Guatemala

Guatemala ist mit einer Fläche von knapp 109‘000 km2 fast 2.5 mal so gross wie die Schweiz. Die Mehrheit der 15 Millionen Einwohner lebt im Hochland, in und zwischen den zwei grössten Städten des Landes Guatemala Stadt und Quetzaltenango. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze und hat es daher nicht leicht! Beim bereisen des Landes fällt auf, dass man auf sehr viele wunderschön, farbig und traditionell bekleidete Frauen und Männer trifft! Tatsächlich sind mehr als 40 Prozent der Bevölkerung „indigenas“, der grösste Teil davon Mayas. Auch Landschaftlich hat dieses Land so einiges zu bieten, so findet man im westlichen Hochland zum Beispiel mehr als 30 Vulkane, einige davon sind über 4000 Meter hoch, ein paar sogar aktiv.

 

Wir haben uns sehr darauf gefreut, dieses Land zu besuchen! Vor allem auch weil wir Sandro, der die ersten paar Tage noch mit uns in Guatemala unterwegs war, zeigen wollten, was wir an Zentralamerika so lieben! Das typische zentralamerikanische Flair haben wir in Belize nämlich ein wenig vermisst. Der Grenzübergang von Belize nach Guatemala verlief absolut problemlos. Wen es Wunder nimmt wie so ein Grenzübergang hier in Zentralamerika von statten geht, klickt einfach auf folgenden Link - Grenzübergang Belize / Guatemala -. Die Berichte zu den Grenzübergängen schreiben wir übrigens als Hilfestellung für andere Reisende. Immer wieder nehmen auch wir uns Berichte von anderen Reisenden zur Hilfe und möchten diesen Erfahrungsaustausch gerne weiterführen.

 

Unserenersten Stopp in Guatemala legten wir bei den Ruinen von Tikal ein. Eine der beeindrucktesten Mayaruinen in Zentralamerika. Einige Bauwerke überragen hier sogar die Baumwipfel und sind bis zu 44 Meterhoch. Die gesamte Anlage liegt mitten im Dschungel und es wimmelt hier nur so von Leben! Bei unsererErkundungstour stossen wir unter anderem auf Brüll- und Spinnenaffen, Agutis, Tukane und viele andere bunte Vögel. Schon lange hatten wir uns vorgenommen, hier eine geführte Tour zu besuchen um einwenig mehr über die Kultur der Mayas und ihre Bauwerke zu erfahren. Wir taten dies dann auch, waren aber eher enttäuscht. Mit etwa 20 anderen Touristen durchstreiften wir für 4 Stunden das Gebiet undes stellte sich heraus, dass unser Guide nicht wirklich viel über die Materie wusste oder es einfach nicht wirklich erzählen mochte. Beim Lesen der Informationen in unserem Reiseführer haben wir weitmehr erfahren als auf der 4 stündigen Tour. Die Ruinen haben uns aber trotz allem sehr gut gefallen! Übrigens wurde hier auch ein Teil eines Star Wars Film gedreht! Stolze 7 Sekunden sind die Ruinenin einem der ersten Star Wars Filme zu sehen, was mir (Luki) als Liebhaber dieser Filmreihe natürlich Freude bereitet hat!

Von Tikal aus fuhren wir nach Flores. Das hübsche Städtchen liegt auf einer kleinen Insel im Lago de Peten Itza und hat einen mediterranen Flair. Bunte Häuser, enge Gassen, gepflasterte Strassen und schöne Seepromenaden laden zum flanieren ein. Natürlich liessen wir uns das nicht entgehen und spazierten ein wenig auf der Insel herum, bevor wir in einem Restaurant einkehrten und zusammen mit unseren Chinesischen Freunden Jack und Yuan einen unterhaltsamen Abend genossen! Am darauffolgenden Tag war dann eine lange Strecke fahren angesagt. Von Flores fuhren wir bis nach Coba, 260 Kilometer durch das wunderschöne Hochland von Guatemala! Da die Strassen hier ab und zu tiefe Schlaglöcher aufweisen und auch immer wieder durch kleine Dörfer führen kommt man nicht so schnell vorwärts. Auch überquerten wir immer wieder kleinere und grösser Pässe und waren schlussendlich wohl mit einer Durchscnittsgeschwindigkeit von etwa 45 kmh unterwegs. Dies störte uns aber in keiner Weise! So hatten wir ausreichend Zeit dem bunten Treiben in den Dörfern und am Strassenrand zuzuschauen. Kurz vor dem Eindunkeln erreichten wir dann Coba wo wir uns in einem naja, etwas heruntergekommenen Hostel niederliessen. Für eine Nacht war es aber durchaus in Ordnung und wir schliefen alle gut. 

