Kolumbien

Nach drei Tagen warten, Dokumente unterschreiben, warten, Kreuze auf Formularen machen und nochmals warten, war Baluu aus dem Hafen in Cartagena befreit. Für eine Prozedur, welche in Kanada noch knappe 2 Stunden gedauert hatte, benötigten wir hier sicherlich das 10-fache an Zeit. Als Europäer kann man sich kaum vorstellen wie verstrickt und kompliziert hier bürokratische Prozesse ablaufen! 

Unser Besuch aus der Schweiz, Luki‘s Bruder Samuel und seine Frau Rebekka waren mittlerweile auch in Cartagena eingetroffen. Unsere ersten gemeinsamen Tage in Kolumbien verbrachten wir in der Hafenstadt Cartagena. Die Stadt wurde während der kolonialisierung Südamerikas, im Jahre 1533 gegründet und hat heute über eine Million Einwohner. Während der Kolonialzeit war die Stadt eine der wichtigsten Anlaufstellen für Schiffe aus Europa. Als Umschlagplatz für wertvolle Waren aber auch Sklaven war Cartagena natürlich auch ein beliebtes Ziel für Piraten. Immer wieder wurde die Stadt von diesen angegriffen und geplündert. Heute ist Cartagena vor allem eine Touristenhochburg. Die schönen alten Gebäude mit den hunderten von Bugainvillea verwachsenen Balkonen ziehen viele Leute aus aller Welt in ihren Bann. So streifen natürlich auch wir durch die Gassen, bestaunen die schönen Häuser und Kirchen und machen den ein- oder anderen Zwischenstopp in einem hübschen Kaffee. 
Die Weihnachtstage verbrachten wir an der Karibikküste im Norden Kolumbiens. Zuerst legten wir einen Stopp im Bergdörfchen Minca ein. Das Dorf liegt auf einer Meereshöhe von ca. 650 M.ü.M in der Sierra Nevada. Diese Bergkette ist übrigens das höchste Küstengebirge der Welt! Hier liegen die höchsten Berge Kolumbiens und weil die Region abgelegen, zerklüftet und schwer zugänglich ist wird sie bis heute teilweise von Rebellengruppen und Drogenbossen kontrolliert. Der Schweizer Daniel hat sich hier niedergelassen und eine Ferienanlage / Campingplatz auf die Beine gestellt. Ein wunderbares Plätzchen mitten im Hochlanddschungel!

Am Meer, genauer gesagt an der Playa de Los Angeles richteten wir uns dann für die nächsten Tage ein. Direkt neben dem wohl berühmtesten Nationalparks Kolumbiens dem „Tayrona National Park“. Am 24 Dezember erkundeten wir genau diesen Park auf einer etwa 20 Kilometer langen Wanderung. Wir bestaunten die spektakuläre Küstenlandschaft, wanderten durch den Dschungel und trafen dabei unter anderem auf eine Familie Kapuzineraffen. Sehr beeindruckt hat uns auch eine Siedlung von Ureinwohnern. Als wir zwischen den, mit einfachsten Mitteln gebauten Hütten durchwanderten kamen wir uns vor wie in einem Hollywoodfilm. Als wir dann auf die ersten Ureinwohner stiessen welche Musik auf ihrem Smartphone hörten, oder gerade reitend, mit einer Eiscreme in der Hand vom Besuch im nahe gelegenen Dorf zurückkamen, erkannten wir, dass auch hier die moderne Technik Einzug gefunden hat. Da die Strömungen im Meer hier lebensgefährlich sind, beschränkte sich die Badeaktivität während unserer Zeit an der Küste, auf ein paar Minuten an einem zum Schwimmen freigegeben Strand. Vor allem Sam und Rebekka genossen aber die Sonne und das warme Wetter, da sie ja direkt aus dem tiefen Schweizer Winter zu uns stiessen.

In den folgenden Tagen bekamen wir zu spüren wie gross Kolumbien ist, nämlich 3 mal so gross wie Deutschland oder 27 mal so gross wie die Schweiz.  
Unsere nächsten Ziele lagen  im Landesinnern und wir legten viele Kilometer auf der Strasse zurück. Leider machte Baluu immer wieder Faxen und wir entschlossen uns, ihn dann in Bogota zum Mechaniker zu bringen. Auf unserem Weg in Richtung Süden legten wir einen Stopp im Städchen Barichara in der Provinz Santander ein. Die hüglige trockene Landschaft erinnerte uns ein wenig an die Toscana. Die Ortschaft mit all ihren weissen Häusern und roten Ziegeldächern, eingebetet in dieser wunderbaren Landschaft gefiel uns sehr gut. Während sich unser Besuch eine Nacht in einem hübschen Hotel gönnte, durften wir eine Nacht auf einem Campingplatz ganz in der Nähe verbringen. Ein Pärchen aus Holland hat sich mitten in der Hügellandschaft ein Haus gebaut und einen Campingplatz eröffnet. Seit langem treffen wir hier wieder einmal auf andere Overlander. Darunter zwei Schweizer Pärchen. Da wir für die Neujahrstage bereits eine Unterkunft gebucht hatten, mussten wir nach einer Übernachtung leider schon wieder aufbrechen. 

