Upper Canada Village

Das schönste Museum, welches ich je besucht habe! 
Ich war schon immer fasziniert vom früheren Lebenstil. Was machten die Menschen bloß ohne fliessendes Wasser, ohne  "richtigen" Backofen, ohne Waschmaschine und ohne Internet? Ich glaube die etwas jüngere Generation kann meine Fragen verstehen. Wir leben heutzutage sehr privilegiert in Europa. 
Das Upper Canada Village beantwortete auf jeden Fall meine Fragen.

Das heutige Freilichtmuseum wurde im Stil eines Dorfes von 1860 nachgebildet. Die authtenischen Bauten wurden teilweise aus umliegenden Orten abgebaut und im Dorf erneut aufgebaut. Es umfasst einen grossen Bauernhof, eine Bäckerei, eine Käserei, eine Mühle, Weberei, Schreinerei, Kirche mit Pfarrhaus, kleine Hotels usw. In jedem einzelnen Haus wurde demonstriert, wie die Aktivitäten ausgeführt wurde. Die Menschen die dort arbeiten, waren wie zu dieser Zeit passend gekleidet. Z.B. In der Druckerei haben wir erfahren, dass jeder einzelne Buchstabe aus gegossenem Metall in einen Kasten gesetzt werden musste, damit nacher ein Wort bzw. Ein ganzer Artikel geschrieben werden konnte. Oder in der Weberei wurde demonstriert wie geschorene Schafwolle gesupunnen wurde und wie die Frauen danach mit der Wolle Kleider strickten. Jedes der Wohnhäuser besitzte einen grossen Garten wo man Gemüse und Beeren fand. Auch Obstbäume waren überall gepflanzt. Um ein warmes Gericht zubereiten zu können, musste man zuerst Holz sammeln bzw. Spalten und danach im Ofen ein Feuer machen.  Es gab auch ein etwas vornehmeres Haus, in welchem wir einen Gentleman beim Klavierspielen zusehen konnten.
Der Arzt besuchte seine Kunden meistens in ihren eigenen Häuser. Falls sie ihn jedoch aufsuchten, wurden sie in seinem Haus, direkt neben dem Wohnzimmer behandelt. 
Die Strassen waren aus Kieselsteinen, Pferde mit Kutschen wurden als Tranportmittel angeboten und ab und zu lief man einem Huhn über den Weg. 
Es war sehr spannend und es machte den Eindruck auf eine heile Welt in der man mit vollkommener Selbstversorgung leben konnte. Mir ist jedoch bewusst, das nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen war. Die Winter waren kalt und hart und es gab sehr viel an (Hand)Arbeit. 

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