöne und prunkvolle katholische Kirche. In ihrem Innern befindet sich zum Beispiel die weltweit erste elektronisch angetriebene Orgel. Sie wurde zwischen 1885 und 1891 installiert und hat 6500 Pfeiffen. Natürlich spazierten wir auch auf dem Mont-Royal und genossen den atemberaubenden Ausblick über die Stadt. 

Wir wünschen unseren Blogglesern ein schönes Wochenende!
Bis bald! 



1 Kommentare

Ile d'Orleans und Quebec

First of all we want to say thank you to all the lovely people from the Ile d'Orleans! 
Thanks to Sophie, Rejean & Martine & Family, Renée, Letizia & Vicent & Kids, Valerie, James. 
It was an honour for us to meet you on the island! We love you! 

Am Samstag 10.06.17 erreichten wir die Insel d'Orleans wo wir mit Sophie verabredet waren. Die Geschicht dazu: 
In Halifax haben wir von Peter, unserem ersten Gastgeber in Kanada, von helpX (=help Exchange = Austausch von Hilfe), gehört. Dies ist eine internationale Online-Gesellschaft, die (Reisende) Helfer zu Gastgebern führt. Der Gastgeber sucht Hilfe für eine bestimmte Zeit oder ein gewisses Projekt und bietet im Gegenzug kostenlose Unterkunft und Verpflegung an. Die Tätigkeiten können ganz unterschiedlich sein: Gartenarbeit, Hilfe im Haushalt, Bau- und Reperaturarbeiten, Kinderbetreuung, Tierpflege usw. Im Internet stellen sich die einzelnen Gastgeber mit einer kurzen Beschreibung über sich und die anstehenden Arbeiten vor. Auch wir als Helfer haben auf der Internetseite ein Profil und werden regelmässig von Gastgebern angeschrieben, die Hilfe suchen. Somit dürfen wir für ca. 4-6h Arbeit pro Tag, bei den Gastgebern leben und haben eine super Gelegenheit um die Kultur und "Einheimischen" kennen zu lernen. Ausserdem wird dabei unser Englisch gestärk.

Somit entstand unser Randez-vous mit Sophie.
Sophie ist eine sehr liebe, freundliche, geduldige und hilfsbereite Frau. Sie lebt in einem Häuschen auf dem Land und hat 5 Hühner und einen grossen Garten. Bei unserer Ankunft hat sie uns herzlich Empfangen und während unserer ersten "Arbeit", das Verpflanzen von Setzlingen, konnten wir uns gegenseitig kennenlernen. Innert zwei Tagen haben wir alle ihre engsten Freunde von der Insel kennengelernt. Es hat uns sehr berührt wie offen und herzlich wir empfangen wurden - als ob wir auch schon Jahre lang mit ihnen befreundet wären!

Im Verlaufe der Woche haben wir dann bei vielen kleinen Projekten mitgeholfen wie z.B. Beim Anlegen eines Kompostgartens auf einer Schule, beim Zügeln von Möbeln (da konnten wir an mehreren Tagen bei verschiedenen Personen helfen), beim Putzen eines Hauses, operieren eines Hühnerfusses, Kochen, Backen, Gartenpflege, Obstbäume pflanzen, eine umgefallene Gartenmauer wegräumen, spazieren gehen mit Hunden und vieles mehr. Die Tage sind nur so davongerannt. Die besten Freunde von Sophie haben wir fast täglich gesehen. Am Wochenede bevor wir wieder weiter zogen, haben sie uns überrascht und ein Fondue mit Schweizer Käse für uns gekocht!! Und anschliessend noch ein Schoggifondue mit frischen Früchten!! Wir sind immer noch überwältigt von der Freundlichkeit der Leute. 
Von Sophie konnten wir sehr viel lernen. Als Beispiel dafür, sie kann auf eine Wiese gehen und dir den Namen fast jedes Krautes sagen und welche man einfach so essen kann. Dies war sehr interessant. Oder ihre Kochkünste... Sophie ist Vegetarierin und lebt sehr umweltbewusst. Sie kocht vor allem mit Gemüse und es erstaunte uns immer wieder, wie sie mit einfachen Zutaten grossartige Menus kochte. Trotz angeschlagener Gesundheit hat sie immer ein Projekt im Ärmel und bietet Hilfe an wo sie nur kann. 
Wir haben sie und ihre Freunde sehr in Herz geschlossen und der Abschied nach 10 Tagen fiel uns nicht leicht. 

Wir durften viel von den "Inselbewohnern" lernen und die Hilfsbereitschaft, welche sie unter sich haben, hat uns wirklich beeindruckt und berührt. Hier ist ein Nachbar nicht einfach ein Nachbar, den man ab und zu mal sieht, sondern ein Freund, den man immer um Hilfe bitten kann. Viele von uns Schweizern (wir inklusive) könnten sich hier ein Stückchen dieser Nächstenliebe abschneiden... 
Die Insel ist auf unserer Karte ab sofort dick markiert, gerne wollen wir hierher wieder einmal zurückkehren. 