In Villa de Leyva verbrachten wir dann die Tage über Neujahr. Die Ortschaft wurde schon früh zum nationalen Denkmal ernannt. Heisst, man kann hier einen guten Eindruck gewinnen, wie es zur Kolonialzeit ausgesehen hat. Die Siedlung liegt etwa 170 Kilometer nördlich von Bogota. Dank der Nähe zur Hauptstadt ist sie ein beliebtes Ausflugsziel für die etwas reichere Bevölkerung. Neben den schönen alten Häusern und dem grossen Dorfplatz gibt es hunderte von Restaurants und Souvenirshops. Beim Hostal Renacer dürfen wir im Garten campieren, Sam und Rebi schlafen in einem Raum gleich nebenan. Vom Dorf aus wandern wir zu einem Aussichtspunkt und unternehmen kleinere Ausflüge in der Umgebung. Den Übergang ins neue Jahr feiern wir mit südamerikanischen Rhythmen und tausenden anderen Leuten auf dem grossen Dorfplatz! Ein echtes Erlebnis! Sogar en etwa 20minütiges Feuerwerk gibt es zu bestaunen. Unser Highlight dabei sind ganz klar die Feuerwerkstechniker! Ausgerüstet mit Bauhelm, Schutzbrille und Feuerzeug zünden sie wagemutig die einzelnen Raketenpakete an und bringen sich danach wieder in Deckung. Die ersten Zuschauer stehen übrigens nicht einmal 10 Meter entfernt von den Raketenabschussstellen hinter dem Absperrgitter. In der Schweiz würden nach so einem Feuerwerk diverse Verantwortliche ein paar Nächte in Arrestzellen verbringen.... Viva Colombia! 
Kurz vor Bogota gab dann Baluu komplett seinen Geist auf! Etwa 6 Kilometer bevor wir unseren geplanten Übernachtungsplatz bei der Salzkathedrale in Zipaquira erreichten fing Baluu an zu stottern und zu chrosen. Die Gänge liessen sich nicht mehr richtig einlegen und bei jedem Einkuppeln hatte man das Gefühl Baluu würde Auseinanderfallen. Die letzten Kilometer legten wir also im ersten Gang, mit Warnblinker auf dem Pannenstreifen zurück. Aufgrund der Situation quartierten wir uns alle in einem Hotel ein und organisierten dort die nächsten Schritte. Seit langer Zeit schliefen wir zwei wieder einmal in einem richtig grossen Bett, hatten eine private und warme Dusche und wurden mit einem Frühstücksbuffet verwöhnt! Die netten Hotelangestellten halfen uns beim Organisieren eines Abschleppwagens. So stand dieser am nächsten Morgen um 10 Uhr vor dem Hotel und brachte Baluu und uns Vier nach Bogota. 
Aus verschiedenen Quellen wussten wir, dass es in Bogota einen guten VW-Bus Mechaniker gibt, bei welchem wir unser Glück versuchten! Unser Spanisch reicht zwar mittlerweile für Bestellungen im Restaurant, Hotelreservationen und Smalltalks aus, um ein Problem an einem Auto zu beschreiben reicht es aber nicht wirklich. So erklärten wir mit Hilfe von Google Übersetzer, Händen und Füssen unser Problem. Die Mechaniker machten sich dann gleich an die Arbeit. Die anschliessenden 5 Tage verbrachten wir in Bogota, da natürlich wieder einmal ein Wochenende anstand und die Mechaniker nicht arbeiteten. So hatten wir Zeit um die Stadt zu erkunden und ein bisschen vom Stress der letzten Tage Abstand zu nehmen. Am Wochenanfang kam dann die Hiobsbotschaft vom Mechaniker. Die Kupplung wurde demontiert und diese war in Ordnung. Es scheint so als sei unser Getriebe defekt! Ersatzteile für einen VW Synchro Bus hier in Kolumbien zu bekommen sei kaum möglich! 