Das Städtchen Flores

Da die Kaffeefarm, welche wir uns in Coba am darauffolgenden Tag anschauen wollten geschlossen hatte (wir sind ein bisschen ausserhalb der Hauptreisezeit unterwegs), entschieden wir uns weiter zu fahren. Unser neues Ziel war das etwa 250 Kilometer entfernte Antigua. Etwa 30 Kilometer bevor wir dieses erreichten mussten wir die Hauptstadt des Landes, Guatemala City, durchqueren. Eine Stadt in welche man als Tourist nur geht, um die vielen Einkaufsmöglichkeiten zu nutzen, weil man auf dem Weg zum internationalen Flughafen oder wie wir auf der Durchfahrt ist. Hier herrscht nämlich ein riesiges Verkehrschaos! Links und rechts wird man von Motorradrädern überholt, auf denen teilweise eine ganze Kleinfamilie Platz gefunden hat, grosse Lastwagen und Busse sind mit hohem Tempo unterwegs. Apropos Motorräder, hier sieht man diesbezüglich wirklich einiges! Vater, Mutter und zwei Kleinkinder auf einem Gefährt sind für uns mittlerweile schon normal! Wenn die Mutter während der Fahrt dann noch eines der Kinder stillt, müssen auch wir manchmal noch schmunzeln..! Das alles wohlbemerkt ohne Schutzkleidung und Helme. Wir durchqueren also die Stadt, stehen immer wieder im Stau und etwa 2 Kilometer bevor wir das gröbste hinter uns haben passiert es! Baluu fängt mitten auf einer 3- spurigen Strasse an zu stottern und stellt dann einfach so ab. Erneut starten, lässt er sich auch nicht und so springen Sandro und Rahel aus dem Auto und schieben es von der Strasse weg auf den „Pannenstreifen“. Nach ein paar Minuten Wartezeit, probieren wir erneut den Wagen zu starten, was dann auch gelingt und wir setzen unsere Fahrt fort. Ein paar Kilometer weiter setzt das stottern dann wieder ein und wieder stehen wir nach ein paar Sekunden still, nichts geht mehr! Dieses mal probieren Rahel und Sandro so gut wie möglich eine Spur der Strasse zu sperren und wir können etwa 50 Meter den Hang hinunter zu einer Tankstelle rollen wo wir erstmal sicher sind! Wir schauen uns den Motorraum kurz an, können aber keine sichtbaren Mängel feststellen. Wir beraten uns kurz und entscheiden uns dafür, dass Rahel mit Sandro als Bodyguard zur nächsten Mall läuft um dort mit Hilfe von WiFi eine VW Garage zu kontaktieren. Ich passe während dieser Zeit aufs Auto auf! Etwa 20 Minuten später kommen die zwei wieder zurück, können aber keinen Erfolg vermelden, niemand hat das Telefon abgenommen. Da sich Baluu mittlerweile wieder starten lässt und sich auch alles normal anfühlt, entscheiden wir uns weiter zu fahren. Wir haben uns nämlich sehr auf Antigua gefreut und wollten die Stadt umbedingt auch noch Sandro zeigen der uns ein paar Tage später dann verlassen musste. Ein paar Minuten später passiert das gleiche dann nochmals, da es ab dort dann aber nur noch bergab bis nach Antigua ging erreichten wir unser Ziel dann doch noch! Gott sei Dank!

 

Die nächsten Tage verbrachten wir in Antigua! Eine wunderschöne Kolonialstadt im Hochland, umgeben von Vulkanen! Früher war diese noch die Hauptstadt des Landes heute gilt sie als kultureller und kulinarischer Mittelpunkt des Landes! Viele Einheimische und natürlich auch ausländische Touristen finden den Weg hier hin. Nach einer Woche, die wir schlussendlich hier verbrachten wissen wir auch warum die Stadt so beliebt ist. Es gibt hier hunderte Restaurant und Kaffees, welche sich in den Gärten und Innenhöfen der Kolonialbauten befinden. Einen riesigen Markt wo die Leute der umliegenden Dörfer (die meisten davon Mayas) ihre Waren wie Früchte, Gemüse, Kleider und vieles mehr anbieten. Diverse historische Bauten und Kirchen die man besichtigen kann und zu guter letzt liegt die Stadt auch noch so zentral, dass sich hier viele Touranbieter eingenistet haben, bei welchen man Vulkanbesteigungen und vieles mehr buchen kann. Während der ganzen Zeit in Antigua übernachten wir beim Hostal Antigueno, welches ein wenig ausserhalb des Zentrum liegt. Wir dürfen auf dem Parkplatz des Hotels übernachten und die Infrastruktur nutzen. Das alles zu einem guten Preis und sogar das Frühstück ist inklusive. Dank dem freundlichen Besitzer und dem netten Personal fühlen wir uns hier bald pudelwohl und geniessen die Tage in vollen Zügen. Baluu brachten wir übrigens zu einer Autogarage in der Nähe. Da der Motor aber einwandfrei vor sich hin brummelt und keinerlei Probleme auszumachen sind, können die hilfsbereiten Mechaniker aber auch nur Vermutungen zu unseren „Pannen“ aufstellen. Nachdem wir uns ein wenig in Foren und bei unseren Mechanikern in Kanada und der Schweiz schlau gemacht haben, werden wir in den nächsten Tagen ein paar Teile ersetzen,  welche die Ursache für die Probleme gewesen sein könnten.

