Adios Mexico

In Merida blieben wir dann noch etwas länger, da es uns mit jedem Tag besser gefiel. Zudem hatten wir gutes Internet beim Hostel, bei welchem wir unseren Baluu parkten und dort campen durften. So konnten wir noch einiges organisieren. Wir- eigentlich ist da Luki gemeint. Denn wenn es ums Planen und erledigen von Papierkram geht wie z.B. Visums, Buchungen oder Versicherungen, dann übernimmt er das. Nicht, dass ich zu faul wäre aber bei ihm klappt dann meistens alles auf Anhieb, wobei es bei mir schön öfter Komplikationen gab. Und da wir uns doppelte Arbeit ersparen wollen, hat sich das eben so ergeben.

So organisierte Lukas die Verschiffung unseres VW Buses Anfang Dezember, von Panama nach Kolumbien - es gibt nämlich keine Verbindungsstrasse zwischen diesen beiden Ländern - und noch einiges mehr.

 

Der erste Stopp nach Merida, war in einem kleinen, unscheinbaren Dorf namens Holcá. Dort besuchten wir die Cenote „Chiuan“.

Auf der Halbinsel Yucatan gibt es über 6000 Cenoten! Eine Cenote ist ein mit Süßwasser gefülltes dolinenartiges Kalksteinloch, das durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden ist. Sie unterscheiden sich in grösse und Form. So sind einige gedeckt, also liegen immer noch in einer Höhle, andere sind halb gedeckt und dann gibt es offen gelegene.

Die „Chiuan“ Cenote liegt unterirdisch. Wir genossen das kalte Wasser in der spärrlich beleuchteten Höhle ganz für uns allein! :)

Weiter östlich befindet sich Chichén Itzá, eines der Weltwunder der neuen Ära! In dieser einstigen Mayastädte befindet sich die berühmte Pyramide „El Castillo“, ein Observatorium und einer der grössten, je entdeckten Ballspielplätze. Die Majastadt, welche über 1500 Hektaren gross war, hatte ihre Blütezeit um das Jahr 750n. Ch. Bis heute wurden nur ein paar wenige Ruinen rekonstruiert. Wie bei vielen Städten dieser Art, werden meistens die grössten und eindrucksvollsten Bauten wiederhergestellt, bei den kleineren Gebäuden macht der Wiederaufbau wohl wenig Sinn, beziehungsweise fehlen wahrscheinlich auch die finanziellen Mittel.

Auch bei diesem Besuch waren wir noch vor der Türöffnung vor Ort und stellten uns als zweites in die Warteschlange für die Tickets. Auf dem Gelände lernten wir ein Schweizer Pärchen kennen, welches für 4 Wochen in Mexico in den Ferien ist. Nach 4h hin und her spazieren durch die Ausgrabungsstädte, machten wir uns auf den Heimweg. Chichén Itzá bietet viel Sehenswertes. Für unseren Geschmack ist es hier aber ein wenig zu touristisch. Beim Erkunden der Anlage läuft man zum Beispiel immer wieder durch regelrechte Verkaufsstrassen wo Verkäufer ihre Souvenirs (die zu einer grossen Mehrheit aus chinesischen Fabriken stammen), an den Mann bringen wollen. Aus unserer Sicht gibt es definitiv Ruinen in Mexiko, die sehenswerter sind als die berühmten Ruinen hier in Chichén Itzá. 

Am Nachmittag besuchten wir eine weitere Cenote die den Namen „Oxman“ (ausgesprochen „Oschman“) trägt. Empfohlen wurde uns diese von unseren chinesischen Freunden, die wir das erste Mal in Palenque getroffen haben. Es ist nämlich nicht ganz einfach, bei der riesigen Auswahl an Cenoten, sich für eine zu entscheiden. Oxman war aber echt schön, nicht zu teuer und nicht zu touristisch.

Während dem plantschen bemerkte Luki plötzlich einen Gegenstand in seiner Badehose: Unsere Autoschlüssel! Gott sei Dank haben wir sie nicht verloren in diesem tiefen Wasserloch...