Da wir ja mit Besuch unterwegs waren, entschieden wir uns für die nächsten 10 Tage ein Mietauto zu nehmen und Baluu in Bogota stehen zu lassen. Wir wollten unserem Besuch ja schliesslich möglichst viel von Kolumbien zeigen und nicht tagelang herumsitzen! So stellten wir Baluu auf einem Parkplatz im Zentrum ab und machten uns am nächsten Tag mit dem Mietauto auf den Weg! 

Von Bogota aus fuhren wir weiter Richtung Nordwesten. Ziemlich schnell waren wir froh jetzt einen kleinen, schnellen Wagen unter dem Füdli zu haben. Die Strassen im Hochland von Kolumbien sind nämlich extrem kurvenreich und steil. Immer wieder fährt man hinter Lastwagenkolonnen hinterher und wartet auf eine gerade Strecke um diese zu überholen (heisst „normale“ Leute warten auf eine solche Strecke. Wir bekommen nämlich immer wieder haarsträubende Überholmanöver mit und sind froh das am Schluss immer alles gut geht). Die Info welche wir schon von verschiedenen Reisenden erhalten haben: „In Kolumbien kommst du maximal 60 Kilometer in der Stunde weit“, können wir mehr als bestätigen. 

Unser nächstes Ziel erreichen wir dann aber doch, nach einem anstrengendem und langem Fahrtag. Die Stadt Guatape ist für zwei Dinge bekannt. Zum einen für die farbigen Sockelbemalungen, welche die Hausfassaden zieren, zum anderen für den „El Peñón de Guatapé“. Ein etwa 220 Meter hoher Fels, der inmitten der Hügellandschaft empor ragt.  Natürlich liessen wir es uns nicht nehmen die mehr als 700 Stufen bis zur Spitze des Felsens empor zu steigen. Die Anstrengung hat sich gelohnt! Wir durften herrliche Ausblicke auf den Stausee und die hüglige Landschaft geniessen.

 „Die Stadt des ewigen Frühling“ war unser nächstes Ziel! Medellin liegt in den Anden auf einer Höhe von ca. 1500 M.ü.M und hier herrschen das ganze Jahr angenehme Frühlingshafte Temperaturen und viel Sonnenschein! Für mich (Luki) also die perfekten Bedingungen. Was will man mehr als das ganze Jahr Temperaturen zwischen 17 und 28 Grad? 
Medellin ist zudem die Vorzeigestadt Kolumbiens. Im Jahr 2012 wurde sie vom „Wall Street Journal“ zur innovativsten Stadt der Welt nominiert! Das ist umso erstaunlicher weil sie eine sehr gewaltsame und düstere Vergangenheit hat. In den 1980er und 1990er Jahren herrschte hier nämlich das „Medellin Kartell“. Dieses wurde unter anderem auch vom berüchtigtem Drogenboss Pablo Escobar geführt. Medellin war zu dieser Zeit ein Dreh- und Angelpunkt für die Kokaingeschäfte zwischen Kolumbien und den USA / Europa. Als der Drogenboss Escobar (der übrigens nach wie vor von ärmeren Bevölkerungsschichten verehrt wird (eine Art „Robin Hood“), darüber zu sprechen ist aber ein absolutes Tabuthema in Kolumbien)  1993 von einer amerikanisch-kolumbianischen Einheit erschossen wurde, nahm die Macht des Kartells aber ab. An seine Beerdigung kamen übrigens 20‘000 Leute! In der Blütezeit des Kartells war Medellin eine der gefährlichsten Städte der Welt! 
Da wir ein wenig Zeitdruck hatten, verbrachten wir nur einen Tag in der Stadt, welchen wir aber voll ausfüllten! Wir nutzten den guten öffentlichen Verkehr und erkundeten so einen Grossteil der Stadt mit Strassen- und Seilbahnen! Die Seilbahnen wurden von der Regierung gebaut um die armen Gebiete an den Hängen, mit dem Stadtzentrum zu erschliessen. Ein Plan der aufzugehen scheint! Für uns Touristen sind die Seilbahnen ein gutes Mittel um einmal über Quartiere oder Gegenden zu schweben, wo man als „Weisser“ sonst nicht wirklich unterwegs wäre. Auch tief beeindruckt hat uns der Besuch der „Comuna 13“. Eben genau ein solches Viertel. Während der Herrschaft des Medellin Kartells herrschten hier brutale Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gangs. Lebensmüde wäre jemand gewesen, wenn er hier vor ein paar Jahren mit der Kamera in der Hand herumgelaufen wäre. 2011 wurden die Favelas der Comuna 13 mit einer Rolltreppenanlage erschlossen, welche wie viele sagen, den Frieden brachten. Entlang der Rolltreppen haben sich viele kleine Geschäfte und Imbissbuden angesiedelt und tagsüber wird die Umgebung von Mitarbeitern der Stadt (welche meistens aus dem Viertel selbst kommen) bewacht. Entlang den Treppen kann man sich heute als Tourist also ziemlich frei bewegen und weiter als sonst irgendwo in ein solches Viertel eintauchen! Die Tatsache, dass empfohlen wird in der nähe der Rolltreppen zu bleiben und Besuche bei Nacht zu vermeiden, zeigen aber auch auf, dass dieser Ort zwar auf dem Weg zu Besserung ist, aber noch nicht der Frieden herrscht, den sich viele Kolumbianer wünschen! 

