Yosemite National Park

Nach den erlebnisreichen Tagen in San Francisco freuten wir uns wieder darauf, ein wenig in die Natur hinaus zu kommen! San Francisco hat uns sehr gut gefallen und wir freuen uns später im Jahr nochmals zurück zu kommen. Aber wir lieben es halt einfach in der Natur zu sein. Über Oakland fuhren wir aus der Stadt hinaus und legten zum Übernachten einen Halt in Stockton ein. 

„ Das "erbärmliche" Stockton hat knapp 300.000 Einwohner. Die Stadt hat mit einem Durchschnittsalter von 29 Jahren eine sehr junge Bevölkerung. Die Arbeitslosigkeit lag während der letzten drei Jahre immer über 14 Prozent und die Immobilienpreise rasselten im gleichen Zeitraum um 58 Prozent nach“ . Wie wir dann via Google erfuhren ist Stockton die unattraktivste Stadt der USA. Wir blieben somit nicht länger als geplant und fuhren Richtung Süden zum Sequoia National Park. 


Als wir uns dem Park näherten standen plötzlich Schilder am Strassenrand: „Schneeketten zu vermieten“, „Schneeketten zu verkaufen“ und wir fragten uns ob die Verkäufer wohl ihre Schilder von der Winterzeit noch nicht weggeräumt hatten. Es war nämlich ganz schön warm und von Schnee weit und breit keine Spur zu sehen. Als wir dann den Parkeingang erreichten wurden wir von der Parkwächterin aber eines Besseren belehrt! Ab ein paar Meilen vom Parkeingang aus herrschte nämlich Schneekettenpflicht! Kaum vorstellbar aber natürlich wahr! In den Bergen der Sierra Nevada lag noch ziemlich Schnee während im Tal, durch dass wir die letzten Stunden fuhren, Orangenbäume blühten welche die ganze Luft wie nach einem Parfum duften liessen. Eine kurze Wanderung zu Wasserfällen, welche über Marmorsteine plätschern konnten wir im Park dann aber doch noch machen.


Unser nächstes Ziel war der Yosemite National Park. Der Schriftsteller John Muir schrieb einmal über diesen Park: „Es ist bei weitem der grossartigste Tempel der Natur den ich je betreten durfte“. Nach 4 Tagen welche wir im Nationalpark verbringen durften, können wir dem nur zustimmen! Die Natur und Landschaft hier ist etwas vom schönsten was wir auf unserer Reise bis jetzt gesehen haben! Hunderte Meter hohe Wasserfälle die sich über steile Felsklippen ins Tal ergiessen, Berge und Felswände welche an rauher Schönheit nicht zu übertreffen sind, Wälder und nochmals Wasserfälle, man kommt aus dem Staunen kaum heraus. Millionen Besucher kommen jedes Jahr hierher, was man im Tal selber auch merkt, bewegt man sich aber ein wenig von den Ballungszentren weg und wandert für ein paar Stunden wird es schon viel ruhiger. Was wir natürlich taten. Wir wanderten innerhalb von 4 Tagen mehr als 80km! 


Unsere erste Wanderung führte uns von der Talsohle, über den 4-Miles-Trail Richtung Glacier Point. Auf halbem Weg war der Wanderweg durch ein Schild gesperrt. Nach einem kurzen Gespräch mit einer Wandergruppe die von der gesperrten Seite her kam, entschieden wir uns dazu, unsere Wanderung nach dem Schild trotzdem fortzusetzen. Die nächsten Kilometer verstanden wir dann auch nicht ganz was das „Wanderweg gesperrt“ Schild sollte. Der Weg war abgesehen von ein paar Schritten durch Schnee nämlich in einem einwandfreien Zustand. Einen Kilometer vor dem Gipfel verwandelte sich der Weg dann aber zu einer Schnee und Eispiste an steilen Abhängen. Es gab Leute die ihren Weg hier mit Steigeisen an den Füssen weiter gingen. Wir entschieden uns aber zur Umkehr da uns das Unterfangen ohne geeignete Ausrüstung doch ein wenig risikoreich vorkam. Am Nachmittag unternahmen wir dann noch eine kleine Wanderung zum nahegelegen Mirrorlake. 


Am zweiten vollen Tag im Park wanderten wir dann hoch zu den Upper Yosemite Falls und zum Yosemite Point. Eine Wanderung, welche sich steil den Berg hinauf schlängelt und zu atemberaubenden Aussichtspunkten führt! Die Yostemite Falls sind mit einer Gesamthöhe von 739m die höchsten Wasserfälle in Nordamerika. Ja, es war ziemlich spektakulär dort oben zu stehen und zu schauen, wie das Wasser über die Klippe schiesst und dann ins Tal fällt! Ein super Erlebnis und wohl die beliebteste Wanderung im Park. Das zeigte sich dann auch beim Abstieg (wir waren früh unterwegs um ein wenig vor den Menschenmassen auf der Wanderung zu sein). Ziemlich viele Leute waren noch mit dem Aufstieg beschäftigt, was kein Zuckerschlecken ist und wir sahen den eint- oder anderen „mutigen“ Zeitgenossen in Sandalen! Was uns schon ein wenig zum Schmunzeln brachte. 


Am letzten Tag im Park legten wir dann noch unsere längste Wanderung zurück. Eigentlich wollten wir nur zu den Vernan- und Nevadafalls wandern was was hin-und zurück etwa 8.5 Kilometer gewesen wäre. Als wir bei den Wasserfällen ankamen fühlten wir uns aber noch so fit und unternehmenslustig, dass wir unsere Wanderung entlang dem Panoramatrail fortsetzten. Ein wunderschöner Weg mit super Aussichten über das Tal und den Half Dome der uns zum Glacier Point führte. Zu dem Punkt also, den wir zwei Tage zuvor, wegen zu viel Schnee auf dem anderen Zugangsweg nicht erreicht haben! Da auch die Strasse die zu diesem Punkt führt zu dieser Jahreszeit noch gesperrt war, waren wir fast die einzigen Leute hier oben und genossen die Ruhe und Aussicht in vollen Zügen! Es hat uns sehr gefreut, den Glacier Point doch noch zu erreichen. Nach mehr als 30 gewanderten Kilometern kamen wir am Abend glücklich und erschöpft im Camping an! 


Falls es möglich ist, wollen wir den Yosemite National Park später im Jahr nochmals für ein, zwei Tage besuchen um auch noch den Half Dome zu erklimmen. Hierzu braucht man allerdings eine Bewilligung und muss warten, bis die Seile welche als Unterstützung hoch zum Gipfel führen, Ende Mai montiert werden. Wir hoffen es klappt :)! 

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Kommentare: 1
  • #1

    http://siirtolaiseksi.blogspot.com (Samstag, 05 Mai 2018 16:30)

    Grüetzi mitenand!

    We saw your van in Yosemite and even tried to chat with you about your travel plans, but it turned out that the girl was next to the van just for the shade and not part of the group traveling.
    Nice pics, a lot of familiar places.

    I used to live a year in Switzerland a looong time ago, originally from Finland, now living in the US. My German needs practicing, haven’t really used it in years, but reading your stories will be a nice practice.

    Alles Gute für ihre Reisen!