Einen "freien Tag" auf der Insel haben wir dazu genutzt, um die Altstadt von Quebec unsicher zu machen. Die Altstadt ist klein und alle Sehenswürdigkeiten sind bequem zu Fuss erreichbar. Die vielen alten Häuser, die engen Gassen und das majestätische Hotel haben uns sehr gefallen! Da hier alles auf französisch beschrieben ist, haben wir von der Geschichte leider nicht so viel erfahren. Es war aber auch schön einfach mal durch eine Stadt zu schlendern, ohne sich gross Gedanken zu machen. 
2 Kommentare

St. Lorenzstrom

Bonjour tous les mondes!
In den vergangenen Tagen ist auch bei uns der Sommer eingekehrt – wir konnten das erste Mal im T-Shirt wandern gehen! ;) Aber von vorne…

… Am letzten Freitag, dem 02.06.17 sind wir von der Gaspesiehalbinsel mit der Fähre nach Baie-Comeau gefahren. Am Samstag dann weiter südlich in Richtung Tadoussac. Dieses Dorf wurde mir, zusammen mit vielen weiteren wertvollen Tipps, von einer ehemaligen Arbeitskollegin, empfohlen. Etwa 20km bevor wir das kleine Städtchen erreichten, machten wir Halt bei einem Aussichtspunkt. Luki hatte spontan die Idee, dass wir dort hinfahren sollten. Nach ca. 1km Fussmarsch, kamen wir an der Küste des St. Lorenz Stroms an. Von weitem sahen wir viele Menschen auf einem Felsen stehen, mit ihren riesigen Teleskopen und Kameraausrüstungen. Wir haben bereits gehört, dass es im St. Lorenz Strom grosse Fische gibt, da wir aber bei der Überfahrt mit der Fähre keinen Walfisch oder Delphin sahen, dachten wir uns nicht so viel dabei und setzten uns einige Meter von der Menschenmasse entfernt, auf die Felsen. Gespannt schauten wir aufs Meer und warteten, was geschehen würde. Plötzlich wurde es laut neben uns und die Leute zeigten aufs Meer hinaus. Dort sahen wir ein ganzes Rudel Seehunde schwimmen. Das war aber noch nicht alles! Nach etwa 45min sahen und hörten wir unseren ersten Walfisch. Das ein-und ausschnaufen der Walfische kann man schon hören, bevor man im Meer eine Flosse erkennt. Später haben wir auf Informationstafeln herausgefunden, dass es sich bei den gesehenen Meeressäugern um Minkwale gehandelt hat. Diese Walfische sind ausgewachsen zwischen acht und zehn Meter lang. Beeindruckend war, dass sie teilweise bis ca. 10m nah an die Küste heran kamen. Man hätte meinen können, nur die Hand ausstrecken zu müssen, um sie zu berühren. 
Wir verbrachten etwa 3.5h an diesem schönen Ort und sahen neben mehreren Minkwales auch noch Belugas. Die Belugas sind eigentlich in den nördlicheren Gewässern heimisch, hier im St. Lorenz Strom lebt aber seit langem eine Population dieser fantastischen Tiere. Die etwas kleineren Walfische sind schneeweiss und daher bei ruhigem Meer sehr gut zu erkennen, wenn sie zum Luft holen auftauchen. Leider wurden die Tiere in vergangenen Jahren von Fischern gejagt, da man davon aus ging, dass sie viele Fische essen. Die Population in dieser Gegend sank so von gut 10'000 Tiere auf etwas mehr als 1000 Exemplare. Mittlerweile ist aber klar, dass sich die Belugas kaum von Fisch ernähren. Die Tiere sind nun geschützt und verschiedene Organisationen setzen sich für diese Spezies ein. 

Am nächsten Tag haben wir uns Tadoussac angeschaut. Das Städtchen war voll, mit den hipsten Leuten, die wir bis jetzt angetroffen haben und besteht vor allem aus Kaffee’s und Herbergen. Bekannt in Tadoussac ist das rot-weisse Hotel, das man schon von weitem sieht. Es wurde im Jahr 1864 erbaut und ist bis heute noch gut erhalten. Die Lobby ist für Touristen zugänglich und dies habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen (Rahel). Weitere Sehenswürdigkeiten sind z.B. Die grossen Sanddühnen, schöne Spazierwege mit Holzstegen und das CIMM. Das ist ein Informationscenter für Meeressäugetiere. Die Organisation setzt sich für den Schutz der Walfische ein.

Am Montagmorgen, kurz vor 7:00Uhr wurden wir durch ein metallisches Klopfen geweckt. Zuerst war es von weiter weg zu hören, dann immer näher. Ich dachte schon, dass sich ein Tier vielleicht an unserem Baluu zu schaffen macht, deshalb ging ich hinaus. Da sah ich einen Specht, der wie wild auf ein Strassenschild hämmerte. Da wir nun wach waren, fuhren wir dem Saguenay River entlang aufwärts und haben in einem National Park eine weitere schöne Wanderung gemacht. Dabei durften wir nochmals die Belugas sehen, die im Sommer den Fjord aufwärtsschwimmen, um ihre Jungen zu gebären und gross zu ziehen. 

