Belize

Belize ist mit knapp 23‘000km2 noch kleiner als die Schweiz und zählt etwa 360‘000 Einwohner.

Obwohl das Land so klein ist, stellten wir rasch einige Differenzen zu Mexiko fest. Die Häuser sind teilweise in einem besseren Zustand und es ist kaum noch Abfall im Strassengraben zu sehen. Der grösste Unterschied aber, machten die Menschen. Von sehr hellhäutigen Mennoniten, über etwas dunklere Ureinwohner bis zu dunkelhäutigen, ehemals als Sklaven eingeführte Menschen aus Afrika, trifft man hier alles an!

Kreolisch, Spanisch und hauptsächlich Englisch wird gesprochen, was uns das Kommunizieren wieder einiges erleichterte.

 

Den ersten Tag nach dem Grenzübergang verbrachten wir mit unseren Freunden Yuan und Jack auf einem Camping, direkt am Belize River. Der Besitzer sagte, wir können dort ohne Probleme baden, die Krokodile seien nur klein! Ja, ich habe wohl ziemlich blöde aus der Wäsche geschaut... Tatsächlich rief er uns kurze Zeit später und zeigte uns ein kleines Krokodil! Baden gingen wir also nicht.

 


Am darauffolgenden Tag trennten sich unsere Wege und wir fuhren nach Belize City, der früheren Hauptstadt des Landes. Dort verbrachten wir fast einen halben Tag mit suchen einer sicheren Unterkunft zum Übernachten und einen Platz um unseren VW Bus unter zu bringen für die nächsten vier Tage. Wir planten nämlich einen Inselbesuch zusammen mit Sandro, einem Freund aus der Schweiz, der knapp zwei Wochen zuvor, ziemlich spontan seinen Besuch anmeldete! :) 

 

 

Wir holten ihn dann am nächsten Morgen, dem Mittwoch 19.09.18, um 7:00Uhr beim Busbahnhof ab. Zusammen fuhren wir zurück zum Old Belize Marina, einem Schiffshafen, in dem wir einen preiswerten und sicheren Ort gefunden hatten um Baluu zu parkieren. 

Sandros Willkommensessen bestand aus Haferflocken, Kaffee und Bananenkuchen.  Danach packten wir unsere Sachen und nahmen ein Taxi direkt zum Ferry Terminal. Nach einer 30minütigen Bootsfahrt kamen wir auf der karibischen Insel Caye Caulker an! Ich kam mir vor wie in einem Film oder als ob ich in ein Foto eines Ferienkatalogs geschlüpft wäre. Wären da nicht die Algen gewesen, die dieses Jahr leider eine Plage darstellen. Palmen und farbige Häuschen säumten sich rund um die Insel. Die „Strassen“ sind aus Sand und autofrei. Nur ein paar Golfcarts kamen uns ab und zu entgegen. Unser Hostel lag an der Hauptstrasse und bot gutes Wifi, Kaffe am Morgen, saubere Badezimmer und ein kleines, sauberes Zimmer mit drei grossen Betten! Luki und ich quartierten uns in je einem Bett ein und genossen es so richtig, uns wiedermal richtig strecken zu können! :)

 

Der erste gemeinsame Tag mit Sandro lief bis kurz vor Mitternacht wunderbar ab. Die nächsten 24h verbrachten er und ich (Rahel) regelmässig auf der Toilette... Er bestellte zum Abendessen eine Paella mit Schrimps und Chicken, die wohl nicht gut war. Von dieser probierte ich nur eine Gabel und fühlte mich später hundeelend. Ausgerechnet auf dieser Insel wo wir natürlich keine Medikamente bei uns hatten. Unsere Reiseapotheke liessen wir in Baluu zurück.

Mir ging es nach einem Tag wieder gut, Sandro erkämpfte sich seine Gesundheit 3 Tage lang. 

Unsere Schnorcheltour, welche wir bereits im Voraus gebucht hatten, konnten wir glücklicherweise um einen Tag verschieben, so dass wir alle gesund auf die Tour gehen konnten! 

Das zweitgrösste Barriereriff liegt vor Belize und eignet sich hervorragend zum Schnorcheln! Mit dem Boot steuerten wir verschiedene Stops an bevor wir ins Wasser springen konnten und sahen unter anderem Sehpferdchen, eine Sehkuh, Pelikane und riesige Fische. 

