Von Yellowstone bis Santa Barbara

Nach den ereignisvollen und unvergesslichen Tagen im Yellowstone National Park, brachen wir auf Richtung Westen. Zurück zur Küste mit ein paar kleineren Zwischenstopps war unsere Devise. Das Craters of the Moon National Monument im Bundesstaat Idaho, welcher unter anderem für seine Kartoffeln „Idaho Potatoes“ bekannt ist, lag somit auf unserer Route. Wir nutzten diese Gelegenheit natürlich und verbrachten zwei Nächte im Park. Weil Teile dieser unwirklichen Lavalandschaft, aussehen wie wenn man auf dem Mond wäre, wurde der Park so benannt. Kein Wunder haben hier auch schon Astronauten der Apollomission Trainings absolviert. Wir trainierten auf unsere eigene Art und erkundeten den Park zu Fuss. Mehrere kleinere Wanderungen und vor allem das heruntersteigen in eiskalte und dunkle Lavahöhlen, in denen man ohne Stirnlampe nicht einmal die eigene Hand vor dem Gesicht sah, werden uns sicherlich in Erinnerung bleiben. Übrigens muss für das betreten der Höhlen einen Zettel unterschreiben, mit welchem man bestätigt, die Kleider die man mitbringt noch nie in einer anderen Höhle getragen zu haben. Aus Europa wurde in den letzten Jahren nämlich ein Pilz eingeschleppt, der die Fledermausbestände in einigen Höhlen der USA und Kanada drastisch reduziert hat. Mit den Vorsichtsmassnahmen will man eine weitere Ausbreitung des Pilzes nun möglichst eindämmen. Gemäss dem Gespräch mit einer Rangerin dürfte dies trotz allem aber ein schwieriges Unterfangen sein, da sich die Fledermäuse auch gegenseitig mit der Krankheit anstecken können.

Eigentlich wollten wir Portland in Oregon noch besuchen. Aus mehreren Gründen (grosser Umweg, Finanzen, eine weitere Stadt..., usw.) entschlossen wir uns aber dies nicht mehr zu tun. Wir fuhren also direkt zu unserem nächsten Ziel, dem Crater Lake. Da wir in Idaho neben den guten Kartoffeln auch auf einigermassen guten und günstigen Käse stiessen, deckten wir uns vorher aber noch mit ein paar Käsebarren ein. 🙂

Der Crater Lake ist der tiefste See der USA. Ein wunderschöner, blauer See, welcher in einem Vulkankrater liegt und jeden Sommer tausende von Touristen anzieht. Im Winter ist die Gegend nur beschränkt zugänglich, da extrem viel Schnee liegen kann. Auch als wir dort waren, Ende Juni lag an ein paar Stellen noch Schnee. Wir umrundeten den Krater entlang dem Scenic Drive, steuerten verschiedene Aussichtspunkte an, schossen Fotos und legten natürlich auch ein paar Kilometer in den Wanderschuhen zurück. 

Auf direktem Wegfuhren wir dann zur Pazifikküste, wo wir uns im Norden Kaliforniens nochmals die Redwoods anschauten. Vor ein paar Wochen waren wir ja schon einmal hier, dieses Mal wirkten die Bäume aber noch eindrücklicher auf uns. Es ist einfach unfassbar wie gross und hoch diese Bäume sind und beim Wandern durch diese von Farn und Rhododendron gespickten Wälder, kommt man aus dem Staunen fast nicht mehr heraus. Auf vielen Highlightlisten, unter anderem auch auf unserer, ist diese Gegend nicht aufgelistet, wie wir nun selber feststellen mussten, zu Unrecht.
Zum dritten und wohl letzten mal auf unserer Reise trafen wir in der Nähe der Redwoods wieder auf die Familie von Arx. Die fleissigen Bloggleser erinnern sich sicherlich noch an die ersten Begegnungen beim Monument Valley und im Capitol Reef National Park. An einem schönen Flussufer verbrachten wir einen gemütlichen Abend miteinander und tauschten über das Erlebte der letzten Tage aus. Die „Strasse“ zu diesem Platz am Fluss war übrigens eine ziemliche Buckelpiste. Mit Sämis Hilfe , 4x4 Antrieb ein wenig Mut und viel Geduld und Nerven schafften wir es aber am darauf folgendem Tag wieder auf die Hauptstrasse hinauf und konnten unsere Reise fortsetzen. Die Off-road Piste war eine gute Übung für uns, weil wir nun aus eigener Erfahrung wissen wie weit wir mit Baluu gehen können, oder eben auch nicht! Diese Piste war wohl schon ziemlich nahe beim Maximum.