Nach Jardin fahren wir vor Allem wegen einem Vogel den Rahel umbedingt sehen möchte! Dem „Gock of the Rock“ oder auch Felsenhahn. Von Freunden haben wir erfahren dass es hier einen Platz gibt wo man diese Vögel hervorragend beobachten kann. Tatsächlich treffen wir bei unserem Besuch in einer privaten Anlage im Dschungel auf die roten Vögel! Rahel ist hin und weg und die Kamera läuft während den nächsten Stunden heiss! 
Natürlich merken wir beim Fahren mit unserem Mietwagen auch, dass wir nun im berühmten „Kaffeedreieck“ angekommen sind. Die riesige von Kaffeeplantagen durchzogene, immergrüne, hüglige Landschaft gefällt uns sehr und wir können es kaum erwarten mehr über den Anbau und die Verwertung der Kaffeepflanze zu erfahren. So buchen wir auf der „Hacienda Venecia“ eine Kaffeetour für uns vier. Während vier Stunden sind wir mit unserem Führer auf der Plantage unterwegs. Wir lernen wie die Kaffeepflanze angebaut wird, welche Bedeutung sie für die Kolumbianer hat, wie man den Kaffee pflückt, wäscht, trocknet und verpackt! Auch wie man den Kaffee röstet bekommen wir vorgeführt. Dies ist allerdings ein Prozess der grösstenteils in den Exportländern und nicht hier in Kolumbien geschieht! Bei der Röstung entfaltet der Kaffee seine Düfte, je nach Land gehen die Geschmäcker hier aber auseinander, was eben dazu führt, dass jedes „grosse“ Kaffeetrinkerland seine eigenen Röstereien hat. Über Kaffeepreise und Löhne der Arbeiter kann (oder eher will) unser Führer keine Antwort geben. Wir gehen davon aus, dass wie an vielen Orten in Süd- und Zentralamerika Arbeitsverhältnisse und Lohnzahlungen herrschen, welche wir uns kaum vorstellen können.  
Bevor Sam und Rebi von Bogota aus wieder nach Hause fliegen machen wir noch einen Stopp in Salento! Die Ortschaft liegt inmitten der Kaffeeregion. Viele einheimische und ausländische Touristen kommen hier her um eine Kaffeefarm zu besuchen oder die Wanderwege in der Region zu nutzen. Das grosse Aushängeschild der Region ist aber ganz klar das „Valle de Cocora“. Hier wachsen die grössten Wachspalmen der Welt! Die Palmen welche bis zu 50 Meter hoch werden können, sind der Nationalbaum Kolumbiens! Auf einer etwa 6 stündigen Wanderung, überqueren wir Hängebrücken im Nebelwald, besuchen das Kolibrihaus wo wir tolle Fotos von den kleinen Vögeln schiessen können und wandern schlussendlich zwischen den riesigen Palmen zurück zum Startpunkt. Ein sehr toller Tag und ein guter Abschluss für unsere Ferienzeit mit dem Besuch aus der Schweiz. 
Am zweitletzten Tag mit den Beiden, sind wir nämlich nur noch auf der Strasse unterwegs und fahren zurück nach Bogota. Hier geben wir unser Mietauto ab, verbringen noch einen Abend mit Gemeinschaftsspielen zusammen und verabschieden Sam und Revekka dann am frühen Freitagabend. 