 

In Valladolid übernachteten wir bei einem Hostel, das Bienen schützt und Honig verkauft. Als wir von diesem erfuhren, waren wir natürlich sofort Feuer und Flamme! (Für die, die es nicht wissen: Wir hatten selber ein Bienenvolk in der Schweiz und wollen wenn wir zurück sind, den Imkerkurs absolvieren und wieder Bienen halten.)Es liegt schön gelegen in einem Wald, nur wenig ausserhalb der Stadt. Diese kann gut zu Fuss erkundet werden.

Wenn man im Hostel übernachtet, ist eine geführte Bienentour inklusive. Am darauffolgenden Tag liessen wir uns von Felipe, unserem Guide, durch den Jungle führen und lernten einiges über die lokalen Bienen. Felipe spricht recht gut Englisch und natürlich Spanisch. So war die Tour dann auf „Spenglisch“. :)

Interessant ist, dass die einheimischen Bienen keinen Stachel besitzen. Ihr Bau befindet sich im Boden oder in einem Holzstrunk, je nach Bienenart. Es gibt mehrere Arten von „Meliponas“ (Bienenart ohne Stachel), die Honig produzieren. Die Bienen sind aber viel kleiner und sehen aus wie Fliegen! Nur an den „Höschen“, den Pollensäckchen an den Beinen, erkennt man dass es Bienen sind. Beim späteren Honigtasting schmeckten wir, wie süss dieser Honig ist! Da die Bienen kleiner sind, produzieren sie auch weniger Honig. Somit ist dieser deutlich teurer! Das Hostel hat aber auch europäische Bienen und erntet diesen Honig. So einen gönnten wir uns dann auch. :)

Wir haben noch nie zuvor etwas über diese Bienenart gehört. Für die LeserInnen die mehr darüber erfahren wollen hier nochmals einen Link von Wikipedia über die Bienen: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Melipona

Cancun, das Hauptferienziel der meisten Touristen, liessen wir aus. Laut Reiseführer, hören/sagen und Google Bilder, befindet sich hier ein Hotel am anderen und die Strassen sind voll von Verkaufsständen und Bars . Also nicht so unser Ding. :) Zudem ist dieses Jahr das karibische Meer, über hunderte Kilometer weit, mit Seegras verschmutzt. Wir machen also einen grossen Bogen um die Stadt und überlassen diese den Pauschaltouristen.

 

So fuhren wir von Valladolid direkt Richtung Tulum, in den für uns letzten Bundesstaat in Mexiko, Quintana Roo. Auf dem Weg legten wir einen Zwischenstopp bei den Ruinen von Coba ein. Die Ausgrabungsstädte wird nicht wegen ihrer Schönheit in unserer Erinnerung bleiben, sondern wegen folgendem Erlebnis:

Die eine restaurierte Pyramide, darf bestiegen werden. Die Treppenstufen sind steil und in unregelmässigen Abständen angelegt. Mein Ziel war es, die Stufen bis nach oben ohne Pause zu meistern. So stiegen wir zusammen mit vielen anderen Besuchern die Pyramide hoch. Gegen Ende musste ich ganz schön schnaufen. Oben angekommen, brauchte ich dann erst einmal eine Pause. Beim wunderschönen Ausblick über den Dschungel, kam ich allmählich wieder zu Luft. Plötzlich sprangen die Menschen links von mir zur Seite und nur knapp 1 Meter von mir entfernt, sah ich sie sofort, die Tarantel!  :O Und schon war meine zurückgewonnene Luft wieder verflogen. Ich mag Spinnen nämlich gar nicht! Den Abstieg der Pyramide bewältigte ich dann mit Beinen wie aus Gummi...

Ein sehr gemütlicher Campingplatz mit einer sympathischen Besitzerin und einem ebenso netten Arbeiter war dann für die nächsten 4 Nächte unser Zuhause. Begrüsst wurden wir von einem kleinen Wildschwein, Hunden, Katzen und Vögeln. Am Abend sassen wir zusammen mit Jorge, in einem mit Moskitonetz umgebenen Palapa, gemütlich in Sitzhängesesseln. Wir plauderten mit ihm und planten unsere letzten paar Tage in Mexiko. Im Augenwinkel sah ich die „schwarze Katze“ vorbeilaufen, denke mir dann aber wie die wohl reingekommen ist!? Also nehme ich das Buch vor meinen Augen weg und schaue auf. Aber es war nicht die schwarze Katze die dort hinten läuft, sondern schon wieder so eine Tarantel...! Weil ich so fest quietschte und auf meinen Stuhl sprang hatte Jorge dann Mitleid und beförderte das Tier in die „ewigen Jagdgründe“ was mir aber auch nicht ganz recht war!

