Guanajuato / San Miguel de Allende

Guanajuato 
Nach den 6 erholsamen Tagen bei Charlie ging es weiter Richtung Nordosten, nach Guanajuato (ausgesprochen Guanachuato). Die kostenlosen Strassen bis zu dieser Ortschaft waren grösstenteils nicht mehr in bestem Zustand. Viele Schlaglöcher und die schon bekannten Topes (Strassenunebenheiten), verlängerten die Fahrzeit um einiges. Trotzdem kamen wir noch vor Einbruch der Dunkelheit bei unserem Ziel an. 
Die farbenfrohe Stadt befindet sich in einer hügeligen Landschaft im Bundesstaat Guanajuato. So fuhren wir teilweise sehr steile, kurvige und enge Strässchen den Hügel hinauf zu unserem Übernachtungsplatz. Dort angekommen war das Gittertor verschlossen, aber nach ein paar Mal rufen öffnete uns ein älterer Mexikaner das Tor. Auf dem Privaten Parkplatz, wo es übrigens auch WCs gab!, genossen wir einen ausgezeichneten Ausblick durch einen wohl schon älteren Torbogen aus Stein, auf wunderschön farbenfrohe Häuser.
Am nächsten Tag spazierten wir den Hügel hinab, durchquerten einen ca. 1km langen, dunklen Tunnel und kamen auf der anderen Seite mitten im Zentrum wieder heraus.
Es gab so viel zu entdecken und wir konnten uns kaum satt sehen, an all den schönen Farben, engen Seitengassen und Kirchen. 
Ein Ausblick über die ganze Stadt genossen wir nach einem guten Kaffee direkt neben dem Tunnelausgang. Das hippe Cafe ist mehr ein Loch im Felsen als ein Lokal, denn nicht mal ein Auto hätte dort drinnen parken können. Ausser vielleicht ein VW Käfer. Diese schönen Autos sieht man hier täglich, sie wurden bis vor einigen Jahren in Mexiko produziert. Klein aber fein, es gilt als bestes Kaffe in ganz Guanajuato. Kein Wunder, eine kleine Kaffeeröstmaschiene ist täglich im Einsatz und so gibt es immer frisch gerösteten Kaffe. Zudem werden wunderbare Gerüche verbreitet! :)
Weiter ging es auf einen Markt. In einer riesigen Halle werden diverse Dinge verkauft, einige die uns ein wenig zum staunen brachte. Von Körben, Früchten, Gemüse, Hundefutter, Kleider, Souvenirs und Essenständen gab es auch Fleisch, von Filtes bis zu Hühnerfüssen und Schweinsköpfe. Hier gibt es weder gekühlte Vitrinen noch „Spuckschütze“. Wir glauben, in der Schweiz müsste ein solcher Markt aus hygienischen Gründen ziemlich bald schliessen. 
Trotzdem genossen wir das bunte Treiben dort und kauften einige Früchte ein.
Da am Nachmittag ein Gewitter aufzog, entschieden wir uns zurück zum Auto zu gehen und dafür am nächsten Tag nochmals in die Stadt zu gehen.

Auch am folgenden Tag gab es einen Kaffe „in der kleinen Höhle“, wir spazierten wieder durch die farbigen Gassen, gönnten uns einen Zmittag nahe dem Markt in einer Imbissbude und setzten uns in einen Park um den Leuten etwas zu zuschauen. 
In einem anderen, hübschen Cafe wollten wir den Tag ausklingen lassen. Auf der Speisekarte sahen wir neben Cafe Americano, Cappuccinos und Espressos auch einen „Cafe de olla“. An dieser Stelle hätten wir Google fragen können was da gemeint ist, doch manchmal ist es doch spannender einfach zu probieren! :) Auf spanisch gaben wir unsere Bestellung auf und erhielten kurze Zeit später zwei wunderbare Gewürzkaffes! Unter anderem wird dieser Kaffe mit Zucker, Zimt und Nelken gebraut. 
Zurück ging es durch den Tunnel, die engen und steilen Strassen hoch und dann warteten wir bis sich die zusammengebrauten Gewitterwolken entleerten. Begleitet wurde das ganze wie auch schon am Tag zuvor von Hundegebell aus der nahe gelgenen Schlucht. Ein weiterer erlebnisreicher Tag ging langsam zu Ende... 
Spätestens nach diesen zwei Tagen verliebten wir uns definitiv in dieses wunderschöne Land! Vielleicht versteht ihr uns, wenn ihr die Fotos seht. 

