Der Norden Chile‘s

Unsere erste Nacht in Chile verbrachten wir mitten in der Wüste, mit wunderbarem Blick auf die Vulkane Licanbur und Cerro Sairecabur. 
Am Morgen genossen wir den Anblick auf eine Herde Lamas, die nicht weit von uns am grasen war. 
Wir machten uns auf den Weg nach San Pedro de Atacama. Das aus Lehmhäusern bestehende Wüstendorf ist Ausgangspunkt von diversen Touristenaktivitäten. Die Preise sind dem entsprechend hoch und es gibt an jeder Ecke unzählige Anbieter, die versuchen ihre Touren zu verkaufen. Wir suchten einen Camping für Van und Zelt, wurden aber nicht fündig. Dafür fanden wir ein Hostel in unserer Preisklasse, wo wir Semafora (den gemieteten VW Bus) sicher abstellen und je ein Zimmer für meine Eltern und uns buchen konnten. 
Wir spazierten am besagten Tag ein wenig im Dorf herum, sahen uns verschiedene kleine Märkte und die aus Lehm und Kaktusholz erbaute Dorfkirche an. Als es Zeit für ein Nachmittagskaffe war und wir auf eines der Restaurants zusteuerten, fing meine Mutter plötzlich an zu winken und meinte „das gibts doch nicht!“. Da sass in dem Cafe ein Bekannter meiner Eltern, mit dem sie 1-2x in der Woche Fitnessstunden besuchen. Zwar wussten beide voneinander, das sie zur gleichen Zeit nach Südamerika in die Ferien gehen, doch mit einem Treffen hat man nicht gerechnet. So waren wir neben dem Kaffee trinken die nächsten 2h mit erzählen und austauschen beschäftigt. 

Aber das ist noch nicht alles! Früher am Tag hatten wir nämlich Kontakt mit Nachbarn meiner Eltern in Obfelden, die auch zur selben Zeit wie wir in der Atacama Wüste waren und verabredeten uns mit ihnen zum Znacht! Wie klein die Welt doch manchmal ist! :)

Wir trafen uns mit Karin und Dani Dubach für den Sonnenuntergang bei einem Aussichtspunkt mit spektakulärem Blick über das „Valle de la Luna“. Es war ein sehr schöner Abend mit grosser Wiedersehensfreude und gutem Essen.
Und da es uns allen so gut gefallen hat, änderten wir unsere Pläne ein wenig um uns am nächsten Tag gerade nochmals zu treffen. :)

Am Morgen fuhren wir los zu den Lagunen Miscanti. Auf dem Weg gab es Abschnitte, wo wir Zeugen der Verwüstungen vom letzten grossen Regenfall wurden, der vor etwa 20 Tagen stattfand. Ganze Strassenteile waren einfach weggeschwemmt...!  Zudem sahen wir am Strassenrand des öfteren grosse Pfützen, wo das Wasser noch nicht hatte absickern können. Und das in der trockensten Wüste der Welt! Das musste wirklich stark geregnet haben...

Bei der Laguna Miscanti gab es ein paar wenige kurze Wanderwege mit Blick auf tiefblaues Wasser und verschneite Vulkane und Berge. Da wir uns auf über 4100 M.Ü.M. befanden, kamen wir auch bei kleineren Anstrengungen ins schnaufen. Einige Anwesende mehr als andere... ;)

Den zweiten Halt an diesem wunderschönen Tag legten wir bei der Laguna Chaxa ein. Diese liegt in einem Salzsee auf lediglich 2300m.ü.M. Mehrere dutzend Flamingos sind dort zuhause und ernähren sich von kleinen Shrimps, die in dem stark salzhaltigen Wasser leben. Am Abend des selben Tages trafen wir dann nochmals das Ehepaar Dubach mit ihren zwei Reisegefährtinnen. Zusammen besuchten wir diesmal ein etwas besseres Restaurant, das lokale Spezialitäten wie Ziegenkäse, Guanaco oder Lachs servierte.