Entlang dem wunderschönen Highway 101 fuhren wir danach der Küste herunter bis nach San Francisco. Städte mögen wir mittlerweile nicht mehr so sehr, San Francisco - unsere Lieblingsstadt bis jetzt, bildet hier definitiv die Ausnahme. Wir nahmen uns ein wenig Zeit um noch ein paar mehr Ecken dieser Metropole zu erkunden und alt bewährtes nochmals zu geniessen. Weil wir an einem Freitag in der Stadt waren durften wir auch wieder ein hervorragendes Nachtessen beim Foodtruck-Festival einnehmen. 
Erstaunt waren wir vor allem über die leeren Flosse beim Pier 39! Die Seelöwen sind zu dieser Jahreszeit im Süden unterwegs wo sie ihre Jungen auf Sandbänken gebären. Nur ein paar Einzelgänger streckten hie und da die Köpfe aus dem Wasser und wir waren froh darüber, die volle Anzahl der hier lebenden Tiere ein paar Wochen vorher schon gesehen zu haben. Unsere Nächte verbrachten wir übrigens wieder beim Aussichtspunkt auf der Nordseite der Golden Gate Bridge! Hier trafen wir unter anderem auf ein lustiges Pärchen aus Frankreich, welche wir vielleicht in Mexiko nochmals antreffen werden.

Von San Francisco fuhren wir der Küste entlang Richtung Süden weiter. In Monterey fuhren wir den 17-Miles-Drive. Diese Strasse führt entlang einer wunderschönen Küstenregion, welche die reicheren Leute dieser Welt für sich „beanspruchen“. Hier trifft man auf Golfplätze direkt am Meer und Villen wie man sie aus den Bilderbüchern kennt. Lukis Tante, Susi, war vor einigen Jahren selbst hier und genoss die Fahrt dieser Strasse entlang. Weil es ihr so gefallen hat, sponserte sie uns die kostenpflichtige Fahrt sowie ein Essen in einem Restaurant. Wir entschieden uns für einen gutes mexikanisches Lokal, welches unserer Preisklasse weit mehr entspricht als die Restaurants beim 17-Mile-Drive und in welchem es uns auch definitiv wohler ist, ein sehr schmackhaftes und ausgiebiges Nachtessen. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön Susi 🙂! 

Die Tage um den Nationalfeiertag der Amerikaner, dem 4ten Juli verbrachten wir mit Rahel‘s Bruder, Raphael, in Santa Barbara. Raphi war die letzten Wochen in einer Sprachschule in San Diego und reist nun mit Freunden noch ein paar Tage in der USA herum bevor er wieder in die Schweiz zurück kehren wird. Santa Barbara ist eine hübsche, Spanisch angehauchte Stadt direkt an der Pazifikküste. Wir genossen also für ein paar Tage die Sonne, gute Kaffees, schauten uns Spiele der Fussball Weltmeisterschaft an und hatten einfach eine tolle Zeit zusammen. Baluu brachten wir hier übrigens noch zu einer auf VW-Busse spezialisierte Garage, da wir, bevor es auf unserer Reise weiter Richtung Mittelamerika geht, nochmals alles prüfen wollten. Es war ein guter Entscheid, denn die sympathischen und versierten Mechaniker fanden ein paar Dinge die uns zum Verhängnis hätten werden können und reparierten diese sofort. Wir hoffen nun darauf das Baluu gut für unsere weiteren Abenteuer gerüstet ist und wir Mittel- und Südamerika möglichst ohne weitere Fahrzeugprobleme erkunden können! 

Bei uns geht es nun weiter Richtung Los Angeles, danach zum Salvation Mountain und San Diego bevor wir dann vor haben Mitte Juli nach Mexiko einzureisen. Einen letzten Bloggeintrag aus der USA wird es also noch geben! Bis bald!
Crater of the Moon National monument 
Crater Lake National Park 
Zurück an der schönen Küste, Übernachtungsplatz bei einem Leuchtturm 
Redwoods und das Treffen mit der schweizer Familie
San Francisco zum Zweiten
Der 17 miles Drive in Monterey. Wir hatten leider Küstennebel, es war aber trotzdem sehr schön und eindrucksvoll!
Amerikanerischer Nationalfeiertag vom 4. Juli mit Parade und Feuerwerk mit Rahels Bruder, Raphael

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Kommentare: 1
  • #1

    Gotti (Mittwoch, 11 Juli 2018 19:25)

    Hoi zämme
    Fantastisch diese Fotos. Freue mich sehr mit euch. Ui diese Höhlen, habt ihr Fledermäuse gesehen, wahrscheinlich eher gespürt habe n den Haaren, da es ja stockdunkel war.
    Schön, dass ihr noch Raphael getroffen habt. Hatte ja das Vergnügen, mit euch dreien zu Skypen.
    Also, gute Weiterfahrt mit eurem treuen Baluu. Der könnte auch Vieles erzählen.
    Gott mit euch
    Gruss und viel Gfreuts
    Gotti und Hermann