Am Dienstag erwachten wir mit strahlendem Sonnenschein! In einem weiteren Park, wanderten wir (kurzärmlig!) auf den Pic du Grand Corbeau und konnten eine wunderbare Aussicht geniessen. Am Abend fuhren wir nach Saguenay und übernachteten auf einem Walmartparkplatz. Die Stadt existiert erst seit 2002, als drei örtliche Gemeinden fusionierten und seit dort eine grosse Stadt bilden. Die Leute leben hier vor allem von der Forst- und Papierindustrie. 

Die letzten zweieinhalb Tage verbrachten wir weiter südlich, im «Parc de conservation des Grands-Jardins». Am Tag gingen wir wandern und am Abend gab es jeweils ein Lagerfeuer mit frisch gebackenem (Schlangen-)Brot. Wie wir das genossen haben! Wanderen ist mit Abstand eine unserer Lieblingsbeschäftigungen geworden. Bzw. haben wir nun endlich Zeit, dieser uns schon langen wohlgesinnten Tätigkeit, nachzukommen.

Die nächsten Tage werden wir in der Nähe von Quebec verbringen. Was wir hier vor haben, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.... 

Bis bald!

1 Kommentare

Gaspesie

Die seit dem letzten Blogeintrag vergangenen Tage, haben wir auf der Gaspesiehalbinsel verbracht. Das Gebiet gehört zur Pronvinz Quebec, was bedeutet, dass hier fast ausschliesslich französischgesprochen wird. Auch unsere Uhren mussten wir zum ersten mal auf unserer Reise umstellen. Wir befinden uns jetzt in der Eastern Standard Time Zone, also sechs Stunden hinter der schweizer Uhrzeit. Der Name der Halbinsel ist auf die Ureiwohner der Region zurückzuführen und bedeutet "Ende der Welt".

Von Shediac aus sind wir Richtung Gaspesie gefahren und haben im Kouchibouquac National Park einen Zwischenstopp eingelegt. Eine rund 21 Kilometer lange Wanderung, führte uns einmal mehr durch wunderschöne Wälder. Wir geniessen es Stunde um Stunde zu wandern und dabei keinem anderen Menschen zu begegnen. 

Weiter ging es Richtung Norden wo wir in Campbelton dann über eine Brücke fuhren und definitiv in der französischsprachigen Region ankamen. Jetzt wo wir uns so langsam ans Englisch gewöhnt hatten, kam uns dieser Sprachwechsel wenn wir ehrlich sein dürfen, nicht gerade gelegen. Hätten wir damals im Französischuntericht doch nur besser aufgepasst... :) 

Entlang der Südküste der Halbinsel trafen wir am Strassenrand auf zwei Autostöppler, die wir für eine Strecke mitnahmen. Unsere ersten Gäste nahmen auf dem Sitzbank platz und wir durften spannende und lustige Gespräche mit den zwei jungen Herren führen. Kurz vor unserem geplanten Stopp für die Übernachtung, setzten wir die Jungs wieder am Strassenrand ab und hoffen sie haben ihr Ziel noch erreicht. 
Der Übernachtungsplatz war spitze! An einer einsamen Küste durften wir die Nacht verbringen und erwachten am Morgen mit den ersten Sonnenstrahlen im Gesicht wieder. 



Im Hafenort Perce durften wir bei strahlendem Sonnenschein kleine Wanderungen unternehmen und dabei das Wahrzeichen der Region, den 88 Meter hohen und 438 Meter langen Kalksteinfelsen Rocher Percebegutachten.
Die absoluten Highlights der letzten Tage war für uns der Besuch des Nationalparks Forillon, wo wir auf viele Stachelschweine stiessen und dann vor allem der Besuch im Gaspesie Nationalpark. 
Im Besucherzentrum des Gaspesie Nationalpark, gab uns die freundliche Angestellte Tipps. Auf Ihre Frage, ob wir gerne Elche sehen wollen, antworteten wir natürlich mit einem ja. Wenige Minuten später nahmen wir die empfohlene Wanderung in Angriff und kehrten zwei Stunden später mehr oder weniger enttäuscht wieder zurück. Es war weit und breit kein Elch zu sehen. Mit den Worten der Parkwächterin in den Ohren "Elche sieht man am besten am Morgen oder gegen den Abend", entschlossen wir uns, am nächsten Tag früh aufzustehen und die gleiche Wanderung nochmals zu machen.

Gesagt getan. Am nächsten Tag war um sechs Uhr morgens Tagwache und eine knappe Stunde später starteten wir, als erste Besucher an diesem Tag, wieder den Rundweg. Was wir während diesen zwei Stunden Wanderung erleben durften, wird uns lange in Erinnerung bleiben! Wir sahen 4 Elche! Zwei davon sogar direkt am Rand des Wanderweges. Eine wunderschöne Begegnung mit diesen Tieren, die wir uns nicht besser hätten vorstellen können. 