Ein kleiner Überblick über das „Valle de la Luna“ bekamen wir ja bereits, als wir uns mit den Nachbarn meiner Eltern für den Sonnenuntergang trafen. Der Besuch im Park selber lohnte sich aber noch viel mehr! Mit dem VW Bus fuhren wir durch eine Landschaft, die aussieht wie auf dem Mond. Salzhaltige Adern in den Felsen täuschten eine Schneeschicht vor. Doch die 30 Grad liessen einen spüren, das die weisse Schicht sicher kein Schnee ist! Die NASA nutzte die sandige und steinige Landschaft sogar einmal, um einen Marsroboter zu testen. Wir machten verschiedene kurze Wanderungen, viele Fotostops und stupsten einander mehrmals an, um sicher zu gehen das wir die Schönheit vor uns wirklich sehen und nicht am träumen sind. 
Wir wussten das die nächste Nacht kalt werden wird. Für den kommenden Tag war ein frühmorgendlicher Besuch bei den Tatio Geysiren geplant. Dafür wollten wir schon so weit wie möglich hinauf in die Berge fahren um am nächsten Tag nur ein kurzen Fahrtweg zu haben. Die restliche Strecke musste nämlich im dunkeln auf einer nicht betonierten Strasse zurück gelegt werden. Wir konnten noch nicht ganz hinauf auf die 4300m fahren um zu übernachten, da sonst einige Mitreisende unter Luftnot gelitten hätten. Dies wollten wir auf keinen Fall! So fanden wir auf dem Weg hinauf ein wunderschönes Plätzchen mitten in der Wüstenlandschaft auf knapp 4000 M.ü.M ! Nicht zu windig für das Zelt, weg vom Strassenlärm und ausser Sichtweite. Am späten Abend, nach einer gemütlichen Jassrunde sahen wir die Milchstrasse und einen wunderschön klaren Sternenhimmel der sich über die verschneiten Bergipfel erhob. 
Als der Wecker uns um 04:45Uhr aus dem Schlaf riss, war es 1 Grad Celsius. In der Ferne hörten wir bereits die ersten Tourbusse den Berg hinauf fahren. Teilweise noch im Pjyama und mit Kappe und Schal eingepackt, bauten wir das Zelt ab und fuhren los. Die Strasse war nicht mehr im besten Zustand und auf einigen Passgaen fürchteten wir, dass durch die Vibration gleiche alle Schrauben des Autos auseinanderfallen würden... Doch Gott sei Dank kamen wir sicher beim Eingang an, kauften unsere Tickets und fuhren um 06:00Uhr fast als erste hinaus zum Geysirfeld. Es war noch dunkel und wir sahen immer noch den schönen Sternenhimmel. In der Morgendämmerung sah man den Rauch der verschiedenen Geysire. Bald schon waren die Parkplätze mit Bussen überfüllt und den Sonnenaufgang genossen wir mit hunderten anderen Touristen. Es war mega kalt aber auch wunderschön! Der Anblick des Dampfes der heissen Quellen der in den Himmel empor stieg, kochend heisses Wasser das in die Luft geschleudert wurde und wie tausend funkelnde Diamanten aussah und die Sonnenstrahlen welche langsam die Kälte vertrieben, werden uns wohl für immer in Erinnerung bleiben!
So schnell wie all die anderen Touristen gekommen waren, so schnell verschwanden sie auch wieder. Gegen 09:00Uhr waren wir fast wieder alleine und genossen einen warmen Kaffee und Porridge in unserem Reisebüsli. Gestärkt nahmen wir dann ein kurzes Bad in den nahe gelgenen heissen Quellen, bevor wir wieder hinunter in die Atacama Wüste fuhren. 

