El Salvador

El Salvador (Spanisch „der Erlöser“, „der Eretter“)

 

Das Flächenmässig, nur halb so grosse Land wie die Schweiz, hat gerade halb so viele Einwohner wie unsere Heimat. Das kleine Land in Zentralamerika gilt in Europa als gefährlich. Leider hört man auch von hier nur die negativen Schlagzeilen und erinnert sich nur an die gewalttätigen Geschichten. Dabei hat das Land viel zu bieten. Zum Beispiel eine aussergewöhnliche Flora und Fauna. Natürlich gelten auch hier die „üblichen“ Regeln wie zum Beispiel nicht heraus gehen wenn es dunkel ist, Nachts nicht fahren, Wertgegenstände verstauen und nicht zur Schau stellen usw..

 

Wir überquerten die Grenze nach El Salvador bei Valle Nuevo/Las Chinamas, zusammen mit unseren chinesischen Freunden Yuan und Jack.

20 Kilometer nach der Grenze befinden sich die Thermalbäder von Alicante. Die natürlich heissen Quellen erhalten ihre Wärme von den umliegenden Vulkanen.

Für 20US$ hatten wir dort einen sicheren Übernachtungsplatz und durften die verschieden warmen Bäder benutzen.

 

Die nächsten Tage waren in Folge, eines parallel zur Pazifikküste verlaufendem Hurrikan ziemlich regnerisch. Die Hügel rund um die berühmte „Ruta de Flores“ waren in Nebel und Wolken gehüllt und ab und zu ergossen sich starke Regenfälle. Trotzdem gefiel uns die Fahrt entlang der gut erhaltenen Strasse die durch eine wunderschöne Kaffeeregion führt.

 

Unterwegs genossen wir in einem hübschen Restaurant (Cafe Entre Nubes) mit wunderschönem Garten einen guten Kaffee und die Gemeinschaft mit unseren Freunden Jack und Yuan. Exotische Orchideen wachsen hier von der Restaurantdecke herunter und im fantastisch angelegten Garten gedeihen verschiedenste Blumen und Kaffeesträucher!

 


 

 

Im Park Nacional Cerro Verde bestiegen wir den höchsten Vulkan in El Salvador, der knapp 2300m hohe Vulkan Santa Ana. Da wir schon die meisten Höhenmeter mit dem Auto bewältigt hatten, blieben nur noch etwa 500 Höhenmeter Fussweg bis zum Kraterrand. Von diesem aus geniesst man eine schöne Aussicht auf den türkisblauen Kratersee. Bei schönem Wetter hätte man bis zum Pazifik sehen können. Unsere Wandergruppe, bestehend aus ca. 20 jungen Studenten und uns Vieren. Während der gesamten Wanderung wird man hierbei von zwei mit Schlagstöcken und Pistolen bewaffneten Polizisten begleitet - zum Schutz vor Überfällen, aber wohl vor allem auch, um den Touristen ein Gefühl von Sicherheit zu geben! Kaum waren wir wieder zurück auf dem Campingplatz Casa De Cristal, setzte heftiger Regenfall ein. Glücklich und kaum nass setzten wir unseren Weg fort. 

 

I

n der Stadt Santa Ana teilten wir uns, zusammen mit unseren chinesischen Freunden, ein AirBnB, da sich die Campingmöglichkeiten auf eine Tankstelle beschränkten. In dem kleinen, gemütlichen Haus konnten wir die Küche, zwei Badezimmer und das Wifi benutzen. Der redefreudige Besitzer gab uns zudem tonnenweise Empfehlungen für Restaurants. Eine davon nahmen wir uns zu Herzen und genossen ausgesprochen leckere Pupusas! Pupusas sind Mais- oder Reistortillas mit eingebackener Füllung. Diese besteht meistens aus Käse, Bohnen, oder beidem, können aber auch Knoblauch, Pilze, Fleisch und Kräuter enthalten. Dazu wird eingelegtes Gemüse wie Kohl, Karotten u.a. Und Tomatensauce seeviert. Wir schlugen uns die Bäuche voll und bereuten danach keinen Bissen. :) Pupusas sind übrigens offiziell das Nationalgericht von El Salvador. Kein Wunder findet man auch in jeder noch so kleinen Ortschaft ein paar Pupuserias.