Auf der zweiten Wanderung des Tages, die uns auf einen Gipfel und zurück führte und etwa 4 Stunden dauerte, stiessen wir dann noch auf ein Caribou, dass uns vor lauter Schreck fast noch über den Haufen gerannt hätte. Nach einem kurzen Moment des Zögerns (von Seiten des Tieres und von uns), konnten wir den Weg des Tieres dann aber kreuzen und es verschwand im Wald. 

Weiter geht es nun mit der Fähre von Mantane über den St. Laurence Kanal nach Baie-Comeau, von wo aus wir dann Kurs auf Tadoussac nehmen werden.

0 Kommentare

Bay of Fundy / P.E.I.

Nach Cape Breton sind wir nach Moncton gefahren, was uns einen Tag autofahren "kostete". Dort haben wir uns ein Airbnb geleistet um wiedermal zu duschen und unsere Kleider zu waschen (Viele Campingplätze haben immernoch geschlossen). Die Waschmaschinen und Tumbler sind ganz anders als in der Schweiz. Für einen Waschgang kann man wählen zwischen cold/cold, cold/warm oder warm/warm. Welche Temperaturen die verschiedenen Stufen erreichen, ist nicht bekannt :). Dafür dauert ein Waschgang nur ca. 30min. Der Tumbler lässt dann gar keine Auswahl zu, lediglich die Zeit kann man einstellen. Man kann hier ALLES in den Tumbler geben, egal ob Wolle oder Seide... Dies wurde uns jedenfalls erzählt. Schlussendlich brauchten wir für zwei Waschgänge und zwei Tumblerladungen nur knapp 2h und die Wäsche schien danach sauber gewesen zu sein. :)
Von Lisa, unserer Gastgeberin bekamen wir den Tipp, am Samstagmorgen den lokalen Markt zu besuchen. Dies haben wir dann auch gemacht und waren (vor allem ich, Rahel) seeehr begeistert ;). Der Markt befindet sich in einer grossen Halle und jeder Stand bietet etwas anderes. Von Gemüse, Brot, Fleisch, Waffeln und Cup Cakes bis zu Schlüsselanhänger, Shabby Chic Möbel und Parkett Böden war alles zu finden. Leider haben wir vor lauter Aufregung vergessen ein Foto zu machen, dieser Markt war jedoch eines unserer vielen Highlights.
Danach sind wir weiter zu den Hopewellrocks gefahren. Diese besonderen Steinformationen werden durch die hohen Gezeitenunterschiede geformt. Bis zu 21m kann der Unterschied zwischen Ebbe und Flut betragen und das zwei Mal täglich (an der Bay of Fundy werden die weltweit grössten Unterschiede zwischen Ebbe und Flutgemessen)! Somit kann man nur zu bestimmtem Zeiten hinunter gehen und am Strand spazieren. 
Später an diesem wunderschönen Tag haben wir noch eine kurze Wanderung im Fundy National Park of Canada gemacht. Dort hätten wir stundenlang Eichhörnchen beobachten können. 
Am nächsten Tag haben wir im selben Park nochmals eine Wanderung zum Marven Lake gemacht und sahen einmal mehr die wunderschönen Wälder von Kanada. Am späteren Nachmittag fuhren wir zurück an Moncton vorbei, in Richtung Sackville. Auf einem Picknickplatz hatten wir angehalten und richteten uns ein um die Nacht auf diesem zu verbringen. Während dem Abendessen ist ein älteres Paar mit ihrem Hund auf den Picknickplatz gefahren und gingen kurze Zeit später wieder. Nach etwas mehr als 5min kamen sie zurück und haben uns kurzerhand zu sich nach Hause eingeladen. Kevin und Catherine Reisen selber auch gerne herum mit ihrem Wohnmobil. Sie haben uns viel erzählt, viele Tipps gegeben und uns sehr gastreundlich aufgenommen. Am Morgen machten sie uns Frühstück, klärten versicherungstechnische Dinge für uns, schenkten uns Strassenkarten, eine Kanadaflagge und haben uns ihre Nummer und Adresse gegeben, damit wir IMMER anrufen können falls wir etwas brauchen! Für uns ein riesen Geschenk und sehr schönes Erlebnis! Vor allem weil wir am Tag zuvor auf unserer Wanderung noch darüber gesprochen haben, dass wir es toll fänden wenn uns mal Einheimische zu sich nach Hause einladen würden... ;)
Vergangenen Montag sind wir über eine 13km lange Brücke nach Prince Edward Island, kurz P.E.I., gefahren. Besonders bekannt dort, ist die rote Erde welche scheinbar sehr gut für den Kartoffelanbau geeignet ist. Die erste Nacht verbrachten wir auf einem grossen, schönen Campingplatz. Am nächsten Tag wollten wir im dortigen Provincial Park wandern, jedoch war es sehr windig und kalt.Darum war das ganze dann "nur" ein grösserer Spaziergang. Eindrücklich waren die grossen Sanddühnen ganz im Norden der Insel, welche sich im Verlaufe der Zeit immer wieder umformatieren. So kann man Bilder sehen von Googleearth, wie sich die Insel in den letzten Jahren verändert hat. 
Am Tag darauf hat es nur geregnet, somit sind wir einfach mit dem Auto auf der Insel herum gefahren und haben die Landschaft so geniessen können. 
Auf der P.E.I. hatten wir nochmals ein tolles Erlebnis. Die zweite Nacht verbrachten wir wieder einmal auf einem Picknickplatz. Am Morgen hörten wir ein Auto hinfahren und haben uns nichts weiter dabei gedacht. Als wir das nächste Mal WLAN hatten, haben wir auf unserer Facebookseite ein Bild von unserem VW Bus und diesem Text; "Found some visitors on the trail this morning!", von einer Frau gepostet gehabt. Dazu eine Nachricht, dass wir doch zu ihr ins Geschäft fahren und bei ihr einen Kaffee trinken sollen. :) Leider waren wir zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Fähre nach Caribou und konnten dieses Angebot nicht mehr annehmen.