San Miguel de Allende
Weiter östlich von Guanajuato liegt die kolonialstadt „San Miguel de Allende“.
In unserem Reiseführer steht geschrieben, dass in dieser Stadt viele Nordamerikaner leben und ein beliebtes Touristenziel ist.
Das merkten wir bereits beim hereinfahren in die Stadt. Es war Sonntag, die Strassen voll von Menschen, der Verkehr kam nur stockend voran und es gab ein Souvenirladen am anderen. 
Ein etwas teurer aber sauberer Campingplatz nahe der Altstadt, diente uns als Hauptquartier für zwei Nächte. 
Dort trafen wir ein älteres, deutsches Paar, welches bereits vier Jahre unterwegs ist. Die ersten Reisenden, welche wir seit einem Monat Mexiko angetroffen haben. 
Da sie bald nach Hause fliegen für einige Monate, brachten sie uns Mehl, welches sie nicht allein in ihrem Camper lassen wollten. Und da der Abend noch nicht weit fortgeschritten war, backte ich gleich Aprikosenkuchen und Pizzarolle damit. :) Das Paar freute sich sehr als ich ihnen je ein Stück des Kuchens brachte. 

Am darauf folgenden Tag brachten wir unsere Schmutzwäsche in eine lokale „Lavanderia“. Das erste Mal, das wir nicht selber waschen konnten. Hier in Latinamerika gibt man den Sack Schmutzwäsche ab, dieser wird gewogen und dann bezahlt man nach Kilo. Mit wenig Spanisch, Händen und Füssen machten wir eine Zeit ab, wann wir unsere Sachen wieder holen können.
Danach spazierten wir durch die Altstadt, direkt zum Hauptplatz. Eine wunderschöne Kirche befindet sich dort. Zwei Strassen weiter gibt es ein Kaffee, das für seine Churros bekannt ist. Zuvor sahen wir eine sehr lange Warteschlange vor dem Lokal! Das kleine Restaurant muss wirklich sehr beliebt sein, denn als wir hinein wollten war es bereits voll und ein Seil hinderte uns daran, überhaupt eintreten zu können. Nach etwa 10min wurde ein Platz frei und wir wurden eingeladen, einzutreten. Gestärkt durch einen Churro gefüllt mit „Dulce de Leche“ für Luki und einen mit Schokoladefüllung für mich, ging unsere Sightseeing Tour weiter. 
Wir spazierten wir einen Hügel hinauf, wo wir eine schöne Aussicht genossen. Die Häuser der Altstadt sind alle in den gleichen Farbtönen bemalt: gelb, orange und rot. Es sieht sehr schön aus mit grünen Pflanzen die oft neben den Hauseingängen, auf den Balkons oder auf dem Dach stehen. Manchmal ist es auch möglich, ein Blick in den Innenhof der Gebäude zu erhaschen. Meistens sind diese wunderschön begrünt und mit Fähnchen und Wimpeln geschmückt. 
Wir zählten nicht, wie viele „Gotteshäuser“ es in dieser Stadt gibt, aber allein in der Altstadt besuchten wir fünf sehr prunkvolle Kirchen. 
Auf einem Markt deckten wir uns mit frischem Gemüse, Kräutern und Früchten ein, genossen eine „Torta“ (eine Art Sandwich) und kauften in einer nahe gelegenen Tortilleria, frisch zubereitete Tortillas ein. 
Nach einem Parkbesuch, wo wir wieder mit Genuss dem Geschehen ein wenig zugeschaut hatten, ging es zurück zur Wäscherei. Dort bekamen wir unsere Wäsche frisch gewaschen und gefaltet in einem sauberen Plastiksack zurück! Was für ein Service! :) 
Auch an diesem Abend trafen wir zwei Deutsche, welche uns unbedingt empfehlen, Halt in Atotonilco einzulegen um die dortige Kirche zu besuchen. 
So planten wir den nächsten Tag mit einem Stopp im benannten Städtchen bevor es zum nächsten Übernachtungsplatz in der Ortschaft Tolantongo ging.

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