 

Die Stadt Santa Ana hat ein paar schöne Bauten und einen grossen Markt. Doch allzu viel gibt es ansonsten nicht zu sehen. 

 


Weiter führte unsere Reise in Richtung Hauptstadt des Landes, San Salvador. 

Baluu machte zwar keine Faxen mehr seit dem Zwischenfall in Guatemala-Stadt, trotzdem waren ein paar dringend anstehende Reparaturen fällig. Auf unserer iOverlander Applikation fanden wir einen vertrauenswürdigen VW Bus Mechaniker. Diesen wollten wir direkt ansteuern. Die lieben Chinesen begleiteten uns seit Guatemala überall hin, nur im Falle dass Baluu plötzlich stehen bleibt. So eskortierten sie uns bis zum Mech. Wir verabschiedeten uns bis auf weiteres von ihnen und erklärten mit unserem sehr kleinen spanisch Wortschatz (im Zusammenhang mit Autoteilen), was wir reparieren oder auswechseln lassen wollten. Armando, der Automech schien unser Anliegen zu verstehen und meinte zu unserer Freude, dass sie alles bis Samstag Mittag erledigen können. Unser Plan war nämlich, am Sonntag Morgen im 200km entfernten La Union zu sein um dort einen Freund aus der Schweiz zu treffen.

Leider wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass wir Jack und Yuan wahrscheinlich nicht mehr sehen werden auf unserer Reise, ansonsten hätten wir uns wohl herzlicher verabschiedet. Ihr Plan ist es, im Februar in der Antarktis zu sein, somit werden sie zügig weiter reisen. 

 

Armando und sein Team machten sich sofort an die Arbeit. Die „Garage“ besteht aus drei Mauern und einem Blechdach, der Boden aus festgestampfter Erde. Sie besitzen einen Wagenheber aber keinen Autolift. Es brauchte viel Muskelkraft bis der Arbeiter (während ich das schreibe stelle ich fest, dass wir ihn gar nie nach seinem Namen fragten!) alle festgesetzten Schrauben gelöst hatte. Armando erlaubte uns während der Zeit wo das Auto repariert wurde, gratis bei ihm zu campen und liess uns sein Badezimmer benutzen. 

Er lebt mit seinen beiden Kindern 12j. und 15j. in einem kleinen Haus, bestehend aus zwei Räumen. Der kleinere davon ist sein Büro, der grössere dient als Schlaf- und Wohnzimmer für alle drei! Die Küche ist überdacht, hat anstelle von Fenster, Gitterstäbe. Fliessend Wasser gibt es nur jeden zweiten Tag, da sie sich den Wasserabschluss mit den Nachbarn teilen. Trotz den scheinbar wenig Habseligkeiten sind sie zufrieden und sehr grosszügig! 3x wurden wir mit einer warmen Mahlzeit versorgt und bekamen frische Früchte aus ihrem Garten! 

 

Am Freitag Abend kam Armando zu uns teilte mit bedauern mit, dass er die Stossdämpfer nicht besorgen konnte. Er habe zwar welche für unseren Bus finden können, aber diese seien erst in ein paar Tagen hier. So beschlossen wir einen Bus nach La Unión zu nehmen, damit wir Dominik trotzdem treffen konnten. 

 

Armando chauffierte uns am Samstag morgen zum Bus Terminal in San Salvador. Die Leute dort waren sehr hilfsbereit und nach nur 3 Minuten sassen wir bereits in einem klimatisierten Reisecar nach La Union! 

Nach einer vier stündigen Fahrt erreichten wir unser Ziel und bezogen ein kleines Zimmer in einem Hostel. Die Besitzerin empfing uns freundlich und offerierte uns Kaffee. 