Gegen Abend sind wir nach Malagash gefahren zu Theres und Felix. Die beiden haben uns etwa eine Woche zuvor in New Glasgow auf dem Parkplatz vor einem Walmart mit "Grüezi mitenand" angesprochen. :) Sie sind im 1990 nach Kanada ausgewandert und haben sich hier ein kleines Paradies aufgebaut mit Obstbäumen und Reben. Sie haben uns Angeboten, wenn wir in der Nähe sind, bei Ihnen zu übernachten und dies haben wir dann dankbar angenommen. Sie konnten uns viel spannendes und hilfreiches Erzählen bei einem ausgezeichneten Nachtessen. Wir haben Wildlachs gekocht bekommen und ich muss sagen, eigentlich mag ich kein Lachs. Ich bekam soga eine extra Portion mit weissem Fisch! Aber dieser Lachs (ich durfte von Luki probieren) war sehr gut! :D

Weiter ging es dann wieder etwas weiter im Süden, einer wunderschönen Küstenstrasse entlang (dies war übrigens auch ein sehr guter Tipp von Felix und Theres), an den Five Island vorbei und Parrsboro zum Cape Chignecto Provincial Park in dem wir eine kurze aber sehr schöne Wanderung machen durften. 


0 Kommentare

Cabot Trail

Liebe Blogleser / Liebe Blogleserinnen 

Es liegen ereignissvolle und unvergessliche Tage im Norden von Nova Scotia, Cape Breton, hinter uns. 
Vor unserem Abstecher Richtung Norden, durften wir einen wunderbaren Nachmittag und eine Nacht in der Nähe von Wolfville verbringen. In Fiona´s  (unsere Airbnb Gastgeberin) Haus konnten wir wiedermal Duschen und am nahegelegenen Strand spazieren. Den Tag durch, hatten wir noch darüber gesprochen, welche Tiere wir auf unserer Reise gerne sehen möchten. Als uns Fiona dann erzählte, dass bei Ihnen im Garten ein paar mal im Jahr ein Adler zu Gast sei, staunten wir nicht schlecht und hofften insgeheim, den ersten Haken auf der Liste der gesehenen Tiere bald machen zu können. 

Reitschel geht ins Bad um zu duschen, da ertönt plötzlich ein lauter Schrei «der Adler! Luki! Der Adler!». Unsere Gastgeberin stürmt, in der Angst das etwas passiert ist, die Treppe hinauf und fragt ob alles in Ordnung ist. Nach kurzer Erklärung der Lage macht sie sich beruhigt wieder an die Arbeit. 

Auch die folgenden Tage auf der Cape Breton Halbinsel, werden uns lange in Erinnerung bleiben. Entlang dem Cabot Trail «der schönsten Küstenstrasse Nordamerikas», fahren wir an wunderschönen Küsten, Sandstränden und Wäldern entlang und dürfen auf zwei Wanderungen die kanadische Wildnis hautnah erleben. Wir treffen auf weitere Adler, diverse Hasen, Nagetiere und Waldhühner.
Als wir auf dem Skyline Trail im Cape Breton Park unterwegs sind raschelt es plötzlich im Wald. Wir bleiben stehen und können es kaum fassen, ein Elch bewegt sich etwa 20 Meter von uns durch den Wald. Lange haben wir (vor allem Luki, der in Norwegen x Stunden auf der Lauer verbracht hat und nie einem Elch begegnet ist) auf diesen Moment gewartet. Schon ein imposantes Tier dieser «König der Wälder». Für uns eines der vielen Highlights der letzten Tage! 