Der Tag war aber noch lange nicht zu Ende! Nach 270km fahrt durch die trockenste Wüste, vorbei an unzähligen Minen, kamen wir in einem kleinen Örtchen namens Baquedano an. Wir hätten dortniemalsangehalten, wenn Luki uns nichts vom Eisenbahnfriedhof, den er bereits vor 9 Jahren besucht hatte, erzählt hätte. Wir sind nicht sicher, ob dieser eine offizielle Touristenattraktion ist, dennesgibt keine Beschilderungen dorthin. Dementsprechend suchten wir auch ein paar Minuten nach der Sehenswürdigkeit. Aber dies hat sich mehr als gelohnt! Vier wunderschöne, alte Dampflockenstandengeschützt in einem Unterstand neben ein paar Eisenbahnvagons herum. Es machte mega Spass zwischen diesen schon fast Antiquitäten herum zu spazieren und wir fragten uns, was diese Gefährte wohl für Geschichten erzählen könnten.... 
An der geplanten Tankstelle wo wir übernachten wollten, fanden wir keine Möglichkeit um das Zelt aufzustellen. So blieb uns nicht anderes übrig als weiter zu fahren. Da wir an diesem Tag früh auf waren, waren wir auch dementsprechend müde. Trotzdem fuhr Luki tapfer weiter, bis wir 130km weiter unser Nachtlager aufschlugen. Dieses befand sich etwas abseits der „Mano del desierto“. Die aus dem Boden ragende Hand, soll die Menschheit daran erinnern, sorgfältig mit der Umwelt umzugehen, damit nicht die ganze Welt als Wüste endet. Sie wurde von einem Künstler aus Zement und Sand erstellt. 

Es gibt ja verschiedene Fischerdörfchen. Die einen sind ganz herzig und idyllisch gestaltet, andere wirken hart und rau. Chaleta Chañaral de Aceituno beim Reserva Nacional Humbold, an der Pazifikküste gehört eindeutig zu den ersteren. Hier scheint jeder, jeden zu kennen, die kleinen Häuser sind bunt bemalt und auch wenn der Himmel Wolkenverhangen ist, fühlt man sich wohl. 
Kurz vor dem Mittag erreichten wir das kleine Fischerdorf und kauften Tickets beim Anbieter „Orca“ für eine Bootstour am Nachmittag. 
Unser Tourguide entdeckte schon kurz nach dem ablegen in der Bucht, Delfine. Zuerst sahen wir nur ein paar davon auf der einen Seite des Bootes, bald schon aber auf beiden Seiten. Der Captain drückte dann aufs Gas und bald schon schwammen fast 300 Delphine rund ums Boot mit uns mit und sprangen immer wieder aus dem Wasser! Ich war ganz aus dem Häuschen vor Freude und Faszination! Das Spektakel dauerte ganze 20 Minuten, bis wir uns dann der Insel ... näherten. Auf der geschützten Insel leben Humbolt Pinguine, Seehunde, Otter und diverse Vogelarten. Die Gewässer rund herum gelten als eine der Nahrungsreichsten weltweit und werden darum regelmässig von kleinen und grossen Fischen besucht. Von November bis Februar kommen hier auch Orkas vorbei. Wir sahen leider keine Walfische, aber insgesamt 3 verschiedene Delfinarten. Die Tour dauerte fast 3h und gefiel uns allen sehr gut! 

Zurück an Land beschlossen Luki und ich einen Fisch bei den lokalen Fischern zu kaufen. Meine Eltern waren eher skeptisch und wollten die ganze Übung beim Anblick des Fisches abbrechen. Was für uns natürlich nicht in Frage kam! Auch wenn der Fisch eher wie ein Seeungeheuer aussah... ;)
Auf einem hübschen Camping liessen wir uns nieder und während die Männer Holz für das Feuer suchten, bereiteten Mami und ich alles andere vor. 
Hier will ich anmerken, dass meine Eltern abwechseln ein Nickerchen im Zelt machten, da sie zuvor aus Angst Seekrank zu werden, je ein Stugeron einnahmen. Dieses Medikament gegen Reisekrankheit wirkt sehr beruhigend...
An diesem Abend gab es Reis, frischen (sehr guten!) Fisch, Wein (wir kauften uns das erste Mal Wein seit wir am Reisen sind) und Erbsli. Was für ein Festmahl! 

Nach diesem wunderbaren Erlebnis stand wieder viel Fahren auf dem Programm. Weiterhin ging es dutzende Kilometer durch Wüstenlandschaften. In einem Tal zu den Anden hin, verläuft ein Fluss der das Valle Elqui zu einer beliebten Oase macht. An den Hängen links und rechts des Flusses, wurden hunderte Rebberge angelegt. Diese leuchten in strahlendem grün und heben sich deutlich von den staubigen Bergen ab.

