Back on the Road again

Am Montag 5.März 2018 durften wir unsere Reise fortsetzen! Laurel organisierte am Samstag zuvor noch ein kleines Abschiedstreffen mit all unseren Freunden, die wir in Red Deer kennen gelernt haben. Zuerst ging es zu den Bower Ponds (gefrorener Teich) wo wir Schlittschuh liefen und Sheldon ein schönes Feuer machte. Direkt nebenan auf einer Wiese, waren etwa fünf Rehe friedlich am grasen. Danach trafen wir uns mit allen noch in einem Tim Hortons!  
Die Verabschiedung nach 5 Monaten zusammenleben mit Hoch- und Tiefs, viel uns einerseits schwer, andererseits war es nun Zeit zum weiterreisen. Wir freuten uns sehr!

Unser Ziel war die Westküste, genauer gesagt das knapp 1200km entfernte Vancouver. Dort war es deutlich wärmer als die -20°C die in Red Deer immer noch herrschten. Den ersten Stopp legten wir in Calgary ein. Dort trafen wir Mike (Sheldons Bruder) zum Abendessen. Schon während unserer ganzen Zeit in Red Deer sprachen wir davon, einmal zusammen Nachtessen zu gehen. Wir freuten uns sehr, dass es am Schluss dann noch klappte! Wir besuchten ein brasilianisches Restaurant, bei welchem die Kellner in regelmässigen Abständen mit verschiedensten Fleischspiessen an den Tisch kamen und jedem der wollte ein Stück abschnitten. Danach fühlten wir uns kugelirund!

Die zweite Nacht verbrachten wir in einem Hotel in Kamloops und erreichten am darauf folgenden Tag dann Vancouver, an der Wesstküste Kanadas (Den noramerikanischen Kontinenten haben wir somit einmal von Ost- nach West durquert).

Vancouver ist eine sehr schöne Stadt, man scheint dort alles zu haben – das Meer, schneebedeckte Berge, Stadt und schöne Parks. Am Freitagabend besuchten wir einen NHL Match, Vancouver Canucks gegen Minnesota Wild (Eishockeyspiel). Zu meinem erstaunen war es noch ganz interessant! ;) Zu Beginn des Spiels, wurden die kanadische- und die amerikansche Nationalhymne gesungen und es gab viel Show in den Pausen. Als die letzten Spielminuten angebrochen waren und ein Tor gegen Vancouver geschossen wurde, fingen die Zuschauer in Scharen an das Stadion zu verlassen. Wir konnten es kaum glauben. Ein treuer Fan bleibt doch bis zum Schluss des Spiels auch wenn es schon mit Bestimmtheit verloren ist!? Wir wurden an diesem Abend eines besseren belehrt. Es scheint hier ein wenig anders  zu- und her zu gehen als in der Schweiz / Europa. 

Endlich konnten wir wieder in unserem geliebten VW Bus schlafen, kochen, sitzen, reden und einfach leben. Die Abenteuerlust welche wir zu Beginn unserer Reise fühlten, ist wieder voll da! 

Am Tag nach dem Hockeyspiel ging es nordwärts nach Whsitler. 2010 als Vancouver Austragungsort der Olympischen Spiele war, fanden hier unter anderem die Wettkämpfe der alpinen Skifahrer statt. Wir hatten wunderschönes Wetter und wollten eigentlich Wandern gehen. Doch zu dieser Jahreszeit sind die meisten Wanderwege noch schneebedeckt und auch bei den Campingplätzen konnten wir nicht wählerisch sein. Nichts desto trotz, wir genossen die warmen Sonnenstrahlen und die wunderschön, verschneite Bergwelt bei kleineren Spaziergängen und Autofahrten. Am Sonntag 11. März war Lukis Geburtstag. Wir hatten den Wecker gestellt um möglichst viel von diesem besonderen Tag zu haben. Doch als dieser uns aus dem Schlaf riss und wir die gefrorenen Fensterscheiben im Inneren unseres Buses sahen, einigten wir uns auf eine weitere Stunde im warmen Bett. Dies wiederholte sich nocheinmal. Später stellten wir fest, dass unsere Uhren verschiedene Zeiten aufwiesen. Im Visitorzenter haben wir dann erfahren, dass auf Sommerzeit umgestellt wurde und wir eine Stunde „verloren“ hatten. So gab es für Luki in diesem Jahr nur einen „kurzen Geburtstag“. Dafür aber herrlich schönes Wetter und einen guten Kaffee in einem hippen, lokalen Imbissrestaurant. Mit einer feinen Pizza zum Znacht rundeten wir den Tag ab. 