 

Am nächsten Morgen besuchten wir Tulum. Diese Ruinen sind bekannt für die spezielle Lage, direkt am Meer. Wahrhaftig liegen sie wunderschön! An diesem Tag spielte das Wetter nicht so mit und es gab keine „Katalogfotos“. ;) Auch waren wir nicht früh dort um als erstes das Areal zu betreten. Und zwar weil wir dann einiges mehr bezahlt hätten. Wenn man die Ruinen bei Sonnenaufgang, genauer von 06:30Uhr bis 08:00Uhr vor dem grossen Besucherstrom besucht, bezahlt man stolze 224Pesos (12.50Sfr.). Wenn man ab 08:00Uhr kommt, bezahlt man nur 70 Pesos, was umgerechnet 3.70Sfr. sind. Für den Parkplatz hätte man zusätzlich 10 Franken bezahlen müssen! Was wir Budget-Reisende natürlich nicht wollten und fuhren knapp 3km zurück in die Stadt, wo wir bei einem Supermarkt gratis parkten. Von dort spazierten wir zu den Ruinen.

Normalerweise trifft hier türkisfarbenes Wasser an die Klippen und den weissen Strand. Aber wie schon erwähnt, ist das Wasser leider mit Seegras verschmutzt und darum sah es nicht so schön aus. Auch der Geruch war ziemlich streng!

Es war aber durchaus ein sehr schöner Besuch hier!

Am Nachmittag nahmen wir es gemütlich. In einer Hängematte wollte ich ein Mittagsschlaf machen. Und als ich bereits in der Welt der Träume war, flog ein Vogel heran und landete direkt auf meinen Schultern! Da war ich rasch wieder wach! ;) Den restlichen Nachmittag regnete es wie aus Kübeln. Es ist Regenzeit hier und wir genossen, dass es dabei etwas abkühlte. Übrigens, der Vogel machte es sich dann auf meiner Schulter bequem und blieb dann über eine Stunde auf mir sitzen. 

 

Am nächsten Tag erwachten wir mit einem See rund um unser Auto. Jorge kam auf uns zu und erklärte, dass wir die kommende Nacht gratis hier campen dürfen, weil es so regnete?!? Wir verstanden das Ganze nicht, nahmen das sehr freundliche Angebot aber dankbar an. :)

Als ich später das Frühstück vorbereitete und unsere Schalen mit Haferflöckli füllte, kam wie aus dem nichts ein schwarzer Fasan angeflogen! Natürlich erschreckte ich wieder, war aber auch mega fasziniert von diesem schönen Tier!

Wir fuhren am Nachmittag in die Stadt und genossen Enchiladas und Pozole. Weil wir noch Einkäufe zu erledigen hatten, fuhren wir zu einem Supermarkt. Auf dem Parkplatz sahen wir ein auf den ersten Blick unscheinbares Fahrzeug und bemerkten dann aber Zürcher Nummernschilder! :) So lernten wir Susan und Ernst kennen. Wir plauderten mehr als eine halbe Stunde und gingen dann Einkaufen. Als wir zurück zum Auto kamen, lief Susan uns entgegen und sagte, dass sie uns gerne auf den Campingplatz begleiten würden, von dem ich so schwärmte. Mittlerweile haben sich noch drei weitere Overlander um unsere Busse versammelt.

 

Zurück auf dem Camping tauschten wir aus, bekamen viele Empfehlungen für Sehenswürdigkeiten und Campingplätze und gaben auch unsere Favoriten im nördlichen Teil von Mexiko weiter. Das Paar war die vergangenen 6 Jahre in Südamerika unterwegs und fährt nun Richtung Norden...

Es regnete und regnete, störte uns aber nicht. So hatten wir Zeit um die gesammelten Eindrücke zu verarbeiten.