 

Am Sonntag Morgen spazierten wir voller Freude Richtung Hafen, wo das Schiff „Logos Hope“ geankert hatte. Auf diesem macht unser Freund Dominik einen 2 jährigen Missionseinsatz. Mehr als 400 Personen aus über 60 Nationen segeln von einem Hafen zum anderen und investieren ihre Arbeit und Zeit für hilfsbedürftige Menschen. Ausserdem arbeiten sie eng mit den jeweils lokalen, christlichen Gemeinden zusammen. Auf dem Schiff befindet sich ein grosser Bücherladen, der täglich für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht. 

 

Die Wiedersehensfreude war gross als uns Dömi am Hafen in Empfang nahm. Nach über 8 Monaten besuchten wir wiedermal einen Gottesdienst. Es war ein sehr eindrückliches Erlebnis und tat dem Herzen sehr wohl! 

Wir bekamen eine private Schiffsführung und tranken den ganzen Nachmittag Kaffee und redeten bis lange in den Abend hinein. Da es dunkel war um 21:00 Uhr, nahmen wir ein Taxi zurück zum Hostel. Die Besitzerin war ganz besorgt um uns, da wir den ganzen Tag nicht aufgetaucht waren...

 

Auch den nächsten Tag verbrachten wir mit Dominik. Es war 30C und so verbrachten wir den Nachmittag mit Glace essen und austauschen über die vergangenen eineinhalb Jahre. Am Abend begleiteten wir Dominik zurück zum Schiff. Ihm durften wir übrigens unsere Drohne und auch die von Jack und Yuan mitgeben. Im nächsten Land, welches wir bereisen werden, Nicaragua, sind Drohnen nämlich verboten. Drohnen werden am Zoll beschlagnahmt, oder man muss sie gut verstecken / schmuggeln was wir nicht umbedingt machen wollten. So werden unsere Männerspielzeuge den Seeweg nach Costa Rica nehmen wo die Logos Hope ihren nächsten Anlegeort hat. Dies bedeutet auch, dass wir Dominik in ein paar Wochen nochmals auf der Logos Hope besuchen dürfen. 

 

Mit dem Car ging es am nächsten Tag wieder zurück zu Armando. Er und sein Team haben in der Zwischenzeit gute Arbeit geleistet und neue Stossdämpfer „gebastelt“ :) Unser VW synchro hat nämlich spezielle Teile, welche man hier nicht bekommt. So war man währen unserer Abwesenheit erfinderisch und hat unsere alten, defekten Stossdämpfer aufgeschnitten und neue von einem anderen Autotyp integriert! Mit dem Resultat sind wir mehr als zufrieden! 

An unserem letzten Abend zusammen mit ihm, wollten wir ihn und seine Kinder zum Pupusa essen einladen. Schlussendlich hat er aber uns eingeladen...

Seine Grosszügigkeit und Hilfsbereitschaft beeindruckten uns sehr und wir sind von Herzen dankbar für die Begegnung mit ihm und seinem Team! 

Wir können viel lernen auf unserem Abendteuer... Nach einer Woche verabschiedeten wir uns von ihm uns seinen Arbeitern. Zum Abschluss wurden wir mit tonnenweise Bananen und einigen Kräutern beschenkt. Noch am selben Tag überquerten wir die Grenze nach Honduras. Dieses Land werden wir aber nur durchqueren und dafür mehr Zeit in Nicaragua geniessen.

 

Die Eindrücke von der Arbeit mit der Organisation OM-Ships und die Erfahrungen mit Armando in El Salvador werden uns wohl unser ganzes Leben begleiten und in Erinnerung bleiben!

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Gotti (Samstag, 03 November 2018 19:20)

    Ihr zwei Lieben,
    Soeben zurück aus Mallorca, lese ich euren neusten Blog. Ist wieder herrlich zu lesen und so spannend geschrieben. Danke euch, so bin ich immer verbunden mit euch.
    Schön, dass ihr so bewahrt werdet, diese Länder sind ja eher gefährlich, sagt man jedenfalls. Aber ihr haltet euch ja an die Vorschriften. Gott sei Dank.
    Wir sind alle gesund und munter und freuen uns auf Hermanns 60 � und dann naht ja schon bald die Adventszeit.
    Alles � und hebt Sorg zueinander
    Gruss Gotti