Im Valle Elqui besuchten wir eine Sternwarte. Die Tour war grundsätzlich nicht schlecht, doch ein zweites Mal würden wir sie wohl nicht mehr machen. Der Guide sprach fliessend Englisch und wusste einiges über verschiedene Sternbilder zu erzählen. Er zeigte uns auch einige Sternen „aus der Nähe“. Die Wartezeiten, bis alle 20 Touristen durch das Teleskop geschaut haben, kamen mir etwas lang vor. Doch einmal mehr waren wir fasziniert von der wunderbaren Schöpfung, welche am Nachthimmel so schön funkelte.

Die Destillerie „Mistral“ stellt ausschliesslich Pisco her. Pisco ist ein Schnaps aus destilliertem Weisswein. Somit wird er ausschliesslich aus weissen Trauben hergestellt. Luki und ich stellten uns an die Kasse um Tickets für eine Tour in Englisch zu kaufen. Der Verkäufer wirkte auffallend unmotiviert und wir waren froh, konnten wir das Büro schnell wieder verlassen. Keine zehn Minuten später kam der selbe junge Mann auf uns zu und stellte sich mit „Jose“ als unser Tourguide vor... ;) Der Beginn der Tour war, wie man sich nun vorstellen kann, nicht gerade der Hit. Jose leierte seine auf englisch auswendig gelernten Sätze  so schnell herunter, dass wir uns nicht sicher waren, welche Sprache er nun spricht. ;) Eine ältere Amerikanerin bat ihn dann, etwas langsamer und deutlicher zu sprechen. Danach und nach ein paar Fragen die wir ihm stellten, wendete sich die Tour dann zum guten und Jose taute auf! 
Pisco wird ähnlich wie jeder Schnaps hergestellt und in amerikanischen Eichenholzfässern gelagert. Je nach Zeit der Lagerungsdauer erhält dieser dann sein Aroma und seine Farbe. Wir durften vom ein- und zweijährigen Pisco probieren und zur Erinnerung konnte jeder sein Glas mit nach Hause nehmen. 
Zum Schluss hätte eigentlich jeder noch das chilenische Nationalgetränk „Pisco sour“ erhalten sollen. Unter anderem deswegen entschieden wir uns für diese Tour. Doch irgendwie fiel das ganze ins Wasser, dafür bekam jeder ein 2dl Fläschchen eines Pisco-Mischgetränks mit einem beliebigen Aroma. Ja und so ein Drink auf leerem Magen hat es in sich. ;) Einige Teilnehmer unserer kleinen Reisegruppe wurden plötzlich ganz lustig und legten auf dem Weg zurück zum Camping ein paar Kurven mehr ein... 
Ein Bad im eiskalten Bergfluss holte uns (Luki, Papi und mich) dann sofort wieder auf den Boden zurück. Mami erholte sich ihrerseits bei einem kurzen Schläfchen im Bus. 

Der Andenpass „Agua negra“ hat nur einige Monate im Sommer geöffnet. Diesen überquerten wir, um wieder nach Argentinien zu kommen. Nur ab und zu kam uns ein Auto entgegen. Während wir die kurvigen Strassen hinauf und hinab fuhren, bewunderten wir farbige Berge, kalte Seen und Flüsse, Gunaco‘s, Esel, Ziegen und vereinzelte Hirten die in einfach Hütten leben. Es war einfach nur schön!

Zurück in Argentinien besuchten wir den Leoncito Nationalpark. Dieser kostenlose Park bietet zwei wunderschöne Wanderungen und einen gemütlichen Campingplatz an. Luki erzählte schon zwei Wochen im voraus wie er uns in diesem Park mit den zur Verfügung gestellten Grills, ein grosses Asado (Grillade) zaubern möchte. So gingen wir in der nächst grössten Ortschaft, von einem Supermarkt zum anderen. Doch ausgerechnet in diesen Tagen war in allen Läden und Metzgereien das Grillfleisch ausgegangen... Armer Luki, wie hatte er sich doch gefreut! Trotzdem kauften wir ein Stück Fleisch, das unserem Erachten nach geeignet war für den Grill. Der Metzger riet uns ausdrücklich davon ab! Wie unrecht er hatte! Luki und Papi grillierten uns mit dem was wir hatten, ein wunderbares Abendessen!

