Wellnesstage in Tolantongo

Wie im letzten Blogeintrag angedeutet, besuchten wir die empfohlene Kirche des Dorfes Atotonilco. 
Das deutsche Paar hatte nicht übertrieben: Es ist wirklich eine sehr prunkvolle, imposante Kirche! Die Wände sind alle mit Bilder von Szenen aus der Bibel bemalt, grosse Kronleuchter hängen von der Decke herab, Verschnörkelungen soweit das Auge reicht und der Boden besteht aus uralten Holzbrettern. Man könnte Stunden auf einer Bank sitzen und alles bewundern und man würde immer wieder Neues entdecken. Leider war der noch schönere Nebengang durch ein Gittertor verschlossen und es war niemand da, der uns hätte öffnen können. Uns wurde nämlich gesagt, dass sich rechtwinklig zum Kirchengang ein noch schöner gestalteter Raum befindet. Trotzdem hat sich der kleine Umweg gelohnt.

Nun ging es weiter nach Tolantongo. Da wir neue Schuhe brauchten für Luki (es war wirklich höchste Zeit, denn seine gebrauchten Schuhe hatten mehr Löcher als ein Emmentaler Käse und der eine Schuh sah aus wie das Maul eines Krokodils), beschlossen wir zu einem Walmart zu fahren. Ich dachte, am besten ist es wenn wir uns von unserem offline GPS navigieren lassen. Was ich nicht realisierte ist, dass wir in eine riesige Grossstadt hinein fuhren! Oh wie wir diesen Verkehr in den Städten nicht mögen...! Nach ein paar Mal verfahren, einem Paar neuer Schuhe und zwei „Kaffees to go“ zum Preis von einem, waren wir nach 1.5h wieder aus der Stadt. 

Gegen Abend erreichten wir die Berge von Tolantongo. Eine enorm steile und kurvenreiche Strasse führt in ein Tal hinunter. Wir bezahlten 300Pesos für die Übernachtung und den Eintritt zu den heissen Quellen. 
Von anderen Reisen wissen wir, dass es sich lohnt, beizeiten die Gewässer aufzusuchen, da es zur Ferienzeit gerne überfüllt ist. 
So spazierten wir gleich am Morgen dem tiefblauen Fluss entlang zum Tunnel und der Höhle. 
Wir waren zwar nicht die ersten, trotzdem war es ein wunderbares Erlebnis die Wasserfälle am Ende des Tals zu bestaunen. In der grossen Höhle stürzt ein Wasserfall mit warmem Wasser von der Decke. Die Höhlenwände bestehen aus Kalkgestein, das Wasser ist zwischen Hüft- und Schulterhoch. Am Ende der Höhle befindet sich ein Seitengang. Es wäre Stockdunkel dort drin, zum Glück gab es einige Angestellte die mit ihren wasserdichten Taschenlampen Licht spendeten. Denn das Spektakel wollen wir nicht missen. Hunderte von Fledermäusen fliegen in diesem Teil der Höhle umher, teilweise nur knapp über dem Wasser! Wenn man so im schulterhohen, warmem Wasser steht und die vielen Tiere beobachtet, ist das schon beeindruckend! 
Ein 40m langer Tunnel liegt etwas oberhalb der Höhle. Hier ist das Wasser einmal Knöcheltief, dann plötzlich Schultertief. Es ist so warm, dass der ganze Tunnel in Dampf eingehüllt ist. Diese Bedingungen nebst der Dunkelheit und den vielen (schreienden) Menschen dort drin, liess mich dann noch bevor wir das Ende erreichten, umkehren...

Am Nachmittag spazierten wir in die entgegen gesetzte Richtung zu den „Pozas termales“. Das sind künstlich angelegte kleine Pools, direkt am Hang. Sie werden von verschiedenen warmen Quellen gespiessen. 
In einem der Pools kamen wir ins Gespräch mit zwei lieben, älteren Mexikanerinnen. Wir unterhielten uns über eine Stunde mit unseren wenig Spanischkenntnissen. Es schien, als ob wir über nur jedes erdenkliche mexikanische Rezept gesprochen haben, jedoch kenne ich bis jetzt keine Details... :)
Den ganzen Nachmittag „soakten“ wir in den Pools. Als wir am frühen Abend nach Hause gingen (zu Baluu), stand einige Meter von unserem Bus ein Auto mit Zürcher Kennzeichen! So lernten wir Fredi und Jaqueline kennen (www.fjrupp.ch). Den ganzen Abend tauschten wir aus und bekamen hilfreiche Tipps für unsere Weiterreise. 
Unsere Routen für die bevorstehenden knapp zwei Wochen sind fast identisch, so werden wir sie noch öfters treffen. :)
Das baden im warmen Wasser war wunderschön und entspannend und so war auch unsere zweite Nacht in diesem Tal.

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von den beiden Schweizern und fuhren in Richtung Mexico Stadt. Diese planen wir aber nicht zu besuchen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Mom (Montag, 27 August 2018 21:34)

    Was ihr da immer wieder gsehnd und au die Quelle - da möcht mer am liebste au grad sii! Schön, dass ihr das dörfed erläbe :-).
    Ganz liebi Grüess eimal meh :-)! Müetti