Dann endlich, ging es ab ins Wasser um die wunderbare und einzigartige Unterwasserwelt zu bestaunen! Ein Wrack, Fische, Korallen, Sehsterne, Rochen und Haifische gehörten zu den Sehenswürdigkeiten. 

Die Sonne versteckte sich an diesem Tag hinter den Wolken und zwei Mal schüttete es wie aus Kübeln. Ein Gewitter zog vorbei und zu unserer Überraschung schickten uns die Tourguides ins Wasser. Wir dachten immer, man sollte Gewässer meiden während Gewitter. Uns war allen ein wenig mulmig zu Mute und wir kamen uns vor wie in einem Actionfilm, nachdem ein Schiff im Sturm mitten im Ozean kenterte... Gott sei Dank war das Gewitter rasch vorüber und unserem Boot geschah auch nichts. Nass waren wir so oder so, da machte uns der Regen nichts aus.

 


Nach 5 Tagen Inselleben ging es zurück aufs Festland. 

Den ersten Stopp legten wir in der Bamboo Sanctuary ein, ein riesiges Naturschutzgebiet für Brüllaffen. Auf einer kurzen aber informativen Tour erfuhren wir einiges über die faszinierenden Tiere. Unser Guide, ein älterer Herr sagte uns schon bei Beginn der Führung, dass es nicht garantiert ist, die Affen zu sehen, je nach dem wo sich sich aufhalten. Aber schon nach ein paar Minuten spazieren im Dschungel sahen wir eine Gruppe! Natürlich sehr zu unserer Freude! :)

Am selben Tag ging es weiter zu einer Lodge, die zum Belize Zoo gehört. Dort übernachten wir. Sandro mietete sich eine schöne Cabana und Luki und ich schliefen wiedermal in Baluu. Am folgenden Tag spazierten wir von der Lodge aus zum Zoo. Es ist einer der schönsten Zoos die ich je besuchte! Anzutreffen sind nur Tiere, die auch in Belize heimisch sind. Und diese wurden nicht gefangen, sondern leben im Zoo weil sie entweder verwaist oder verletzt sind/waren und nun nicht mehr in der Wildnis überleben würden. Ein gutes Projekt, unserer Meinung nach! Folgende Tiere haben wir im Zoo gesehen:  Spinnen- und Brüllaffen, Papageie, Tukane und andere Vögel, Tapire, Jaguare und andere Wildkatzen, Krokodile, Spinnen und Schlangen.

 

Nach dem Zoo besuchten wir eine Bird Rescue Farm in Belmopan, die ebenfalls nur verletzte, verwaiste oder ehemals gefangene Vögel beherbergt und pflegt, die aber nach Möglichkeit wieder in die Freiheit ausgesetzt werden.  Dort übernachteten wir, Sandro schlief diesmal in seinem mitgebrachten Zelt. Jack und Yuan campten ebenfalls hier und wir hatten eine gute Zeit zu fünft.

 

Von Belmopan gings nach San Ignacio. Die Stadt liegt nur etwa 10km von der guatemaltekischen Grenze entfernt.

Dazwischen befindet sich eine Mennonitensiedlung namens Spanish Lookout. Eine Kiestrasse führt zu einem Fluss. Um diesen zu überqueren, fährt man auf eine wackelige Holzfähre, die von Hand betrieben wird! Danach folgen noch etwa 3km Kiestrasse bis zum Anfang der Siedlung. Von da hat man das Gefühl, man sei direkt in den Staaten gelandet. Gut gepflasterte, breite und saubere Strassen, riesige Silos, schöne Häuser mit viel Umschwung und moderne Geschäfte sieht man hier. Die Menschen sind in schönen Kleidern zu sehen: die Männer tragen Hemden und Latzhosen, meistens mit einem Strohhut, 

die Frauen sind in knöchellangen, farbigen Röcken gekleidet und tragen eine Haube auf dem Kopf. Auch die Kinder sind schon so gekleidet. Es war faszinierend und spannend zu sehen, das im selben Land so unterschiedliche Kulturen und Infrastrukturen anzutreffen sind.

Auf der Rückfahrt über den Fluss, durften wir alle drei auch handanlegen und uns auf die andere Seite kurbeln. :)

 

Den Höhlenbesuch zu den Actun Tunichil Muknal Höhlen, kurz ATM, lag eigentlich nicht in unserem Budget, wir wollten aber eine Ausnahme machen für unseren Besuch, Sandro. Schliesslich sollte er ja etwas sehen und erleben in seinen beschränkten Tagen in Zentralamerika. Sandro war so lieb und schenkte uns je den Eintritt zu diesem einzigartigen Erlebnis! An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an unseren Freund!