Am nächsten Tag schlug das Wetter um. Kein strahlend blauer Himmel und warmer Sonnenschein mehr, nun ging ein frischer Wind und dunkle Wolken sammelten sich am Himmel. Darum packten wir die Regenjacken für die Wanderung ein. Der Blick auf die Anden viel vom Aussichtspunkt aus auch weg. Trotzdem genossen wir die Bewegung an der frischen Luft und die Gemeinschaft untereinander.

Roland, mein Vater, wollte unbedingt noch einmal so ein richtig gutes, argentinisches Steak essen, bevor wir wieder nach Chile reisten. In Uspallata suchten wir das best bewertete Restaurant heraus und spazierten am Abend vom Camping dorthin. Wir wissen bis jetzt nicht, was wir uns dabei dachten als er, meine Mutter und ich uns je ein 650gr Fleisch bestellten! Natürlich kämpften wir nach der Hälfte und Ruth, meine Mutter gab gleich ganz auf. So kam es, das der vernünftige Luki (der sich nur eine anständige Fleischportion bestellt hatte) ein Teil von meiner Portion plus Dreiviertel des Fleisches von Ruth neben seinem Stück, aufessen musste...! Da hatten wir es eindeutig übertrieben.

Das Wetter änderte sich nicht, darum liessen wir den geplanten Besuch auf einem Weingut in der Nähe von Mendoza platzen. 
Dies war eine gute Entscheidung! So hatten wir den ganzen Tag Zeit, die wunderschöne Passfahrt über den „Paso Uspallata“ zu geniessen. 
Den kurvigsten und steilsten Teil der Passtrasse kann man mit einem Tunnel umgehen. Was wir natürlich nicht machten! Vor der besagten Passage, deckten wir uns nochmals mit Empanadas ein und fuhren dann im zick zack die Erdstrasse hinauf. Auf der Passhöhe war es so windig und frisch, dass wir nicht lange Halt machten. Auf chilenischer Seite schlängelt sich eine Strasse hinab, wie wir sie noch nie gesehen haben! Einfach spektakulär! Der Wind war nicht mehr ganz so stark, so konnten wir mit Rolands Drohne einige supercoole Aufnahmen machen. 

Die letzte Wanderung zusammen mit unserem Besuch, führte uns an den Fuss eines Gletschers im Park Andino Juncal. Wir starteten in der Morgendämmerung, beobachteten hunderte Kaninchen am grasen,verliefen uns etwas und brauchten dann einige Zeit bis wir für alle eine Lösung für die Flussüberquerung fanden. Ganz mutige genossen sogar ein erfrischendes Bad im Gletscherbach...!
Auch auf dieser Tour machten wir wunderbare Erinnerungen! 
Am selben Abend machten wir uns auf, in die Hauptstadt von Chile. In Santiago einen Camping zu finden ist fast unmöglich. Eigentlich wollten wir ein Doppelzimmer für meine Eltern in einem Hostel buchen. Da wir aber nicht oft Wifi hatten, verpassten wir das. So kamen wir bei dem Hostel an wo wir unser Auto gut parkieren konnten und überbrachten ihnen die Nachricht, dass sie die letzten zwei Nächte auf ihrem Abenteuer mit uns, in einem Mehrbettzimmer verbringen mussten. Zögernd, dann aber doch tapfer stellten sie sich dieser Challenge. 
Fazit: Meine Eltern schliefen aufgrund ihrer Zimmergenossen nicht viel und Luki holte sich stark juckende Bisse von Bettwanzen. 
Nichts desto trotz erkundeten wir Santiago am nächsten Tag. Zu Fuss spazierten wir ingesamt fast 15km. Es war Lukis Geburtstag und sogleich auch der letzte Tag der Ferien meiner Eltern. Am letzten Abend genossen wir ein sehr gutes Abendessen, jassten nochmals eine Runde und tauschten Fotos aus. 

Am 12.03.2019 brachten wir Semafora, unser Mietauto zum Mech, der sich auf halbem Weg zum Flughafen befand. Es mussten einige Teile ersetzt werden da das Auto immer wieder mit Kraftverlusten zu kämpfen hatte. 
Wir sind sehr dankbar und froh, hatten wir keine grössere Pannen, gerade auch über die abgelegenen Passstrassen! 