 

Am letzten Tag, welchen wir mit Sandro zusammen unterwegs waren, beschlossen wir noch den nahe gelegenen Vulkan „Pacaya“ zu besteigen. Auf einer halbtägigen Tour wandern wir in die nähe des Gipfels, des noch aktiven Vulkan. Hier können wir Marshmallows über den heissen Lavasteinen bräteln und dabei zusehen wie Lava und Rauch aus dem Krater strömt! Ein sehr eindrucksvolles Erlebnis! Am darauffolgenden Tag verlässt uns Sandro und fliegt zurück in die Schweiz! Wir hatten eine sehr lustige und gute Zeit zusammen! Danke Sandy für deinen Besuch bei uns! 

Antigua - unser Lieblingsplatz in Guatemala

Die folgenden Tage verbringen wir beim Lago Atitlan. Ein See umgeben von Vulkanen und kleinen Mayadörfern. Hier leben auch viele Einwandere aus Europa und Nordamerika, die sich in diesen Platz verliebt haben. Pierre, ein ausgewanderter Franzose hat in der Näher von San Marcos einen Campingplatz, auf welchem wir es uns für ein paar Tage gemütlich machen. Mit uns mitgereist sind unsere Freunde aus China. Da die Strassen rund um den See herum relativ schlecht sind, ist das beste Verkehrsmittel um zwischen den Dörfern am See hin- und her zu kommen das Boot! Die lassen wir uns natürlich nicht entgehen und wir besuchen ein paar Orte um den See herum. In den Dörfern trifft man auf eine interessante Mischung aus einheimischer indigener Bevölkerung, ansässigen Hippies und Touristen.

 

Nach einem Besuch in Chichicastenango wo jeden Donnerstag und Sonntag einer der grössten Märkte in Zentralamerika stattfindet, kehren wir für zwei Tage nach Antigua zurück. Baluu hat die letzten 400 Kilometer übrigens keine Faxen mehr gemacht (und die Strassen sind um den Lago Atitlan herum steiler als so manche Passstrasse in der Schweiz). Die Tage in Antigua, welche zugleich unsere letzten Tage in Guatemala sein werden, nutzen wir, um ein wenig unsere Route für die nächsten Tage zu planen. Natürlich besuchen wir auch nochmals unser Lieblingsrestaurant „La casa de las mixtas“. Hier bekommt man für 20 Quetzals (umgerechnet 2.50 Franken) ein sehr leckeres Mittagsmenu mit Suppe, Hauptgang, Dessert und einem Fruchtsaft! Was will man mehr!

 

Guatemala hat uns sehr gefallen! Ein Grossteil der einheimischen Frauen läuft hier noch mit der traditionellen, farbigen, bestickten Kleidung herum was uns beiden sehr gefällt! Die Märkte und Fruchtstände am Strassenrand bei welchen man frische Früchte und Gemüse einkaufen kann, haben uns in Belize sehr gefehlt! 17 Tage durften wir durch dieses Land reisen und hätten definitiv noch länger bleiben können! Vor allem die Stadt Antigua und Umgebung hat es uns angetan. Es ist nun aber an der Zeit weiter zu gehen, da es noch viel zu entdecken gibt. Das nächste spannende Land wartet auf uns, El Salvador! 

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Kommentare: 2
  • #1

    Gotti (Mittwoch, 17 Oktober 2018 11:38)

    Hallo ihr Beiden
    Wow, diese Bilder. Würde mir auch gut gefallen, ich liebe Farben und diese Trachten, wunderschön.
    Auch euer Auto, so treu und zuverlässig. Lob und Dank.
    Schön, dass ihr so bewahrt werdet. Ich hoffe auch weiterhin.
    Gute Weiterreise und seid mit Gott unterwegs.
    Freue mich immer sehr von euch zu hören.
    Liebe Grüsse
    Gotti

  • #2

    Ruth Weber (Freitag, 19 Oktober 2018 19:39)

    Wunderbar wieder eue Blog dörfe zläse :-). Wiiterhin so vill Freuid, Motivation und Erläbnis und vor allem GOTTES Schutz und Bewahrig. Ich freue mich so für eu, dass ihr das alles dörfed erläbe - wunderbar :-).
    In Liebi
    Mami