Ein Freund von uns aus der Schweiz, bestätigte dann sein Besuch, den er ein paar Tage zuvor ganz spontan und überraschend ankündigte! Wir freuen uns sehr auf ihn! :) 

Nach 3.5 Tage regen blieb es am fünften Tag trocken und wir beschlossen weiter zu fahren. Zur Laguna Bacalar. Dieser über 60km lange Süsswassersee kann es locker mit der Schönheit des karibischen Meers aufnehmen!

Wir verbrachten insgesamt 3 Nächte an diesem See, auf 3 verschiedenen Campingplätzen. Auf dem ersten trafen wir uns wieder mit Jack und Yuan, dem chinesischen Ehepaar. Sie haben in etwa die gleiche Route geplant wie wir und so treffen wir sie zu unserer Freude immer wieder.

Zusammen besuchten wir die Cenote Azul. Beim tiefblauen Loch, das erstaunlich gross ist, liess Jack seine Drohne fliegen und machte wunderschöne Aufnahmen. Die Fotos gab er uns weiter und wir dürfen sie ebenfalls benutzten. Er und seine Frau waren ganz begeistert von Lukis „Köplfer“ ins Wasser. So verbrachten wir fast eine Stunde damit Jack diesen Sprung ins Wasser beizubringen. Nach der Lektion waren die Basics vermittelt und Jack brachte seinen ersten Köpfler zu Stande!

Unsere Wege trennten sich wieder und wir fuhren zum nächsten Camping. Wunderschön war es dort! Das hellblaue Wasser war warm, die Palmen vermittelten Ferienstimmung (was auch nach so langer Reise noch aufkommen kann) und wir probierten unsere erste frische Kokosnuss. Auf einer Schaukel im Wasser und Hängematten genossen wir einige wunderschöne Stunden.

Die dritte Nacht bei einem Hostel war okay, wir fanden aber das Preis- Leistungsverhältnis eher fraglich. Weiter ging es nach Chetumal.

Auf einem etwas teureren aber wunderschönen Campingplatz genossen wir den letzten Abend in Mexiko. Zu unserer grossen Überraschung war das Meer sehr sauber, keine Spur von Seegras! Ich konnte mich kaum satt sehen an der Schönheit dieses Ortes, umgeben von Palmen. Vor lauter Begeisterung hatte ich so viel Energie, dass ich unseren VW Bus putzte und ausmistete... :) Die freundliche Angestellte machte unsere Wäsche und so waren wir, inkl. Baluu bereit für den nächsten Tag, an dem wir nach Belize weiterreisen wollen...

Das Restaurant, welches wir uns aussuchten um das gute mexikanische Essen noch ein letztes Mal zu geniessen, war - wie könnte es anders sein, bereits geschlossen. Somit gab es halt keine Tacos und Empanadas mehr...

Jack und Yuan starteten ihre Reise in Mexiko und überquerten bisher noch keine Grenzen. Wir beschlossen deshalb zusammen die Grenze nach Belize zu überqueren um sie beim Grenzprozedere begleiten zu können.

 

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sagen wir Adios bonito Mexico, hasta luego! Wir haben dieses wunderbare Land mit seinen Einwohnern sehr ins Herz geschlossen und sind so dankbar für all das Schöne was wir hier sehen und Erleben durften!

 

Auch unseren Lesern sagen wir nun Adios Amigos, bis zum nächsten Mal, dann aus Belize.

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Kommentare: 1
  • #1

    Gotti (Freitag, 21 September 2018 21:42)

    Ihr Lieben,
    Traumhaft eure Bilder. Alptraumhaft diese Taranteln. Aber so interessant, was ihr erleben dürft. Ich denke Mexiko würde mir auch sehr gefallen, aber da muss ich noch viel spanisch lernen. Ihr seht so glücklich, entspannt und fröhlich aus.
    Was mich auch sehr freut, sind diese Leute mit denen ihr in Kontakt kommt. Das ist sehr schön und so entstehen immer wieder neue Freundschaften.
    Also, weiterhin viel Gefreutes und die Bewahrung von Jesus auf all euren Wegen.
    Gruss und Kuss
    Gotti& Hermann.