Nun geht es weiter Richtung kanadisches Festland. Wir werden Nova Scotia demnächst verlassen und Richtung Westen weiterreisen.
Liebe Grüsse von einem Parkplatz direkt neben dem Meer! 

Euer Zämeumdwelt-Team

Ps: Wer anhnad der Fotos nun denkt, dass hier in Kanada nur die Sonne scheint, der liegt vollkommen falsch. Wir hatten viele regnerische Stunden in den letzten Tagen. Die Fotos bei Sonne sehen einfach besser aus und wir wollen uns an die «schönen» Momente erinnern! Die Stunden, welche wir bei Wind und Regen in unserem kleinen Heim verbracht haben und uns an die Zehenspitzen gefroren haben, waren nicht weiter spannend…. 

1 Kommentare

Die ersten Tage unterwegs

Der Kejimkujik-Nationalpark war unser erster Naturpark in Kanada. Neben vielen verschiednen Vogelarten, durften wir auch Seals (Seehunde), Rehe, Hasen und eine wunderschöne Landschaft geniessen.

Lot of thanks to the friendly people which gave us the Parks Canada Discovery Pass! 
Danach durften wir Peter's (er war unser Gastgeber im ersten AirB&B) Grundstück in der Nähe von Bridgewater als Übernachtungsplatz nutzen. 
(Thank you Peter for letting us stay on your ground!)

Am 12.05.17 besuchten wir ein schönes, farbenfrohes Fischerdorf namens Lunenburg. Danach sind wir an die Westküste zum Blomidon Provincial Park gefahren. Leider war auch dieser Camping geschlossen und übernachten auf dem öffentlichen Parkplatz war verboten. Wir sind dann zum Cape Split Provincial Park gefahren und haben auf dem Parkplatz übernachtet.

Heute sind wir zeitig aufgestanden, haben zum Frühstück warmes Porrige mit Banane gegessen und sind dann als erste Besucher am heutigen Tag durch Wälder gelaufen bis wir am Ende eine wunderschöne Aussicht auf eine Küste vom Bay of Fundy geniessen konnten. Wir fanden es eindrücklich, beim Rückweg haben wir viele andere Personen getroffen welche mit Hunden, laut schwatzend den Wanderweg hinauf spaziert sind. Da wir heute Morgen alleine waren und uns möglichst still verhalten haben (auch Rahel), hatten wir Hasen, Spechte und andere Vögel sehen können. Dies war ein sehr schönes Erlebnis, welches wir auf keinen Fall vergessen werden.
4 Kommentare

The journey finally starts

Am vergangenen Mittwoch konnten wir endlich unseren Baluu am Hafen von Halifax abholen und unser "eigentliches" Abenteuer starten! :) 

Als erstes mussten wir unser mitgeflogenes Gepäck im VW Bus verstauen, was nach mehrmaligem hin und her dann auch ziemlich gut klappte. Leider mussten wir feststellen, dass unser schweizer Gaskocher nicht kompatibel ist mit den kanadischen Gasflaschen. Wir verbrachten einen halben Tag mit suchen von neuen Anschlüssen bzw. von Adaptern bis wir uns schlussendlich für einen neuen Gasherd entschieden... 
Unsere erste Fahrt führte uns nach Peggys Cove. Dies ist ein kleines, lovely (herziges?) Dörflein an der Ostküste von Nova Scotia. 
Nach einem weiteren Tim Hortons Besuch haben wir herausgefunden, dass die kanadischen Campingplätze erst Mitte/Ende Mai öffnen - somit haben wir bis anhin zwei von drei Nächten auf öffentlichen Parkplätzen verbracht.
1 Kommentare

Halifax II

Liebe Blogleser / Blogleserinnen 

Da wir nach wie vor auf unser Auto warten und das Wetter nichtgerade zum Sonnenbaden einlädt haben wir wenigstens genug Zeit um euch über das Erlebte zu berichten. 

Wir durften heute das Maritime Museum in Halifax besuchen und dort viel spannendes über Halifax und seinen engen Bezug zur Seefahrt / Marine erfahren. 
Kriege und internationale Konflikte verhalfen Halifax zu wohlstand. In beiden Weltkriegen war der Hafen von Halifax ein Dreh-und Angelpunkt für militärische und logistische Operationen zum Beispiel nach Europa.
Vor hundert Jahren, am 06. Dezember 1917 kollidierten im Hafen von Halifax ein französischer Munitionsfrachter und ein Schiff welches unter norwegischer Flagge fuhr miteinander. Der Munitionsfrachter fing dabei Feuer und explodierte. Die Explosion war so heftig, dass eine Flutwelle enstand und ganze Gebäude zerstör wurden. Mindestens 1900 Menschen verlore beim Unglück ihr Leben, tausende wurden verletzt. 
Ein paar Jahre zuvor, im Jahr 1912 startete im Hafen von Halifax eine Rettungsaktion zur Rettung der Passagiere der untergehenden Titanic. Halifax war der am nähesten gelegene Hafen zum Unfallort. Knapp 200 Menschen wuden hier in Halifax begraben.