Die ATM Höhlen liegen mitten im Jungle und sind nur zu Fuss erreichbar. Dafür überquert man vom Parkplatz aus zuerst Mal einen Fluss (schwimmend) und wandert danach ein paar Kilometer durch den Wald. Den selben Fluss passiert man noch zwei weitere Male, das Wasser ist aber nicht mehr so tief. Nass wird man trotzdem, denn die Höhle erreicht man nur durchs Wasser. 

Ein Fluss verläuft durch die Höhle. Teilweise ist das Wasser tief und man muss schwimmen, sich zwischen Felsen durchzwängen oder aber kann durch das Wasser watten. Wir bekamen alle einen Helm mit Stirnlampe und konnten so die schönen Steinformationen sehen! Nach etwa 500m erreichten wir einen Eingang zu einer Höhle, der über der ersten verläuft und trocken liegt. Wir mussten etwa 20Meter klettern und unsere Schuhe ausziehen, um nichts zu beschädigen. Wir werden keine Fotos zeigen können, da absolutes Fotografierverbot besteht. Der Grund ist, weil frühere Besucher schon mehrere Fundstücke, darunter einen Schädel beschädigten, weil ihnen die Kamera darauf gefallen ist oder sie im Fotografier-eifer auf etwas zertraten. 

Die Höhle wurde in der Zeit der Mayas alle 20 Jahre für Rituale und besondere Zeremonien genutzt. Töpfe, Tonscherben und menschliche Überreste zeugen heute noch davon. Die Skelette stammen von Menschenopfern. Drei Babys, vier Kinder und sieben Erwachsene wurden vermutlich dem Regengott Chac geopfert um Regen zu erbeten. Archäologische Funde deuten eine grosse Dürrezeit an, was vermutlich zum plötzlichen verlassen der verschiedenen ehemaligen Städten führte. 

Es war ein sehr spannendes Erlebnis, unser Tourguide wusste viel zu erzählen. Ein belizisches Mittagessen, bestehend aus Reis mit Bohnen, Pouletschenkel, frittierte Bananen, Kartoffel-Ei-Salat und Bananenmuffins war im Preis inklusive und wurde von uns drei hungrigen genüsslich verspiesen. 

 

Unser letzter Ausflug in Belize führte uns zum Green Iguana Conversation Center. Verletzte Iguanas werden hier wieder gesund gepflegt und danach zurück in die Wildnis gelassen. Es gibt verschiedene Arten der Green Iguanas. Die Art die wir sahen, sind keine Fleischfresser und können unbedenklich berührt werden. Sie werden danach nicht zutraulich und werden nach aussetzen in die Natur nicht zurück kehren um gefüttert zu werden. 

Die Iguanas werden geschützt. Nicht mehr so häufig, aber leider immer noch, werden sie gejagt und gegessen. 

 

Die Zeit im Belize hat uns allen gut gefallen, es war sehr abwechslungsreich. Aber deutlich teurer als die angrenzenden Länder Mexiko und Guatemala. Darum waren wir nicht böse, als es weiter ging!

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Kommentare: 2
  • #1

    Gotti (Freitag, 05 Oktober 2018 10:29)

    Meine Lieben
    Da meint man ja gerade, man sei im Paradies. Einfach traumhaft. Und ihr könnt das alles erleben. Glücklich und so hübsch braungebrannt seht ihr aus. Trotz Lebensmittelvergiftung. Uiuiui.
    Auch diese Tierwelt. Fantastisch. Gott hat so Vieles erschaffen und wir können ihn Loben und Ehren.
    Habe jedesmal eine Riesen Freude über eure Blogs.
    Seid behütet
    Gotti

  • #2

    Mami (Samstag, 06 Oktober 2018 20:09)

    Ja auch ich staune immer wieder erneut, was ihr alles seht und erlebt und ehrlich gesagt bin ich immer froh, dass ich meistens nicht schon zuvor weiss, was ihr alles unternehmt und macht. Im Nachhinein bin ich dem HERRN immer sooo dankbar, dass ihr behütet worden seid, auch wenn es evtl. "schlimmer" und abenteuerlustiger "tönt" als es vielleicht war..... ;-).
    Weiterhin viel Schönes und Unvergessliches und GOTTES Schutz und Bewahrung!
    Es herzlichs Tschüss Müetti