Unsere letzten Tage in Kanada verbringen wir auf Vancouver Island. Mit der Fähre ging es nach Nanaimo (wo die berühmten Nanaimo Bars herkommen. Bars hat nichts mit Alkohol zu tun… Das sind Süssigkeiten). Von Nanaimo aus, fuhren wir auf einem kleinen, kurvenreichen Highway Richtung Nordwesten. Nach einer Übernachtung vor einer Kirche (Obwohl der Campingplatz der Kirche geschlossen war durften wir auf dem Parkplatz stehen bleiben und Übernachten) erreichten wir am nächsten Tag Tofino und den nahegelegenen Pacific Rim Natioanl Park. Hier konnten wir viele schöne Wanderungen bei frühlinghaftem Wetter geniessen und Walfische vom Ufer aus beobachten. Auch viele Weisskopfseeadler konnten wir beim fliegen oder auf Bäumen beobachten. Die Region war für uns beide ein weiteres Highlight auf unserer Reise durch Kanada.

Weiter nordwärts, im Strathcona Provincialpark sahen wir viele hübsche kleinere und grössere Wasserfälle. Noch weiter im Norden der Insel, liegt Port Hardy. Ein kleines Hafendörfchen, dass vor allem vom Whalewatching im Sommer lebt (vermute ich auf jedenfall..und Luki weiss das es so ist wobei die Fischerei auch eine grosse Rolle spielt). Hier trafen wir Striling (seine Frau trafen wir vor einiger Zeit in der Kirche in Red Deer), welcher uns viele Wanderungen in purer Wildniss empfehlen konnte. Einige davon machten wir bereits, andere würden wir noch gerne. Seit zwei Tagen regnet es aber in Strömen und unsere Wanderschuhe und Turnschuhe trocknen schon gar nicht mehr. Der Wetterbericht sagt auch für die nächsten Tage Regen voraus. Darum überlegen wir uns nun den Norden der Insel zu verlassen und südlich nach Victoria zu fahren. Das Wetter ist dort für die nächsten Tage um einiges besser und es gibt auch dort noch ein paar schöne Dinge zu sehen. 

Wie Luki mich aber so gut gelehrt hat – Sei nicht traurig über das was du nicht siehst, sondern freue dich an dem was du siehst! - Wie recht er doch hat! Auch wenn die Wanderungen hier in völlig unberührter, nichttouristischen Wäldern mich sehr reizen, es gibt noch so viel schönes zu sehen!

Bis zum nächsten Mal 

Fotos von Vancouver und Whistler
Fotos von Vancouver Island

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Kommentare: 2
  • #1

    Gotti (Freitag, 23 März 2018)

    Ihr zwei Lieben.
    So schön, dass euer Abenteuer weiter geht. Sehr spannend geschrieben. Es tut sehr gut, euch so glücklich zu erleben. Nachträglich ein Happy Birthday für Lukas.
    AllesGute Gottes Segen und viel Gfreuts.
    Gottiund Hermann

  • #2

    Müetti (Samstag, 24 März 2018 19:13)

    Wow die Fotis und die Erläbnisbricht - ihr bringed mir Kanada so richtig noch - eifach genial :-). Danke eu herzlich für de neui Blog und au ich freue mich sehr eu so glücklich und dankbar zerläbe :-). Sind bhüätet und gsägnet und liebi Grüess

    Müetti