Da es hier in Kolumbien keine Ersatzteile für unseren VW Synchro Bus gibt, haben wir uns dazu entschieden Baluu zurück in die Heimat zu verschiffen. Mit einer verbleibenden Reisezeit von 3 Monaten macht es für uns auch nicht wirklich Sinn, Ersatzteile oder ein neues Getriebe aus den USA oder Europa einführen zu lassen. Nachdem unser Besuch uns verlassen hatte, verbrachten wir noch ein paar Tage in Bogota. Baluu wurde dann mit einem Lastwagen zurück an die Küste nach Cartagena gebracht, wir zwei nahmen den Luftweg. Über eine Schweizer Firma haben wir einen Containertransport von Cartagena nach Basel für Baluu gebucht. In Caratgena erlebten wir dann nochmals einen kleinen Schock! Wir konnten Baluu zwar vom Abschleppwagen bis zu unserem Hostal fahren, als wir ihn am Abend aber starten wollten ging nichts mehr! Gar nicht gut! Da grundsätzlich nur Fahrzeuge in einem Container verschifft werden können die funktionieren. Es wäre auch möglich ein defektes Fahrzeug zu transportieren nur würde das viel viel teurer kommen als geplant! Also machten wir uns natürlich an die Arbeit um das Problem herauszufinden! Mittlerweile wissen wir, welche Komponenten unseres Motors zu prüfen sind um die Ursache eines solchen Problems herausszufinden. Wir prüften also ob das Benzin bis zu den Einspritzdüsen kommt und ob die Zündanlage funktioniert und alle Zündkerzen Funken erhalten. Alles in Ordnung! Da es schon spät am Abend war, entschlossen wir zu Bett zu gehen und am nächsten Tag weiter zu machen. Wir schliefen nicht sehr gut und wachten früh am Morgen wieder auf. Danach kontaktierten wir unsere Mechaniker in der Schweiz und in Kanada und fragten ob sie noch Lösungsvorschläge hätten. Von Allen kam die Antwort, dass es etwas mit der Zündung, Benzin oder Kompression zu tun haben müsse! So entschieden wir uns schlussendlich dazu, als ersten Schritt die Zündspule auszuwechseln (wir haben in El Salvador eine neue Zündspule verbaut, die alte aber noch behalten). Luki stieg danach ins Auto, drehte den Zündschlüssel um und der Wagen startete sofort! Das Problem war also, dass die Zünspule zwar noch Funken produzierte, diese aber zu schwach waren um das Benzin- Luftgemisch zum Explodieren zu bringen! Natürlich waren wir super dankbar, das Problem gefunden und behoben zu haben! Am darauffolgenden Tag fuhren wir Baluu im ersten Gang (alles andere wollten und konnten wir unserem Getriebe nicht antun) bis zum 8 Kilometer entfernten Hafen. Da nur eine Person pro Fahrzeug das Hafenareal betreten darf, machte es sich Rahel in der Hafenkantine bequem und Luki brachte das Auto hinein. Nach etwa 3.5 Stunden (davon sicherlich 1.5 Stunden Drogenkontrolle durch die Polizei, inklusive Drogenhund) war Baluu in den Container verladen und wir konnten das Hafenareal wieder verlassen! Natürlich sind wir traurig, dass Baluu uns nicht bis zum Schluss dieser Reise begleiten wird, trotzdem waren wir auch froh darüber es bis hierhin geschaft zu haben und zu wissen, dass er jetzt auf dem Weg nach Hause ist! So stiessen wir am Abend auf die vergangenen, turbulenten und nervenaufreibenden Tage an! Wir freuen uns nun noch auf die letzten drei Monate unserer Reise! 
Ende Januar fliegen wir nach Argentinien... Aber das ist eine Geschichte für den nächsten Bloggeintrag! 



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Kommentare: 2
  • #1

    Gotti (Donnerstag, 31 Januar 2019 18:32)

    Meine Lieben.
    Danke für euren spannenden Bericht aus Kolumbien. Ihr habt mir die Augen geöffnet über dieses spannende Land. In meinem Kopf geistert noch immer Drogen und Escobar herum.
    Auch die Kaffeeplantagen war spannend. Werde jetzt öfters daran denken wenn ich Kaffee trinke.
    Das mit Baluu finde ich traurig, aber auch dankbar für euch, dass ihr tausende Kilometer die Welt mit ihm erkunden könntet. Unfallfrei.
    Bald kommen ja Ruth und Roland zu euch auf Besuch. Freue mich mit euch zusammen. Ihr werdet sicher eine schöne Zeit haben, miteinander.
    Liebe Grüsse aus der kalten Schweiz
    Gott befohlen
    Gotti



  • #2

    Müetti (Freitag, 01 Februar 2019 19:03)

    Also all die Fotis find ich jedesmal sooo genial schön und das "gluschtet" würklich ufs Reise.... :-). Danke wieder für eue Bricht über eui Ziit in Kolumbie - ich finds sehr wertvoll vo euem Abentüür immer wieder dörfe zläse :-)! Scho bald chömed ja de Papi und ich zu eui… - was wird wohl euis denn alles begägne und "blüeh"??!! ;-)
    Sind wieder ganz lieb grüesst und ja - GOTT befohle!