St. Lorenzstrom

Bonjour tous les mondes!
In den vergangenen Tagen ist auch bei uns der Sommer eingekehrt – wir konnten das erste Mal im T-Shirt wandern gehen! ;) Aber von vorne…

… Am letzten Freitag, dem 02.06.17 sind wir von der Gaspesiehalbinsel mit der Fähre nach Baie-Comeau gefahren. Am Samstag dann weiter südlich in Richtung Tadoussac. Dieses Dorf wurde mir, zusammen mit vielen weiteren wertvollen Tipps, von einer ehemaligen Arbeitskollegin, empfohlen. Etwa 20km bevor wir das kleine Städtchen erreichten, machten wir Halt bei einem Aussichtspunkt. Luki hatte spontan die Idee, dass wir dort hinfahren sollten. Nach ca. 1km Fussmarsch, kamen wir an der Küste des St. Lorenz Stroms an. Von weitem sahen wir viele Menschen auf einem Felsen stehen, mit ihren riesigen Teleskopen und Kameraausrüstungen. Wir haben bereits gehört, dass es im St. Lorenz Strom grosse Fische gibt, da wir aber bei der Überfahrt mit der Fähre keinen Walfisch oder Delphin sahen, dachten wir uns nicht so viel dabei und setzten uns einige Meter von der Menschenmasse entfernt, auf die Felsen. Gespannt schauten wir aufs Meer und warteten, was geschehen würde. Plötzlich wurde es laut neben uns und die Leute zeigten aufs Meer hinaus. Dort sahen wir ein ganzes Rudel Seehunde schwimmen. Das war aber noch nicht alles! Nach etwa 45min sahen und hörten wir unseren ersten Walfisch. Das ein-und ausschnaufen der Walfische kann man schon hören, bevor man im Meer eine Flosse erkennt. Später haben wir auf Informationstafeln herausgefunden, dass es sich bei den gesehenen Meeressäugern um Minkwale gehandelt hat. Diese Walfische sind ausgewachsen zwischen acht und zehn Meter lang. Beeindruckend war, dass sie teilweise bis ca. 10m nah an die Küste heran kamen. Man hätte meinen können, nur die Hand ausstrecken zu müssen, um sie zu berühren. 
Wir verbrachten etwa 3.5h an diesem schönen Ort und sahen neben mehreren Minkwales auch noch Belugas. Die Belugas sind eigentlich in den nördlicheren Gewässern heimisch, hier im St. Lorenz Strom lebt aber seit langem eine Population dieser fantastischen Tiere. Die etwas kleineren Walfische sind schneeweiss und daher bei ruhigem Meer sehr gut zu erkennen, wenn sie zum Luft holen auftauchen. Leider wurden die Tiere in vergangenen Jahren von Fischern gejagt, da man davon aus ging, dass sie viele Fische essen. Die Population in dieser Gegend sank so von gut 10'000 Tiere auf etwas mehr als 1000 Exemplare. Mittlerweile ist aber klar, dass sich die Belugas kaum von Fisch ernähren. Die Tiere sind nun geschützt und verschiedene Organisationen setzen sich für diese Spezies ein. 

Am nächsten Tag haben wir uns Tadoussac angeschaut. Das Städtchen war voll, mit den hipsten Leuten, die wir bis jetzt angetroffen haben und besteht vor allem aus Kaffee’s und Herbergen. Bekannt in Tadoussac ist das rot-weisse Hotel, das man schon von weitem sieht. Es wurde im Jahr 1864 erbaut und ist bis heute noch gut erhalten. Die Lobby ist für Touristen zugänglich und dies habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen (Rahel). Weitere Sehenswürdigkeiten sind z.B. Die grossen Sanddühnen, schöne Spazierwege mit Holzstegen und das CIMM. Das ist ein Informationscenter für Meeressäugetiere. Die Organisation setzt sich für den Schutz der Walfische ein.

Am Montagmorgen, kurz vor 7:00Uhr wurden wir durch ein metallisches Klopfen geweckt. Zuerst war es von weiter weg zu hören, dann immer näher. Ich dachte schon, dass sich ein Tier vielleicht an unserem Baluu zu schaffen macht, deshalb ging ich hinaus. Da sah ich einen Specht, der wie wild auf ein Strassenschild hämmerte. Da wir nun wach waren, fuhren wir dem Saguenay River entlang aufwärts und haben in einem National Park eine weitere schöne Wanderung gemacht. Dabei durften wir nochmals die Belugas sehen, die im Sommer den Fjord aufwärtsschwimmen, um ihre Jungen zu gebären und gross zu ziehen. 

Am Dienstag erwachten wir mit strahlendem Sonnenschein! In einem weiteren Park, wanderten wir (kurzärmlig!) auf den Pic du Grand Corbeau und konnten eine wunderbare Aussicht geniessen. Am Abend fuhren wir nach Saguenay und übernachteten auf einem Walmartparkplatz. Die Stadt existiert erst seit 2002, als drei örtliche Gemeinden fusionierten und seit dort eine grosse Stadt bilden. Die Leute leben hier vor allem von der Forst- und Papierindustrie. 

Die letzten zweieinhalb Tage verbrachten wir weiter südlich, im «Parc de conservation des Grands-Jardins». Am Tag gingen wir wandern und am Abend gab es jeweils ein Lagerfeuer mit frisch gebackenem (Schlangen-)Brot. Wie wir das genossen haben! Wanderen ist mit Abstand eine unserer Lieblingsbeschäftigungen geworden. Bzw. haben wir nun endlich Zeit, dieser uns schon langen wohlgesinnten Tätigkeit, nachzukommen.

Die nächsten Tage werden wir in der Nähe von Quebec verbringen. Was wir hier vor haben, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.... 

Bis bald!

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Kommentare: 1
  • #1

    Mirjam (Sonntag, 11 Juni 2017 21:48)

    Hallo ihr Beiden,

    Haben immer Freude an euren Reiseberichten. Schön, was ihr alles erlebt!!
    Wir sind in Gedanken bei euch.
    In der letzten Zeit wurde die Dusche selten erwähnt.