Phoenix und die Route 66

Der Hoover Damm

Nach den vier Tagen im niemals schlafendem Las Vegas, all den Lichtern und Shows, waren wir froh als wir wieder Asphalt unter den Rädern hatten. Unweit von Las Vegas entfernt machten wir einen kurzen Stopp beim Hoover Damm. Der 220 Meter hohe Staudamm staut den Colorado River an und bildet so den grössten von Menschenhand geschaffenen See in den USA, den Leak Mead. Ein Bauwerk das Lebenswichtig für die Menschen in der ganzen Region ist, da ein Grossteil des Wassers von hier bezogen wird. Der Damm wird dementsprechend geschützt. Jedes Auto wird, bevor es ins Gebiet eingelassen wird, kontrolliert und bei unserem Van mussten wir sogar alle Türen öffnen und den Officer hereinschauen lassen. Alles in allem ein sehr grosses und bewundernswertes Bauwerk dieser Damm und einen kurzen Stopp durchaus Wert!


Unsere Reise ging danach weiter Richtung Süden! Phoenix und der Hitze entgegen. Die Hitze und ein paar lange ansteigende Strassen machten Baluu dann ein wenig zu schaffen! Ein paar mal leuchtete die Öldrucklampe bei längeren Anstiegen auf, was uns den Spass am Fahren natürlich ein wenig nahm. Phoenix erreichten wir dann aber doch ohne weitere Probleme und fuhren hier direkt, eine auf VW-Busse spezialisierte Autowerkstatt an. Nach Absprache mit unseren Freunden in Kanada und den lokalen Mechaniker, die übrigens sehr freundlich waren, entschlossen wir uns einen Ölwechsel durchzuführen und Baluu ein bisschen dickeres Öl zu geben. Das Standart Öl welches wir verwendeten wurde bei der grossen Hitze und den langen Anstiegen wohl zu heiss und flüssig, was den Öldruck bei niedrigen Drehzahlen ins problematische sinken liess.


Nun konnten wir uns auf den eigentlichen Grund wieso wir den Weg nach Phoenix unter die Räder genommen hatten, konzentrieren :). Wir besuchten hier Tante Leni (die Tante von Luki‘s Vater, Schwester von Luki‘s Oma). Sie ist vor mehr als 67 Jahren mit dem Boot aus Europa geflüchtet und lebt seit dort in den USA. Am Anfang arbeitete sie in New York und kam dann über verschiedene Zwischenstationen wie zum Beispiel Los Angeles hier nach Phoenix. Da sie mittlerweile 94 Jahre alt ist, wohnt sie in einem Pflegeheim wo wir sie dann auch besuchten. Drei Tage waren wir in Phoenix und verbrachten jeweils ein paar sehr spannende, interessante und lustige Stunden mit ihr. Die restlichen Stunden des Tages verbrachten wir dann damit, uns auf irgend eine Art eine Abkühlung zu gönnen. Sei das nun im Schwimmbad oder bei einem Glace. Es war so heiss! Die Begegnung und die Tage mit Tante Leni haben uns sehr gefallen und ein Highlight war, als wir in die Schweiz skypen konnten und sich Leni und Luki‘s Oma das erste Mal seit fast zehn Jahren wieder sahen. 


Von Phoenix aus fuhren wir danach weiter Richtung Lake Havasu. Hier wird übrigens der Colorado River nachdem Hoover Damm nochmals gestaut. Von dort aus fuhren wir dann rund 250 Kilometer auf der legendären Mutter aller Strassen, der Route 66 bis nach Seligman. Eine fantastische und zugleich kuriose Fahrt! In Oatman trifft man zum Beispiel auf „wilde“ Esel die auf der Hauptstrasse des kleinen Westerndorfs, umherlaufen und gierig darauf sind, von den Touristen gefüttert zu werden. Natürlich entstehen dann tolle Fotosujets von Eseln auf den Holzstegen vor den Souvenirläden und so weiter! Man trifft auf viele alte Autos, lustige Restaurants, heruntergekommene Häuser und Souvenirläden. Ein krönender Abschluss bildet dann in Seligman das Roadkill Cafe. Moto dieses Schuppens: „You kill it, we grill it“. ;)


Von Seligman ist es nicht mehr weit bis zum nächsten Highlight unsere Reise, dem Grand Canyon! 


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