Das Verabschieden fiel uns aufgrund der Tatsache, dass wir uns bereits in sieben Wochen in der Schweiz wieder sehen werden, nicht so schwer. Dann ist nämlich auch für uns Zeit, wieder nach Hause zu gehen, unsere liebe Familie und Freunde wieder zu sehen und natürlich zu arbeiten. :)


Zweieinhalb Tage später konnten wir eine fast neue Semafora abholen. Der Automech leistete ausgezeichnete arbeit! Bevor wir die Grossstadt verliessen, probierten wir an mehreren Orten unsere argentinische Gasflaschen füllen zu lassen. Leider ohne Erfolg. Dafür konnten wir unsere Einkäufe hier noch gut erledigen und einige Grundnahrungsmittel aufstocken. 

Nun wieder zu zweit und somit einiges ruhiger ging es für uns weiter südlich. In einem Naturschutzgebiet in den Anden, absolvierten wir eine wunderschöne Wanderung auf die Plattform Enladrillado. 

In Pucon, einem touristischen Örtchen direkt am See, verbrachten wir drei Tage. Auch hier genossen wir eine wunderschöne Wanderung auf den Cerro San Sebastian. Am Tag vor der besagten Wanderung, schneite es in der Höhe. So wanderten wir die letzten hundert Höhenmeter des Gipfels in einer Wintermärchenlandschaft. Der steile Aufstieg war einiges angenehmer als der Weg zurück. Nachdem die Sonne den Boden auftaute und den Schnee schmolz, war der Abstieg eine einzige Schlammrutschbahn...

Bevor wieder Fahren auf dem Programm stand, genossen wir noch ein paar Stunden in den heissen Quellen „Termas Pozones“. Lange hält man es im wärmsten der sieben verschiedenen Pools nicht aus. Da bietet der eiskalte Gletscherfluss direkt daneben eine herrliche Abkühlung. Heisser Pool, kalter Fluss, heisser Pool, kalter Fluss - das war etwa zwei Stunden lang unser Rhythmus. :) 

Chiloe ist die grösste Insel von Chile. Bekannt ist sie unter anderem für ihre über 120 Holzkirchen von welchen einige zum UNESCO Weltkulturerbe gehören und ihre farbigen Stelzenhäuser rund um die Hauptstadt Castro. Insgesamt drei Tage verbrachten wir dort. Neben einer Wanderung zu einem atemberaubend schönen Küstenabschnitt verbrachten wir viel Zeit damit die Insel mit dem Auto zu erkunden. Da es viel regnete und das Wetter nicht so richtig zu mehr einlud, war dies eine gute Alternative. Wir konnten so einige der Holzkirchen und hübschen, rauen Fischerdörfchen erkunden. 

Während ich diesen Bericht verfasse, sitzen wir gerade in der Fähre zurück ans Festland. Die Wettervoraussichten sind gut und wir hoffen auf ein paar schöne Wanderungen im Nationalpark Pumalin und auf der berühmten Carretera Austral. Patagonien wir kommen :)

Das Internet war einmal mehr langsam, darum konnte ich noch nicht alle Bilder hochladen. 

Auf der HomePage meines Vaters können weitere Fotos angeschaut und lustige Geschichten (aus Sicht der Eltern) gelesen werden! www.rrweber.ch 

Bis bald!  

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Kommentare: 1
  • #1

    Gotti (Montag, 08 April 2019 19:17)

    Meine Lieben, herrlich euer Bericht. Sehr faszinierend und spannend. Ihr habt ja so Vieles erlebt und ihr habt Ruth und Roland sehr viel geboten. Unvergesslich für euch alle. Diese vielen Fotos, einfach traumhaft.
    Geniesst die Zeit noch, die ihr habt. Und dann kommt gesund wieder zurück in unsere auch schöne ��.
    Habe mich sehr gefreut, dass ihr auf meine Kosten etwas Feines geniessen konnten.
    Also, bis bald bald.
    Freue mich riesig.
    Gottes Segen
    Gotti