Nach dem spannenden Museumbesuch durften wir ein erstes mal die kanadische Kette Tim Hortons besuchen. We love it :).
Kaffee und Süssgebäck vom feinsten ;). Wahrscheindlich nicht gerade gesund aber man darf sich ja auch mal sowas gönnen.... war auch sicherlich nicht das letzte Mal. 

Am Abend hatten wir noch ein intressantes Gespräch mit unserem Airbnb Gastgeber. Der ursprünglich aus London kommt, sich hier in Novia Scotia ein Stück Land gekauft hat und nun mit seine Freundinn daran ist eine Farm aufzubauen. Wir können hierzu nur sagen: Mach den einen Schritt und probier dir deine Träume wahr zu machen! 

Liebe Grüsse aus Halifax!
We miss you!

Ps: Die Supermärkte hier hauen uns jedes mal von den Socken. Öffnungszeiten sieben Tage die Woche 24h und das Angebot ist enorm (siehe Fotos)

Halifax

Der Flug nach Kanada sowie die Einreise gingen problemlos über die Bühne. Der freundliche Zollbeamte hatte grosse Freude als wir ihm von unserem Vorhaben und damit auch vom Grund wieso wir nach Kanada einreisen wollen erzählten. Nach ein paar Reisetipps zu Mexico und der Bemerkung dass es doch erstaunlich sei wie ähnlich sich die Pyramiden der Inkas und Ägypter doch sind bekommen wir ein Visum für 6 Monate. Unsere lange Dokumentation mit Kontoauszügen, Wohnsitzbestätigungen, usw. müssen wir gar nicht erst nach vorne holen. Der gute Herr vertraut uns und sagt wir sollen die sechs Monate auskosten, es gäbe viel zu sehen in Kanada. 


Heute haben wir unseren ersten Tag in Kanada bei strahlendem Sonnenschein in vollen Zügen genossen und bereits den ersten Sonnenbrand geholt. Beim Besuch in der Halifax Citadel durften wir einen interessanten Einblick in die Militärgeschichte Kanadas geniessen. Entlang der Hafenpromenade lässt es sich wunderbar flanieren.


Baluu kommt leider erst am Montag an und kann erst am Mittwoch abgeholt werden. 

Da der Wetterbericht für die nächsten Tage ziemlich schlecht aussieht, werden wir unser Programm auf das Planen der Route und das Fremdsprachenlernen ausrichten. 

3 Kommentare

Reise nach Hamburg

Nach mehr als einem Jahr Vorbereitugszeit geht unsere Reise langsam aber sicher los. Die ersten knapp 1000 Kilometer von der Schweiz nach Hamburg sind geschafft. Rahel und Rebi (eine Kollegin vonuns) haben den Bus an einem verlängertem Wochenende gut und sicher nach Norddeutschalnd gebracht. Die Reise verlief ohne Probleme und mit einer Reisezeit von ca. 12 Stunden auch absolut imZeitplan. 

Reitschi freut sich nun mehr denn je auf die Reise. Am Hamburger Stellplatz & Hafen durfte Sie schon den ersten Kontakt zu anderen Reisenden schliessen und wurde von der guten, offenen und hilfsbereiten Stimmung unter den Weltenbummlern angesteckt.
Die Abgabe des Fahrzeuges am Hafen ging ohne Probleme und in einem zügigen Tempo über die Bühne (gerade auch Dank der guten Unterlagen unserer Agentur). Es blieb somit auch noch genug Zeit um ein paar Stunden in der Hafenstadt zu verbringen. Nach einer Sightseeingtour, einem Besuch an der Shoppingmeile und der Reeperbahn ging es dann mit dem Flugzeug wieder zurück nach Zürich. 

Hier in der Schweiz stehen nun noch die letzen Vorbereitungsarbeiten an (wir suchen noch nach einer Autoversicherung für Kanada und die USA). Auch werden wir uns in den ausstehenden Tagen vor dem Abflug noch von unseren Familien, Freunden und Verwandten verabscheiden und mit möglichst vielen noch etwas kleines Unternehmen. 

Bis bald! 



2 Kommentare

Abschiedsfest

Abschiedsfest

Wir durften uns heute an unserem Abschiedsfest von unseren Familien & Freunden verabschieden. 


Vieles können wir gut hinter uns lassen und werden wir nicht umbedingt vermissen ABER IHR WERDET UNS FEHLEN! 


Danke an all die fleissigen Helfer! Ihr seid Klasse! 

0 Kommentare

Zügeln

In 45 Tagen beginnt unser grosses Abenteuer in Halifax! Da wir unsere Wohnung auf Ende März gekündigt haben, heisst es nun zusammenpacken. Unsere Wohnung welche uns in den letzten Jahren schon ziemlich ans Herz gewachsen ist, sieht mittlerweile schon ziemlich leer aus.

 

Es ist erstaunlich was sich in einem solchen Haushalt alles ansammelt. Wir mussten in den letzten Tagen merken das man an so vielen Dingen "hängt" ohne sie jemals richtig gebraucht zu haben. So war das Zügeln für uns auch ein sehr befreiendes Gefühl und wir konnten unser Hab und Gut wieder mal ordnen und sortieren.

 

Die letzten Tage in der Schweiz dürfen wir bei den Eltern / Schwiegereltern verbringen und freuen uns sehr auf diese Zeit.

 

An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an alle die uns beim Zügeln geholfen haben und unsere Kisten während unserer Abwesenheit bei sich lagern!

0 Kommentare

Reisevorbereitung

Hallo zusammen

 

Wieder einmal ein kurzes Update von uns. Wir stecken zur Zeit mitten in der Reisevorbereitung und da in der Vorweihnachtszeit wie jedes Jahr immer sehr viel los ist, geht es zur Zeit nur in kleinen Schritten voran. Wir sind aber guten Mutes dass es über die Festtage ein grosses Stück vorwärts geht mit der Vorbereitung. Es steht diverser Papierkram / Abklärungen an:

 

- Reisekrankenkasse abschliessen

- Krankenkassen kündigen

- Fahrzeugversicherung abschliessen

- Verschiffungsunterlagen durchlesen

- Impfungen organisieren

- Abschlussfest auf die Beine stellen

- Baluu fertigstellen / verbessern

- Haftpflicht, Erwerbsunfähigkeitsversicherung abschliessen

- Abklärungen Fotoapparat / Tablett / Datensicherung

-usw.

 

Ihr seht uns wird es in den nächsten Tagen sicher nicht langweilig.

Wir wünschen allen schöne und erholsame Festtage!

0 Kommentare

Routenplanung

Wir sind an der Grobplanung unserer Route. Hast du uns Tipps was wir umbedingt sehen müssen? Kennst du schöne Orte entlang unserer Route? Kennst du Leute die sich über Besuch aus der Schweiz freuen? Gerne nehmen wir eure Tipps (kann auch via PN sein entgegen).

0 Kommentare

Engadin Herbst 2016

Engadin Herbst 2016

Zusammen mit Freunden durften wir ein wunderbares Wochenende im Engadin geniessen und weitere "Testnächte" im Bus verbringen. Es kann ziemlich kalt werden im Bus :).  

2 Kommentare

Baluu bekommt sein Innenleben

Nach unzähligen Stunden in der Werkstatt nimmt das Innenleben von Baluu langsam Form an! Die Vorfreude steigt!

0 Kommentare

Die häufigsten Fragen an uns

(haben gestern einen Beitrag auf einem Blogg gelesen, hat uns so gefallen dass wir das auch gleich machen)

 

1. Wie lange geht ihr genau weg?
Wir können es euch einfach nicht genau sagen. Natürlich wissen wir auch dass ihr mit der Antwort "etwa ein Jahr" nicht viel anfangen könnt. Aber es muss euch vorerst reichen.

 

2. Hättet ihr nicht unbezahlt Urlaub nehmen können?
Doch das wäre wahrscheinlich schon gegangen. Wollten wir aber nicht. Wie soll man eine solche Reise so richtig geniessen wenn man im Hinterkopf den Gedanken hat, dass am 05.01.18 das Büro auf einen wartet? Wir wollen uns in keiner Weise binden und werden daher unsere Arbeitsstellen kündigen (was nicht heisst dass wir nach der Reise nicht wieder dort Arbeiten).

 

3. Ist das ganze nicht meega teuer?
Das ganze kostet schon etwas, darum sind wir ja auch am sparen. Da wir mit unserem Bus unterwegs sind reisen wir aber "günstig" und in 90% der Länder die wir bereisen werden wir für den Kaffee keine 4.50 Fr. wie hier in der Schweiz ausgeben.

 

4. Ist das nicht meeega gefährlich?
Wahrscheinlich die am häufigsten gestellte Frage. Doch ist es, darum geniess uns noch so lange wir noch hier sind :).

 

5. Und wenn ihr zurück seid was dann?
Dann kaufen wir uns mit dem auf der Reise verdienten Geld ein rosarotes Gummischloss und füttern jeden Tag unser Einhorn. Nein, wir lassen es uns offen, wer weiss was sich auch dieser Reise alles ergibt, was uns verändert. Wir wollen einfach mal die Freiheit geniessen.

 

Falls du noch weitere Fragen hast darfst du uns gerne kontaktieren. Gruess Luki & Reitschi

2 Kommentare

Willkommen auf unserer Webseite

 Es freut uns, dass du den Weg auf unsere neue Webseite gefunden hast.

Hier im Blogbereich werden wir dich auf dem laufenden halten.

Wo wir gerade sind, was wir tun und erleben, was uns beschäftigt oder herausfordert du wirst es hier erfahren.

 

Bis bald!

4 Kommentare

Hast du Fragen / Tipps / Anregungen dann melde dich bei uns:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.

Folge uns auf Facebook